Die meisten Winterschuhe sind eher an sportliche Race- und Rennradmodelle angelehnt. Der GE900 GTX hat seinen Ursprung dagegen in der Trail- und Enduro-Kategorie. Heißt: bequemer Sitz, sicherer Stand bei voller Bewegungsfreiheit in der Abfahrt und robuster Zehenschutz. Hinzu kommt ein lässiger Look. Für Touren-, Trail- oder Enduro-Fahrer will der neue Schuh damit der ideale Begleiter für schlechtes Wetter sein.
Das wasserdichte Gore-Tex-Futter bildet das Fundament des Wetterschutzes. Die Membran soll Atmungsaktivität gewährleisten, während sie gleichzeitig Wasser und Wind abhält. Der sockenartige Aufbau mit elastischer Knöchelmanschette verspricht zusätzlichen Schutz vor eindringender Feuchtigkeit.
Ein ausgewiesener Winterschuh ist der GE900 GTX übrigens nicht. Die Gore-Membran ist wasserdicht, doch eine zusätzliche Isolationsschicht wie bei reinen Wintertretern gibt es keine. Dafür hat Shimano zum Beispiel den MW7 im Programm, den Test gibt’s hier im Link.
Schuhe für den Winter lieber etwas größer kaufen. So bleibt Platz für dicke Socken und eine isolierende Luftschicht. Dann bleibt ihr flexibel für verschiedene Temperaturen und Bedingungen.
Das BOA Fit System nutzt den L6-Drehverschluss, der gegen unbeabsichtigtes Lösen geschützt sein soll. Diese Verschlusstechnologie ermöglicht präzise Anpassung des Sitzes während der Fahrt und ein schnelles und komfortables An- und Ausziehen. Zusätzlich sitzt am oberen Ende ein Klettverschluss. So kann der Schuh auf Wunsch richtig fest an den Fuß gezurrt werden.
Das An- und Ausziehen des Schuhs gelingt geschmeidig, der höhere Schaft erschwert das Einschlupfen nicht, denn er ist sockenartig und damit sehr flexibel. Das macht sich auch beim Tragekomfort positiv bemerkbar. Außerdem ist er nicht ultimativ hochgezogen. Die Haltelaschen erleichtern den Einstieg zusätzlich. Mit Klett- und Drehverschluss ist der Schuh schnell und gut dosierbar angepasst.
So funktioniert der Schuh bei feuchten Herbst- oder Frühjahrsbedingungen ideal. Wer seine Füße nicht gerade auf stundenlangen Gravel-Runden dem Wind aussetzen will, kommt damit aber auch super durch den Winter. Bei wärmeren Temperaturen ist das Klima im Schuh schwitziger als in klassischen Tretern, also nichts für Regenfahrten im Sommer.
Der Schaft ist nicht ultimativ hochgezogen und könnte enger abschließen. Damit kein Wasser von oben hereinläuft, muss die Hose unbedingt lang genug sein. Das Handling mit dem Boa-Verschluss sowie Ein- und Ausstieg klappen schön komfortabel.
Auf dem Trail zahlt sich die Gravity-Konstruktion aus. Das etwas steife, wenig bewegliche Gefühl von klassischen Wintertretern fehlt komplett. Der GE900 GTX fühlt sich viel mehr wie ein klassischer Trail-Shuh an. Mit viel Bewegungsfreiraum und gutem Stand auf dem Pedal.
Das gilt auch fürs Gehen. Die Cleats sind komplett versenkt, die Sohle griffig und nicht zu steif. So kommt man auch zu Fuß sicher und bequem voran. Die Steifigkeit des Schuhs liegt auf mittlerem bis hohem Niveau. Kein Race-Schuh, klar, aber auch kein knautschiger Tourentreter.
Auch das Ein-und Ausklicken klappt mit dem GE900 in bester Trail-Schuh-Manier. Kein Hakeln, kein zu enger Cleat-Kanal - hier hat Shimano ganze Arbeit geleistet.
Für klassische Trail-Runden in Herbst und Winter hat mich der Shimano GE900 GTX überzeugt. Bequemer Sitz, guter Wetterschutz und stimmige Details. Die Einschränkungen beim Wetterschutz kommen erst bei richtig nassen Bedingungen oder deutlichen Minusgraden zum Tragen. Als Regenschutz für nasse Sommer-Rides ist der Schuh hingegen zu warm und schwitzig. - Florentin Vesenbeckh, BIKE Redakteur