Tim Farin
· 13.08.2026
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Die bunten Klebestreifen sind aus dem Radsport nicht mehr wegzudenken. Sportmediziner Dr. Lutz Graumann setzt sie in seiner täglichen Arbeit ein, allerdings ausschließlich als Bestandteil eines umfassenden Therapiekonzepts. Eine isolierte Anwendung lehnt er ab.
Das elastische Band soll eine Art Mikromassage im Gewebe erzeugen und dadurch Durchblutung sowie Stoffwechsel anregen. Die Theorie dahinter: Bewegungsreize werden über Hautrezeptoren schneller ans Gehirn geleitet als Schmerzreize und überlagern diese. Wissenschaftlich belegt ist dieser Mechanismus bisher nicht. Eine umfangreiche Übersichtsarbeit aus China wertete 128 Reviews aus. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Eine Wirkung auf Schmerz und Beweglichkeit ist möglich, bleibt jedoch gering und hält nur kurz an.
Für Radfahrer kann das Tape helfen, Verspannungen im Nacken, der Lendenwirbelsäule oder am Knie während der Ausfahrt erträglicher zu machen. Graumann betont jedoch: Erst die Ursache klären. Tape auf ungeklärten Schmerz zu kleben gleicht dem Abkleben einer Warnleuchte. Zeigt sich nach 48 Stunden kein Effekt, sollte das Tape entfernt werden. Die Farbe spielt dabei keine Rolle – die ursprünglichen Tapes waren alle weiß. Das Tape bleibt ein Werkzeug im Köfferchen, ersetzt aber weder ein professionelles Bikefitting noch Mobilitätstraining oder den Gang zum Arzt.

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