Der Weltrekordhalter Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski legten die Strecke rund um Europa im Bikepacking-Stil zurück. Von München aus führte die Route zunächst rund um Italien, bevor beide Abenteurer Europa im Uhrzeigersinn umrundeten. Anders als bei früheren Projekten stand nicht die schnellstmögliche Strecke im Fokus, sondern eine bewusst gewählte Route über kleine Straßen und Wege durch das Hinterland.
Die Strecke verlief nicht ausschließlich entlang der Küsten, sondern häufig durch hügeliges Gelände. Im Süden und später in Osteuropa herrschte extreme Hitze, im hohen Norden warteten drei Wochen Dauerregen und eisige Kälte. Um den vielen Waldbränden in Osteuropa auszuweichen, mussten beide die Strecke immer wieder neu anpassen. Jeden Tag verbrachten Deichmann und Rutkowski 9 Stunden im Sattel, über den gesamten Zeitraum ohne Ruhetag. Die Versorgungsmöglichkeiten waren speziell in Osteuropa sehr schwierig.
Die Vielfältigkeit der Landschaften in 27 Ländern und die Gastfreundschaft der Menschen begeisterten beide Fahrer. Am Vorletzten Tag wartete mit dem Großglockner der höchste Punkt der Fahrt - auf dem Odeonsplatz in München endete die Radtour. Vor wenigen Tagen waren die beiden noch in Albanien, einem Land mit enormen Kontrasten. “Die Berge im Norden am ersten Tag waren einer der schönsten Abschnitte unserer Tour während wir auf der Küstenebene im Südwesten extrem viel Verkehr, Müll und Chaos auf den Straßen hatten”, schreibt Jonas Deichmann auf Instagram. Auch die fünf Tage in Griechenland waren extrem anspruchsvoll “mit Hitze, Höhenmeter und langen Distanzen ohne Verpflegung”. Weil Deichmann schon länger mit dem Rad durch Europa fährt, beobachtet er auch negative Veränderungen. Aus den Bergen in Rumänien berichtet er von kilometerlangen Autoschlangen. Besucher füttern die Braunbären, die am Straßenrand auf Essen warten. “Vor 15 Jahren bin ich hier auch schon einmal drüber geradelt, lange bevor die Straße auf Social Media gehypt wurde und die Bären durch Essen von den Autofahrern ihre natürliche Scheu verloren haben.” Klimatisch brachte die Radtour eine große Bandbreite an unterschiedlichen Bedingungen. Insbesondere die 3.000 Kilometer durch Norwegen waren aufgrund von Kälte, Wind und Regen anspruchsvoll. Auch in Norwegen mussten die beiden lange Distanzen ohne Versorgungsmöglichkeiten zurücklegen.
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Jonas Deichmann wurde am 15. April 1987 in Stuttgart geboren und ist Autor, Abenteurer, Extremsportler sowie Inhaber mehrerer Weltrekorde im Radfahren und Ausdauersport. Während der Corona-Pandemie absolvierte er als erster Mensch einen Triathlon um die Welt – über 25.000 Kilometer Schwimmen, Radfahren und Laufen. 2024 absolvierte er 120 Ironman-Distanzen an 120 aufeinanderfolgenden Tagen – täglich fast vier Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein Marathonlauf. Neben seinen sportlichen Leistungen ist er auch als Motivationsredner tätig.
Deichmann hat 3 Wochen Zeit sich auf sein nächstes Projekt vorzubereiten. Im Rahmen der Charity-Initiative „MOVE IT! Gemeinsam mehr bewegen" wird er 30 Marathons an 30 aufeinanderfolgenden Tagen quer durch Baden-Württemberg laufen.

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