Geräusche am Rennrad: Ursachen und wie man sie beheben kann
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Das fast geräuschlose Dahingleiten beim Fahrradfahren macht besonders viel Spaß. Wenn aber ein Knacken, ein Klappern oder ein Quietschen die seelige Ruhe stören, kann das mehr als lästig sein. Wir zeigen, wie Geräusche am Fahrrad entstehen und mit geringem Aufwand beseitigt werden können. Unsere Tipps zur Lokalisierung und Behebung des Lärms.
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Themen in diesem Artikel
Fahrradfahren macht unter anderem durch das fast geräuschlose Fortbewegen so viel Spaß. Umso störender ist es, wenn diese Ruhe durch Knacken, Knistern oder Quietschen unterbrochen wird. In vielen Fällen können Geräusche am Fahrrad mit geringem Aufwand beseitigt werden. Dafür muss jedoch erst einmal der Ursprung gefunden werden.
Klar: Dass eine quietschende Kette Öl braucht, weiß jedes Kind. Darüber hinaus die Ursachen von Geräuschen am Rad zu finden, gestaltet sich jedoch häufig etwas schwerer. Denn sie entstehen nur unter bestimmten Bedingungen während der Fahrt und lassen sich, im Sattel sitzend, oft nur schwer verorten.
Selten verursacht dabei ein echter Materialdefekt den Lärm; meistens sind es zwei oder mehrere Bauteile, die sich unter Last minimal verformen und aneinander reiben. Fehlt Fett oder ist Dreck in die Fugen geraten, neigen die Verbindungen dazu, Geräusche zu verursachen. Für die Kleinstbewegungen kommen nahezu alle Teile am Rad infrage: Rahmen, Sattel, Stütze, Lenker, Schalthebel, Vorbau, Kurbeln, Pedale oder sogar die Schnellspanner beziehungsweise Steckachsen der Laufräder.
Foto: Matthias BorchersGegengifte: Diese Mittel bringen Ruhe, wenn Bauteile aneinander reiben: Sprühöl, Kettenöl, Montagefett, Lagerfett, Carbon-Montagepaste, Wachs
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Gegengifte: Diese Mittel bringen Ruhe, wenn Bauteile aneinander reiben:
Ursachenforschung: Welche Komponente ist der Auslöser?
Schon eine leichte Gewichtsverlagerung im Sattel kann das Geräusch verursachen – oder verstummen lassen. Für die Ursachensuche kommt erschwerend hinzu, dass sich der Schall über den gesamten Rahmen ausbreitet und der Knacks nicht zwingend dort entsteht, wo man ihn zu hören glaubt. Unternimm deshalb eine systematische Fahndungsfahrt in ruhiger Umgebung. Mit unseren Tipps kannst du bestimmte Bauteile nacheinander ausschließen und anhand der Art des Geräuschs den Übeltäter finden.
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Foto: Matthias BorchersOftmals ist es nicht sofort klar, woher die störenden Geräusche am Fahrrad stammen. Ein Check des Rades ist unumgänglich.
Verstummt das Geräusch beispielsweise schlagartig, wenn du freihändig fährst, liegt die Quelle womöglich im Bereich von Vorbau und Lenker. Hast du dich ergebnislos vorgearbeitet und verortest das Geräusch im Antrieb beziehungsweise Tretlager, dann bist du auf den Endgegner gestoßen. Aber immer mit der Ruhe – auch der lässt sich mit systematischem Ansatz besiegen.
Schritt für Schritt: So kannst du Geräusche finden
Komponenten nacheinander ausschließen
Tritt in unterschiedlichen Intensitäten, im Sitzen und im Wiegetritt, fahr beherzte Schlangenlinien und lass das Rad zwischendurch auch rollen.
Verlagere das Gewicht; be- und entlaste nacheinander Lenker und Vorbau, den Sattel und die Pedale. Hast du eine Vermutung, belaste das Bauteil auch im Stand, indem du zum Beispiel den Sattel kippst, dich auf den Lenker stemmst oder seitlich das Pedal belastest.
Such dir ein unebenes Stück Straße und lass das Rad darüberrollen, um zu prüfen, ob lose Bauteile die Ursache sind. Lass im Stand das Rad mit Vorder- und Hinterrad aus einigen Zentimetern Höhe auf den Boden fallen, um das Klappern näher zu lokalisieren.
Geräusche am Fahrrad & mögliche Ursachen
Klappern (auf Holperstrecken): Bremsleitungen oder Zughüllen klappern im Rahmen; Bremshebel wird von der Bremse nicht stark genug zurückgezogen; Ventil klappert in der Felge. Flaschenhalter lose; Werkzeug rappelt im Satteltäschchen.
Klopfen (auf Holperstrecken): Lenkungslager lose.
Knacken (nur im Sitzen): Sattelstütze, Stützenklemmung oder Sattelklemmung benötigen Fett bzw. Montagepaste und das richtige Schraubenanzugsmoment.
Knacken (nur im Wiegetritt): Lenker und/oder Vorbau benötigen Fett bzw. Montagepaste und das richtige Schraubenanzugsmoment; Tretinnenlager, Kurbeln, Umwerfer am Rahmen, Pedalachse oder Ausfallende benötigen Fett und das richtige Schraubenanzugsmoment; Schnellspanner bzw. Steckachsen sitzen nicht fest.
Knarzen: Pedalplatte benötigt Fett oder ist verschlissen; Zahnkranzkassette oder Umwerfer benötigen Fett oder das richtige Anzugsmoment; Sattelgestell knarrt in der -decke.
Kratzen beim Treten: Kette schleift am Umwerfer.
Kratzen beim Bremsen: Bremsbeläge sind verschlissen.
Quietschen im Antrieb: Kette oder Schaltwerksrollen laufen trocken; beim Bremsen: Schrauben von Scheibe und Sattel benötigen das richtige Anzugsmoment; Beläge verunreinigt.
Klimpern: Speichen setzen sich oder benötigen die richtige Speichenspannung.
Zing: Bremsscheibe schleift an den Belägen
Geräusche am Fahrrad: Quellen & ihre Beseitigung
Wir haben die besten Tipps zur Lokalisierung und Behebung des Lärms beim Radfahren nach Baugruppen getrennt in jeweils einzelnen Artikeln beschrieben. Darin wird detailliert erklärt, wie du die Quellen der Geräusche am Fahrrad finden und anschließend beseitigen kannst. Hier der Überblick und die Links unserer Artikelserie:
Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.