Das Campus E:vo Allround zeigt, was für ein spannendes Marktsegment 3x3 mit der neuen Six Nabenschaltung besetzt. Nicht ganz so teuer wie Pinion oder Rohloff, dafür von hoher mechanischer Qualität und Effizienz und ergonomisch gerade als E-Schaltung gelungen. Auch das Rad selbst ist eine Empfehlung für Komfort-Fans und kann individuell konfiguriert werden, wenn das Budget stimmt.
| Gewicht | 29.66 kg |
| Motor | Bosch Performance PX |
| Akku | Bosch Power Tube 600 |
| Schaltung | 3x3 Six |
Seit Menschen Rad fahren, gibt es diesen Traum: Nie mehr Kette schmieren, Reifen flicken, Schaltung einstellen. Das neue Campus bedient genau diese Zielgruppe und lässt dabei noch massig Individualisierung via Baukastensystem zu. Kein Rad von der Stange, sondern ein Einzelstück nach Wunsch.
Das bedeutet natürlich auch: Mit Preisen von Herstellern wie Cube und Co., die große Stückzahlen seriell fertigen, kann das Campus nicht konkurrieren. Wie zum Beispiel auch bei Maxx aus Rosenheim werden die Räder bei Campus in kleinen Stückzahlen in Deutschland lackiert und zusammengebaut und lassen sich umfangreich individuell konfigurieren. Dadurch kann man bei der Ausstattung eigene Akzente setzen, muss aber höhere Preise in Kauf nehmen.
Wählen kann man zum Beispiel, ob das Rad mit klassischer Kettenschaltung à la Shimano Cues, mit Nabenschaltung à la Nexus oder Alfine oder auch mit Getriebenaben wie der neuen 3x3 Six ausgestattet ist, die bei Campus erstmals an einem Serienrad zu haben ist.
Die Idee bei 3x3: Eine Schaltung in der hinteren Nabe, maximal effizient, breit abgestuft und völlig wartungsfrei. Damit tritt H + B Hightech in Konkurrenz zu großen Namen wie Rohloff oder Pinion, bleibt aber doch etwas bezahlbarer. Der Preisunterschied zur Rohloff liegt im Campus Konfigurator bei rund 650 Euro. Falls an der Nabe mal etwas defekt ist, soll man ohne das Rad auszuspeichen einfach das ganze Getriebe ausbauen und einschicken können.
Wer schon mal ein Rad mit Motor und Shimanos günstigem Nexus-Getriebe gefahren ist, weiß: Am E-Bike reichen oft sogar fünf Gänge. Die 3x3 Six ist locker fein genug abgestuft fürs E-Bike und bietet auch kleine Berggänge für starke Steigungen. Unser Campus-Testrad mit starkem PX Motor ist so übersetzt, dass jenseits der 30 km/h die Gänge ausgehen. Am E-Bike kein herber Verlust.
Auch die Bedienung der Schaltung hat 3x3 in der von uns getesteten Top-Version 3x3 Six eShift super gelöst. Knackig rasten die Gänge ein, der kabellose Schalthebel von Zulieferer TRP ist ergonomisch und hat einen klaren Druckpunkt. Schalten im Stand geht mit Getriebe natürlich auch.
So saust man auf dem ausgesprochen komfortablen Campus mit sehr aufrechter Sitzposition, guter Federgabel, Federstütze und breiten Reifen Johnny Watts SUV Reifen lässig dahin und fühlt sich doch nie vom Rad und seinem Antrieb entkoppelt. Kleine Kritikpunkte gibt es dennoch: Die Nabe gibt in manchen Gängen ein leichtes mechanisches Geräusch von sich. Der Bosch PX Motor hat keinen Freilauf, was sich seltsam anfühlen kann. Etwa wenn man die Pedale rückwärts tritt, um vor Kurven die Beinstellung anzupassen. Die 3x3 gibt dabei angeregt durch die Kette in manchen Gängen auch ein unschönes Rasseln von sich.
Stimmiger wäre deswegen, Campus würde das E:vo auch mit einem Mittelmotor mit Freilauf wie dem Bosch CX anbieten. Denn: Typisch für ein individualistisches und wartungsarmes Rad sind Gewicht und Preis sowieso schon eher hoch angesiedelt. Auf kleine Details und Perfektion in der Ausstattung kann es da mehr ankommen, als auf einen etwas niedrigeren Einstiegspreis. Immerhin: Mit mechanischer 3x3 Six und Kette gibt's das Rad ab 4.899 Euro, günstige Kettenschaltungs-Varianten wechseln ab gut 4000 Euro den Besitzer.

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