Schmierstoff6 Kettenöle im Vergleich

Stefan Frey

 · 27.06.2021

Schmierstoff: 6 Kettenöle im VergleichFoto: Hersteller
Schmierstoff: 6 Kettenöle im Vergleich
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Öl auf der Kette mindert Verschleiß, Quietschen, Kraftverlust und Korrosion. Hier zeigen wir Euch unsere Favoriten unter den Schmiermitteln.

Die FREERIDE-Tester bewegen sich nicht nur auf Mega-Bikes durchs Gelände, sie widmen ihre Aufmerksamkeit auch den Kleinigkeiten, die sich im harten Praxiseinsatz als existenziell erweisen können. Mit einer gut geölten Kette ist der Freeride-Tag gerettet.

Den Vergleich der sechs Kettenöle aus FREERIDE 1/2021 könnt ihr bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Test kostet 0,99 Euro.

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Verlagssonderveröffentlichung
Ballistol Keramik-Kettenöl
Foto: Hersteller

Regenwürmer fliehen! Interview mit Mikrobiologin Dr. Claudia Beimfohr

Experten sagen, es sei besser, die Kette auf der Wiese zu ölen als auf der Straße.

Das ist richtig, denn erstens werden beim Ketteölen keine Monstermengen an Öl ausgetragen. Zweitens gibt es in der Erde (neben der Filterwirkung) auch Bakterien, die Öle zersetzen können. Sie freuen sich drauf, was zu fressen zu kriegen. Und Regenwürmer oder Käfer hauen ab, wenn ihnen etwas nicht guttut.

Wie schädlich ist das Öl im Wasser? Es geistert die Zahl umher, dass ein Liter Altöl eine Mio. Liter Wasser unbrauchbar macht.

Die Zahl kann ich nicht bestätigen, doch niemand will Kohlenwasserstoffe oder Halogene im Trinkwasser. Sie können toxisch sein. Und die Wasserversorger kriegen diese Stoffe auch nicht wirklich aus dem Wasser gereinigt. Kurz: Gelangen größere Mengen Altöl ins Trinkwasser oder Flusswasser, sterben die Fische, und auch wir haben ein Problem. Daher ist es streng verboten und mit hohen Geldstrafen belegt.

Sind Kettenöl und Altöl das gleiche?

Nein. Als Altöl bezeichnet man Maschinen-, Motoren- und Hydraulik-Öle, die ihre Funktion, nicht mehr erfüllen – also Schmierung. Es sind Kohlenwasserstoffe, die chloriert oder allgemein halogeniert sein können, also mittel­toxische Bestandteile haben können. Sie muss man sortenrein sammeln. Kettenöle sind kein Altöl. Sie sind meist nicht halogeniert, also viel weniger umweltschädlich.

Viele Kettenöle wollen biologisch abbaubar sein. Das bedeutet das genau?

Manche Öle mischen sich gut mit Wasser, werden so verdünnt und meist von Bakterien gefressen. Es gilt wie immer: Die Menge macht’s. Beim Ketteölen sind nur geringe Mengen im Spiel. Das ist unbedenklich.

Ist die Fahrt mit dem Bike durch den Fluss ein Worstcase für die Natur, weil Öl direkt in den Fluss gewaschen wird?

Unkritisch, sage ich. Wie viel Kettenöl kann man an einer Kette haben? 10 ml wären viel. Erstens löst sich das Öl nicht gut in Wasser, wird also nur zum Teil während der Durchfahrt abgewaschen. Das abgespülte Öl – 3–5 ml maximal – verdünnt sich im Wasser und wird auch hier von Bakterien gefressen.

  Mikrobiologin Dr. Claudia BeimfohrFoto: Georg Grieshaber
Mikrobiologin Dr. Claudia Beimfohr

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