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Knieschoner schützen nur dann, wenn sie auch getragen werden. Und damit wären wir auch schon beim klassischen Dilemma. Viele Protektoren bieten zwar zuverlässigen Schutz, verpacken den Träger aber gleichzeitig wie in einer Rüstung. Die Knie bis an den Rand der Unbeweglichkeit versteift. Eng. Stickig. Unbequem. Was man an einem Tag im Park gerade noch ertragen kann, wird auf einer Trail- oder Enduro-Tour schnell zur Qual, denn Treten ist in fette Park-Schoner gehüllt nahezu unmöglich.
Doch wer will schon im ständigen Auf und Ab einer Bike-Tour dauernd seine Schoner an und ausziehen? Die Lösung: Protektoren wie der Speed Pro von Troy Lee Designs. Sie setzen auf leichte, offenporige Einsätze aus mehrschlagfähigen Schäumen wie dem D3O Diablo. Eingebettet wird das Ganze in einen Lycra-Strumpf, der fast wie ein klassischer Knieling funktioniert und den Schoner über breite Silikonstreifen an Ort und Stelle hält. Mit nur 276 Gramm gehört der Speed Pro zu einem besonders leichten Vertreter der Kategorie der Trail-Protektoren. Doch wie schlägt sich das Leichtgewicht in der Praxis?
Man braucht sich natürlich nicht der Illusion hingeben, dass der Speed Pro die Knie vor richtig heftigen Einschlägen bewahren könnte: Das Pad besitzt nur die geringere Level-1-Zertifizierung, bedeckt aber immerhin noch großzügig einen Teil des Schienbeinkopfes. Seitliche Schaumstoffpolster oder eine zusätzliche Grind-Platte gibt es in dieser Gewichtsklasse natürlich nicht, doch das D3O-Pad ist ergonomisch vorgeformt und passt sich damit recht gut dem Knie an.
In Sachen Passform und Tragekomfort spielt der Troy Lee sowieso in der ersten Liga. Auch ohne Klettverschlüsse sitzt der leichte Strumpf stabil am Bein, ohne beim Treten zu rutschen. Die breiten Silikonstreifen geben guten Halt, ohne dabei einzuengen. Auch in der Kniekehle zwickt hier nichts. So lässt man den Speed Pro auch in längeren Uphill-Passagen gerne angezogen. Reinschlüpfen, losfahren und am Ende der Tour wieder ausziehen - das ist mit dem Ami-Schoner auf jeden Fall problemlos möglich.
Kleiner Kritikpunkt: Auch wenn Troy Lee von Air Channels spricht, die den Fahrtwind in der Kniekehle zirkulieren lassen - in Sachen Belüftung hätten wir uns bei dieser leichten Bauweise noch etwas mehr erhofft. Um schwitzige Knie kommt man auch in der Protektoren-Kategorie nicht herum.
Troy Lee liefert mit dem Speed Pro Knieschoner einen sehr leichten Vertreter der Trail-Protektoren. Einmal angezogen lässt man ihn gerne die gesamte Tour über am Knie, denn der Tragekomfort ist hoch. Kein Zwicken in der Kniekehle. Kein Verrutschen beim Treten. Zwar liefert der luftige D3O-Protektor nur Schutz nach Level 1 der CE Norm, doch das Pad ist ergonomisch geformt und deckt eine relativ große Fläche auch seitlich und unterhalb des Knies ab. Von der versprochenen Belüftung war während des Tests nur wenig zu spüren. Doch zum Waschen lässt sich der Protektor leicht aus dem Strumpf entnehmen. Und so ehrlich muss man sein: schwitzige Knie sind allemal besser als blutige.

Redakteur
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