Mountainbiken im HerbstSo bleiben Bike und Biker bereit für den Trail

Marc Strucken

 · 11.10.2026

Mountainbiken im Herbst: So bleiben Bike und Biker bereit für den TrailFoto: Andrea Passerini
Der goldene Herbst vor göttlichem Panorama. Hier im Mont Blanc Massiv.
Im Herbst ändern sich die Bedingungen auf dem Trail schnell: Morgens ist es kühl, der Boden bleibt feucht, und auf dem Heimweg wird es früher dunkel. Damit du entspannt unterwegs bist, braucht es vor allem eine verlässliche Routine. Wir zeigen dir, was bei Reifen, Bremsen und Licht zu beachten ist. Und was du nach der Tour tun solltest.

Themen in diesem Artikel

​Vor dem Start: Reifen, Bremsen und Licht prüfen

Nimm dir vor jeder Herbsttour einen Moment für die Teile, auf die du dich unterwegs verlassen musst. Besonders nach einer schlammigen Ausfahrt lohnt sich der Blick aufs Rad.

  • Reifen: Kontrolliere Lauffläche und Seitenwände auf Schäden und prüfe den Luftdruck. Welcher Druck passt, hängt unter anderem von Reifen, Fahrergewicht und Untergrund ab. Unser Ratgeber zum MTB-Reifendruck hilft bei der Einstellung. Auf nassem Laub, Wurzeln und Steinen solltest du dennoch mit ausreichend Reserven fahren.
  • Bremsen: Betätige beide Hebel im Stand und teste die Bremswirkung bei geringer Geschwindigkeit. Sieh dir auch die Beläge an. Ein ungewöhnlich weicher Hebel oder spürbar schwache Bremsen gehören vor der nächsten Abfahrt bearbeitet. Mehr dazu findest du in unseren Tipps zur Pflege von Scheibenbremsen.
  • Licht: Schalte Front- und Rückleuchte probeweise ein. Sitzen sie fest, sind die Akkus geladen und die Leuchtflächen sauber? Entferne auch Schmutz von den Reflektoren.
Auch das kann der Herbst sein: Schlamm bis zu den Knöcheln - mindestens.Foto: Max FuchAuch das kann der Herbst sein: Schlamm bis zu den Knöcheln - mindestens.

Nach der Tour: Matsch abwaschen und den Antrieb pflegen

Warte mit dem Putzen nicht, bis der Matsch festgetrocknet ist. Groben Schmutz bekommst du meist mit Wasser, einer weichen Bürste und einem Tuch vom Bike. Halte den Wasserstrahl sanft und richte ihn nicht gezielt auf Lager, Dichtungen oder Federelemente. Für die gründliche Wäsche haben wir eine Anleitung zum Mountainbike-Putzen.

Wische anschließend die Kette sauber und trocken. Wenn sie Schmierung braucht, gib das Mittel gezielt auf die Kettenglieder und entferne überschüssiges Öl mit einem Lappen. So sammelt sich an der Außenseite weniger neuer Dreck. Aber Achtung: Bremsscheiben und Beläge müssen frei von Schmiermittel bleiben. Wie du dabei vorgehst, erklären wir im Ratgeber zu Kette und Antrieb.

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Kettenwachs - eine echte Alternative

Eine Alternative zum Kettenöl ist Kettenwachs. An einer gewachsten Kette bleibt weniger Schmutz haften, was das Putzen von Kette, Ritzeln und Schaltröllchen erleichtert. Der Umstieg verlangt allerdings Vorbereitung: Bevor du erstmals Wachs aufträgst, muss die Kette gründlich von altem Öl und Fett befreit werden. Nach einer nassen Herbsttour solltest du sie zeitnah trocknen und prüfen, ob sie erneut gewachst werden muss. Wie oft das nötig ist, hängt vom Produkt und den Fahrbedingungen ab. Eine nasse Wachskette solltest du nicht einfach über Nacht stehen lassen, da Rost entstehen kann. Unser Vergleich von Kettenwachsen erklärt die Vorteile und Grenzen; in unserem Tipp beschreiben wir die Anwendung von Kettenwachs.

Vergiss die Schaltung nicht: Zwischen den Ritzeln und an den Schaltröllchen sammelt sich im Herbst eine Mischung aus Matsch, Laub und Kettenöl. Entferne groben Schmutz vorsichtig mit einer Bürste und reinige die zugänglichen Stellen mit einem Tuch. Schalte danach im Stand oder bei einer kurzen Probefahrt alle Gänge durch. Springt die Kette, schaltet das Bike unpräzise oder bleibt ein Geräusch trotz sauberem Antrieb bestehen, sollte die Schaltung überprüft werden. Zusätzliches Öl auf verschmutzte Ritzel löst das Problem nicht.

Beim E-MTB beachtest du zusätzlich die Pflegehinweise des Antriebsherstellers. Bosch rät bei seinen E-Bikes, einen entnehmbaren Akku vor der Reinigung abzunehmen und ihn mit einem feuchten Tuch statt mit einem direkten Wasserstrahl zu säubern. Nach dem Putzen kontrollierst du, ob Akku und Display richtig sitzen und das System normal funktioniert.

Mountainbike dampfstrahlen - bei hartem Schmutz unerlässlich, aber mit Vorsicht!Foto: Georg GrieshaberMountainbike dampfstrahlen - bei hartem Schmutz unerlässlich, aber mit Vorsicht!

Bekleidung: Warm bleiben und trotzdem nicht überhitzen

Auf dem Anstieg kommst du ins Schwitzen, in der Abfahrt kühlt der Fahrtwind. Darauf solltest du deine Kleidung abstimmen. Ein Funktionsshirt, eine zusätzliche wärmende Lage und eine Wind- oder Regenjacke lassen sich je nach Wetter und Belastung kombinieren. Konkrete Beispiele findest du in unserem Beitrag zur MTB-Bekleidung im Herbst.

Achte besonders auf Hände und Füße. Handschuhe sollen wärmen, ohne das Gefühl am Bremshebel einzuschränken. Bei nassem Wetter können wetterfeste Schuhe oder Überschuhe sinnvoll sein. Eine trockene Lage im Rucksack macht Pausen und längere Abfahrten angenehmer. Damit Jacke und Hose ihren Wetterschutz behalten, beachte beim Waschen in der Maschine die Herstellerangaben. Weitere Hinweise gibt es in unseren Pflegetipps für Bike und Funktionskleidung.

Beleuchtung: Für Trail und Heimweg richtig ausgerüstet

Auf einem dunklen Trail kann eine zusätzliche Helmleuchte hilfreich sein. Sobald du öffentliche Straßen oder Radwege nutzt, brauchst du jedoch die vorgeschriebene Beleuchtung am Fahrrad. Laut Paragraf 67 der StVZO müssen die lichttechnischen Einrichtungen bauartgenehmigt sein. Das heißt: Abnehmbare Leuchten müssen bei Dämmerung, Dunkelheit und entsprechend schlechten Sichtverhältnissen montiert sein. Vorgeschrieben sind unter anderem ein weißes Frontlicht, ein rotes Rücklicht und ein reflektierender Rückstrahler. Blinkende Front- und Rückleuchten sind am Fahrrad nicht erlaubt; der Scheinwerfer darf andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden.

Pack Front- und Rücklicht deshalb auch dann ein, wenn du bei Tageslicht losfährst. Prüfe vor der Tour den Ladestand und nach der Montage die Ausrichtung. Reflektierende Kleidung ist eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber nicht die Ausstattung am Rad. Für die Wahl einer Lampe, die zu deinen Fahrten passt, hilft unser Ratgeber zu StVZO-konformem Fahrradlicht.

Fazit

Die Routine bleibt überschaubar: Vor der Fahrt prüfst du Bremsen, Reifen und Licht und packst eine zusätzliche Kleidungsschicht ein. Nach einer nassen Tour entfernst du Schmutz und pflegst die Kette bei Bedarf. Wenn Bremsen oder Beleuchtung nicht zuverlässig funktionieren, behebst du das Problem vor der nächsten Runde.


Was ist deine Herbstroutine für dich und dein Bike? Schreib es uns einfach die Kommentare.

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Marc Strucken

Marc Strucken

Redakteur

Marc Struken ist leidenschaftlicher Bike-Journalist und Redakteur beim Delius Klasing Verlag. Nach Stationen in Hörfunk, Radio, TV und Online-Marketing bringt er seit 2022 seine Erfahrung in digitalen Content für BIKE, EMTB, FREERIDE und MYBIKE ein – ob Mountainbike, Gravel oder Rennrad.

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