Effektives MTB-Training nach PlanSo steuerst Du Dein Tempo beim Biken

Schnell oder langsam? Das sollten Beine und Kopf nicht nur spontan entscheiden. Kluge Sportler trainieren eine passende Tempo-Steuerung.
Foto: Max Fuchs
Tempo tötet, so lautet ein Motto im Bereich der Trainingssteuerung. Wer zu früh zu viel Gas gibt, brennt schnell aus. Nur gemütlich Treten funktioniert in Training und Wettkampf aber auch nicht. Wir zeigen zwei Methoden, um das eigene Tempo beim Mountainbiken einzuschätzen.

Themen in diesem Artikel

​Training ist Timing. Alles dreht sich um wie lange, wie schnell und wie lange pausieren. Der Körper hat nur begrenzte Glykogenspeicher. Um die zur Verfügung stehenden Energiereserven optimal zu nutzen, muss das Tempo gesteuert werden. Eine gleichmäßige Belastung sorgt dafür, dass Radsportler ihre Energie optimal über die gesamte Distanz verteilen können. Zu schnelles Tempo führt zu schweren Beinen, Leistungsabfall und frühzeitiger Ermüdung. Über eine kluge Tempoeinteilung kann die Laktatbildung kontrolliert werden. Nur mit einer cleveren Steuerung können Mountainbiker das Optimum aus ihrem Training herausholen. Auch im Wettkampf gewinnt meist der Sportler, der seine Leistung am besten dosieren kann. Biker, die ihr Tempo einteilen können, bleiben auch in stressigen Situationen mental ruhiger und können Panik oder Motivationsverlust besser entgegenwirken.

Mehr Motivation, weniger Laktat, effektives Training: Eine clevere Tempoeinteilung hat für Mountainbiker viele Vorteile.Foto: Max FuchsMehr Motivation, weniger Laktat, effektives Training: Eine clevere Tempoeinteilung hat für Mountainbiker viele Vorteile.

​Vielen Sportlern sind die Kennwerte der Herzfrequenz bekannt. Auch sie ist zur Steuerung geeignet, vorzugsweise aber nur bis zur mittleren Intensität, weil sie träger reagiert als etwa eine präzise Leistungsmessung. „Wie schnell“ kann man zur Wissenschaft machen, aber wir plädieren für eine einfache Tempo-Ampel.

Ich persönlich steure mein Tempo ausschließlich über mein Körpergefühl. Dieses Gefühl in die Farbcodes einer Ampel zu übersetzen vereinfacht die Einschätzung. Die Herzfrequenz ist ein launischer Wert und schon von Kleinigkeiten, wie dem morgendlichen Kaffee abhängig. Das Training nach Watt-Werten ist präziser aber abhängig von technischen Helferlein. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Damit der Spaß niemals vergeht: Effektives Training braucht eine gute Temposteuerung.Foto: Thomas WeschtaDamit der Spaß niemals vergeht: Effektives Training braucht eine gute Temposteuerung.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Die Tempo-Ampel

Die Tempo-Ampel ist eine der einfachsten Methoden, um das eigene Tempo zu steuern und auch für Einsteiger geeignet. Dafür braucht es keine teure Messtechnik aber ein gewisses Maß an Körpergefühl. Das Training sowie die Fahrsituationen in den verschiedenen Farbzonen unterscheidet sich:

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
  • Grün: Grundtempo, sollte stundenlang möglich sein, knappe Gespräche sind führbar. Je nach Länge wird die Belastung etwas angepasst
  • Gelb: Schwellentempo, 10 bis 30 Minuten intensiv, typisch für mittellange Anstiege
  • Orange bis Rot: Spitzentempo über vier Minuten, typisch für kurze, steile Steigungen
Eine gute Tempo-Ampel hält Radsportler nicht auf, sondern sorgt dafür, dass sie länger und effektiver fahren können.Foto: StorychiefEine gute Tempo-Ampel hält Radsportler nicht auf, sondern sorgt dafür, dass sie länger und effektiver fahren können.

Trainingszonen nach FTP

Wer nach Watt trainiert, kann feiner einteilen und Intervalle maßschneidern. Diese Methode eignet sich für alle Sportler, die ihr Training genau kontrollieren und steuern wollen. Die Trainingszonen können anhand der Functional Threshold Power (FTP) definiert werden:

  • Kompensationsbereich: bis 55% FTP, dient der Erholung
  • Grundlagenausdauer 1: bis 77% FTP, Grundtempo aller Trainings
  • Grundlagenausdauer 2: bis 90% FTP, Tempotrainings, lange Intervalle
  • Entwicklungsbereich: bis 105% FTP, Schwellentempo, max. eine Stunde
  • Aerobe Kapazität: bis 130% FTP, harte Intervalle bis max. acht Minuten
  • Anaerobe Kapazität: bis 180% FTP, sehr harte Intervalle bis max. zwei Minuten

80 Prozent des gesamten Trainings entfallen auf den Grundlagenbereich, nur maximal 20 Prozent auf den intensiven Bereich (Entwicklungsbereich und höher).

Tempo-Einteilung via Watt, beziehungsweise FTP-Wert ist die genauste Form der Trainingssteuerung.Foto: Max FuchsTempo-Einteilung via Watt, beziehungsweise FTP-Wert ist die genauste Form der Trainingssteuerung.

Der ultimative 3-Monats Trainingsplan

Um Biker auf ihren Saisonhöhepunkt vorzubereiten hat Bike einen 3-Monats-Plan entwickelt, der sicher zum Ziel führt. Drei separate Phasen gipfeln in der hoffentlich erfolgreichen Teilnahme an einem MTB-Wettkampf. Voraussetzung ist eine Tempoeinteilung im Training:

BIKE gibt Mountainbikern den idealen Trainingsplan zur Hand, um sich jetzt noch auf die Saison 2026 vorzubereiten.Foto: Georg GrieshaberBIKE gibt Mountainbikern den idealen Trainingsplan zur Hand, um sich jetzt noch auf die Saison 2026 vorzubereiten.

Fazit

Eine gute Tempoeinteilung ist für ambitionierte Radsportler das A und O - egal ob im Training oder im Wettkampf. Etablierte Methoden, wie die Tempo-Ampel oder die Zonen-Einteilung nach FTP-Wert, können Bikern dabei helfen ihre Ziele auch wirklich zu erreichen. Mit einem guten Gefühl für das eigene Tempo und einem strukturierten Trainingsplan kann in dieser Mountainbike-Saison eigentlich nichts mehr schiefgehen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Immer nur Vollgas ist nicht die Lösung für Training und Wettkampf. Besser: Eine Temposteuerung mit Köpfchen.Foto: Thomas WeschtaImmer nur Vollgas ist nicht die Lösung für Training und Wettkampf. Besser: Eine Temposteuerung mit Köpfchen.

Meistgelesen in der Rubrik Training