Sebastian Brust
· 27.08.2026
Die Kombination aus Bosch CX (Motor), Shimano Nexus (5-Gang-Nabenschaltung) und Gates-Riemenantrieb ist – neben dem hohem maximalen Systemgewicht von 180 Kilo – das zentrale Argument für das KTM Macina City 820 XL. Alles außer sehr steilen Bergtouren lässt sich damit gut bewältigen.
Der Riemen macht das Rad dazu schlicht alltagsfreundlicher als eine vergleichbare Kettenvariante. Zum Preis von 4499 Euro bekommt man mit dem KTM ein wartungsarmes, vollständig ausgestattetes Stadtrad, dessen Konzept aufgeht – solange die Route nicht dauerhaft steil ist.
| Rahmen | Macina City Alloy 6061 Belt, Tiefeinstieg, Grau | PT800 Bosch BDU38/T5970 |
| Gabel | Suntour NCX32-D coil LO 63 mm (HD) 1 1/8" |
| Motor | Bosch Performance CX BDU38/T5970 |
| Akku | Bosch PowerTube 800 Wh horizontal |
| Ladegerät | Bosch Standard Charger 4A |
| Bedieneinheit | Bosch LED Controller |
| Display | Bosch KIOX 500 TFT |
| Schaltung | 1×5 Shimano Nexus |
| Schalthebel | Shimano Nexus 5 Revoshifter mit Ganganzeige |
| Kurbel | KTM E-COMP2 ISIS 170 mm Q8 |
| Zahnkranz | Gates Rear-Sprocket 28T |
| Riemen | Gates CDX 125T |
| Bremsen | Tektro HD-T535 4-Kolben hydraulisch |
| Lenker | Ergotec Lady Town 31,8 / 690 mm |
| Vorbau | Ergotec Swell RE70i, verstellbar 0–60° |
| Steuersatz | Acros AICR intern 1 1/8"–1,5" |
| Griffe | Ergon GP1 short |
| Sattel | Selle Royal Viaggio |
| Sattelstütze | bySchulz G.2 ST Suspension 30,9/350 |
| Pedale | VP-616 Trekking Anti-Slip |
| Reifen v/h | Schwalbe Marathon E-Plus Perf. DualGuard 50-622 Reflex |
| Schutzbleche | SKS B55 CAB City 28" |
| Frontleuchte | B&M Briq-S 60 Lux |
| Rückleuchte | B&M Toplight 2C |
| Gepäckträger | KTM Tour Snap-It 2.0 / Monkeyload | Kindersitz + Rack Clip |
| Kettenschutz | KTM Type 10 (Belt) für Bosch BDU38 |
| Ständer | KTM 28" verstellbar |
| Gewicht | 30,1 kg |
| Zul. Systemgewicht | 180 kg |
| Rahmengrößen | XS, S, M, L, XL |
| Preis | 4499 € |
Der Tiefeinstiegsrahmen aus 6061-Aluminium ist konstruktiv auf den Riemenantrieb abgestimmt: Die Teilung sitzt oberhalb der Hinterachse in der Sitzstrebe. Nur sie erlaubt Montage und Tausch des Gates-Riemens. Der niedrige Durchstieg ist ein praktischer Vorteil im Alltag – bei häufigen Stopps, beim Beladen oder für Fahrer mit eingeschränkter Beweglichkeit. Die Lackierung in Grau wirkt zurückhaltend und alltagstauglich. Ob weitere Farben angeboten werden, müssen wir abwarten.
Die Suntour NCX32-D-Federgabel mit 63 mm Federweg ist in der HD-Ausführung verbaut, ausgelegt für höhere Systemgewichte. Das zulässige Gesamtgewicht liegt beim aktuellen Modell nämlich bei stattlichen 180 kg. Die Lockout-Funktion ermöglicht es, die Federung auf glatten Abschnitten zu blockieren.
Der Ergotec-Vorbau lässt sich zwischen 0 und 60 Grad verstellen und erlaubt eine individuelle Lenkerhöhe. In Verbindung mit dem breiten Ergotec Lady Town-Lenker (690 mm) entsteht eine aufrechte Sitzposition, die für den Stadtbetrieb sinnvoll ist.
Die Mensch-Maschine-Schnittstelle besteht aus drei Elementen, die klar voneinander getrennt sind. Der Bosch LED Controller am Lenker übernimmt die Unterstufenwahl des Motors – kompakt, griffgünstig, ohne den Lenker zu überladen. Das Bosch KIOX 500 TFT-Display ist von unten am Vorbau montiert und liegt damit zentral im Blickfeld, ohne per Schelle seitlich am Lenker befestigt zu sein – eine sauberere Lösung, die das Cockpit aufgeräumt hält.
Der Shimano Nexus Revoshifter am Lenker verfügt über ein kleines Sichtfenster, das den aktuell eingelegten Gang anzeigt. Es handelt sich dabei um eine mechanische Ganganzeige im Schaltgriff – kein Display im eigentlichen Sinne, aber im Alltag nützlich.
Im Vergleich zum Vorjahresmodell, das ebenfalls mit KIOX 500, aber der älteren Boch LED Remote ausgestattet war, ist die Bedienphilosophie also jetzt auf dem aktuellen Stand. Die Montage des Displays am Vorbau ist gegenüber einer Schellenmontage am Lenker die ästhetisch wie funktional sinnvollere Lösung.
Das Antriebskonzept baut auf drei aufeinander abgestimmten Komponenten. Spätestens seit seinem Update liefert der Bosch Performance CX mehr als ausreichend Drehmoment für den Stadtbetrieb – auch bei vollbeladenem Gepäckträger oder erhöhtem Systemgewicht.
Die fünfgängige Shimano Nexus-Nabenschaltung (hier im Test) arbeitet wetterunabhängig, braucht keine regelmäßige Justierung und ist gegenüber Kettenschaltungen deutlich verschleißärmer.
Fünf Gänge bedeuten eine begrenzte Spreizung, und am unteren Ende fehlt die Feinabstufung, die mehr bieten könnten. Im Flachen und auf moderat hügeligem Terrain gleicht der CX-Motor diese Lücke jedoch wirksam aus – die Spreizung reicht für den üblichen Stadtbetrieb. Für ausgeprägte Steigungen oder anspruchsvollere Touren mit viel Höhenprofil ist die Kombination weniger geeignet.
Der Gates CDX-Riemen auf einem 28-Zahn-Zahnkranz erfordert keine Pflege im üblichen Sinne: kein Ölen, kein Kettenfett, geringerer Verschleiß. Ein bekannter Nachteil bleibt: Ein gerissener Riemen lässt sich unterwegs nicht provisorisch reparieren, anders als eine Kette mit Kettenschloss. Für den Alltagsbetrieb ist das aber kein relevantes Argument gegen den Riemenantrieb.
Die Tektro HD-T535 mit Vier-Kolben-Hydraulik ist eine solide Wahl für ein Rad dieser Gewichtsklasse. Vier Kolben bieten mehr Bremskraft und thermische Reserve als ein Zwei-Kolben-System – bei einem Systemgewicht von bis zu 180 kg und 30,1 kg Eigengewicht auf jeden Fall eine sinnvolle Dimensionierung. Die Bremse arbeitet zuverlässig, Tektro leistet sich da bekanntlich kaum Schwächen.
Die bySchulz G.2 ST-Sattelstütze federt zusätzlich zur Gabel ab – auf Stadtpflaster ein spürbarer Komfortgewinn. Die 50 Millimeter breiten Schwalbe Marathon E-Plus-Bereifung bietet durch die DualGuard-Einlage soliden Pannenschutz und durch den Reflexstreifen zusätzliche Sichtbarkeit.
Die Beleuchtung stammt von Busch & Müller: vorne ein Briq-S mit 60 Lux, hinten ein Toplight 2C – StVZO-konform und in diesem Segment bewährt. Die Ergon GP1-Griffe zählen zu den ergonomisch durchdachten Optionen im mittleren Preisbereich. Der KTM Snap-It 2.0-Gepäckträger ist kompatibel mit dem Monkeyload-System sowie mit Kindersitzen, was das Rad für den Familienalltag öffnet.
Das aktuelle Modell wiegt 30,1 kg – steife Rahmen mit tiefem Einstieg sind leider schwer. Wer das Rad regelmäßig über Treppen tragen oder in enge Abstellsituationen manövrieren muss, sollte das berücksichtigen. Mit dem Gesamtgewicht stieg aber im Vergleich zum Vorjahresmodell auch das zulässige Systemgewicht an – auf 180 kg. Das ist viel und für größere Menschen oder schwer beladene Einkaufs-Touren ein praktischer Vorteil.
Die Kombination aus Bosch CX, Shimano Nexus und Gates-Riemenantrieb ist – neben dem hohem maximalen Systemgewicht von 180 Kilo – das zentrale Argument für dieses Rad. Fünf Gänge klingen zunächst wenig, mit dem leistungsstarken Motor ist das im Stadtbetrieb und auf moderaten Steigungen aber kein Problem. Alles außer sehr steilen Bergtouren lässt sich damit gut bewältigen. Der Riemen macht das Rad leiser, sauberer, dazu günstiger im Unterhalt und alltagsfreundlicher als eine vergleichbare Kettenvariante.
Das Cockpit ist durchdacht gelöst und upgedatet: Der Bosch LED Controller hält die Motorsteuerung griffbereit, das große Kiox-Display sitzt sauber und zentral unter dem Vorbau. Irgendwie nett, weil noch so schön retro: Der Nexus-Revoshifter zeigt den Gang an – mechanisch, wie eh und je, ganz ohne Elektronik. Zum Preis von 4499 Euro bekommt man ein wartungsarmes, vollständig ausgestattetes Stadtrad, dessen Konzept aufgeht – solange die Route nicht dauerhaft steil ist.
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