Jan Timmermann
· 16.07.2026
Ausdauer entsteht durch Geduld und Kontinuität. Wer lange Strecken erfolgreich bewältigen möchte, braucht keine Geheimrezepte. Entscheidend sind regelmäßiges Training, ein gut entwickeltes Ausdauerfundament, eine passende Ernährungsstrategie und ausreichend Erholung. Wer den Trainingsumfang schrittweise steigert und auf die Signale seines Körpers hört, wird nicht nur weiter fahren können, sondern auch mehr Freude an langen Tagen im Sattel haben. Denn gerade auf den ganz langen Distanzen gewinnt selten der Fahrer mit den meisten Trainingskilometern – sondern meist derjenige, der am konstantesten trainiert hat.
Das hängt von deinem aktuellen Fitnessniveau und deinem Ziel ab. Wer regelmäßig Rad fährt, kann sich innerhalb von acht bis zwölf Wochen gezielt auf Touren von 100 bis 150 Kilometern vorbereiten.
Wichtiger als hohe Trainingsumfänge sind dabei Kontinuität und eine schrittweise Belastungssteigerung. Der Körper benötigt Zeit, um Ausdauer, Muskulatur und Stoffwechsel an längere Belastungen anzupassen.
Für die meisten Hobbyfahrer sind drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche ausreichend. Regelmäßigkeit ist wichtiger als einzelne besonders harte Trainingstage.
Eine typische Trainingswoche könnte so aussehen:
Die Grundlagenausdauer bildet das Fundament für alle langen Fahrten. Sie beschreibt die Fähigkeit, über viele Stunden hinweg eine moderate Belastung aufrechtzuerhalten.
Durch gezieltes Ausdauertraining verbessert der Körper die Sauerstoffaufnahme, die Fettverbrennung, die Energieeffizienz und die Belastungsverträglichkeit. Wer lange Strecken fahren möchte, sollte den Großteil seines Trainings in einem ruhigen bis moderaten Intensitätsbereich absolvieren.
Als Faustregel gilt: Die längste Vorbereitungseinheit sollte etwa 70 bis 80 Prozent der geplanten Wettkampf- oder Tourdistanz umfassen. Wer beispielsweise eine 200-Kilometer-Tour plant, muss nicht zwingend vorher 200 Kilometer trainieren. Eine oder mehrere Ausfahrten zwischen 140 und 160 Kilometern reichen in der Regel aus, um den Körper auf die Belastung vorzubereiten.
Eine sehr große. Auf langen Strecken entscheidet die Energieversorgung häufig über Erfolg oder Misserfolg. Viele Ausdauerfahrer machen den Fehler, erst dann zu essen, wenn der Hunger bereits spürbar wird. Dann ist es oft zu spät. Wichtige Grundregeln:
Der Flüssigkeitsbedarf variiert je nach Temperatur, Intensität und individuellem Schwitzverhalten. Als Orientierung gelten 500 bis 750 Milliliter pro Stunde bei moderaten Bedingungen, deutlich mehr bei großer Hitze. Regelmäßige kleine Trinkmengen sind meist besser verträglich als seltene große Mengen.
Ja. Auch wenn lange Ausdauerfahrten die Grundlage bilden, können Intervalle die Leistungsfähigkeit deutlich verbessern. Kurze intensive Belastungen fördern unter anderem die maximale Sauerstoffaufnahme, die Belastungstoleranz und die Tempohärte an Anstiegen. Bereits eine Intervall-Einheit pro Woche kann spürbare Fortschritte bringen.
Ja. Krafttraining wird von vielen Ausdauersportlern unterschätzt. Besonders wichtig sind Rumpfstabilität, Gesäßmuskulatur, Beinmuskulatur, Rücken- und Schultermuskulatur. Ein stabiler Körper ermüdet auf langen Strecken langsamer und kann eine effiziente Sitzposition über viele Stunden halten.
Training wirkt nicht während der Belastung, sondern in den Erholungsphasen. Deshalb sollten Ruhetage ein fester Bestandteil jedes Trainingsplans sein. Typische Warnzeichen für eine zu geringe Regeneration sind:
Die letzten Tage vor einem wichtigen Event sollten möglichst stressfrei verlaufen.
Empfehlenswert sind ausreichend Schlaf, eine reduzierte Trainingsbelastung, eine gute Flüssigkeitsversorgung sowie eine kohlenhydratreiche Ernährung und die rechtzeitige Materialkontrolle. Am Veranstaltungstag selbst gilt: defensiv starten. Viele Fahrer verlieren Zeit und Energie, weil sie auf den ersten Kilometern ein zu hohes Tempo anschlagen.
Ich liebe lange Touren! Langdistanzen sind längst zum Trend geworden und die Ultracycling-Szene versetzt Radsportler immer wieder ins Staunen. Doch es muss meiner Meinung nicht extrem sein. Wichtiger als die Zahlen auf dem Bike-Computer ist oft die mentale Einstellung. Sie entscheidet über Freude oder Qual. Mit diesem zehn Tipps sind Ausdauer-Fahrer gut vorbereitet. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
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