Laurin Lehner
· 06.02.2026
Jedes Jahr bringt seine Stars hervor – mal die üblichen Verdächtigen, mal echte Überraschungen. Wir haben bei Szene-Kennern nachgehakt, die Formkurven und Momentum der Athleten genau im Blick haben, und zeigen, wer das Zeug zum Durchstarten hat. Welche dieser Namen hattet ihr schon auf dem Schirm?
Kennt ihr die Alran-Brüder? Solltet ihr. Denn in dieser Saison steigen die beiden ins Elite-Worldcup-Geschehen ein – und bringen alles mit, um ganz oben mitzumischen. Bereits im Alter von elf Jahren wurde das Franzosen-Bruderpaar von Commencal gesponsert. In dieser Saison starten sie nun für das prominente Commencal / Muc-Off Team – Seite an Seite mit Stars wie Loris Vergier und Amaury Pierron.
Beide gelten als absolute Ausnahmetalente. Max (18) hat bislang die längere Erfolgsliste vorzuweisen: Französischer Meister U17, Europameister U17 und Gesamtsieger in seiner ersten Juniorensaison. Doch Bruder Till (18) steht ihm kaum nach: Mit Platz vier bei seinem Worldcup-Debüt legte er einen Einstand hin, der aufhorchen ließ.
2026 fahren die beiden nun bei den Großen mit. „Da werden sich einige gestandene Worldcupper ganz schön umgucken müssen“, prophezeit Downhill-Urgestein Marcus Klausmann. Also: warm anziehen, Loïc, Jackson & Co.
Während der Corona-Zeit begann Johanna, sich durch Webvideos von Bikern zu klicken – und ließ sich inspirieren. Erst griff sie zum BMX, dann folgte das Dirtbike, und plötzlich ging’s nicht mehr nur ums Fahren, sondern ums Tricksen.
Fußball? Hat Johanna ad acta gelegt. „Beim Fußball war die Motivation irgendwann weg, der Druck zu groß“, sagt Johanna. In der MTB-Bubble fühlte sich die 17-jährige Lindauerin bestens aufgehoben. Vergangenes Jahr ging Johanna bei der Jam-Session der Swatch Nines in Bike Republic Sölden an den Start – und wirbelte dort mit den ganz Großen durch die Luft.
Gerüchteweise steht sie in dieser Saison bei der Slopestyle Superleague am Start. Und man munkelt, dass Johanna den Winter über fleißig an neuen Trick-Kombinationen gefeilt hat. Wir sind gespannt, ob sie 2026 direkt einen Blitzstart hinlegt.
Der junge Kolumbianer gilt in der City-Downhill-Serie Cerro Abajo als absolutes Supertalent. Ob City-Downhill-Waffe Johannes Fischbach oder Race-Urgestein Tomáš Slavík – alle sind sich einig: Bringt Juanfer seinen Run ins Ziel, ist er kaum zu schlagen.
Seine Strategie ist ebenso simpel wie kompromisslos: volles Risiko. Dieses irrwitzige Tempo, das er zwischen Treppen, Mauern und Häuserecken anschlägt, kann Juanfer auch ins Gelände übertragen. Das bewies er im vergangenen Jahr eindrucksvoll im Worldcup von Andorra, wo er die Qualifikation für sich entschied.
Im Finallauf setzte Juanfer erneut auf seine Maxime „alles oder nichts“ – mit bitteren Folgen: Sturz, Kreuzbandriss. Johannes Fischbach bringt es auf den Punkt: Sammelt Juanfer mehr Erfahrung und lernt, Risiko und Kontrolle besser abzuwägen, kann er das Worldcup-Fahrerfeld gehörig aufmischen.
Der ehemalige BIKE Junior Team Racer legte nach seinem U19-Weltmeistertitel (2022) eindrucksvoll nach und bewies in der vergangenen Saison, dass seine Ergebnisse kein Zufall waren. Im U23-Gesamtklassement belegte Paul im Shorttrack Rang drei, im olympischen Cross Country Rang fünf.
Für diese Saison bringt der Wahl-Freiburger aus dem Lexware Mountainbike Team alles mit, um ganz vorne anzugreifen. Insider sehen sein größtes Potenzial in der mentalen Stärke. Paul gilt als Perfektionist – gelingt es ihm, auch in schwierigen Rennsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren, ist ein Platz an der Spitze absolut drin, so unsere Quelle.
Dieses Jahr fährt er noch eine weitere Saison in der U23, bevor der Schritt in die Eliteklasse ansteht. Wir drücken die Daumen – und hoffen natürlich auf einen Platz auf dem Podium.
Die amtierende britische Downhill-Meisterin zählt längst zu den furchtlosesten Athletinnen im Gravity-Sport. Als erste Frau überhaupt schaffte sie es beim wohl gefährlichste Downhill-Rennen der Welt: Red Bull Hardline ins Ziel. 35-Meter-Gap, 13-Meter-Drop – Fergyferg, wie sich die 29-jährige Schottin auf Instagram nennt, schreckt vor keiner noch so waghalsigen Mutprobe zurück.
Trotz nationalem DH-Titel läuft es im Worldcup bislang nicht ganz nach Wunsch: Top-10-Platzierungen ja, der ganz große Wurf blieb jedoch meist aus. 2026 könnte sich das ändern – trotz ihres „fortgeschrittenen“ Alters. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Ferguson im Freeriden für Schlagzeilen sorgt. Wer weiß – vielleicht ja sogar bei der Red Bull Rampage im Oktober in Utah.
Erst vor etwas mehr als einem Jahr wechselte Nina ins Lapierre Racing Unity – und bewies schon in der darauffolgenden Saison eindrucksvoll, wie gut ihr der Teamwechsel bekam. 2025 wurde zu ihrem bislang stärksten Jahr: Deutscher XCO-Meistertitel, ein spektakulärer 9. Platz bei der WM und Rang 12 im UCI-Gesamtranking als Beweis bemerkenswerter Konstanz.
Der Teamwechsel kam dennoch früher als geplant: Aus Kostengründen wurde ihr bisheriges Team gestrichen. Nun schlägt Nina ein neues Kapitel auf – im Trek Unbroken Team. Szene-Experten raunen bereits, das könne ihr noch mehr Tempo verleihen. Kein Wunder: Das Team um Shorttrack-Gesamtsiegerin Evie Richards zählt zu den ambitioniertesten im UCI-Worldcup.
Mehr Druck? Für Nina kein Thema. „Der größte Druck, den sich Sportler machen, ist immer der eigene“, sagt sie. Wie auch immer man es dreht: 2026 könnte Ninas Jahr werden. Die Vorzeichen stehen gut – und wir drücken fest die Daumen.
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