Barbara Merz-Weigandt
· 18.06.2026
In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.
Viele Radfahrerinnen und Radfahrer unterschätzen, was Hitze mit dem Körper macht. Beim Radeln produziert der Muskel bereits bei moderatem Tempo erhebliche Wärme – von außen kommt dann noch die Sonnenstrahlung dazu. Das Ergebnis kann ein gefährlicher Hitzestau sein, der sich schleichend ankündigt: mit Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder plötzlicher Erschöpfung. Im schlimmsten Fall droht ein Hitzschlag, der medizinische Notfallversorgung erfordert. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich sicher und sogar angenehm bei hohen Temperaturen radfahren.
Der wichtigste Tipp kostet keinen Cent und erfordert nur eine kleine Umgewöhnung: Vermeiden Sie die Mittagszeit. Zwischen 11 und 16 Uhr steht die Sonne am höchsten, die UV-Strahlung ist am stärksten, und der Asphalt heizt sich auf bis zu 60 Grad auf – was die gefühlte Temperatur zusätzlich erhöht. Planen Sie längere Touren in die frühen Morgenstunden. Wer um 6 oder 7 Uhr losfährt, genießt kühle Temperaturen, wenig Verkehr und oft ein besonderes Licht. Alternativ bieten sich Abendtouren ab 18 Uhr an, wenn die Hitze nachlässt.
Beim Radfahren in der Hitze verliert der Körper durch Schwitzen bis zu einem Liter Flüssigkeit pro Stunde – bei Hochleistung sogar mehr. Ein Flüssigkeitsmangel von nur zwei Prozent des Körpergewichts verschlechtert bereits spürbar Konzentration und Leistungsfähigkeit. Die Regel lautet: Trinken, bevor der Durst kommt. Wer erst trinkt, wenn er Durst verspürt, ist bereits leicht dehydriert.
Praktischer Hinweis: Isolierte Trinkflaschen* halten Wasser länger kühl. Zwei-Liter-Trinkrucksäcke (Hydration Packs) sind für längere Touren empfehlenswert.
Baumwoll-T-Shirts sind bei Hitze eine schlechte Wahl: Sie saugen Schweiß auf, werden schwer und kleben unangenehm am Körper.
Moderne Funktionswäsche aus Polyester oder Merinowolle transportiert Feuchtigkeit nach außen und kühlt den Körper durch Verdunstung.
Radfahrerinnen und Radfahrer sind oft stundenlang der Sonne ausgesetzt – und vergessen dabei häufig, dass auch Wolken UV-Strahlung durchlassen.
In der Hitze ist der Körper bereits damit beschäftigt, die Kerntemperatur zu regulieren. Für sportliche Höchstleistungen bleibt weniger Energie. Wer das ignoriert und mit gewohntem Tempo fährt, riskiert einen Einbruch.
Nicht jede Strecke eignet sich gleich gut für Sommertouren.
Das Wichtigste überhaupt: Auf den Körper hören. Hitzekrampf, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag sind drei verschiedene Stufen einer gefährlichen Eskalation.
| Symptom | Mögliche Ursache | Maßnahme |
| Muskelkrämpfe | Elektrolytmangel | Pause, Elektrolyte, Wasser |
| Schwindel, Übelkeit, blasse Haut | Hitzeerschöpfung | Sofort anhalten, Schatten, kühlen |
| Verwirrung, heiße rote Haut, Bewusstlosigkeit | Hitzschlag | Notruf 112, sofort kühlen |
Steigen Sie ab, sobald Sie sich benommen, ungewöhnlich schwach oder verwirrt fühlen. Suchen Sie Schatten, trinken Sie und warten Sie, bis es Ihnen besser geht. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall – zögern Sie nicht, den Notruf zu rufen.
Auch das Rad leidet unter Hitze:
Hitze fordert Respekt, nicht Verzicht Radfahren bei Hitze bedeutet nicht, das Fahrrad stehen zu lassen. Es bedeutet, klüger zu fahren: früher aufzustehen, langsamer zu machen, öfter zu trinken und auf den eigenen Körper zu achten. Wer diese Regeln verinnerlicht, wird feststellen: Die stillen Sommermorgenstunden auf dem Fahrrad gehören zu den schönsten Erlebnissen der Saison.

Chefredakteurin
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.