Erik Emmrich ist der zweiter E-Enduro-Meister. Im Rahmen des BIKE Festivals in Willingen hat er sich gegen den Platzhirsch Torben Drach durchgesetzt. Warum Erik nicht vom Double träumt und warum ihn Cross-Country irgendwann nicht mehr interessiert hat, verrät er im Interview. Dazu gibt er seine Top 5 in Stichworte.
Hi Erik, du hast dich gegen die Favoriten durchgesetzt und bist Deutscher E-Enduro-Meister geworden. Hast du schon eine Interview-Anfrage vom Playboy bekommen?
(lacht) Nein, tatsächlich noch nicht. Presseseitig halten sich die Reaktionen bisher in Grenzen, aber meine Sponsoren haben sich gemeldet und waren alle sehr happy über den Sieg.
Träumst du jetzt vom Double – also dem Sieg bei der Deutschen Enduro-Meisterschaft (ohne E)?
Nein, ich werde dort gar nicht an den Start gehen. Die Deutsche Enduro-Meisterschaft findet im Rahmen der Chilli-Enduro-Series statt, und dort starte ich in der E-Kategorie, weil ich in der Gesamtwertung mitmischen will.
Hättest du das Potenzial, auch bei der Enduro-Meisterschaft ganz oben auf dem Treppchen zu landen?
Schwierig. Ich fahre aktuell fast ausschließlich E-Enduro – da fehlt mir schlichtweg das spezifische Training. Die Leistungsdichte bei den Enduristen ohne Motor ist enorm, deutlich höher als bei den E-Enduro-Racern. So ehrlich will ich sein. Ich konzentriere mich jetzt voll aufs E-Enduro-Fahren.
Bezeichnest du dich als Vollprofi? Also: Kannst du vom Rennfahren leben?
Fast. Ich arbeite zusätzlich als MTB-Coach bei der Senders Academy. Zusammen mit den Sponsorengeldern kann ich davon leben – nenn es, wie du willst: Halbprofi oder Vollprofi, haha.
Was ist dein Plan B?
Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Nach dem Studium habe ich mich aber voll aufs Mountainbiken konzentriert. Bei mir dreht sich mittlerweile alles ums Biken.
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Wo liegen deine sportlichen Wurzeln?
Begonnen hat alles im Cross-Country – wie bei vielen. Aber da wurde ich oft nur Vierter und verlor irgendwann die Lust. Auch die überambitionierten Eltern, die ihren Kindern schon in der Juniorenklasse vor dem Rennen Aspirin gaben, haben mich abgeschreckt. Meinem Vater war das zu verbissen – mir auch. Dann habe ich mit Fourcross angefangen und war anfangs auch erfolgreich. Als sich aber abzeichnete, dass die Kategorie keine Zukunft hat, bin ich mit Propain zum Enduro gewechselt.
Und jetzt bist du in der E-Kategorie gelandet. Ist das besser als klassisches Enduro-Racing?
Was das Prestige angeht, liegt das herkömmliche Enduro sicher noch vor dem E-Racing. Aber mir liegen E-Enduro-Rennen einfach mehr – sie sind vielseitiger. Akkumanagement, technische Uphills und schließlich die zornigen Abfahrten, die den klassischen Enduro-Rennen in nichts nachstehen.
Du bist auch Mitinitiator der City-E-Rennen namens Escend. Was hat es damit auf sich?
Die Idee stammt von der Agentur Beyond. Involviert sind auch Johannes Fischbach und Tom Öhler. Wir planen eine City-Tour mit spannenden Kursen – ähnlich wie die bekannte Cerro Abajo, nur eben auch mit fordernden Uphill-Passagen. Im Gespräch sind Städte wie Passau, Heidelberg und Salzburg. Dafür braucht es viele Genehmigungen – das kostet Zeit und Energie. Vor 2026 wird da wohl nichts gehen.
Was sind deine Ziele für 2025?
Mein Höhepunkt war sicher die Deutsche Meisterschaft. Jetzt will ich weiter Gas geben: bei einigen Fourcross-Rennen starten, die Bosch E-Bike Challenge mitfahren und natürlich bei der Chilli Enduro Series mitmischen.
Letzte Frage: Du nennst bei den GIMME 5 (siehe unten) mehrmals Tomas Slavik. Warum bist du so ein Slavik-Fan?
Ich habe Tomas schon früh bei Rennen kennengelernt. Er ist menschlich super – kümmert sich um die Jungen, teilt seine Erfahrungen, hat immer ein Auge auf andere, obwohl er sich auch einfach nur auf sich konzentrieren könnte. Diese Haltung imponiert mir. Und sportlich hat er sowieso schon Wahnsinniges geleistet – das ist einfach beeindruckend.
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