Laurin Lehner
· 18.08.2026
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Die Anforderungen an Isomatten für Bikepacker sind nicht einfach. Leicht sollen sie sein, natürlich sollte das Packmaß auch möglichst klein sein, damit sie nicht zu viel Stauraum in Anspruch nehmen. Doch das ist nicht alles: Komfort und eine lange Haltbarkeit wären dann auch noch gut. Wie überall gilt: Ganz ohne Kompromisse geht es selten, die Frage ist nur: Wie gut ist der Kompromiss?
Die Zoom UL ist Big Agnes' leichteste isolierte Luftmatratze – und auf dem Papier macht sie einiges her. Mit einem R-Wert von 4,3 soll sie drei Jahreszeiten durchhalten, auf gefrorenem Untergrund empfiehlt Big Agnes allerdings eine zusätzliche Schaumstoffunterlage. Die 3,25 Zoll dicke Matratze hält dank größerer Außenkammern den Schläfer zuverlässig in der Mitte – kein Abrollen in der Nacht.
Innen werkeln zwei Lagen wärmereflektierender Folie und eine O-Träger-Konstruktion, die Gewicht und Packmaß kompakt hält. Das Einventilsystem bläst die Matte schnell auf und erlaubt via zweitem Modus feine Druckanpassungen. Das recycelte Nylon-Ripstop-Außenmaterial soll robust genug für raueren Einsatz sein, die TPU-Laminierung in den Nähten verspricht Langlebigkeit. Eine antimikrobielle Innenbehandlung soll Geruchsbildung vorbeugen. Im Lieferumfang: Pumpsack, Aufbewahrungsbeutel, Ersatzventildichtung und Reparaturflicken.
Wir haben die gehypte Ultralight-Isomatte auf einer Bikepacking-Tour und Overnightern auf unterschiedlichen Untergründen ausprobiert.
Ultralight-Isomatten müssen viele Eigenschaften kombinieren: leicht, klein, komfortabel – und robust sollen sie auch sein. Tipp: Um letzteres nicht auszureizen, einen Biwaksack oder die Regenjacke bei steinigem Untergrund unterlegen.
Laurin Lehner, BIKE-Testredakteur
Als Benchmark testeten wir die Ultralight-Isomatte von Therm-a-Rest (NeoAir) – die wir gut kennen und schon viele Jahre im Einsatz haben. Zurück zur Zoom UL. Die Isomatte gibt es in drei Größen, wir wählten für eine Körpergröße von 1,78 Metern die kleinste 20" × 72" und kamen damit gut zurecht. Sie bietet ausreichend Platz und ist breit genug. Mit 473 Gramm mit Pack- und Aufblassack zählt die Big Agnes Zoom UL zu den Fliegengewichten. Es gibt noch etwas leichtere, wie zum Beispiel die Therm-a-Rest NeoAir (X-Lite NXT), doch die Zoom UL ist absolut im grünen Bereich.
Statt mit dem Mund aufzublasen, liegt ein Pumpsack bei. Hat man sich einmal daran gewöhnt, ist die Matte mit rund 10 Zügen prall gefüllt – ganz ohne pfeifende Lunge. Der Packsack lässt sich easy auf das Isomatten-Ventil drücken. Bei den letzten Pump-Vorgängen kann sich das Ventil bei viel Luftdruck schon mal lösen und man muss es erneut draufsetzen.
Mit einer Dicke von 9 Zentimetern und ausreichend Luft bietet die Zoom UL genug Komfort, um gut schlafen zu können. Im Vergleich zu unserer Benchmark-Ultralight-Isomatte Therm-a-Rest ist der Komfort in etwa vergleichbar. Die Isolation gefiel ebenfalls, auch wenn wir die Zoom UL bis auf zwei Ausnahmen bei warmen Temperaturen getestet haben. Die Geräuschentwicklung beim Rumdrehen geht voll in Ordnung. Hier gibt's nix zu meckern.
Wir halten fest: Die Big Agnes Zoom UL kann alles sehr gut. Nur wenn sie nach der Nacht im Outbag wieder in die Tüte soll, gibt's Grund für Kritik. Denn im Gegensatz zu einem Drehventil wie beispielsweise bei der Therm-a-Rest NeoAir ist hier ein Klappventil verbaut. Das heißt: Um die Luft rauszulassen, muss man den Finger ins Ventil legen, um die Luft aus der Matte zu pressen. Und das gelingt mit einer Hand nicht so gut wie mit zweien.
Die Big Agnes Zoom UL wird nicht zu Unrecht von anderen Outdoor-Plattformen so gelobt. Gewicht, Packmaß und Komfort sind super. Auch die Handhabung beim Aufpumpen mit dem mitgelieferten Aufblassack funktioniert. Der Preis ist zwar hoch, doch im Vergleich mit ähnlichen Ultralight-Isomatten solide. Kritik gibt's beim Luftablassen. Das erfordert nämlich immer einen Finger im Klappventil, während man mit der anderen Hand versucht, die Luft rauszupressen.

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