Osprey Raptor ProDer MTB-Rucksack mit Rückenprotektor

Stefan Frey

 · 03.12.2022

Der Raptor Pro ist Ospreys erster Rucksack mit integriertem Rückenprotektor
Foto: Stefan Frey
Sicher und komfortabel: Ospreys erster Rucksack mit Rückenprotektor

Osprey hat mit Escapist und Raptor bereits seit Jahren überzeugende Produkte für Biker im Programm. Der Raptor Pro ist der erste MTB-Rucksack der Marke aus Colorado mit integriertem D3O Level 1 Rückenprotektor. Wir konnten das dezent in schwarz gehaltene Erstlingswerk bereits ausgiebig testen.

Bei ihrem ersten Fahrradrucksack mit integriertem Rückenprotektor setzen die Produktentwickler bei Osprey einerseits auf Altbewährtes, wie die praktische Lid-Lock-Helmhalterung und breite Hüftflügel mit großen Staufächern. Auf der anderen Seite kommen eine leichte Protektorenplatte aus D3O-Schaum, eine haltbare Aluminium-Schnalle und ein ausrollbares Werkzeugfach zum Einsatz.

Osprey Raptor Pro: Infos und Preise

  • Befestigungsmöglichkeiten für Standard- und Fullface-Helme
  • Integriertes aufrollbares Toolwrap für Werkzeug
  • Gewicht: 1308 Gramm
  • 335 Gramm leichter D3O CE Level 1 Rückenprotektor
  • 18 Liter Stauraum
  • Trinkblasenfach und Magnethalter für Trinkschlauch
  • Hauptfach und Goggle-taugliches Brillenfach
  • Ergonomische geformte Schultergurte
  • Atmungsaktives AirScape Rückensystem aus Schaumstoff
  • Preis: 240 Euro (inkl. Protektor)

Ausstattung und Aufbau des Osprey Protektor-Rucksacks

Osprey verfolgt mit seinen Produkten einen möglichst nachhaltigen Ansatz. So überrascht es nicht, dass das robuste 210D Nylon, das die Entwickler als Außenhaut des Raptor Pro Protektor-Rucksacks verwenden, Bluesign zertifiziert und PFC frei ist sowie den Richtlinien des Global Recycled Standard entspricht. Beim Aufbau des MTB-Rucksacks geht Osprey teils eigene Wege. So findet die Trinkblase praktischerweise in einem separaten Fach Platz, was das Wiederbefüllen unterwegs erleichtert. Der Trinkschlauch wird verdeckt bis über die Schulter geführt und von einem Magneten sicher am Brustgurt gehalten. Bei der Führung des Trinkschlauchs ist man jedoch auf die rechte Seite beschränkt.

Sauber geführt: der Trinkschlauch läuft geschützt in einem Mesh-Kanal Foto: Stefan Frey
Sauber geführt: der Trinkschlauch läuft geschützt in einem Mesh-Kanal

Im hell ausgekleideten und weit öffnenden Hauptfach findet neben Wechselklamotten auch noch diverses Zubehör in drei separaten Steckfächern Platz. Außerdem gibt es ein Reißverschluss-Fach für Schlüssel, Kleingeld und Co. Das vorne oben aufgesetzte Brillenfach ist kratzfrei ausgerüstet und nimmt auch eine Goggle auf. Auf ein vorne aufgesetztes Werkzeugfach, wie es viele andere Hersteller bieten, verzichtet der Osprey Raptor Pro. Stattdessen gibt es ein spezielles Tool-Fach im Boden des Protektor-Rucksacks, in dem sich eine herausnehmbare Werkzeugrolle samt kleiner Ablagefläche befindet. Diese bietet zwar den nötigsten Werkzeugen ausreichend Platz, doch schon beim ersten Befüllen fällt auf, dass die Ösen für die Minipumpe selbst für schlanke Modelle zu straff ausfallen.

Im Hauptfach ist ausreichend Platz für einen langen Tag auf Tour.  Foto: Stefan Frey
Im Hauptfach ist ausreichend Platz für einen langen Tag auf Tour.
Die ausrollbare Werkzeugtasche ist mal was Anderes, aber nicht 100 Prozent praktisch.  Foto: Stefan Frey
Die ausrollbare Werkzeugtasche ist mal was Anderes, aber nicht 100 Prozent praktisch.

Osprey Raptor Pro mit ergonomisch geformten Schultergurten

Für optimalen Halt selbst auf heftigen Abfahrten hat Osprey die Auflagefläche der ergonomisch geformten Schultergurte etwas verbreitert. Die Hüftflügel fallen schön groß aus und umschließen die Hüften angenehm und sicher. Große Staufächer bieten schnellen Zugriff auf Riegel oder ähnliches Zubehör. Die Metallschnalle am Hüftgurt erhöht zwar die Haltbarkeit und sollte selbst härteste Einschläge überstehen. An das etwas umständlichere Handling muss man sich allerdings erst einmal gewöhnen. Dagegen ist der Magnetverschluss am Brustgurt wieder besonders praktisch und intuitiv zu bedienen.

Die Schultergurte liegen flächig auf und sind sehr angenehm Foto: Stefan Frey
Die Schultergurte liegen flächig auf und sind sehr angenehm
So auch noch nicht gesehen: eine robuste Schnalle aus Alu schließt den Bauchgurt am Osprey Rucksack. Foto: Stefan Frey
So auch noch nicht gesehen: eine robuste Schnalle aus Alu schließt den Bauchgurt am Osprey Rucksack.

Eine stabile Abdeckung an der Vorderseite dient einerseits als zusätzliches Schubfach für Jacke, Shirt und Co, andererseits als Aufnahme für den Fullface Helm. Zusätzlich gibt es für normale Openface-Helme die bewährte Lid-Lock-Halterung, die einfach durch die Belüftungsöffnung des Helms gefädelt wird und den Helm damit zuverlässig am MTB-Rucksack hält.

Bewährt und praktisch: die clevere Lid-Lock-Halterung fädelt man einfach durch eine Lüftungsöffnung. Foto: Stefan Frey
Bewährt und praktisch: die clevere Lid-Lock-Halterung fädelt man einfach durch eine Lüftungsöffnung.

Beim Rückensystem setzt Osprey beim Raptor Pro auf eine strukturierte Schaumstoffplatte. Die gewährleistet zum einen den körpernahen und stabilen Sitz, soll aber auch noch ausreichend Frischluft an den Rücken fächern. Hinter dem Rückensystem verbirgt sich die 335Gramm leichte Protektorenplatte aus flexiblem D3O-Schaum. Damit dürfte man selbst für Bikepark Einsätze bestens gerüstet und im Falle eines Sturzes optimal geschützt sein.

Trotz leichter Strukturierung: Die eng anliegende Rückenplatte des Raptor lässt nur wenig Belüftung zu. Foto: Stefan Frey
Trotz leichter Strukturierung: Die eng anliegende Rückenplatte des Raptor lässt nur wenig Belüftung zu.
Lang, luftig, mehrschlagfähig: die D3O-Protektorenplatte sorgt für zuverlässigen Schutz. Foto: Stefan Frey
Lang, luftig, mehrschlagfähig: die D3O-Protektorenplatte sorgt für zuverlässigen Schutz.

Osprey Raptor Pro – beladen und los

Das Werkzeugfach im Boden des Fahrradrucksacks zu integrieren, ist eigentlich eine clevere Idee. Es sorgt für einen tiefen, nah am Körper liegenden Schwerpunkt, was sich positiv beim Tragekomfort des Osprey Raptor Pro bemerkbar macht. Allerdings fällt die Werkzeugrolle recht kompakt aus, sodass unter Umständen gar nicht das ganze Equipment darin Platz findet. Problematisch wird’s besonders bei der Pumpe und beim Ersatzschlauch, die Fächer dafür sind einfach zu klein. Auch der Zugriff selbst ist etwas umständlich. Bevor man überhaupt ans Werkzeug gelangt, muss man das Bodenfach öffnen und die Toolwrap ausrollen. Das geht bei klassischen Werkzeugfächern flotter.

Dank des Werkzeugfachs im Boden und den Taschen an den Hüftflügeln liegt der Schwerpunkt tief Foto: Stefan Frey
Dank des Werkzeugfachs im Boden und den Taschen an den Hüftflügeln liegt der Schwerpunkt tief

Positiv zu erwähnen ist das große, hell ausgekleidete Hauptfach, das auch noch drei zusätzliche Schubfächer bietet. Doch auch hier gibt es leichte Kritik, weil sich das Fach nur öffnen lässt, nachdem man die Kompressionsgurte des äußeren Schubfachs geöffnet hat – Kleinigkeiten, die auf Dauer aber etwas nerven können. Die Reißverschlüsse mit ihren großen Ösen lassen sich dafür schön greifen und laufen durchweg geschmeidig.

Für Zugang zum Hauptfach müssen die Zurrgurte gelöst werden Foto: Stefan Frey
Für Zugang zum Hauptfach müssen die Zurrgurte gelöst werden

Die großen Taschen an den Hüftflügeln des Osprey Raptor Pro sind ebenfalls praktisch, weil sie Minitool oder Riegel schnell zugänglich machen, ohne dass man erst den MTB-Rucksack absetzten muss. Nur ein modernes, großes Smartphone findet in den seitlichen Taschen keinen Platz. Das Handling des Trinkblasenfachs überzeugt ebenso. Die Reißverschluss-Abdeckung läuft bis über die Schulter und schützt so nicht nur den Trinkschlauch. Sie öffnet das Fach auch soweit, dass sich die Trinkblase locker zum Wiederbefüllen entnehmen lässt. Hier gibt es kein Gefummel, wie bei Rucksäcken, bei denen die Trinkblase mit ins Hauptfach integriert ist.

Ausreichend Platz für Minitool und Riegel, aber nicht für ein Smartphone. Foto: Stefan Frey
Ausreichend Platz für Minitool und Riegel, aber nicht für ein Smartphone.

Der Raptor Pro MTB-Rucksack auf dem Trail

Mit wenigen Handgriffen ist der Osprey Raptor Pro Rucksack an den Rücken des Trägers angepasst. Dank seiner breiten Schultergurte und der ausladenden Hüftflügel vermittelt er auf Anhieb ein sicheres Tragegefühl. Das liegt zum Teil aber auch an der eng am Rücken anliegenden Rückenplatte. Die lässt zwar dann kaum mehr großartig eine Belüftung zu, sorgt aber in der Praxis dafür, dass sich der Raptor Pro auch im üblen Gerüttel kaum aufschaukelt. Über vier Zurrgurte lässt sich der Protektor-Rucksack zusätzlich komprimieren und an die jeweilige Füllung anpassen.

Auch wenn das Handling der Metallschnalle am Hüftgurt zuerst etwas ungewohnt ist, hat man in der Praxis den Bogen doch recht schnell raus. Dann überzeugen die Metall-Ösen vor allem mit ihrer Stabilität. Praktisch ist auch die Zugrichtung bei der Anpassung des Hüftgurts. Die Verstellschlaufen setzen an den Hüftflügeln an, sodass man nach vorne zieht, statt nach hinten, um den Gurt zu straffen.

Fazit Osprey Raptor Pro

Sicher und komfortabel: Ospreys erster Rucksack mit Rückenprotektor Foto: Stefan Frey
Sicher und komfortabel: Ospreys erster Rucksack mit Rückenprotektor

Ospreys erster Protektor-Rucksack, Raptor Pro, punktet mit hohem Tragekomfort, sicherem Sitz und cleveren Details, wie der Lid-Lock-Helmhalterung, dem extra Trinkblasenfach mit Magnet-Halterung für den Trinkschlauch und sauber laufenden Kompressionsriemen. Die Unterbringung des Werkzeugs im Bodenfach ist erfrischend anders als bei den üblichen Kandidaten auf dem Markt, aber nicht ganz zuende gedacht. Die Werkzeugrolle senkt zwar den Schwerpunkt, bietet aber nicht ausreichend Platz für eine umfassende Touren-Ausrüstung, geschweige denn eine Minipumpe. Dank der robusten Materialen dürfte der Raptor Pro Bike-Rucksack so manchen Sturz heil überstehen und mit D3O Level 1 Protektor auch noch seinen Träger vor Verletzungen schützen. Bei einem Preis von 240 Euro hätten wir uns auf jeden Fall noch eine Regenhülle bei der Ausstattung gewünscht. Der neue Raptor Pro wird ab Frühjahr 2023 im Handel verfügbar sein.

Unbekanntes Element