Interview mit Peter Sagan nach der WM in Les Gets5 Fragen an den Rennrad-Superstar

EMTB Redaktion

 · 18.11.2022

Interview mit Peter Sagan nach der WM in Les Gets: 5 Fragen an den Rennrad-SuperstarFoto: Michal Cerveny
Powered by

Peter Sagan, dreimaliger Straßenweltmeister und Rennrad-Superstar. Der 32-jährige Slowake tauscht bei der E-MTB-WM in Les Gets sein Road-Bike gegen ein Specialized Turbo Levo. Manche handelten ihn als Geheimfavorit. Doch es kam anders. Wir haben mit “Peto” gesprochen.

Noch hat der E-MTB-Sport nicht die Beachtung wie es die großen Downhill- oder Crosscountry-Rennen der unmotorisierten Bikes haben. Aber der Wind dreht sich - das berichten uns auch einige der Fahrerinnen und Fahrer bei der WM in Les Gets. Feststeht aber auch, dass E-Bikes und vor allem die Wettkampfstrecken völlig andere Anforderungen an die Sportler stellen. Das bekam auch Peter Sagan in Les Gets zu spüren.

EMTB: War Dein Start in Les Gets ein PR-Manöver, oder stecken dahinter echte Ambitionen?

Peter Sagan: E-MTB-Rennen mehr zu pushen, finde ich gut. Für mich selbst sehe ich den Start in Les Gets als willkommene Abwechslung, aber auch als Experiment. Nach meinem Juniorenweltmeistertitel im Cross Country 2008 wieder bei einer Bike-WM an den Start zu gehen, fühlt sich gut an.

Verlagssonderveröffentlichung
"Manche Passagen der WM-Strecke in Les Gets erinnerten mich an Trial-Motocross. Mit derart knackigen Hindernissen hatte ich nicht gerechnet. Die Top-Profis fuhren mir gnadenlos davon." Matthias Lauer, Deutscher Meister E-MTBFoto: Christian Penning
"Manche Passagen der WM-Strecke in Les Gets erinnerten mich an Trial-Motocross. Mit derart knackigen Hindernissen hatte ich nicht gerechnet. Die Top-Profis fuhren mir gnadenlos davon." Matthias Lauer, Deutscher Meister E-MTB

Am Ende bist Du im Mittelfeld gelandet. Wie schätzt Du das Niveau der E-MTB-Weltspitze ein?

Das ist verdammt hoch. Ich habe erwartet, dass es hart wird, aber so hart … boah! Die Uphill-Hindernisse waren krass. Da bleibt kaum eine Sekunde, um mal durchzuatmen. Meine maximale Herzfrequenz lag bei 190 Schlägen pro Minute. Bei Straßenrennen komme ich maximal auf 180 Schläge.

Peter Sagan, Profi-RacerFoto: Christian Penning
Peter Sagan, Profi-Racer

Worin liegen die Unterschiede in der Belastung?

Das sind zwei völlig unterschiedliche Sportarten, so wie Formel 1 und Rallye-Fahren. Straßenrennen erfordern eine relativ gleichmäßige Ausdauerbelastung über fünf bis sechs Stunden. Bei E-MTB-Rennen fährst du eine Stunde lang am Anschlag und musst wegen des Terrains ständig voll konzentriert bleiben. Hinzu kommt das schwere Bike, das zehrt extrem.

Würdest Du die E-MTB-Strecke der WM mit einem Mountainbike ohne Motor fahren?

Keine Chance, diese Anstiege und die riesigen Hürden fordern selbst mit E-Antrieb alles vom Fahrer. Um als E-Biker vorne mitzufahren, musst du ein exzellenter Techniker sein, der richtig beißen kann.

Neben krassen Hindernissen in den Anstiegen bot die WM-Strecke in Les Gets auch bergab jede Menge Action. Der drittplatzierte Schweizer Joris Ryf konnte mit viel Luft unterm Reifen auf dem Bikepark-Parcours gut umgehen.Foto: Sebastian Schieck
Neben krassen Hindernissen in den Anstiegen bot die WM-Strecke in Les Gets auch bergab jede Menge Action. Der drittplatzierte Schweizer Joris Ryf konnte mit viel Luft unterm Reifen auf dem Bikepark-Parcours gut umgehen.

Werden wir Dich in Zukunft öfter bei E-MTB-Rennen sehen?

Ich bin leider etwas schwer. Manche Konkurrenten hier sind 15 Kilogramm leichter, das macht einen deutlichen Unterschied bergauf. Aber sollte es mal eine offene Klasse mit Antrieben mit mehr Power geben, bin ich dabei (lacht).


Meistgelesene Artikel

Unbekanntes Element