Die Eurobike-Jury hat die Preisträger 2026 gekürt. Ausgezeichnet wurden wegweisende Produkte und Technologien, darunter ein Green Award und ein Start-Up-Award.
Die Eurobike Awards 2026 beweisen: Innovation bedeutet nicht, das Rad neu zu erfinden, sondern es klug weiterzudenken. Ob künstliche Intelligenz, nachhaltige Werkstoffe oder barrierefreie Inklusion – das Genie liegt im Detail. Von revolutionärer Akkutechnik bis zu werkzeuglosen Kupplungen setzen die Gewinner wegweisende Maßstäbe für die urbane und sportliche Mobilität der Zukunft.
Herausragende Produkte, wegweisende Technologien und frische Impulse für die Mobilität von morgen – die Eurobike Awards 2026 zeigen eindrucksvoll, wohin die Reise in der Fahrradbranche geht. Eine hochkarätig besetzte Jury hat die spannendsten Neuheiten gekürt. Besonders im Rampenlicht stehen dabei die sieben Gewinner des prestigeträchtigen Gold Awards sowie die Preisträger des Green Awards und des Start-Up-Awards. Doch auch die weiteren Auszeichnungen beweisen, dass die Branche voller kreativer Lösungen steckt, die sowohl Alltagstauglichkeit, Sicherheit als auch Nachhaltigkeit auf ein neues Level heben.
Als bedeutsame Revolution für die Bike-Branche sieht die Jury den KI-Agenten „Mr. Spoke AI“, der in die Plattform BikeFolder.com integriert ist. Das System basiert auf einer seit Jahren erprobten Plattform mit einem umfassenden Lieferkettensystem. Es überwacht einzelne Fahrräder sowie deren Komponenten, um präzise zu ermitteln, welche Teile an welchem Ort zuverlässig funktionieren und wo Optimierungsbedarf besteht. Radläden profitieren von einer automatischen Kapazitäten- und Kommunikationsoptimierung, während Nutzer:innen Ersatzteile erheblich leichter aufspüren können. Durch das Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz, Daten und branchenspezifischen Arbeitsabläufen verspricht das System spürbar mehr Effizienz, Benutzerfreundlichkeit und Nachhaltigkeit.
Der Kinderanhänger „Kid Lykke“ von Croozer sichert sich den Gold Award vor allem durch sein innovatives Key-Feature: einen neuartigen Faltmechanismus. Während dieses Prinzip bereits von Rollstühlen und Rollatoren bekannt ist, stellt es im Bereich der Fahrradanhänger ein absolutes Novum dar. Trotz der Auslegung als Zweisitzer lässt sich der Anhänger dank des Mechanismus auf eine Breite von gerade einmal 40 Zentimetern zusammenklappen. Dies sorgt für eine einfache, bequeme Bedienung und spart enorm viel Platz bei der Aufbewahrung. Die Jury lobte die hohe Material- und Designqualität und sieht im Lykke einen äußerst praktischen Begleiter für urbane Familien auf engem Raum.
Das Kinderfahrrad „Light 24“ von Lion Bikes konnte die größtenteils aus Eltern bestehende Jury auf ganzer Linie überzeugen, da es die Bedürfnisse von Groß und Klein perfekt vereint. Für Kinder präsentiert es sich als „supercooles und leichtes“ Bike, das durch eine integrierte Beleuchtung und eine reflektierende Lackierung optisch heraussticht. Eltern schätzen genau diese Aspekte als essenzielle Sicherheitsfeatures sowie den mitwachsenden Rahmen, der über einen dreistufigen, längenverstellbaren Steuersatz realisiert wird. Zudem punktet das in Deutschland gefertigte Rad beim Thema Nachhaltigkeit: Der robuste Rahmen besteht aus Polyamid und recycelten Carbonfasern.
Mit dem „Suelo“ von Nijland Cycling wird ein Tiefeinsteiger ausgezeichnet, der gezielt für Menschen mit Gleichgewichtsstörungen entwickelt wurde. Das Fahrzeug setzt konsequent auf Sicherheit, Komfort und einen extrem tiefen Einstieg. Obwohl das Design eher zweckmäßig ausfällt, zeigte sich die Jury einstimmig begeistert vom angenehmen und lässigen Fahrverhalten. Besonders die Möglichkeit, jederzeit beide Füße sicher auf den Boden stellen zu können, vermittelt – gerade bei niedriger Geschwindigkeit – ein ausgeprägtes Gefühl der Kontrolle. Hier wird die langjährige Erfahrung des Herstellers bei der Mobilität für Menschen mit Behinderungen spürbar. Ein Jurymitglied prognostiziert: „Wir werden in Zukunft viele solcher Fahrräder brauchen“.
Unter dem Motto „Evolution schlägt Revolution!“ würdigt die Jury eine echte Legende. Die 14-Gang-Nabe von Rohloff ist seit fast 30 Jahren nahezu unverändert auf dem Markt. Die wichtigste Weiterentwicklung war das elektrische Schaltsystem E14 für E-Bikes. Die neue elektronische Ansteuerung „E14 Solo“ ist nun für herkömmliche, normale Fahrräder konzipiert. Sie ist vollkommen abwärtskompatibel und lässt sich somit an jeder älteren Rohloff-Nabe montieren, wobei sie mit exzellenten Schaltvorgängen glänzt. Da es sich um ein offenes System handelt, kann es mit jedem offenen Schalthebel kombiniert werden. Die Jury lobte dieses zeitlose Produkt so sehr, dass sie ihm am liebsten einen Sonderpreis verliehen hätte.
Der chinesische Hersteller T&D läutet mit seiner „Semi Solid State Battery“ eine neue Ära für E-Bike-Akkus ein. Die Jury sieht in dieser Semi-Festkörper-Technologie eine bahnbrechende Entwicklung und hebt zwei Kernelemente hervor: eine deutlich verbesserte Sicherheit sowie eine höhere Energiedichte. Letztere ermöglicht es, kleinere und leichtere Akkus bei gleichbleibender Kapazität zu bauen. Während ein Jurymitglied überzeugt ist, dass diese Technologie „die Flexibilität beim Design von E-Bikes verändern wird“, sieht ein anderes darin keine Detailverbesserung, sondern „echte Zukunftstechnologie“, welche die Branche dringend braucht.
Der Fahrradträger „Epos Parksecure“ von Thule bringt eine echte Innovation auf die Anhängerkupplung: integrierte Parksensoren. Der Träger kann je nach Modellvariante zwei oder drei Fahrräder aufnehmen. Die Jury zeichnete das Produkt aus, da die Sensoren als absolutes Novum die Alltagstauglichkeit – primär beim Rückwärtsfahren – massiv steigern. Neben dem Lob für Design und Verarbeitungsqualität, die Thules Premium-Ruf untermauern, hob ein Juror einen oft übersehenen Vorteil hervor: Der großzügige Abstand der Trägerschienen bietet auch für große, sperrige E-Bikes mehr als genug Platz.
Der Green Award geht in diesem Jahr an Smoovotech für das Kinderlaufrad „Mika“, welches nachhaltig in Deutschland produziert wird. Bei der Konstruktion treffen ein Rahmen aus regionalem Buchenholz und recycelbare Carbon-Composite-Materialien aufeinander. Die Jury zeigte sich restlos begeistert von der exzellenten Fertigungsqualität und dem niedlichen Design. Ein optisches und funktionales Charakteristikum ist das 14-Zoll-Vorderrad, das mit einem 12-Zoll-Hinterrad kombiniert wird. Ein Produkt, das im Vorbeigehen sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht und dessen gestalterische sowie ökologische Qualitäten einstimmig prämiert wurden.
Das australische Start-up „Foldee“ sichert sich den begehrten Start-Up-Award mit einem innovativen Lastenrad. Die Jury lobte das Konzept als „einfach ein Fahrrad“ und hob die Leichtigkeit sowie das handliche und wendige Fahrverhalten hervor. Ein Jurymitglied zeigte sich zudem überrascht und begeistert darüber, wie leicht sich das Rad selbst im voll beladenen Zustand noch lenken lässt. Das Highlight: Das Cargobike lässt sich auf die Größe eines ganz normalen Fahrrads zusammenfalten – eine perfekte Lösung für urbane Wohnkonzepte mit wenig Platz. Zwar sieht die Jury beim Faltmechanismus selbst noch etwas Verbesserungspotenzial, was das hervorragende Gesamturteil jedoch nicht schmälert.
Der E-Bike-Antriebshersteller Avinox, eine Tochterfirma von DJI, verknüpft mit dem „Heart Rate Control System“ das E-Bike direkt mit einem Herzfrequenzsensor. Fahrer:innen wählen einfach ihre Wunschherzfrequenz, und das System passt die Motorunterstützung dynamisch und vollautomatisch an den Puls an. Die Jury lobte dies als konsequente Weiterentwicklung klassischer Unterstützungsmodi. Großes Potenzial wird hierbei nicht nur im Fitness- und Trainingsbereich gesehen, sondern vor allem bei Gesundheitsanwendungen. Die Koppelung an physiologische Messwerte statt reiner Powermeterdaten wird als potenzieller „Game-Changer“ eingestuft.
Die „Steady Ride Thru Axle“ des schweizerischen Herstellers B Horizon löst ein bekanntes Nachrüst-Problem. Die innovative Steckachse dient als universelle Schnittstelle: Sie erlaubt die gleichzeitige oder separate Montage von Seitenständern, Anhängerkupplungen, Gepäckträgern und Schutzblechen an Rahmen, denen ab Werk die nötigen Befestigungspunkte fehlen. Da eine einzige Achse hierbei diverse andere Achsstandards ersetzt, punktet das Produkt auch beim Thema Nachhaltigkeit. Die Fertigung in Europa und die Schweizer Entwicklung rundeten das positive Gesamtbild für die Jury ab.
Mit dem „Trudi Wheel Truing System“ widmet sich das Unternehmen Berd dem traditionell schwierigen und kostenintensiven Handwerk des Laufradbaus. Mithilfe intelligenter Algorithmen verkürzt das System die erste Zentrierung eines frisch eingespeichten Laufrads drastisch auf einen nur noch fünfminütigen Arbeitsschritt. Die Jury würdigte diesen teilautomatisierten Ansatz für einen Prozess, der sonst enorm viel Zeit und Fachwissen erfordert, als echte Neuheit. Das System könnte einen Meilenstein und eine Revolution für die gesamte Branche sowie den Radbau-Einzelhandel bedeuten.
Canyon sichert sich einen Award für die „Defend Fast Fenders“, eine extrem clevere und sauber umgesetzte Schutzblechlösung. Das System beeindruckte die Jury durch seine Schnelligkeit: Die Bleche lassen sich mittels Schnellspannern direkt innerhalb der Steckachsen montieren. Als speziell für Canyon-Gravelbikes entwickelte Lösung bietet das Defend-System funktionale und optische Vorteile gegenüber Universal-Schutzblechen und fügt sich, gefertigt von Curana, perfekt in das Gesamtbild des Rades ein. Ein Jurymitglied sieht hierin sogar das Potenzial für einen völlig neuen Montagestandard.
Ebenfalls von Canyon kommt das „Roadlite:ON CF“, ein stilvolles, schnörkelloses City-E-Bike. Das geringe Gewicht und das agile, intuitive Fahrverhalten werden durch die Kombination aus einem edlen Carbonrahmen und dem neuen Bosch-Hinterradnabenmotor erreicht. Die elektrische Unterstützung fühlt sich schlicht angenehm an, was ein Jurymitglied zu den Worten verleitete: „Es ist einfach ein Fahrrad. Mit Motor.“. Besonders die hochwertig verarbeiteten und unauffällig integrierten Funktionen wie Beleuchtung und Radar wurden gelobt. Das Designfazit: „Minimalistisch, reduziert, ohne anzugeben.“.
Das Dreirad „Delta tx“ von HP Velotechnik erhält die Auszeichnung, weil es Menschen mit körperlichen Einschränkungen das Radfahren spürbar erleichtert und somit gesellschaftliche Teilhabe und selbstbestimmte Mobilität im Alter sichert. Es fährt sich ausgesprochen stabil sowie komfortabel und bietet einen sehr bequemen Einstieg. Ein besonderes Lob der Juroren ging an die innovative Kardanlenkung, die diesen barrierefreien Einstieg geschickt mit vertrauten, übersichtlich angeordneten Bedienelementen kombiniert.
Der deutsche Verpackungsspezialist Horna GmbH minimiert mit dem Versandkarton „Ruffbox Regular“ den Frust beim Fahrradversand. Das Besondere: Fahrräder müssen für den Transport nicht demontiert werden. Für Vielversender und beim Transport von schweren E-Bikes ist es ein enormer Vorteil, dass das Rad nicht mühsam aus dem Karton gehoben werden muss. Die Jury lobte die Nachhaltigkeit des Designs, regte eine Mehrfachnutzung an und sieht in der Ruffboxx eine optimale und kosteneffiziente Lösung für kleinere Fahrradhersteller ohne eigene Verpackungsentwicklung.
Das Start-up „It’s on my mind“ gewinnt einen Award für „Pressure“, ein winziges, mechanisches Luftdruckprüfgerät für Reifen. Da der korrekte Luftdruck elementar für die Fahreigenschaften ist, lobte die Jury diesen „winzigen Drehmomentschlüssel“ als schlaue, elegante und extrem niederschwellige Lösung. Das Gerät verzichtet zugunsten maximaler Simplizität komplett auf Elektronik, Batterien oder eine feste Verbindung zum Ventil. Neben Privatnutzern könnte Pressure laut Jury auch ein hervorragendes Werkzeug für Sharing-Bike-Anbieter sein.
Mit dem „Enduro X“-System präsentiert der traditionell auf Fahrradketten spezialisierte taiwanesische Hersteller KMC ein perfekt aufeinander abgestimmtes System aus Ketten, Kassetten und Kettenblättern. Die Jury begrüßte diesen Schritt zur Systemintegration ausdrücklich. Je präziser diese drei Antriebskomponenten aufeinander abgestimmt sind, desto besser fallen Effizienz und Verschleißverhalten aus. Die Juroren erkannten die fundierte Ingenieursarbeit und die Optimierung vieler kleiner Details als echte Verbesserung an.
Der Rennradhelm „Pikio Si“ von Pikio Lab markiert laut Jury einen großen Schritt nach vorn in den Bereichen Sicherheitstechnik und Nachhaltigkeit. Das Herzstück bildet das sogenannte „Oblik-System“, welches die Helmarchitektur grundlegend neu konzipiert. Inspiriert von der natürlichen Knochenmechanik, ermöglicht die Struktur ein extrem geringes Gewicht bei gleichzeitig optimalem Luftstrom zur Kühlung und einem neuartigen Aufprallmanagement. Einzig im rein gestalterischen Bereich sieht die Jury trotz aller Innovationskraft noch etwas Raum für Verbesserungen.
Supernova gewinnt den Award für die Teleskopsattelstütze „Superdropper“, die über ein voll integrated Rücklicht verfügt. In Zusammenarbeit mit dem Kfz-Zulieferer Gabriel wurde hier ein technisches Problem elegant und in gewohnter Supernova-Qualität gelöst. Während im Mountainbike-Bereich absenkbare Sattelstützen Standard sind, bringen sie nun auch im Alltag durch leichteres Aufsteigen und sicheres Anhalten enorme Komfort- und Sicherheitsvorteile. Die saubere Technik, das Design sowie die integrierte Bremslichtfunktion und die deutsche StVZO-Zulassung überzeugten die Jury auf ganzer Linie.
Das „UTgear H2“ von Universal Transmissions ist ein Zwei-Gang-Planetengetriebe, das primär für E-Bikes mit Heckmotor konzipiert wurde, aber auch an einfachen Hinterradnaben verbaut werden kann. Es ermöglicht einen absolut cleanen Singlespeed-Look und ist sowohl mit Ketten- als auch Riemenantrieben kompatibel. Die Jury zeigte sich tief beeindruckt von der reibungslosen Funktion der Schaltung selbst unter voller Last. Ein solches Getriebe direkt am Hinterradmotor sei eine lang ersehnte, fantastische Lösung, die sich zudem nahtlos in das Antriebsdesign einfügt. Das Testrad war bei den Juroren heiß begehrt.
Der „Q-Connector V2 Hydraulic Quick“ von Zeno löst ein handfestes Problem moderner, komplexer Fahrräder. Mit dieser Hydraulikkupplung lassen sich Bremssysteme trennen und wieder verbinden, ohne dass das System danach aufwendig entlüftet werden muss. Das ist ideal für den Austausch von Komponenten oder den Fahrradtransport. Dank des schlanken Durchmessers harmoniert das System perfekt mit innenverlegten Kabelführungen. Die Bajonett-Verschlüsse funktionieren komplett werkzeuglos und geben Schraubern wieder spürbar mehr technologischen Spielraum zurück.

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