Tools für Tourenbiker, so lautete unsere Anforderung für unseren Test. Mit an Board sollten auf jeden Fall die wichtigsten Inbusschlüssel, ein 25er Torx, sowie ein Kettennieter sein. Mit dieser Standard-Ausrüstung kann man im Gelände schon mal die wichtigsten Not-Reparaturen durchführen. Während sich einige Hersteller im Test wirklich nur auf die wesentlich Ausstattung konzentrieren, klemmen andere gleich ein ganzes Arsenal an mehr oder weniger nützlichen Zusatz-Tools an ihre faltbaren Werkzeugkisten. Während Reifenheber, Bremsbelagspreitzer oder ein Messer durchaus Sinn ergeben, muss man den Nutzen von verschiedensten Maulschlüsseln an einem modernen Mountainbike durchaus in Frage stellen.
Passt die Ausstattung, stellt sich natürlich die Frage: lässt sich mit den Werkzeugen im Hosentaschen-Format überhaupt richtig schrauben? Um das herauszufinden, haben wir uns in der BIKE-Werkstatt die Finger wund geschraubt und die wichtigsten Arbeiten mit jedem Tool durchgespielt. Zu kurze Bits? Keine Chance bei unzugänglichen Schrauben. Ein kantiger Werkzeugkörper? Drückt schon bei geringen Kräften unangenehm in die Handfläche. Und mit einem zu kleinen Hebel am Kettennieter lässt sich der Niet nur mit zusammengebissenen Zähnen aus den Kettenlaschen quetschen.
Wieviel Kraft man mit den Minitools tatsächlich aufbringen kann, wollten wir natürlich genauer wissen. Deshalb haben wir einen Drehmomentschlüssel mit Messuhr in den Schraubstock gespannt und jeweils mit dem 6er Inbus jedes Minitools das maximal mögliche Drehmoment ermittelt. Die Unterschiede sind erstaunlich: während man bei einigen Kandidaten schon bei 10 Newtonmeter mit schmerzverzerrtem Gesicht aufgibt, lassen sich mit manchen Tools Schrauben mit bis zu 25 Newtonmetern festknallen.
Mit einem digitalen Messchieber haben wir zusätzlich die Passgenauigkeit der Werkzeuge ermittelt. Allzu große Abweichungen konnten hier allerdings nicht feststellen. Die Toleranzen hielten sich meist im Rahmen. Nur bei den Speichenschlüsseln konnten wir teilweise deutliche Abweichungen feststellt.
Abschließend gingen die Testkandidaten noch baden. Nach einem Tag im salzigen Sprühnebel haben einige Modelle schon eine deutliche Patina angesetzt. Im feucht-warmen Klima einer vollgeschwitzten Trikottasche würden die Tools wohl teilweise genauso aussehen.
Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe BIKE 5/2015 können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:

Redakteur