​Fahrradkette wachsen mit Rex Transformer BlockJetzt wird’s einfach!

Stefan Frey

 · 22.07.2026

Der finnische Wachs-Spezialist Rex hat ein neues System entwickelt, das das aufwendige Entfetten der Fahrradkette vor dem Wachsen überflüssig macht. Wir haben die neuen Transformer Blocks ausprobiert. | Foto Stefan Frey

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Wer seine Fahrradkette heiß wachsen wollte, stand bisher vor einer entscheidenden Hürde: Zuerst muss das zähe Konservierungsfett entfernen werden, erst dann kann die Kette ins Wachsbad. Hier setzt Rex mit dem neuen Transformer Block an. Reinigen und wachsen in einem Zug, geht das wirklich? Wir haben es ausprobiert.

Themen in diesem Artikel

Der Transformer Block ist kein eigenes Schmiermittel, sondern ein Additiv für Heißwachs. Der Block wird zusammen mit dem Rex-Heißwachs und einer fabrikneuen Kette in den Wachsbehälter gegeben. Ziel ist es, das werkseitig aufgetragene Kettenfett nicht zu entfernen, sondern chemisch so zu verändern, dass es die Haftung des Wachses nicht mehr behindert.

Welches Problem löst Rex mit dem Transformer Block?

Das eigentliche Problem beim Kettenwachsen ist nicht das Wachs selbst, sondern die Erstreinigung. Das Fett, mit dem Hersteller neue Ketten ausliefern, schützt zuverlässig vor Korrosion und Lagerungsschäden. Für Heißwachs ist dieses Fett jedoch ein Störfaktor: Es bildet eine ölhaltige Barriere, die verhindert, dass das Wachs tief in Rollen, Bolzen und Innenlaschen eindringen kann. Eine Kette kann äußerlich zwar gewachst aussehen, die Schmierwirkung fällt jedoch deutlich schlechter aus, wenn Schmiermittelreste unter der Wachsschicht liegen.

Bislang lautete die Empfehlung deshalb: erst komplett entfetten, dann wachsen.


Warum sollten Biker ihre Kette wachsen? Silca-Chef Josh Poertner erklärt die Vorteile einer gewachsten Kette im ausführlichen Interview.


Wie funktioniert der Transformer Block?

Rex spricht von einer „in-situ Oleogelierung“. Hinter dem sperrigen Begriff steckt vereinfacht gesagt ein chemischer Umwandlungsprozess: Das im Kettenfett enthaltene Öl wird während des Erwärmens in eine festere, wachsverträgliche Struktur überführt. Das Fett verhält sich anschließend nicht mehr wie ein öliger Fremdkörper, sondern wird Teil eines Systems, mit dem sich das Wachs verbinden kann.

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So funktioniert der Transformer Block in der Praxis

Der große Vorteil liegt im deutlich vereinfachten Ablauf: Die sonst üblichen Lösemittelbäder, Schüttelorgien im Einmachglas und Trockenzeiten entfallen. So läuft der Prozess ab:

  1. Erstmal müssen die 480 Gramm Wachs im Pot schmelzen – das dauert mindestens 20 Minuten. Also, rein mit den Wachs-Blocks und noch schnell einen Kaffee trinken gehen.
  2. Jetzt wird’s spannend: die neue Kette kommt zusammen mit dem Transformer Block ins Wachsbad. Über die Boost-Funktion wird der Pot auf 125 Grad erhitzt, die Verwandlung beginnt. 30 Minuten dauert der Prozess, zwischendrin ist immer mal wieder sanftes Rühren gefragt.
  3. Nach 30 Minuten ist die Umwandlung abgeschlossen und die Kette muss auf ca. 75 Grad abkühlen. Der Wax Heater zeigt dabei immer die aktuelle Temperatur an. Das Abkühlen ist wichtig, denn zieht man die Kette zu früh aus dem Bad, läuft zu viel des noch flüssigen Wachs wieder aus der Kette. Bei 75 Grad verbleibt mehr Wachs in der Kette und zwischen den Bolzen, was die Schmierung und Haltbarkeit verbessert.
  4. Jetzt wird die Kette zum Abkühlen auf den Ständer gehängt. Dabei tropft überschüssiges Wachs zurück in den Pot und kann wiederverwendet werden.
  5. Ist die Kette abgekühlt, kann man sie am Antrieb montieren. Zuvor sollten die einzelnen noch starren Kettenglieder etwas gängig gemacht werden. Jetzt kann es ab auch die Piste gehen.

Laut Rex soll die Haltbarkeit einer so behandelten Kette sogar höher ausfallen als bei einer klassisch entfetteten und anschließend gewachsten Referenzkette. Die Formulierung wurde gemeinsam mit der Universität Helsinki entwickelt. Diese Angaben stammen allerdings vom Hersteller selbst und stehen noch weitgehend ohne unabhängige Langzeittests im Markt.

Der Haken an den Transformer Blocks

So verlockend die Idee klingt: Der Transformer Block ist kein Universalreiniger. Er funktioniert ausschließlich bei fabrikneuen, ungefahrenen Ketten. Für bereits genutzte Ketten mit Schmutz, Abrieb und altem Schmierstoff gilt weiterhin die klassische Regel: gründlich reinigen, trocknen und erst danach wachsen.

Übrigens: Gleiches gilt auch für die Silca Strip Chips, die nach einem ähnlichen Prinzip wir die Transformer Blocks funktionieren. Auch hier empfiehlt der Hersteller ausschließlich die Verwendung fabrikneuer Ketten.

Fazit: Das sagt die Redaktion

Mit dem Transformer Block machen einem die Finnen den Einstieg ins Wachs-Business wirklich leicht – zumindest von der praktischen Seite her gesehen. Eine fabrikneue Kette zu wachsen ist damit so einfach wie eine Nudelsuppe kochen. Der nervige Entfettungsprozess vor der ersten Wachsbehandlung entfällt komplett. Allerdings bleibt der Einsatzbereich eng gesteckt: Für gebrauchte Ketten ersetzt der Transformer Block die klassische Reinigung nicht.

Es gibt jedoch ein weitere Hürde: den Preis. 480 Gramm Heißwachs kosten 56 Euro, für die Transformer Blocks (4 Stück) werden weitere 16 Euro fällig. Der Wax Heater Professional schlägt mit etwa 120 Euro zu Buche. Für die Anwendung ist dieser jdoch auf jeden Fall zu empfehlen, da sich die vorgegebenen Temperaturen ansonsten nur schwer einhalten lassen. Fast 200 Euro sind ein stolzer Preis, dazu muss man jedoch auch sagen: Wer mit zwei oder drei Ketten im Wechsel fährt, kommt mit einem 480-Gramm-Vorrat typischerweise mehrere Saisons aus, und mit einem Set Transformer Blocks lassen sich vier fabrikneue Ketten behandeln.


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Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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