Red Bull Distric Ride 2026​Groningen gehört den Fliegenden

Dimitri Lehner

 · 30.07.2026

Dawid Godziek (2), Tim Bringer (1), Lucas Huppert (3). Das Männer-Podium des Red Bull District Ride 2026.
Foto: Bartek Wolinski / Red Bull
Der Red Bull District Ride 2026 schrieb gleich zweimal Geschichte: erstmals in den Niederlanden, erstmals mit einer offiziellen Frauen-Wertung. Tim Bringer und Alma Wiggberg nutzten die Bühne – und ließen niemanden im Zweifel, wer hier das Sagen hat.

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Eine Stadt wird Parcours

Vier Monate Planung, vier Tage Aufbau: Was Kursdesigner Desmond Tessemaker und sein Team am 25. Juli auf dem Groninger Grote Markt hinstellten, glich einem monströsen Skatepark. Ein 15,5 Meter hoher Rooftop-Drop, Wallrides, Whale Tails, technische Park-Linien und ein Dual-Abschnitt, bei dem die Fahrer ihre eigene Route wählten. Drei Districts, ein Ziel: zeigen, was auf zwei Rädern möglich ist, mitten in einer historischen Innenstadt.

Bringer gewinnt durch Konstanz

Bei den Männern entschied keine einzige Wow-Sekunde das Rennen, sondern schonungslose Gleichmäßigkeit über alle drei Districts. Tim Bringer (FRA) addierte Dual, Park und Big Air zu einer Gesamtwertung von 284,72 Punkten – und ließ damit Dawid Godziek (POL) mit 278,50 um gut sechs Punkte hinter sich. Lucas Huppert (SUI) vervollständigte das Podium mit 274,71. Bringer lieferte im Big Air die Tageshöchstnote, zog aber auch in Park und Dual durch. Selten hat jemand ein Slopestyle-Finale so nüchtern dominiert.

Wiggbergs Backflip Barspin für die Geschichtsbücher

Dass der Red Bull District Ride 2026 erstmals eine offizielle Frauen-Wertung austrug, war bereits ein Meilenstein. Was Alma Wiggberg (SWE) daraus machte, war mehr: Mit 277,00 Punkten gewann sie den ersten Frauen-Titel der Veranstaltungsgeschichte – und der entscheidende Moment war ein Backflip Barspin im Big Air District, der ihr die Tageshöchstnote in dieser Kategorie einbrachte. Johanna Nussbaumer (GER) folgte mit 229,00 Punkten auf Rang zwei, Natalia Niedzwiedz (POL) mit 211,99 auf Rang drei.

Schockmoment: der fliegende Holländer

Local-Rider Pim Scheers setzte alles auf eine Karte. Der Ex-BMX-Fahrer versuchte einen Bike-Flip. Das bedeutet, er wollte sein Rad vor sich einmal um die Querachse wirbeln. Doch Pim griff ins Leere, satt den Lenker. Das erzeugte spektakuläre Bilder. Im Replay zu sehen bei 2:19 Std. Versöhnlich: Trotz krassem Sturz blieb der Niederländer unverletzt.

Das Bike wirbelt, Pim Scheers fliegt hinterher.Foto: Screen- (und Screamshot), Replay Redbull-TVDas Bike wirbelt, Pim Scheers fliegt hinterher.Oh je.Foto: Screenshot, Replay Redbull-TVOh je.

Ergebnisse auf einen Blick

Männer: 1. Tim Bringer (FRA) 284,72 – 2. Dawid Godziek (POL) 278,50 – 3. Lucas Huppert (SUI) 274,71 – 4. Jack Feick (CAN) 267,07 – 5. Erik Fedko (GER) 266,49 – 6. Griffin Paulson (CAN) 253,82

Frauen: 1. Alma Wiggberg (SWE) 277,00 – 2. Johanna Nussbaumer (GER) 229,00 – 3. Natalia Niedzwiedz (POL) 211,99 – 4. Shealen Reno (USA) 193,99 – 5. Harriet Burbidge-Smith (AUS) 148,32 – 6. Robin Goomes (NZL) 67,00

Mehr als ein beliebiger Slopestyle

Als FMB World Tour Diamond Event und Teil der Slopestyle Super League war Groningen kein Saisonausflug, sondern ein Schlüsselmoment im Titelkampf 2026. Für Wiggberg bedeutet der Sieg den nächsten Schritt in einer Serie dominanter Ergebnisse. Für den District Ride selbst bedeutet er: Das Format wächst – in neue Städte, in neue Kategorien, in neue Dimensionen. Die Action kommt weiter in die Stadt. Groningen war erst der Anfang. Die deutschen Fans hoffen natürlich auf ein Comeback in Nürnberg mit seiner ikoniscvhen Kaiserburg.

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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