Was tun bei Rückenschmerzen?

Björn Kafka

 · 17.07.2010

Was tun bei Rückenschmerzen?Foto: Georg Grieshaber
Was tun bei Rückenschmerzen?

Schmerz lass nach: In unserer neuen Serie helfen wir Radsportlern, die klassischen Biker-Wehwehchen zu kurieren. Diesmal: Rückenschmerzen.

Altern ist gnadenlos: Erst finden sich graue Haare, dann sammelt sich ein Fettring, der so hartnäckig wie Teppichkleber an der Hüfte klebt. Und dann der nächste Dämpfer fürs Biker-Gemüt: “Bei jedem, der die 35 zu fassen hat, finden sich degenerative Prozesse in der Wirbelsäule. Es ist lediglich eine Frage, wie man den Verfall verlangsamt”, sagt Physiotherapeut Olaf Jenewein. Toll, ich befinde mich also auf dem absteigenden Ast – verstoffwechsle mich in Richtung einer unaufhaltsamen Kette, die übers Trekking-Bike bis ins Grab führt? Aber wie soll ich dem Verfall Einhalt gebieten? Einfrieren, Doping?

Verlagssonderveröffentlichung

Gebeugte Haltung verursacht Schmerzen

“Nicht ganz”, erklärt Jenewein, “man muss einfach das Prinzip ,Use it or lose it‘ verinnerlichen.” Denn wer seine Muskeln nicht benutzt, wird sie schwinden sehen und dabei seinen Knochen-, Sehnen-, und Gelenk-Apparat nachhaltig schädigen. Bei Bikern ist der Rückenstreckermuskel ein besonders gefährdeter Bereich. Denn durch die gebeugte Haltung, die man auf dem Bike einnimmt, wird die Funktion dieses Muskels praktisch ausgeschaltet. “Aus diesem Grund müssen Biker Rumpftraining machen. Damit beugt man Hexenschüssen, Bandscheibenproblemen oder anderen Wehwehchen vor”, sagt Jenewein.

Rumpftraining gegen Rückenschmerzen

Zusammen mit dem Physiotherapeuten haben wir Ihnen deshalb ein effektives Rumpftraining zusammengestellt. Ein Pezzi-Ball, eine Turnmatte – das reicht, und Sie können den Rücken-Zipperlein den Kampf ansagen. Gegen graue Haare wird’s freilich nicht helfen.

Kräftigung der Rücken- und Hüftstrecker sowie der schrägen Bauchmuskulatur. Setzen Sie sich mit gestreckten Beinen hin. Die Hände neben das Gesäß, wobei die Finger leicht nach außen zeigen. Drücken Sie sich hoch. Ziehen Sie dabei die Schulterblätter nach hinten in Richtung Wirbelsäule. Ferse und Schultern sollten eine Gerade bilden. Wer die Belastung steigern möchte, kann ein Bein anheben. Achtung: dabei die Hüfte nicht abkippen lassen.
Foto: Georg Grieshaber

Diese Rückenprobleme haben Radfahrer:

Trainieren Sie zweimal in der Woche jede Übung zehn Mal für je zehn Sekunden. Pause 15 Sekunde.


1. Hexenschuss


Was passiert: Es ist wie verhext mit dem Hexenschuss – man weiß einfach nicht genau, wie er entsteht.


Auf dem Bike: Beim Radfahren an sich tritt ein Hexenschuss selten auf. Aber Biker neigen allgemein dazu, weil deren komplette Rumpfmuskulatur häufig schlecht ausgebildet ist.


2. Bandscheiben-Vorfall


Was passiert: Die Bandscheiben, kleine Gel-Kissen, liegen zwischen den Wirbeln. Wenn die Außenhülle der Gel-Kissen beschädigt wird, tritt Gallertflüssigkeit aus und drückt auf die Nerven.


Auf dem Bike: Die Bandscheiben bei Bikern sind durch die gebeugte Haltung einseitig ausgebildet und werden gequetscht.


3. Iliosakral-Gelenk blockiert


Was passiert: Das Gelenk, das Kreuz- und Darmbein miteinander verbindet und beim Gehen als Stoßdämpfer wirkt, ist blockiert. Die Bänder stehen unter Dauerspannung und werden gereizt.


Auf dem Bike: Durch die starre Haltung neigt das Gelenk schneller dazu, zu blockieren. Besonders Straßenfahrer sind betroffen.

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