Laurin Lehner
· 18.09.2026
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Schlafen. Klingt easy. Ist es aber nicht, wenn du nach einer langen Bikepacking-Tour oder die Isomatte ausrollst und sie so viel Dämmung bietet wie eine Pferdedecke oder ihr mitten in der Nachtdie Luft ausgeht, weil der Untergrund nicht ganz geschleckt ist. Game over. Erholung futsch.
Dabei ist die Sache eigentlich simpel: Eine gute Isomatte muss leicht sein, darf im Rucksack kaum Platz fressen und soll gefälligst so lange halten, wie deine Lieblings-Bikeshorts. Und natürlich muss sie sich abends schnell aufblasen lassen – denn nach einem langen Tag im Sattel hat niemand mehr Lust auf Fummelkram.
Damit ihr nicht selbst jede Matte ausprobieren müsst, haben wir das für euch erledigt. Mehrere Übernachtungen, verschiedene Untergründe, unterschiedliche Temperaturen. Was dabei rauskam? Das erfahrt ihr jetzt.
Nein, bei der Neoloft handelt es sich nicht um eine Ultralight-Isomatte im Dosen-Packmaß. Das will sie auch gar nicht sein. Wer das sucht, greift zur bewährten NeoAir XLite aus demselben Haus.
Die Neoloft setzt auf Komfort. Knapp 12 Zentimeter Dicke – das ist ordentlich was. Der Hersteller gibt einen R-Wert von 4,7 an: Je höher, desto besser die Isolation. Ein starker Wert – laut Therm-a-Rest schützt die Matte selbst in gemäßigten Minusgraden zuverlässig vor Kältedurchschlag. Die Neoloft bringt 918 Gramm auf die Waage. Nicht superleicht, aber angesichts der Ausstattung durchaus vertretbar. Das Packmaß geht für normales Camping in Ordnung – für Bikepacking-Abenteuer ist es in unseren Augen jedoch zu voluminös.
Die Handhabung ist erfreulich unkompliziert. Der beiliegende Pumpsack ist großzügig dimensioniert und erledigt seinen Job schnell und zuverlässig: einmal ans Inflate-Ventil gesteckt, fünf- bis zehnmal entleert – fertig. Das Deflate-Ventil lässt die Luft flott wieder raus. Luft ablassen, einrollen, verstauen – alles läuft smooth.
… und das ist sie. Genau hier spielt die Neoloft ihren großen Trumpf aus. Dank ihrer Dicke schläft man darauf wie auf Wolken – ungewohnt hoch, aber herrlich weich. Das Material fühlt sich angenehm an, ist rutschfest und leise.
Was „teuer" bedeutet, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Fakt ist: Knapp 300 Euro sind eine Ansage. Therm-a-Rest zählt zu den Highend-Marken – und das spiegelt sich im Preis wider. Vergleicht man die Neoloft in Sachen R-Wert und Gewicht mit der Konkurrenz, landet sie eher im oberen Drittel. Ein Schnapper ist sie nicht.
Wer so viel Geld investiert, möchte natürlich auch, dass die Matte was aushält. Ein abschließendes Urteil lässt sich nach wenigen Übernachtungen noch nicht fällen – das verlangt nach einem echten Langzeittest. Ein Update nach 20 Nächten folgt. Bisher hat sich die Neoloft auf steinigem Untergrund mit gröberem Kies aber wacker geschlagen. Sprich: keine Defekte, keine Schwachstellen.
Die Therm-a-Rest Neoloft hat im ersten Test überzeugt. Sie richtet sich an Bikepacker und Mehrtageswanderer, die Komfort über alles stellen – und dafür gerne rund 400 Gramm mehr und ein größeres Packmaß in Kauf nehmen. Die Handhabung per Pumpsack funktioniert einwandfrei, der Schlafkomfort ist schlicht top. Die Kritik bleibt trotzdem nicht aus: Für Gewichts- und Packmaß-Fanatiker ist die Neoloft mit 918 Gramm zu üppig. Kurzum: Wem eine wirklich erholsame Nacht wichtiger ist als leichtes Gewicht und kleines Packmaß, der ist mit der Neoloft bestens bedient. Allen anderen empfehlen wir einen Blick auf das Ultralight-Pendant Therma-a-Rest Neoair xlite nxt. Für den Bikepacking-Einsatz würde ich definitiv letztere bevorzugen.
Laurin Lehner, BIKE-Redakteur

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