Bell Air Series HelmeFullface-Schutz trifft luftigen Uphill-Flow

Stefan Frey

 · 15.04.2026

Das E-Bike ersetzt immer häufiger den Shuttle, ermöglicht gleichzeitig aber immer anspruchsvollere Abfahrten. Dem Wunsch nach besserer Belüftung bei maximalem Schutz kommt Bell nun mit den Neuen Air-Series-Helmen nach.
Foto: Bell
Die Anforderungen an moderne Mountainbike-Helme wachsen so schnell wie die Drehmomente der E-Bike-Motoren. Helm-Spezialist Bell reagiert auf den Trend zu immer anspruchsvolleren Abfahrten, die man sich dank E-Power aber selbst erklettert. Mit der brandneuen „Air Series“ zeigt der US-Hersteller zwei Helme, die optimalen Schutz bieten, ohne dass der Fahrer im eigenen Saft schmort. Mit dem Full-Air Mips und dem 3QTR-Air Mips schlägt Bell die Brücke zwischen maximaler Sicherheit und der Belüftung eine Halbschalen-Helms.

Schieben war gestern. Mit den kraftvollen Motoren moderner Enduros ist man sein eigener Shuttle und tritt selbst die steilsten Rampen hoch, um sich danach in technisches Abfahrtschaos zu stürzen. Dafür braucht es jedoch einen Helm, der mehr Sicherheit bietet als eine klassische Halbschale. Fullface-Helme bieten genau diesen Schutz, können im Uphill aber schon mal für Atemnot sorgen.

Hier setzt Bell an. Die neue Air Series ist zum Atmen gemacht. Das Flaggschiff, der Bell Full-Air Mips, ist ein waschechter Downhill-zertifizierter Fullface-Helm, der sich beim Pedalieren jedoch eher wie eine leichte Brise statt wie eine dicke Atemschutzmaske anfühlen soll. Noch mehr Belüftung gibt es mit dem Jet-Helm 3QTR-Air Mips, der den Kopf wie ein Fullface umschließt, allerdings auf einen Kinnbügel verzichtet.

Bell Full-Air & 3QTR-Air: Die Fakten

Das Herzstück beider Modelle ist das Mips Evolve System, das Rotationskräfte bei einem Sturz minimiert. Während der Full-Air Mips mit einem festen Kinnbügel und einem Gewicht von schlanken 760 Gramm (Größe M) die volle Packung Schutz bietet, geht der 3QTR-Air Mips einen interessanten Mittelweg. Als Dreiviertel-Helm verzichtet er auf den Kinnbügel, zieht die Schale aber weit über den Nacken und den Kieferbereich – ideal für alle, denen eine normale Halbschale zu wenig, ein Fullface aber „too much“ ist.

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Besonders clever: Unter dem Visier verbirgt sich eine Quick-Release-Halterung für Action-Cams. Damit kannst du deine Abenteuer auf den Speicherchip bannen, ohne den Helm mit Klebepads zu verunstalten. Dank des Fidlock-Magnetverschlusses lässt sich der Helm zudem einhändig bedienen – ein Feature, das Helmverschlüsse förmlich revolutioniert hat.

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Licht und Schatten: Der Check

Jedes Konzept hat seine zwei Seiten. Hier ist unsere Einschätzung zur neuen Bell Air Series:

Vorteile:

  • Belüftungswunder: Die offene Struktur und das modulare Polstersystem (beim Full-Air) dürften für deutlich erhöhten Luftstrom sorgen, den man sonst nur von Halbschalen-Helmen kennt.
  • Gewicht: 760 g für einen voll zertifizierten DH-Helm sind eine Ansage an die Konkurrenz.
  • Vielseitigkeit: Dank NTA-Zertifizierung (E-Bike-Norm) ist der Helm auch für High-Speed-E-Biker rechtlich und sicherheitstechnisch auf der sicheren Seite.
  • Handling: Fidlock-Verschluss und das verstellbare Visier für Goggles sind State-of-the-Art.

Nachteile:

  • Preis: Mit knapp 280 Euro für das Top-Modell ist der Einstieg in die Air-Klasse kein Schnäppchen - allerdings liegt der Bell damit noch immer etwas unter dem Preisniveau der direkten Konkurrenz.
  • Kein abnehmbarer Kinnbügel: Im Gegensatz zu Bells „Super Air“-Modell ist der Kinnbügel beim Full-Air fest verbaut. Man muss sich also vor dem Kauf entscheiden: Fullface oder Dreiviertel.

Die wichtigsten Features auf einen Blick:

  • Sicherheit: Mips Evolve System & Dual Density EPS Fusion für optimales Energiemanagement.
  • Zertifizierungen: Beide Modelle sind E-Bike zertifiziert (NTA 8776); der Full-Air besitzt zudem die ASTM Downhill-Norm.
  • Komfort: Herausnehmbare, antimikrobielle Polster und Fidlock-Magnetverschluss.
  • Features: Integrierte Action-Cam-Halterung (Breakaway-System) und 2-Positionen-Visier für Goggle-Parkplatz.
  • Gewicht: Full-Air (760 g / M) / 3QTR-Air (650 g / M).
  • Preis: 279,99 Euro (Full-Air) / 229,99 Euro (3QTR-Air).

Marktanalyse: Was machen die anderen?

Bell ist nicht allein im Segment der „Lightweight Fullface“-Helme. Wer nach Alternativen sucht, sollte sich diese Modelle genauer ansehen:

  1. Specialized Gambit: Mit ca. 640 g noch leichter als der Bell, allerdings ohne die modularen Wangenpolster und mit weniger „massiver“ Optik. Preis: 289 Euro
  2. Fox Proframe RS: Der Platzhirsch im Enduro-Bereich. Er bietet ebenfalls Mips Integra und ein sehr aggressives Design, wiegt ca. 820 Gramm, liegt preislich aber noch über dem Bell. Preis: 369,99 Euro
  3. Troy Lee Designs Stage (hier im Test): Der Klassiker unter den leichten Fullface-Helmen. Extrem gut belüftet, setzt aber auf einen klassischen Doppel-D-Verschluss statt Fidlock. Er wiegt ca. 690 Gramm in Größe M. Preis: 295 Euro
  4. Giro Coalition Spherical: Nutzt die Spherical-Technologie (Powered by Mips) und bietet ein sehr cleanes Design bei einem Gewicht von ca. 810 Gramm in Größe M. Preis: 359,99 Euro

Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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