Bike ComputerGPS-Navigation: Apps besser als Fahrrad-Navis?

Stefan Frey

 · 2/17/2018

GPS-Navigation: Apps besser als Fahrrad-Navis?Foto: Ronny Kiaulehn

Mit Active Routing versprechen GPS-Hersteller Navigation wie im Auto. Ziel eingeben und los. Wie viel Fahrspaß bringt die automatische Routenberechnung für Biker? Ein Selbstversuch.


"Bitte wenden", fleht das Display meines GPS-Geräts jetzt schon seit Minuten, und dabei piepst es wirklich hundserbärmlich.

Als wolle es mir sagen: genug jetzt! Mir reicht’s von dem Gerüttel über hol­­prige Trails. Dabei sollte mich mein Navi eigentlich auf dem schönsten Weg von München raus nach Schäftlarn lotsen. Doch unsere Vorstellung von schön geht offenbar weit auseinander. Während das GPS-Gerät gerne gemütlich auf Schotter- und Radwegen dahingleiten möchte, suche ich lieber den direkteren Weg zwischen zwei Punkten, auf möglichst engen Pfaden und Trails. Die Hersteller versprechen mit Active Routing das Seelenheil für planungsfaule Mountainbiker. Einfach ein Ziel eingeben, und schon errechnet die Software mit Hilfe vektorisierter Karten den Weg. So wie im Auto. Kein lästiges Stöbern in Online-Portalen, keine aufwändige Planung an der PC-Software. Klingt verlockend, oder? Doch wie gut funktioniert die Routenführung in der Praxis wirklich, und können die GPS-Geräte tatsächlich unseren Trail-Hunger stillen?

Der Weg zur Tour ist kinderleicht. Gerade eben noch habe ich mit vorfreudigem Kribbeln dem smarten Lotsen mein Fahrerprofil eingebläut: Mountainbiken, bitte! Hauptstraßen und Radwege vermeiden und so viele unbefestigte Wege wie möglich. Verständnisvoll piepst das Gerät, als wolle es meine Wünsche abnicken, und keine zwei Minuten später kann ich aus drei Routenvorschlägen auswählen. Das geht ja flott, staune ich, entscheide mich für Vorschlag Nummer eins, starte die Aufzeichnung und rolle los.

Active Routing für Mountainbiker ist nicht ganz neu. Schon vor einigen Jahren kam Falk mit einem Routing-fähigen Gerät auf den Markt. Durch Eingabe eines Fahrerprofils und der gewünschten Touren-Länge errechnete der Tiger bis zu drei Rund-Tour-Vorschläge. Die Erlösung für so manchen Biker, der sich bisher als Gefangener seiner eigenen Hausrunde sah. Neues entdecken, ohne die Angst im Nacken, den Weg zurück zur eigenen Haustür nicht mehr zu finden – da öffnete sich auf einmal eine völlig neue Welt. Falk ist inzwischen pleite, doch das Konzept führen andere Hersteller fort. Garmin hat das Routing per Zieleingabe inzwischen im Angebot, und auch Teasi lockt mit einem preiswerten Gerät, das Biker eigenständig ans Ziel lotst. Zudem finden Smartphone-Besitzer in den App-Stores gleich mehrere Anwendungen, die das Active Routing beherrschen. Eine der beliebtesten ist Komoot, mit mehr als einer Million Downloads.

Die Basis für die automatische Zielführung ist immer dieselbe: Eine Vektorkarte enthält die Informationen, aus denen sich mit der entsprechenden Software eine Route errechnen lässt. Garmin, Komoot und Teasi nutzen hierfür das kostenlose Open-Street-Maps-Material, das jeweils an die entsprechenden Bedürfnisse angepasst wurde. Bei Garmin und Teasi ist das Kartenmaterial bereits auf dem Speicher installiert. Von Komoot erhält man mit der Anmeldung die erste Region kostenlos. Um weitere Gebiete offline freizuschalten und die Navigation darauf zu ermöglichen, müssen Kartenausschnitte dazugekauft werden. Am besten greift man gleich zum weltweiten Kartenmaterial samt lebenslanger Updates. Das gibt es für 30 Euro – ein ziemlich faires Angebot, wie wir finden.

In 150 Metern rechts Richtung Wolfratshauser Straße, signalisiert das Display meines GPS-Geräts, und um die Ansage noch mal zu untermauern, schickt das Navi einen unüberhörbaren Piepser hinterher. Weiter geht es auf die alte Isartalbahn-Trasse und dann links rüber zur "Selbstmörderbrücke". Scheint, als würde mich das Gerät auf direktem Weg in Richtung Isar lotsen. So weit, so gut. Gleich ist es so weit, und ich kann direkt rechts in den Trail einbiegen. Ich zucke schon nervös am Lenker, doch das Navi schickt mich weiter geradeaus. Verstehe: Es möchte erst noch über die Brücke und dann auf die Trails am Ostufer der Isar. Soll mir auch recht sein. Doch auch auf der anderen Seite macht mein Lotse keine Anstalten, endlich vom Hauptweg abzubiegen, sondern führt mich stur geradeaus auf den Radweg Richtung Grünwald. Etwas gereizt zoome ich aus der Karte heraus. Wie mit dem Lineal gezogen verläuft die Route weiter Richtung Schäftlarn – ich ahne schon, was auf mich zukommt. Also nehme ich mein Schicksal selbst in die Hand und schwenke beim nächst besten Pfad spontan rechts weg. Eine Wohltat, wie die Wurzeln endlich meinen Rücken wie kleine Stromstöße durchzucken. Doch schon wenige Sekunden später reißt mich das Navi laut piepsend aus meiner Ekstase. Es hat ruckzuck die Route neu berechnet und nach einer schnellen Links-rechts-Kombination rolle ich wieder rückenschonend auf dem breiten Schotterband in Richtung Süden. Was ist da los? Laut Karte müsste mein elektronischer Führer doch sämtliche Trails der Gegend kennen. Will er mich nicht überfordern? Oder will er sich nicht überfordern? Als ich kurz darauf beim Bruckenfischer einrolle, verzeichnet das Trail-Barometer kaum mehr als ein paar winzige Ausschläge. Ernüchtert nippe ich an meiner Saftschorle und starte den Rückweg mit dem Navi im Rucksack – ausgeschaltet.

Auch die übrigen Testfahrten über unbekanntes Gelände verlaufen ähnlich: viel Schotter, hin und wieder ein kurzes Stück Radweg und in guten Momenten ein kleiner Schlenker auf leichte Trail-Passagen. Bisher ist Active Routing wohl eher ein nettes Hilfsmittel, um entspannt von A nach B zu kommen. Nichts für Biker, die den Kick auf verwinkelten Pfaden suchen. Doch wer weiß: Vielleicht werden wir ja schon bald lautstark piepsend ermahnt, wenn wir mal gemütlich den Schotterweg entlangrollen und mit dem Hinweis "bitte wenden" zurück auf den Trail geschickt.


Interview mit Peter Weirether, Marketing Garmin: "Jeder Nutzer kann selbst dazu beitragen, die Routing-Funktion zu verbessern, indem er seine Touren hochlädt und mit der entsprechenden Sportart
kategorisiert."


Wie gut eignen sich aktuelle Karten für das Routing mit dem Mountainbike?
Die vorinstallierten Karten auf Open-Street-Basis sind nur beschränkt geeignet. In vielen Regionen sind die OSM-Karten zwar sehr gut, es gibt aber auch Gebiete, in denen die Wegeabdeckung nur unzureichend ist.


Wird sich das in absehbarer Zeit verbessern?
Wir arbeiten daran, die Trail-Quote für Biker zu erhöhen. Jeder Nutzer kann aber auch selbst helfen, die Routing-Funktion zu verbessern, indem er seine Touren in die entsprechenden Portale hochlädt und richtig kategorisiert. Über die Funktion "Popularity Routing" bezieht Garmin die Nutzerdaten in die Routenberechnung mit ein. Besonders beliebte Strecken werden dann bei der Auswahl bevorzugt.


Kann ich sicher sein, dass meine Tour tatsächlich auch besonders schöne Trails enthält?
Was für den einen ein toller Trail ist, kann den anderen schon heillos überfordern. Wenn ich sicherstellen will, dass ich auf meiner Tour auch auf richtigen Trails unterwegs bin, rate ich den Nutzern, eher zu vorgefertigten Touren aus den entsprechenden Portalen. Bei der Routenberechnung gehen die Geräte nach dem Motto vor: lieber unter- als überfordern.


Würde die Wahl des Wandermodus’ für die Routenberechnung die Trail-Quote erhöhen?
Es kann durchaus sein, dass durch den Wandermodus noch mal mehr Trails in der Tour enthalten sind. Wenn ich dann auf einer Rund-Tour von meinem Navi auf einem kleinen Trampelpfad bergauf geführt werde, ist natürlich Frust vorprogrammiert. Von daher würde ich von dieser Option eher abraten.

  Peter Weirether, Marketing GarminFoto: Garmin
Peter Weirether, Marketing Garmin


PRO HENRI LESEWITZ

Trails sind super, aber mir geht es beim Biken um mehr. Biken ist für mich Freiheit, die Unabhängigkeit von Autos und Straßennetzen. Als Technik-Legastheniker hatte es mir vor GPS-Geräten immer gegraut. Zu kompliziert. Active Routing ist die Lösung. Man wird naturnah von A nach B gelotst, und zwar ohne jegliche Spezialkenntnisse. Zugegeben, die ersten Fahrten waren etwas ernüchternd. Die vorgeschlagenen Wege sind schon ziemlich soft. Doch, wenn man sich frei macht von der Erwartung, erstklassige Trails am laufenden Band serviert zu bekommen, dann macht es einen irren Spaß. Jede Fahrt ist voller Überraschungen. Man kommt definitiv am Ziel an. Und man entdeckt sogar das Heimrevier neu. Die Voraussetzung ist eine generelle Lust am Radfahren. Trail-Fixierte mit Knieprotektoren und weichen Fullsuspensions werden mit Active Routing nicht glücklich.

  Henri Lesewitz, BIKE-ReporterFoto: Markus Greber
Henri Lesewitz, BIKE-Reporter


CONTRA GITTA BEIMFOHR

In einer Region, in der ich mich überhaupt nicht auskenne, möchte ich doch nicht die "schnellste" oder "kürzeste" Tour zu irgendeiner Hütte machen. Oder die mit "wenig Höhenmetern".Wenn ich in eine fremde Region komme und nur zwei oder drei Tage Zeit habe, will ich die schönsten Touren fahren. Die mit einem besonders schönen Trail und einer 1A-Aussicht. Und am Scheitelpunkt soll auch nicht irgendeine Hütte stehen, sondern im Zweifel die mit dem besten Kaiserschmarrn. Aber genau das sind die Parameter, die man beim Active Routing noch nicht eingeben kann. Wer die Highlights einer Region erleben will, sollte nach wie vor die Locals fragen, in den Touren-Portalen stöbern, die BIKE oder die BIKE-Website lesen – darin findet man die Touren-Klassiker jeder Region. Selbst auf der Deutschland-Trail Mission von Stefan Loibl war jeder Local-Tipp hilfreicher als das ständig neu-berechnende Active Routing.

  Gitta Beimfohr, BIKE-RedakteurinFoto: Wolfgang Watzke
Gitta Beimfohr, BIKE-Redakteurin


DIE RICHTIGE KARTE


Vektor oder Raster

Rasterkarten entsprechen den herkömmlichen Papierkarten, mit der Möglichkeit, sie auf einem GPS-Gerät darstellen zu können. Sie sehen zwar optisch gut aus, sind aber "dumm". Das heißt, sie enthalten keine Informationen und sind somit nicht Routing-fähig. Eine Vektorkarte dagegen kann mit entsprechender Software im Gerät oder auf dem Computer, ähnlich wie im Auto-Navi, eine Route errechnen. Das ist ein großer Vorteil für die Planung vor Ort. Das Kartenbild ist jedoch abstrakter, die Wegbeschaffenheit nicht immer klar erkennbar.

  Vektor oder RasterFoto: Hersteller
Vektor oder Raster


Open Street Maps

Seit 2004 entsteht das kostenlose Kartenmaterial durch Freiwillige in aller Welt. Die Daten werden per Track-Aufzeichnung erstellt und die Wege danach manuell entsprechend klassifiziert. Die meisten GPS-Anbieter nutzen das OSM-Material als Grundlage (auch Garmin) und passen es den eigenen Bedürfnissen an. Die Abdeckung der OSM-Karten ist von Region zu Region sehr unterschiedlich und gerade im MTB-Bereich aktuell noch ausbaufähig. Die Karten werden aber ständig verbessert und durch Updates aktualisiert.

  Open Street MapsFoto: OSM
Open Street Maps


Garmin Topo-Karten

Bei Karten wie der TOPO TransAlpine+ Pro (149,99 Euro) oder der TOPO Deutschland V7 Pro greift Garmin auf verschiedenste Premiumquellen zurück. In der Schweiz beispielsweise auf die Daten der Singletrail Map. Die Abdeckung des Wegenetzes ist hier noch mal deutlich besser als bei den OSM-Karten und vom Hersteller zusätzlich auf Richtigkeit überprüft. Die Karten im Maßstab 1:25000 sind Active-Routing-fähig und stehen als Download oder auf einer microSD-Karte zum Einsetzen ins Gerät zur Verfügung. Für Biker auf jeden Fall eine Empfehlung.

  Garmin Topo-KartenFoto: Garmin
Garmin Topo-Karten

GARMIN EDGE 1030

Der Edge 1030 ist ein wahrer Tausendsassa. Egal, ob Training, Navigation oder Vernetzung mit dem Smartphone und den sozialen Netzwerken – Garmins Top-Modell beherrscht sämtliche digitale Spielarten. Die Menüführung ist – typisch Garmin – erst mal wenig intuitiv. Mit etwas Geduld kann man aber schnell den vollen Funktionsumfang ausschöpfen. Über den Startbildschirm gelangt man direkt ins Navigationsmenü und hat dort die Möglichkeit, einfach ein Ziel anzugeben oder sich einen Rundkurs, anhand des ausgewählten Fahrerprofils erstellen zu lassen. Der Edge errechnet mit Hilfe der gewünschten Distanz jeweils drei Alternativen. Bevor es losgeht, sollte man immer über den unteren rechten Knopf die Aufzeichnung starten. Abbiegehinweise erscheinen gut lesbar und mit einer Distanzangabe in der oberen Zeile und werden mit einem Piepen frühzeitig angekündigt. Im Test zeigt sich der brandneue Garmin etwas Trail-scheu. Auf unserer Hausrunde an der Isar kennt er zwar laut vorinstallierter OSM-Karte auch noch so kleine Wege. Biegt man jedoch spontan vom Hauptweg auf den Trail ab, meckert der Edge mit lautem Piepen und möchte einen gerne baldmöglichst wieder auf den Hauptweg zurückführen. Auch auf den weiteren Ausfahrten blieb die Trail-Ausbeute eher gering, teilweise mussten wir auch mit Radwegen oder Straßen vorliebnehmen. Das Display des Garmins könnte etwas heller sein, bleibt aber auch unter direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar. Die Bedienung ähnelt der eines Smartphone-Touchscreens, ist dabei aber nicht ganz so sensibel.


PLUS Riesiger Funktionsumfang; zahlreiche Vernetzungsmöglichkeiten; sehr gutes Display; leistungsfähiger Prozessor; gute Round-Trip-Funktion; Bedienung fast wie mit dem Smartphone
MINUS Wenig intuitives Menü; sehr teuer; bezieht kaum Trails in die Routen-berechnung mit ein

  Garmin Edge 1030Foto: Garmin
Garmin Edge 1030


Navigation: Über die Funktion "Popularity Routing" bezieht der Edge 1030 in der Garmin-Connect-Community beliebte Wege in die Routenführung mit ein. So kann jeder selbst zur Verbesserung des Routings beitragen. Auch wenn Trail-Fans von der automatischen Zielführung noch enttäuscht sein dürften, bleibt der Edge ein tolles Gerät: gute Karten, schnelle Neuberechnung, riesiger Funktionsumfang.

  Garmin Edge 1030: NavigationFoto: Stefan Frey
Garmin Edge 1030: Navigation


Vernetzung: Dank ANT+, Bluetooth und WIFI lässt sich der Garmin nicht nur mit allen erdenklichen Trainingssensoren und Leistungsmessern koppeln. Mit Garmin Connect steht dem Nutzer zudem ein umfangreiches Planungs- und Analyse-Tool zur Seite. Sämtliche Touren werden automatisch an die Software geleitet und lassen sich auch mit Drittanbieter-Apps wie Strava synchronisieren.

  Garmin Edge 1030: VernetzungFoto: Stefan Frey
Garmin Edge 1030: Vernetzung


Preis 599 Euro
Info www.garmin.com


Display / Auflösung 3,5 Zoll / 282 x 470 Pixel
Gewicht 123 Gramm
Bedienung Touchscreen / 3 Knöpfe
Versorgung / LaufzeitIntegrierter Akku / ca. 17 Std.
SD-Karten-Slot microSD
Elektronischer Kompass Nein
Barometrischer Höhenmesser Ja
Kartenformat Vektor, Raster
Verbindung WLAN, ANT+, Bluetooth
Besonderheiten Popularity Routing, Strava, Smart-Konnektivität, Unfallbenachrichtigung, Fahrer-zu-Fahrer-Direktnachrichten


Routenführung 3 von 6 Punkten
Display 5 von 6 Punkten
Bedienung 5 von 6 Punkten

TEASI ONE³ EXTEND

Das Teasi wirkt wie der Gegenentwurf zum Garmin und beschränkt sich größtenteils auf die Navigation. Smartphone-Anbindung oder ein umfangreiches Trainingssystem gibt es nicht. Direkt nach dem Einschalten hat man über den Startbildschirm Zugriff auf die wichtigsten Funktionen des Teasis. Insgesamt acht Sportprofile lassen sich an die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Über den "Ziel"-Button gelangt man schnell zur Touren-Planung. Einfach das gewünschte Ziel eingeben oder auf der Karte auswählen, und schon errechnet das Gerät drei Routenvorschläge. Eine Rund-Tour-Funktion gibt es leider nicht und kann nur über das manuelle und etwas unpraktische Hinzufügen von Wegpunkten erstellt werden. Zum Tour-Start wechselt das Teasi in den Kartenmodus. Die Aufzeichnung muss auch hier manuell gestartet werden. In der oberen Leiste werden Abbiegehinweise mit der entsprechenden Entfernung angezeigt und zwei individualisierbare Datenfelder. Der Bildschirm wirkt etwas überfrachtet, wenig kontrastreich, und die Abbiegehinweise erscheinen im Gelände recht klein. Dafür warnt das Teasi lautstark vor nahenden Abzweigen. Bei Sonnenlicht lässt sich auf dem Display kaum etwas erkennen. Wechselt man in die hellste Stufe, saugt das Teasi arg am Akku. Der Touchscreen ist zudem wenig sensibel, und gerade bei längeren Touren ist die Rechnerleistung zu gering. Verlässt man die Schotterwege, auf denen man mit dem Teasi überwiegend unterwegs ist, oder verfehlt einen Abzweig, kann die Neuberechnung schon mal mehrere Minuten dauern. Bei der Planung hat sich das Gerät sogar mehrmals ganz aufgehängt. Obwohl auch beim Teasi selbst kleinste Wege und Pfade in der Karte enthalten sind, werden einem diese bei der Routenwahl nur kaum oder häppchenweise aufgetischt. Leider fehlen in der verwendeten Karte die Höhenlinien.


PLUS Preiswertes Gerät; einfache Menüführung
MINUS Langsamer Prozessor; Display spiegelt und ist bei Sonneneinstrahlung nur auf maximaler Helligkeit ablesbar; keine echte Rund-Tour-Funktion; etwas kontrastarme Karte; wenig Trails

  Teasi One³ ExtendFoto: Komsa
Teasi One³ Extend


Navigation: Die einfachste Möglichkeit, eine Tour mit dem Teasi zu starten, ist die direkte Zieleingabe über das Hauptmenü. Leider lässt sich ein Rundkurs nur über das umständliche Hinzufügen weiterer Wegpunkte erstellen. Auch das Teasi bietet eine Auswahl zwischen drei Alternativen (Vorschlag, einfach, kurz). Die Möglichkeit, eine Tour wie mit einem Stift auf die Karte zu zeichnen, ist auf dem kleinen, schlecht reagierenden Display wenig praxisgerecht.

  Teasi One³ Extend: NavigationFoto: Komsa
Teasi One³ Extend: Navigation


Vernetzung: Dank Bluetooth lässt sich das Teasi auch mit externen Sensoren koppeln. Über eine Smartphone Anbindung verfügt es allerdings nicht, obwohl es auch eine Navigations-App gibt. Touren müssen noch klassisch über ein USB-Kabel auf den PC oder das GPS-Gerät übertragen werden. Die Desktop-Software Tahuna Tool wirkt etwas altbacken. Selbst geplante GPX-Tracks (z.B. über www.gpsies.com) können aber auch direkt auf dem Speicher des Geräts abgelegt werden.

  Teasi One³ Extend: VernetzungFoto: Komsa
Teasi One³ Extend: Vernetzung


Preis 169,90 Euro
Info www.teasi.eu


Display / Auflösung 3,5 Zoll / 480 x 800
Gewicht 146 Gramm
Bedienung Touchscreen / 2 Knöpfe
Versorgung / Laufzeit Integrierter Akku / ca. 10 Std.
SD-Karten-Slot microSD (max. 32 GB)
Elektronischer Kompass Ja
Barometrischer Höhenmesser Nein
Kartenformat Vektor, Raster
Verbindung Bluetooth
Besonderheiten Elektronischer Kompass, Route auf Karte zeichnen


Routenführung 3 von 6 Punkten
Display 3 von 6 Punkten
Bedienung 4 von 6 Punkten

KOMOOT-APP

Die Komoot-App bietet mehr als reine Navigation für das Smartphone. Sie vereint Touren-Planung, Navigation, Tagebuch und eine Online-Community. Die App gibt es für Android und iPhone kostenlos zum Downloaden. Die erste Region ist im Paket enthalten, weitere Regionen müssen gekauft werden. Ein weltweites Kartenpaket mit lebenslangen Updates kostet dabei gerade mal 29,99 Euro. Die App ist sehr übersichtlich gestaltet. Auf der Startseite erhält man wechselnde Vorschläge mit Touren-Sammlungen zu unterschiedlichen Themen oder Regionen, gelangt aber auch direkt zur Zieleingabe oder zu den persönlichen Einstellungen. Eine Route ist schnell geplant und erfolgt im einfachsten Fall vom aktuellen Standort zu einem Ziel. Achtung: Die Berechnung braucht immer etwas Internet-Traffic, auch wenn die Karte offline auf dem Speicher verfügbar ist. Leider ist die Option "Hin- & Rückweg berechnen" keine echte Round-Trip-Funktion, weil die Route ohne zusätzliche Zwischenpunkte meist auf dem identischen Weg verläuft. Zum Tour-Start wechselt die App in den Kartenmodus. In der oberen Leiste werden gut lesbare Abbiegehinweise sowie die wichtigsten Tour-Daten angezeigt. Die Sprachansage ist auf dem Bike nur wenig sinnvoll und leicht zu überhören. Hinweise über ein akustisches Signal gibt es leider nicht. Im Test errechnete die Komoot-App im Vergleich die interessanteste Variante mit dem höchsten Trail-Anteil. Auch das Neuberechnen geht extrem flott, dank der Rechenleistung moderner Handys. Die Bedienung über den Touchscreen ist super, und auch die Ablesbarkeit gut. Eine höhere Zoom-Stufe wäre trotz dem guten Kontrast der Karte wünschenswert. Am Ende der Tour lassen sich besonders schöne Abschnitte hervorheben oder mit einem Foto versehen, und schon landet die Tour im Online-Tagebuch. Ein tolles Touren-Werkzeug mit einem Manko: die kurze Akku-Laufzeit der Smartphones im GPS-Modus.


PLUS Preiswert; gutes Zusammenspiel von App und Online-Portal; tolles App- und Karten-Design; gute Routenqualität; umfangreiches Planungs- und Touren-Tool
MINUS Geringe maximale Zoom-Stufe in der Karte; kein Im- und Export von GPX-Tracks in der App; keine echte Rundkursfunktion

  Komoot-AppFoto: komoot
Komoot-App


Navigation: Die Touren-Planung mit Komoot ist denkbar einfach: Sportart wählen, Ziel eingeben, und schon kann es losgehen. Es sind auch Rund-Touren möglich. Ohne manuell gewählte Zwischenziele sind Hin- und Rückweg aber meist nahezu identisch. Spannend: Die Karte zeigt sportartspezifische Segmente anderer Nutzer, die einfach der geplanten Tour hinzugefügt werden können.

  Komoot-App: NavigationFoto: Stefan Frey
Komoot-App: Navigation


Vernetzung: Gefahrene Touren lassen sich einfach mit Bildern und Highlights versehen und können auch anderen Nutzern zugänglich gemacht werden. Das Online-Portal bietet umfangreiche Touren-Vorschläge und ein tolles Planungswerkzeug. Strecken sind flott erstellt und können, wie bei Google Maps, verändert werden. Ein Klick in die Karte erzeugt einen Zwischenpunkt, der dann noch verschoben werden kann.

  Komoot-App: VernetzungFoto: Stefan Frey
Komoot-App: Vernetzung


Preis ab 0 Euro
Info


Display / Auflösung Je nach Smartphone
Gewicht keine Angabe
Bedienung Touchscreen
Versorgung / Laufzeit Je nach Smartphone
SD-Karten-Slot Je nach Smartphone
Elektronischer Kompass Nein
Barometrischer Höhenmesser Nein
Kartenformat Vektor, Raster
Verbindung WLAN, Bluetooth
Besonderheiten Touren-Tagebuch,Touren-Vorschläge zu verschiedenen Sportarten und Regionen


Routenführung 4 von 6 Punkten
Display 5 von 6 Punkten
Bedienung 6 von 6 Punkten


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