Red Bull Cerro Abajo Stuttgart​Fischis Großstadtgerät

Dimitri Lehner

 · 04.09.2026

Was ist schöner: Das Bike oder Fischis renovierte Scheune? Wir sagen: beides!
Foto: Raymon
Treppen statt Trails, Pflaster statt Waldboden: Beim Red Bull Cerro Abajo in Stuttgart jagt Johannes Fischbach auf einem eigens lackierten Raymon Rokua 170 Ultra durch die Stadt. Technisch bleibt das Einzelstück bodenständig – nur beim Reifendruck hört der Komfort auf.

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Stuttgart auf Carbon

Für das erste deutsche Red Bull Cerro Abajo Urban Race an diesem Wochenende (5. und 6. September 2026) erhält Johannes „Fischi“ Fischbach ein Raymon Rokua 170 Ultra im Einzelstück-Look. Die Lackierung zeigt die Stuttgarter Skyline samt markanter Bauwerke. Eine grafische Pulslinie zeichnet zugleich das Stadtprofil nach, ergänzt um das Logo der Veranstaltung.

Das Design ist mehr als eine Folie für den Fototermin: Der Rahmen wurde eigens für das Rennen lackiert. Fischbach nennt ihn das schönste Rad seiner 20-jährigen Profikarriere. Nach dem Zieleinlauf soll das Stück bei ihm bleiben – hoffentlich ohne Stuttgarter Pflasterabdruck und Goldmedaille um den Hals.

170 Millimeter für Treppen und Drops

Technische Basis ist das Raymon Rokua 170 Ultra, ein Enduro mit 170 Millimetern Federweg. Im Urban Downhill muss es allerdings andere Aufgaben lösen als auf dem Trail. Statt Wurzeln und losem Boden warten Asphalt, Pflastersteine, Treppen, künstliche Sprünge und schnelle Richtungswechsel.

Gefragt sind deshalb weniger Schluckvermögen und maximaler Grip als Agilität, effiziente Beschleunigung und präzises Handling. Fischbach kennt bislang nur die ersten rund 200 Meter der Strecke. Das endgültige Setup entsteht folglich vor Ort – eine Abstimmung mit Überraschungsei.

Straff statt samtig

Auf den harten Oberflächen fährt Fischbach das Fahrwerk deutlich straffer als im klassischen Downhill. Auch in den Reifen steckt mehr Luft: Rund 2 bis 2,5 Bar sollen Rollwiderstand und schwammiges Verhalten reduzieren. Wie hoch der Druck genau ausfällt, hängt vom fertigen Kurs ab.

Das ist ein schmaler Grat. Zu weich kostet Tempo und Präzision, zu hart verwandelt Treppen in Presslufthämmer. Hinzu kommt die Frage der Reifenwahl: Bleibt der Kurs durchgehend fest, könnte Fischbach auf ein besonders schnelles Profil setzen. Schon ein Stück Schotter würde die Rechnung ändern.

Heimrennen mit Titelchance

Fischbach reist nach Platz zwei beim Cerro Abajo in Genua als Zweiter der Gesamtwertung nach Stuttgart. Beim Saisonfinale fährt er damit nicht nur um den Tagessieg, sondern auch um den Gesamterfolg.

Seit rund zwei Monaten bereitet er sich mit Krafttraining, Rennrad-Einheiten und intensiven Sprints auf das Rennen vor. Auswendig lernen kann er die Strecke nicht. Im Urban Downhill bleiben nur wenige Trainingsläufe, um Bremspunkte, Sprünge und Linien zu sortieren. Helfen sollen rund 20 Jahre Wettkampferfahrung aus BMX, Four Cross, Enduro, E-Enduro und Downhill.

Das Ziel ist entsprechend knapp formuliert: Podium mindestens, Sieg am liebsten. Das Rad wäre schon einmal bereit – und trägt das Ziel vorsichtshalber auf dem Lack.

Wie gefällt euch, das Custom Bike von Johannes Fischbach? Wird ihn der Lack im Rennen beflügeln?
Lasst es uns wissen und schreibt gerne in die Kommentare.

UND: Nicht vergessen: Race gucken am Wochenende!

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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