​Red Bull District RideAls Freeride die Stadt eroberte. Eine Erfolgsgeschichte

Dimitri Lehner

 · 24.07.2026

Die Besten der Besten: Slopestyle-Elite beim Red Bull District Ride in Nürnberg 2022.
Foto: Red Bull / Marcel Lämmerhirt
Nicht die Zuschauer in die Berge – sondern die Berge in die Stadt. Mit dieser ebenso einfachen wie genialen Idee schrieb der Red Bull District Ride Mountainbike-Geschichte. Seit 2004 verwandelten die Veranstalter Altstädte in riesige Slopestyle-Parks und machten Urban Freeriding zum Publikumsmagneten. Ein Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine.

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2004: Die Geburtsstunde

Der Anfang trägt noch einen anderen Namen: Ride to the Lake in Meersburg am Bodensee. Die Köpfe hinter der Idee sind Cory Moore und Tarek Rasouli. Ihr Konzept: Freeride dorthin bringen, wo die Menschen ohnehin sind – mitten in die Stadt.

Die Premiere wird ein voller Erfolg. Rund 30.000 Zuschauer erleben Stars wie Cedric Gracia, Kyle Strait, Wade Simmons, Carlo Diekmann oder Guido Tschugg, die über Dächer springen und Treppen hinunterdroppen. Urban Freeriding ist geboren.

2005: Nürnberg wird zur Kultbühne

2005 zieht das Event nach Nürnberg – und findet seine Heimat. Von der Kaiserburg geht es über Rampen, Mauern und Holzbauten quer durch die Altstadt. Erstmals gibt es verschiedene „Districts“, dazu einen Best-Trick-Contest unter Flutlicht. Sieger der Premiere: Aaron Chase.

Ein Jahr später wächst aus dem Einzelrennen eine kleine Serie. Neben Nürnberg gastiert der District Ride erstmals im italienischen Catania. Paul Basagoitia gewinnt die Gesamtwertung und fährt als Prämie mit einem Pickup nach Hause.

2011: Die Tricks werden immer verrückter

Nach fünf Jahren Pause feiert der District Ride 2011 sein Comeback. Kursdesigner Aaron Chase verpasst der Strecke ein spektakuläres Upgrade: Der Anlauf zum Big Air beginnt auf dem Nürnberger Rathaus, von einer riesigen Holzwelle schießen die Fahrer in den Finalsprung. Erstmals wird das Event weltweit per Livestream übertragen. Sam Pilgrim gewinnt mit einem Backflip No-Hander.

2014 ist der District Ride endgültig Weltklasse. Über 65.000 Zuschauer verfolgen das Duell zwischen Brandon Semenuk und Brett Rheeder. Andreu Lacondeguy holt den Best-Trick-Award, der damals erst 18-jährige Nicholi Rogatkin feiert seine Nürnberg-Premiere.

2017 setzt Rogatkin neue Maßstäbe. Mit Rotationen, die kaum noch zählbar sind, gewinnt der Amerikaner vor Emil Johansson. Szymon Godziek begeistert mit einem Tsunami-Backflip, Erik Fedko fährt als Fünfter sein bis dahin bestes District-Ride-Ergebnis ein.

2022: Zuschauerrekorde und neue Wege

Die pandemiebedingte Pause verschiebt die nächste Auflage auf 2022. Das Warten lohnt sich: Rund 120.000 Besucher strömen laut Polizei in die Nürnberger Altstadt. Erstmals trainieren Frauen auf dem Kurs und nehmen am Best-Trick-Wettbewerb teil. Emil Johansson gewinnt vor Rogatkin, Erik Fedko wird Dritter.

2024 legt der Schwede noch einmal nach. Er verteidigt seinen Titel vor Rogatkin und Fedko. Erneut zählt die Polizei rund 120.000 Zuschauer – der District Ride gilt damit als zuschauerstärkster Mountainbike-Wettkampf der Welt. Kurz darauf folgt die Überraschung: Red Bull kündigt eine dreijährige Pause an.

2026: Ein neues Kapitel

Der District Ride verlässt erstmals Deutschland und zieht nach Groningen in den Niederlanden. Weil der Stadt das Nürnberger Gefälle fehlt, entsteht der komplette Parcours auf künstlichen Rampen und Holzbauten.

Sportlich schreibt das Event ebenfalls Geschichte: Erstmals gibt es einen vollwertigen Frauenwettbewerb im Slopestyle. Sechs Fahrerinnen gehen an den Start – fünf qualifizieren sich über das Ranking, eine erhält eine Wildcard. Bei den Männern zählt Erik Fedko zu den deutschen Hoffnungen, bei den Frauen Johanna Nussbaumer.

Der District Ride bleibt damit seiner Idee treu: Mountainbike-Sport mitten in die Stadt zu bringen – spektakulär, publikumsnah und jedes Mal ein bisschen größer als zuvor.

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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