​Auf den Händen stehenUnd warum man dafür das richtige Holz braucht

Dimitri Lehner

 · 28.07.2026

Greift sich angenehm für Fitness-Übungen: die Holz-Parallettes von Antworks aus Österreich. Wir haben die Dinger getestet.
Foto: Laurin Lehner
Wer Calisthenics ernst nimmt, braucht eigentlich nichts. Außer vielleicht zwei schöne Holzbügel. Ein Praxistest über Handstände, Handgelenke und die älteste Fitnessidee der Welt.

Themen in diesem Artikel

Zwei Bügel, unendlich viele Möglichkeiten

Handflächen auf den Boden, fertig – technisch kann jeder einen Handstand oder eine Liegestütze machen. Aber schöne Geräte animieren. Die Parallettes von Antworks sind so ein Fall: zwei Bügel aus Birkenmultiplex und unbehandelter Esche, gefertigt in Österreich. Kein Discounter-Plastik für unter zehn Euro – sondern Handwerk, das man spürt. Und das man anfassen will.

Klein, aber doppelt

Das Clevere steckt im Detail: Die Parallettes funktionieren in zwei Positionen. Aufrecht stehen sie 230 mm hoch – ideal für L-Sits, Dips und dynamische Übungen. Seitlich abgelegt schrumpfen sie auf 70 mm – perfekt für Liegestütze mit maximaler Kontrolle oder Handstandtraining. Ein Gerät, zwei Höhen, ein Dutzend Übungen. Der 40-mm-Holmdurchmesser liegt satt in der Hand, die 450 mm Breite gibt Raum für saubere Technik.

Ein Hinweis, den man kennen sollte: Auf glattem Untergrund kann das unbehandelte Holz rutschen. Kein Dealbreaker – aber eine Yogamatte darunter schadet nicht.

Warum der Handstand die ehrlichste Übung ist

Seit Monaten stehen die Parallettes bei mir im täglichen Einsatz – meistens fürs Handstandtraining. Zu Recht gilt der Handstand als König der Calisthenics-Übungen: Er aktiviert den gesamten Körper von den Fingerspitzen bis zu den Zehen, schult das Gleichgewichtssystem des zentralen Nervensystems und deckt muskuläre Schwachstellen gnadenlos auf. Kein Muskel darf sich drücken. Dazu kommt der mentale Aspekt: Kopf unten, Schwerpunkt halten, Fokus behalten. Das Gehirn lernt mit.

Nebenbei entlasten die Parallettes die Handgelenke erheblich – die neutrale Griffposition reduziert den Druck, der beim klassischen Bodenhandstand oft schmerzhaft wird.

Calisthenics: Schön. Stark. Griechisch.

Das Wort kommt aus dem Griechischen: kalos (schön) und sthenos (Kraft). Das Konzept ist älter als jedes Fitnessstudio. Trainiert wird mit dem eigenen Körpergewicht – an Stangen, Barren, Böden oder einfach an der Kaffeemaschine. Zehn Liegestütze hier, ein kurzer Handstand im Büroflur dort: Mikro-Training, über den Tag verteilt, summiert sich. Was dabei entsteht, ist keine aufgeblasene Disco-Muskulatur – sondern funktionale Kraft, die tatsächlich etwas kann. Fitnessautor Mark Lauren bringt es auf den Punkt: „Be your own Gym!“

Das System dahinter

Calisthenics braucht wenig, bietet viel. Die Grundübungen – Push-ups, Pull-ups, Squats, Dips – kennt jeder. Wer weitergeht, arbeitet auf Moves hin, die aussehen wie Zauberei: Muscle-up, Front Lever, Human Flag. Immer mit dem eigenen Körper als Widerstand, immer als Verbundübung ganzer Muskelketten.

Mein Fazit zu den Holzbügeln von Antworks

Die Parallettes von Antworks sind ein schönes Hilfsmittel für Liegestütze, L-Sit und Handstand. Nicht billig, dafür schön wie ein kleines Kunstwerk, funktional und nachhaltig. #keinChinaPlastikKram. Preis: 109 €. Das rechtfertigt den Aufpreis gegenüber dem Discounter-Griffen. Fußnote: Die Dinger sind größer als man denkt, keine kleinen Griffe, die in einen Schuhkarton passen – just saying!

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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