So eliminieren Sie Lagerspiel in der MTB Lenkung

Stefan Frey

 · 19.10.2017

So eliminieren Sie Lagerspiel in der MTB LenkungFoto: Georg Grieshaber
So eliminieren Sie Lagerspiel in der MTB Lenkung

Klappert es an der Front, oder dreht sich der Lenker schwergängig? Dann prüfen Sie, ob der Steuersatz korrekt sitzt. Das dauert nur wenige Minuten. Doch zuvor noch etwas Theorie.


1 Unteres Lager
Im unteren Teil des Steuerrohrs sitzt die Lagerschale samt Lager. Der Gabelkonus (ganz unten) wird direkt auf den Gabelschaft aufgeschlagen.


2 Oberes Lager
Im oberen Teil des Steuerrohrs sitzt ebenfalls eine Lagerschale samt Lager. Darüber liegt der Zentrier- oder Klemmring. Der Steuersatzdeckel schließt das System ab und besitzt meist eine oder mehrere Dichtungen.


3 Steuersatz-Kralle
Die Kralle wird in den Gabelschaft eingeschlagen und verspreizt sich dort. In ihr befindet sich das Gewinde für die Vorspannschraube der Abdeckkappe.

Verlagssonderveröffentlichung


4 Abdeckkappe / Top Cap
Die Abdeckkappe sitzt ganz oben über dem Vorbau und wird mit der Kralle verschraubt. Über die Vorspannschraube kann die Lagerspannung eingestellt werden.

  Steuersatz-AufbauFoto: Georg Grieshaber
Steuersatz-Aufbau


Steuersatz-Typen

Das Steuerlager ist eines der wenigen Bauteile am Bike, bei dem sich seit Jahren drei Bauformen etabliert und kaum mehr verändert haben.


External Cup (EC)
Die älteste Bauform besitzt Lagerschalen, die oben und unten ins Steuerrohr eingepresst werden. Die Lager werden in die Schalen eingelegt und liegen außerhalb des Steuerrohrs. Früher gängiger Standard, wird diese Bauweise heute nur noch selten verwendet.

  External CupFoto: Hersteller
External Cup


Zero Stack (ZS)
Bei der Zero-Stack-Bauweise werden die Lagerschalen, in die das Lager eingesetzt wird, ebenfalls ins Steuerrohr eingepresst. Hier befinden sich die Lager allerdings innerhalb des Steuerrohrs, wodurch die Bauhöhe im Vergleich zum EC-Standard reduziert wird.

  Zero StackFoto: Hersteller
Zero Stack


Integrierter Standard (IS)
Beim IS-Standard sind die Lagerschalen bereits im Rahmen integriert. Die Lager werden direkt ins Steuerrohr eingelegt. Das spart Gewicht. Eine beschädigte Lagerschale, etwa bei einem Carbon-Rahmen, lässt sich dann aber nicht mehr ohne Weiteres tauschen.

  Integrierter StandardFoto: Hersteller
Integrierter Standard


Ersatz fällig?

Wie fast alle Teile am Bike kann der Steuersatz mit den Jahren verschleißen. Wird Ersatz fällig, sind die richtigen Maße entscheidend. Viele Hersteller bezeichnen ihre Steuersätze nach dem S.H.I.S.-System. So lässt sich das passende Modell schnell ermitteln.

Foto: BIKE Magazin
  Steuersatz-Oberteil: Checken Sie als Erstes, welcher der drei Steuersatz-Typen bei Ihrem Rahmen zum Einsatz kommt (EC, ZS, IS). Anschließend messen Sie den Innendurchmesser oben am Steuerrohr und den Durchmesser am oberen Ende des Gabelschafts. Tragen Sie die drei Werte in die Formel ein. So lässt sich das passende Oberteil einfach identifizieren. Foto: Georg Grieshaber
Steuersatz-Oberteil: Checken Sie als Erstes, welcher der drei Steuersatz-Typen bei Ihrem Rahmen zum Einsatz kommt (EC, ZS, IS). Anschließend messen Sie den Innendurchmesser oben am Steuerrohr und den Durchmesser am oberen Ende des Gabelschafts. Tragen Sie die drei Werte in die Formel ein. So lässt sich das passende Oberteil einfach identifizieren. 
Foto: BIKE Magazin
  Steuersatz-Unterteil: Unten gehen Sie analog vor: Prüfen Sie den Steuersatz-Typ, dann messen Sie den Innendurchmesser am unteren Ende des Steuerrohrs. Abschließend messen Sie den Durchmesser des Gabelschaftes direkt oberhalb der Gabelkrone. Die unteren Werte können von den oberen abweichen, wenn der Hersteller, z. B. bei einem konischen Steuerrohr, einen Mix aus verschiedenen Bauformen wählt.Foto: Georg Grieshaber
Steuersatz-Unterteil: Unten gehen Sie analog vor: Prüfen Sie den Steuersatz-Typ, dann messen Sie den Innendurchmesser am unteren Ende des Steuerrohrs. Abschließend messen Sie den Durchmesser des Gabelschaftes direkt oberhalb der Gabelkrone. Die unteren Werte können von den oberen abweichen, wenn der Hersteller, z. B. bei einem konischen Steuerrohr, einen Mix aus verschiedenen Bauformen wählt.

Anleitung: So stellen Sie den Steuersatz richtig ein!

1 Leichtgängigkeit prüfen: Der Lenker sollte sich leichtgängig bewegen lassen. Heben Sie das Vorderrad, und drehen Sie den Lenker hin und her. Stockt er in der Bewegung oder dreht er sich nur schwerfällig, dann ist die Vorspannung auf das Lager zu fest eingestellt und muss etwas gelockert werden.
Foto: Georg Grieshaber


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