​Red Bull District Ride 2026Stadt. Style. Schwerelos.

Dimitri Lehner

 · 22.07.2026

Erik Fedko wirbelt durch die Altstadt von Nürnberg beim Red Bull District Ride 2022. Erik zählt auch zu den Top-Favoriten beim Red Bull District Ride 2026 in Groningen.
Foto: Christoph Laue / Red Bull
Wer glaubt, Mountainbiken brauche Wald, Wurzeln und Wasserfälle, war noch nie beim Red Bull District Ride. Hier wird die Innenstadt zur Spielwiese. Treppen werden zu Landungen, Dächer zu Drops und Marktplätze zu Startrampen. Was 2005 in Nürnberg begann, hebt 2026 erstmals in Groningen ab – größer, spektakulärer und historischer denn je.

Themen in diesem Artikel

Die Stadt als Bikepark

Die meisten Städte versuchen, Mountainbiker aus ihren Innenstädten fernzuhalten. Der District Ride macht genau das Gegenteil: Er sperrt den Marktplatz – und lädt die besten Freerider der Welt ein.

Gebäude werden zu Obstacles, Treppen zu Landungen, Mauern zu Wallrides. Drei Streckenabschnitte, drei Charaktere: technisch im Park District, kreativ im Dual District, furchteinflößend im Big Air District. Dort wartet unter anderem ein Roof Drop von einer 14 Meter hohen Plattform – eine Höhe, bei der Normalsterbliche bereits beim Hinunterschauen weiche Knie bekommen.

Wo Geschichte geschrieben wird

District Ride ist mehr als ein Slopestyle-Contest. Es ist einer der wenigen Wettkämpfe, die den Sport verändert haben.

2005 gewann Aaron Chase die Premiere in Nürnberg. 2006 pilgerten bereits mehr als 40.000 Zuschauer an die Strecke. 2011 ging das Spektakel erstmals live um die Welt. 2014 triumphierte Brandon Semenuk. 2017 landete Nicholi Rogatkin den ersten 1440 der Slopestyle-Geschichte – ein Trick, der den Sport in eine neue Dimension katapultierte. 2022 siegte Emil Johansson. Jetzt zieht das Event erstmals nach Groningen in den Niederlande um. Die Bühne wechselt. Der Wahnsinn bleibt.

Premiere für die Frauen

Zum ersten Mal bekommt der District Ride einen vollwertigen Frauenwettbewerb. Ein längst überfälliger Schritt für den Slopestyle-Sport. Sechs Fahrerinnen kämpfen um den Sieg – darunter Weltklasse-Athletinnen wie Robin Goomes, Johanna Nussbaumer und Harriet Burbidge-Smith. Ein Meilenstein, nicht nur für das Event, sondern für die gesamte Szene.

Nicht der Mutigste gewinnt

Beim District Ride zählt nicht nur, wer am höchsten springt. Bewertet werden Schwierigkeit, Ausführung, Trickvielfalt, Style, Höhe und Innovation. Die Fahrer wählen ihre Linien selbst, kombinieren Tricks frei und interpretieren den Kurs auf ihre eigene Weise. Genau das macht den Reiz aus: Zwei Athleten können dieselbe Rampe anfahren – und völlig unterschiedliche Runs zeigen.

​Das Starterfeld besteht aus 15 Fahrern, zusammengesetzt aus den Top 5 der Slopestyle World Championship 2025, den Top-Ridern im FMB World Ranking 2026 sowie Wildcards:

Top 5, Slopestyle World Championship 2025:

  • Tim Bringer (FRA)
  • Chance Moore (CAN)
  • Paul Couderc (FRA)
  • Ben Thompson (CAN)
  • Dawid Godziek (POL)

Top 6, FMB World Ranking 2026

  • Erik Fedko (GER)
  • Lucas Huppert (SUI)
  • Nicholi Rogatkin (USA)
  • Dane Folpp (AUS), Jack Feik (CAN)
  • Liam Baylis (CAN)

Wildcard via Birell Bike Fest • Griffin Paulson (CAN) Wildcards via video submission • Jake Atkinson (GBR), Max Fredriksson (SWE), Pim Scheers (NED)

Mehr Kunst als Sport

Slopestyle ist vielleicht die kreativste Disziplin des Mountainbikens. Es geht um Präzision, Mut und Vorstellungskraft. Ein District Ride dauert nur wenige Sekunden. Doch hinter jedem Sprung stecken Tausende Trainingsstunden – und manchmal ein ganzes Sportlerleben.

Wenn Ende Juli die Fahrer über Dächer fliegen und durch die Gassen Groningens schweben, sieht das leicht aus. Ist es aber nicht. Genau deshalb kann man kaum wegschauen.

Das Spektakel kann jeder live verfolgen, auf Red Bull TV.

​Zeitplan: Training am 23. und 24. Juli; Qualifying und Finale am 25. Juli. • Der Eintritt für Zuschauer ist kostenlos. • Übertragung: live auf Red Bull TV, Samstag, 25. Juli, ab 15:40 Uhr MESZ (13:40 Uhr UTC)

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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