Red Bull District RideSlopestyle-Legende Chase baut den Kurs

BIKE Magazin

 · 20.08.2022

Red Bull District Ride: Slopestyle-Legende Chase baut den KursFoto: Red Bull Content Pool

Der Red Bull District Ride in Nürnberg gilt als größtes Bike-Event der Welt. Nach fünfjähriger Pause kehrt das Spektakel zurück. Wir haben mit Aaron Chase gesprochen: Die Slopestyle-Legende gestaltet den Kurs durch die Frankenmetropole. Und wir zeigen die diesjährigen Favoriten.

Nirgendwo sonst bekommen Slopestyler eine so große Bühne wie in Nürnbergs Altstadt. Es geht um Ruhm, Geld und Ehre. Die Idee des Events bleibt auch bei der sechsten Auflage gleich: Die besten Bike-Akrobaten stürzen sich von der Kaiserburg acht Meter in die Tiefe und durchqueren bis zum Hauptmarkt verschiedene Districts, also Streckenabschnitte, die sich in der Art der Hindernisse und Sprünge unterscheiden. Zum Abschluss jedes Laufs rollen die Athleten aus dem obersten Stockwerk des Rathauses auf eine XXL-Holzwelle und nehmen Anlauf für den Finalsprung: „Hier werden wir die spektakulärsten Sprungkombinationen sehen“, weiß Event-Erfinder Tarek Rasouli. Die verschiedenen Läufe der 15 Athleten werden von einer siebenköpfige Jury anhand spezieller Kriterien bewertet .

“Euch erwartet eine Hammer-Show!”

Aaron Chase gewann die erste Auflage des District Ride 2005. Nun gestaltet er den Kurs des Mega-Events mitsamt seinen XX Districts. Fünf Fragen an... die Slopestyle-Legende Chase.

BIKE: Aaron, was erwartet uns im September in Nürnberg?

Aaron Chase: Euch erwartet eine Hammer-Show! Dieses Jahr geht es darum, den Kurs noch spektakulärer zu gestalten als bei der Auflage zuvor. Das ist unser Anspruch, und das erwarten die Leute von uns.

Aaron ChaseFoto: Ale Di Lullo
Aaron Chase

Größer, spektakulärer, krasser. Ist das auch im Sinne der Athleten, die dort starten?

Du verstehst das falsch. Es geht nicht darum, alles größer zu machen, es geht darum, den Kurs so zu bauen, dass die Fahrer das Maximum ihres Könnens entfalten können. Und ja, das wollen die Athleten, und das wird den District Ride 2022 spektakulärer machen als die Male zuvor.

Die verschiedenen Districts werden unterschiedliche Charaktere besitzen. Welcher dieser Abschnitte ist Dir am besten gelungen?

Meine Lieblingssektion ist der Halfpipe-District. Hier wird es Elemente geben, die man so noch nicht gesehen hat. Mehr will ich nicht verraten. Ich bin gespannt, welche Tricks die Fahrer hier zeigen werden.

Du bist Streckenverantwortlicher, entwickelst den Kurs und verhandelst mit den Behörden, um Genehmigungen zu bekommen. Was ist die größte Herausforderung?

Vielleicht genau das. Ich will möglichst viele meiner Visionen realisieren, ohne dabei zu viele Kompromisse eingehen zu müssen.

Der District Ride ist ein Erfolgsmodell. Bei keinem anderen MTB-Event schauen so vielen Leute vor Ort zu. Warum gibt es das Event nicht in London oder Paris?

Das habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht liegt es an der Gegebenheit der Stadt. Du brauchst Gefälle. In erster Linie würde es aber an Genehmigungen scheitern. Die Stadt Nürnberg unterstützt das Event und ist motiviert zu helfen.

Die Favoriten des Red Bull District Ride

Ex-Slopestyler Peter Henke hat seine Favoriten-Liste verraten:

Emil Johansson (22), Schweden: „Emil ist mein Top-Favorit. Er kann Skatepark und Slopestyle – ideale Voraussetzungen für den Kurs in Nürnberg. Emil beherrscht komplexe Kombinationen. In manche Sprünge packt er vier Tricks. Wenn er seinen Lauf sturzfrei ins Ziel schafft, bleibt die Konkurrenz chancenlos.“Foto: Red Bull Content Pool
Emil Johansson (22), Schweden: „Emil ist mein Top-Favorit. Er kann Skatepark und Slopestyle – ideale Voraussetzungen für den Kurs in Nürnberg. Emil beherrscht komplexe Kombinationen. In manche Sprünge packt er vier Tricks. Wenn er seinen Lauf sturzfrei ins Ziel schafft, bleibt die Konkurrenz chancenlos.“
Eric Fedko (24), Deutschland: „Erik ist in meinen Augen der stylischste Fahrer. Er ist unser Mann für Deutschland. Seine Leichtigkeit bei komplexen Tricks könnte der Jury gefallen. Manöver hat er etliche in seiner Tricktasche, und der Kurs könnte ihm liegen. Wenn Emil patzt, hat Erik Chancen auf den Sieg.“Foto: José Duch
Eric Fedko (24), Deutschland: „Erik ist in meinen Augen der stylischste Fahrer. Er ist unser Mann für Deutschland. Seine Leichtigkeit bei komplexen Tricks könnte der Jury gefallen. Manöver hat er etliche in seiner Tricktasche, und der Kurs könnte ihm liegen. Wenn Emil patzt, hat Erik Chancen auf den Sieg.“
Dawid Godziek (27), Polen: „Dawid war BMX-Profi und ist dann aufs Mountainbike gewechselt. Das könnte ihm für den Kurs in Nürnberg helfen. Er hat etliche Tricks im Repertoire und besitzt ernsthafte Podiumschancen. Übrigens: Sein Bruder Szymon räumte 2014 den Best-Trick-Award in Nürnberg ab.“Foto: Marcin Kin
Dawid Godziek (27), Polen: „Dawid war BMX-Profi und ist dann aufs Mountainbike gewechselt. Das könnte ihm für den Kurs in Nürnberg helfen. Er hat etliche Tricks im Repertoire und besitzt ernsthafte Podiumschancen. Übrigens: Sein Bruder Szymon räumte 2014 den Best-Trick-Award in Nürnberg ab.“
Tomas Lemoine (25), Frankreich: „Der Franzose trainiert bei sich in Südfrankreich viel im Skatepark. Diese Fähigkeiten helfen in Nürnberg garantiert. Tomas mag nicht die komplexesten Tricks in petto haben, dafür bringt er seine Läufe meist konstant ins Ziel. Patzen andere, wird Tomas im Ranking nach vorne rücken.“Foto: Boris Beyer
Tomas Lemoine (25), Frankreich: „Der Franzose trainiert bei sich in Südfrankreich viel im Skatepark. Diese Fähigkeiten helfen in Nürnberg garantiert. Tomas mag nicht die komplexesten Tricks in petto haben, dafür bringt er seine Läufe meist konstant ins Ziel. Patzen andere, wird Tomas im Ranking nach vorne rücken.“
Ex-Slopestyler Peter Henke kennt sich aus beim Red Bull District Ride. Als Teilnehmer beim Event im Jahr  2017 konnte er  auch hinter die  Kulissen blicken.Foto: Christoph Laue
Ex-Slopestyler Peter Henke kennt sich aus beim Red Bull District Ride. Als Teilnehmer beim Event im Jahr 2017 konnte er auch hinter die Kulissen blicken.

So funktioniert der Red Bull District Ride:

Das Konzept: Jeder der 15 Finalisten hat zwei Läufe, der beste Lauf wird gewertet. Eine siebenköpfige Jury vergibt die Punkte.

Die Wertung erfolgt für Luftstand, Schwierigkeitsgrad, Vielfalt, Ausführung, Progression und Flow.

Best-Trick-Award: Freitagabend beim Finalsprung am Hauptmarkt

Vom 2.–3. September 2022. Eintritt frei!

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