Unter dem Motto “Mut zur Selbsthilfe – Unterstützung sichtbar machen!” waren 74 Teilnehmende im Alter von Anfang 20 bis Mitte 70 zwischen Juni und September auf der MUT-TOUR 2024 unterwegs. Aufgeteilt war die Tour in insgesamt 12 Etappen: Bei den zehn Tandem-Etappen legten Sechserteams auf Tandems im Schnitt 55 km am Tag zurück, übernachteten in Zelten und gaben zahlreiche Interviews zum Thema Umgang mit psychischen Erkrankungen.
Eine Wander-Etappe mit zwei Pferden führte knapp 120 Kilometer durch die Lüneburger Heide. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war die erstmals ins Leben gerufene “Große MUT-Wanderung”, eine Wander-Etappe, die auf ihrer Strecke von Bremen nach Cloppenburg für spontane Mitwandernde offen war. Das achtköpfige Kernteam legte an acht Wandertagen rund 100 Kilometer zurück und wurde dabei regelmäßig von interessierten Menschen begleitet. Nach insgesamt 3 Monaten und 12 Etappen endete die MUT-TOUR 2024 am 3. September nach fast 4000 Kilometern in Osnabrück.
Entlang der Route fanden deutschlandweit im Rahmen der MUT-TOUR 58 Aktionstage statt. Sie werden in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen organisiert und bieten Infos rund um Depressionen sowie vielfältige Mitmach-Angebote.
Stets mit im Gepäck war der aus der Tour entstandene “MUT-ATLAS” – ein Online-Wegweiser rund um die psychische Gesundheit. Auf einer Karte bildet er Angebote gebündelt ab wie z. B. Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen oder Therapieangebote. Die Nutzung ist kostenlos, anonym und datenschützend – was den MUT-ATLAS laut der Macher bisher einzigartig in Deutschland mache.
Aber wie viele solcher Angebote lebt auch dieser Atlas von der Teilnahme und der Informationsweitergabe. Um möglichst viele solcher Hilfsangebote darzustellen, werden daher weitere Kooperationen mit übergeordneten Trägern mentaler Gesundheitsangebote gesucht, ebenso wie ehrenamtliche MUT-Scouts, die Angebote recherchieren und in den Atlas eintragen.
Michaela Göddenhoff ist schon seit Jahren mit der MUT-TOUR unterwegs. Sie wünscht sich mehr Transparenz im Gesundheitssystem: “Als ich mich aufgrund meiner Alkoholabhängigkeit auf die Suche nach Hilfe begab, fühlte ich mich durch die Erkrankung bereits ziemlich verloren. Bei meinen Internetrecherchen überforderte mich die Intransparenz im Unterstützungssystem dann noch mehr. Insgesamt war die Suche ein langwieriger und schmerzhafter Prozess. Deshalb ist es so wichtig, dass es nun ein kompaktes und übersichtliches Angebot wie den MUT-ATLAS gibt. Suchende können hier kostbare Energie sparen und schneller die Unterstützung finden, die sie brauchen.”
Der MUT-ATLAS ist aus der MUT-TOUR heraus entstanden, da viele Teilnehmende und Menschen, mit denen sie auf den Etappen ins Gespräch kamen, ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Beide Projekte gehen auf den Trägerverein Mut fördern e.V. zurück, der 2022 von Sebastian Burger und langjährigen Tour-Teilnehmenden gegründet wurde.
Mehr Informationen zur jährlichen Aktion und zum Verein gibt es unter www.mut-tour.de. Weiterführende Infos beispielsweise zum MUT-Atlas findet ihr unter www.mut-foerdern.de.

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