Profi-Racer haben es verdammt gut: Sie queren die Ziellinie, übergeben ihr Arbeitsgerät ans eigene Serviceteam und flanieren dann entspannt in den Spa-Bereich ihres gebuchten Hotels. Da hat man als Hobbyfahrer nach einem Rennen deutlich mehr zu erledigen, bevor die Regenerationszeit beginnen kann. Außer, man startet bei der BIKE Transalp. Hier bekommen sieben Tage lang alle Teilnehmer den gleichen Service. Denn in jedem Etappenort warten hinterm Zielbogen bereits die Werkstattzelte: Die Jungs von Maxxis lösen bis spät in die Nacht sämtliche Reifenprobleme und sorgen für den optimalen Reifendruck in alpinem Gelände.
Wer ein Bike von Scott am Start hat, bekommt sein Bike bis zum nächsten Morgen sogar feinjustiert und auf Hochglanz poliert wieder zurück. Genau wie die Profis eben. Und die trifft man schließlich am Jentschura-Stand, weil sie sich dort auch gerade ein basisches Fußbad gönnen und dabei über die gleiche Rennstrecke fachsimpeln, die man gerade eben selbst bezwungen hat. Man setzt sich einfach dazu, löffelt als erste Regenerationsmaßnahme ein paar leckere Kohlenhydrate und holt sich von den erfahrenen Marathonisti gleich noch ein paar Tipps für die morgige Etappeneinteilung. Rat und Tat für alle medizinische Probleme gibt's am Stand des Transalp Rescue Teams und nicht weniger heilende Hände auf einer der mobilen Massagebänke. Sie werden sehen: Nach dieser Woche haben Sie nicht nur die Beine, sondern auch das Wissen und die Erfahrung eines Profi-Bikers.
Und so sieht Etappe 6 der Maxxis BIKE Transalp 2024 dieses Jahr aus: 700 Höhenmeter weniger als am Vortag, dafür aber eine längere Tragepassage, die es sich gut einzuteilen lohnt. Dazu die beeindruckende Kulisse von Adamello- und Brenta-Massiv und ein Wald-Trail, dessen Schwierigkeitsgrad vom Wetter bestimmt wird:
Zwischen den beiden Felsbastionen Adamello- und Brenta-Massiv zieht sich die sechste Etappe der Maxxis BIKE Transalp durch Kanada. Jedenfalls lässt das die heutige Landschaft vermuten: Die Route führt durch viel Wald, es gibt Wasser in Form von Flüssen, Bächen, Seen und Wasserfällen zu bestaunen und dazwischen blitzen rechts und links immer wieder die teils vergletscherten Steilwände der 3000er auf. Den Höhepunkt des Tages markiert der 1836 Meter hohe Passo Bregn da l'Ors. Diesen Pass im Herzen der Brenta-Dolomiten muss man sich zwar über eine längere Tragepassage (ca. 200 hm) hart erarbeiten, doch die Landschaft am Lago di Val d'Agola und später im unfassbar schönen Val d'Algone geben wieder alles, um von diesen Strapazen abzulenken. Im kleinen Bergörtchen Casarole führt schließlich ein Zickzack-Trail im Wald (500 Tiefenmeter) von dieser Aussichtskanzel hinunter und anschließend ins ursprüngliche Valle del Chiese hinüber, wo in Roncone der Zielbogen nahe eines Badesees wartet.
Die BIKE Transalp 2024 startet Sonntag, den 14. Juli, in Ehrwald und endet am 20. Juli in Arco am Gardasee.
Die Strecke insgesamt: 520 Kilometer/17215 Höhenmeter/7 Etappen. Alle Infos zur Anmeldung gibt es hier. Mit wenigen Schritten können Sie neben Mona und Phillip am Start stehen.
Der BIKE Transalp Etappenort Roncone liegt im Valle del Chiese. Ein ursprüngliches Tal im Trentino, das sich von der Brenta bis zum Idrosee zieht. Seine Bergflanken erinnern an kanadische Wildnis.
Bisher ist noch jeder Mountainbiker, der sich einmal in die Berge nordwestlich des Gardasees verirrt hat, mit leuchtenden Augen zurückgekehrt. Und zwar mit der Erkenntnis: Unglaublich, da gibt es ja noch viel, viel mehr Trails! Genau. Nur weil Tourenpapst Elmar Moser einst seine persönlichen Grenzen rund um den Lago Nord gezogen hat, hört die Welt hinterm Ledrosee ja nicht einfach auf. Im Gegenteil! Speziell für Mountainbiker eröffnen sich mit den dahinter liegenden Tälern Valle di Ledro und Valli Giudicarie ganz neue Horizonte. Denn auch hier verlief einst die Front des Ersten Weltkriegs, auch hier wurden jede Menge Militär-Trails in die Felsen geklopft. Pfade, die sich heute perfekt zum Biken eignen. Mit dem Unterschied, dass man diese Wege fast für sich allein hat.
Der Ort Roncone hat sich im Valle del Chiese ans Südufer eines kleinen Sees drapiert. Rechts und links blickt man in Waldhänge, darüber spitzen die nackten Felsen der Brenta und des Adamello-Massivs in den Himmel. Folgt man den Schotterserpentinen durch den Wald hinauf, treten die Bäume bald immer mehr zurück und das Wegband rollt sich in weiten, satten Almwiesen aus. Begrenzt werden sie von den Steilwänden der Brenta, die für Mountainbiker so ziemlich uneinnehmbar sind. Nur der 1836 Meter hohe Passo Bregn da l'Ors lohnt sich über eine längere Schiebepassage zu erklimmen. So kommt man spektakulären 3000er-Gipfeln noch näher und auf der anderen Seite übernimmt ein ein Kilometer langer, etwas steiniger Höhenpfad, der sich aber mit Schwung ganz schön fahren lässt. Das wahre Highlight dieser Runde ist allerdings die anschließende Abfahrt ins Val d'Algone. Spätestens hier fühlt man sich wie in Kanada. Zumal es nicht auszuschließen ist, dass man hier auf Spuren von Braunbären trifft, denn im Naturpark Adamello Brenta leben derzeit etwa wieder 70 dieser scheuen Tiere. Aber auch Luchs und Wolf werden in dieser Region langsam wieder heimisch.
Zurück im Tal wirft man sich wahrscheinlich als erstes in den kleinen Ronconesee und darf sich anschließend auf eine besonders ursprüngliche Trentiner Küche freuen. Das Valle del Chiese ist berühmt für seine spezielle Polenta, die hier aus gelbem Maismehl und rötlichem Buchweizen angerührt wird. Wer Glück hat, erwischt auf Tour sogar ein Bergfest, bei dem diese Spezialität mit Gulasch oder Pilzragout serviert wird. Was man auch nicht verpassen darf, wenn man Canyoning-Fan ist: eine Tour durch den 16 Kilometer langen Bergbach Palvico, der bei Storo in den Fluss Chiese mündet. Hier folgt man dem wilden und kristallklaren Wasserband durch einen steil eingeschnittenen Canyon, springt von Felsenbecken zu Felsenbecken und lässt sich einen 50 Meter hohen Wasserfall hinunter.
Die Region: Der kleine Ort Roncone liegt in der Region Valle del Chiese. Die Talkerbe zwischen den beiden Nationalparks Adamello und Brenta liegt nur eine halbe Stunde Autofahrt von den Touristen-Hotspots Ledrotal und Gardasee entfernt, überrascht aber mit einer einsamen Bergwelt: Wälder, weite Almblumenwiesen, Bergseen, Wasserfälle und am Himmel kreisen die wieder angesiedelten Steinadler.
Tipp für Supertrail-Fans: Von hier aus ist es auch nicht weit bis zum Topspot Idrosee (20 Min.).
Canyoning-Touren: Wenn es zu heiß zum Biken ist, versprechen diverse Canyoning-Touren Abkühlung. Ab 90 Euro bei: www.mmove.net
Info: Alle Infos zum Tal: www.visitchiese.it

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