Ein Helm für alles: Vom entspannten Uphill bis zum harten Downhill-Ballern im Bikepark. Abus schickt mit dem Targon einen neuen modularen Helm ins Rennen, der die Lücke zwischen leichter Halbschale und massivem Fullface schließen soll. Der Targon wiegt unter 1000 Gramm, ist für den Downhill zertifiziert und, Achtung: er wird in Italien hergestellt. Wir haben uns den Verwandlungskünstler mit Speed-Latch-System genauer angeschaut.
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Bisher standen Mountainbiker oft vor dem Dilemma: Entweder man schwitzt in der Fullface-Rüstung den Berg hoch, oder man riskiert mit der Halbschale auf dem Trail einen ordentlichen Kinnhaken. Modulare Helme mit abnehmbarem Kinnbügel sind die Lösung – doch bisher hakelte es oft bei der Verwandlung. Abus will das mit dem neuen Targon ändern. Das Besondere: Er ist der erste MTB-Helm, den die Sicherheitsspezialisten komplett im eigenen Werk in Italien fertigen lassen.
Die Key-Facts auf einen Blick:
Konzept: Modularer MTB-Helm mit abnehmbarem Kinnbügel.
Größen & Farben: S, M, L in vier stylischen Matt-Tönen (u.a. Ash Purple und Lemon White).
Herkunft: Made in Italy.
Preis: 229,95 Euro (ohne MIPS) / 349,95 Euro (mit MIPS)
Speed Latch für schnellen Wechsel
Das Herzstück des Targon ist das patentierte Speed Latch System. Während man bei manchen Konkurrenten fast ein Ingenieursstudium braucht, um den Bügel zu lösen, verspricht Abus eine Bedienung mit nur einem Handgriff pro Seite. Daumen und Zeigefinger genügen, um aus dem Downhill-Helm eine Touren-Halbschale zu machen.
In Sachen Sicherheit lässt Abus nichts anbrennen: Der Targon erfüllt nicht nur die Standardnormen, sondern ist auch nach ASTM F1952-22 zertifiziert. Das bedeutet: Der Kinnbügel hält auch den Belastungen im harten Downhill-Einsatz stand.
Clevere Ausstattung und top Belüftung
Während ein magnetischer Verschluss von Fidlock heute schon fast zur Grundausstattung hochwertiger Helme gehört, will der Targon vor allem auch durch seine - für einen Fullface - umfangreiche Belüftung punkten. Insgesamt sollen 15 Lüftungsöffnungen den Kopf mit Frischluft fluten.
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Das hochwertige Visier schützt nicht nur vor blendender Sonne oder tiefhängen Ästen, sondern - und das ist besonders wichtig - löst sich auch im Falle eines Sturzes. Damit sollen die Belastungen auf den Nacken reduziert werden. Zudem befindet sich unter dem Visor ein definierter Bereich zum Fixieren der Goggle.
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Abus Tagron - mit und ohne MIPS
Wer trotz der üppigen Zertifizierung Wert auf zusätzlichen Schutz legt, bekommt den neuen Targon auch in einer Version mit dem Rotationsschutz MIPS. Abus verbaut hier das besonders leichte MIPS Air Node Pro, das in den Polstern des Helms integriert ist und den Träger bei Stürzen vor einer Gehirnerschütterung bewahren oder zumindest das Risiko mindern soll.
Der Check: Licht und Schatten des Abus Targon
Vorteile:
Echte 2-in-1-Lösung: Spart den Zweithelm. Mit 490 g (Halbschale) und 950 g (Fullface) liegt er in einem absolut wettbewerbsfähigen Gewichtsbereich.
Präzise Passform: Das Zoom™ Rapid Fit System ermöglicht eine exakte Justierung, während die Vario Pads im Kinnbügel dafür sorgen, dass auch bei ruppigen Passagen nichts wackelt.
Sicherheits-Plus: Die Integration von MIPS Air Node Pro minimiert Rotationskräfte bei Stürzen – ein Muss für moderne Gravity-Helme.
Bedienkomfort: Der bewährte Fidlock-Magnetverschluss am Kinnriemen lässt sich auch mit dicken Handschuhen problemlos bedienen.
Nachteile:
Belüftungskompromiss: 15 Öffnungen sind solide, doch reine Halbschalen bieten oft noch mehr Durchzug für extrem heiße Sommertage.
Preisgefüge: Die Produktion in Italien und die aufwendige Mechanik dürften den Targon im Premium-Segment platzieren.
Die Konkurrenz: Wer bietet noch variable Sicherheit für den Kopf?
Der Markt für „Convertible“-Helme ist hart umkämpft. Der Targon muss sich gegen diese etablierten Größen behaupten:
Bell Super Air R MIPS: Der Klassiker unter den Modularen. Er ist noch etwas leichter, verfügt aber nicht über die ASTM-Downhill-Zertifizierung für den Kinnbügel – hier hat der ABUS die Nase vorn, wenn es richtig grob wird. Preis: 329,95 Euro
Giro Switchblade MIPS: Eine Institution im Downhill. Er ist massiver und bietet ein sehr sicheres Gefühl, ist aber im Halbschalen-Modus deutlich schwerer und optisch spezieller (über die Ohren gehend). Preis: ca. 280 Euro
Leatt MTB Enduro 4.0: Ein sehr starker Konkurrent mit ähnlicher Zertifizierung und einem sehr intuitiven Verschlussmechanismus. Preis: 359 Euro
Uvex Revolt MIPS: Ebenfalls ein Neuzugang der letzten Jahre mit cleanem Look und einfacher Handhabung, preislich attraktiv. Preis: 219, 95 Euro
Unser Fazit:
Mit dem Targon liefert ABUS ein Statement in Sachen Ingenieurskunst ab. Die Kombination aus Downhill-Zertifizierung und dem kinderleichten Speed Latch System macht ihn zum idealen Begleiter für Enduro-Fahrer, die keine Lust mehr auf Kompromisse haben. Dass der Helm in Italien gefertigt wird, gibt dem Ganzen eine sympathische Portion Leidenschaft obendrauf.
Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.