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Mountainbikes sind heute besser als sie jemals waren: satte Fahrwerke, starke Motoren, stabile Schaltungen. Man könnte die Liste noch lange so weiterführen, bis man schließlich auf ein entscheidendes Manko vieler aktueller MTB-Rahmen stößt. Häufig bleibt kaum mehr Platz für eine große Trinkflasche, geschweige denn zwei. Eine ausreichende Flüssigkeitsversorung ist auf dem Trail jedoch lebensnotwendig. Schon bei normalen Temperaturen sollte man auf einer vierstündigen Tour etwa 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Kein Rahmen bietet diese Möglichkeit.
Doch das ist nur ein Punkt, weshalb die Trinkflasche nicht immer die beste Lösung ist, um seinen Durst während der Tour zu stillen. Trails verlangen Aufmerksamkeit, Körperspannung und schnelle Entscheidungen. Wer dabei erst den Rucksack absetzen oder die Flasche aus dem Rahmen ziehen muss, trinkt oft zu wenig und merkt das meist erst, wenn die Leistung nachlässt.
Dabei ist die Lösung eigentlich simpel: trinken, bevor der Durst kommt. Genau hier spielt die Trinkblase ihre Stärke aus. Ein Schluck Wasser ist jederzeit verfügbar, ohne die Hände lange vom Lenker zu nehmen oder den Blick vom Trail abzuwenden. Das klingt nach einem kleinen Detail, macht auf längeren Touren jedoch einen erstaunlich großen Unterschied.
Wer bereits einmal einen langen Anstieg in der Sommersonne oder eine mehrstündige Trailrunde gefahren ist, kennt das Problem: Die Trinkflasche sitzt zwar im Rahmen, doch in technischem Gelände oder bei Fullys mit wenig Platz ist sie oft schlecht erreichbar. Je ruppiger der Trail wird, desto seltener trinken viele Fahrer.
Eine Trinkblase verlegt den Wasservorrat direkt in den Rucksack. Der Trinkschlauch endet griffbereit vor der Brust, sodass die Flüssigkeitsaufnahme praktisch nebenbei erfolgt. Gerade bei Marathonrennen, langen Touren, Alpencross-Abenteuern oder Bikepacking-Trips kann das ein echter Vorteil sein.
Vor allem auf anspruchsvollen Trails sorgt das Plus an Sicherheit für einen echten Mehrwert. Wer nicht mit einer Hand am Lenker und der anderen an der Flasche hantieren muss, bleibt konzentrierter und kontrollierter unterwegs.
So praktisch Hydration-Systeme sind – ein Allheilmittel sind sie nicht. Der größte Kritikpunkt bleibt die Reinigung. Während eine Trinkflasche schnell ausgespült ist, verlangt eine Trinkblase mehr Aufmerksamkeit: Schlauch, Ventil und Reservoir sollten regelmäßig gereinigt und vollständig getrocknet werden.
Hinzu kommt, dass eine Trinkblase nur eingeschränkt erkennen lässt, wie viel Wasser tatsächlich noch vorhanden ist. Während man bei der Flasche den Füllstand auf einen Blick kontrolliert, bleibt bei der Blase oft nur das Schätzen.
Für die schnelle Feierabendrunde von einer Stunde kann eine klassische Trinkflasche deshalb weiterhin die einfachere Lösung sein.
Das ist die häufigste Variante. Die Trinkblase wird in einem speziellen Fach des Bike-Rucksacks verstaut und über einen Schlauch mit Beißventil genutzt.
Mit dem Trend zu Hüfttaschen haben viele Hersteller spezielle Hydration-Hip-Bags entwickelt. Die Trinkblase sitzt dabei waagerecht im Hüftgurt.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich während der Tour häufig zu wenig trinke. Die Folge bei mir: Kopfschmerzen nach der Ausfahrt. Auf Toure die länger als zwei Stunden dauern, greife ich deshalb gerne zur Trinkblase. Für mich hat das System nur Vorteile: Kein lästiges Greifen zur Flasche, kein Gefummel in technischen Passagen, dafür kontinuierliche Flüssigkeitsversorgung während der Fahrt. Solange man die Blase nur mit klarem Wasser befüllt, hält sich auch der Reinigungsaufwand in Grenzen. Für Alpen-Touren, auf Transalp oder beim Marathon ist die Trinkblase daher eine echte Empfehlung. Für die kurze Feierabendrunde ist eine Trinkflaschen allerdings die bessere Wahl.
Wer mehr trinkt, fährt länger, konzentrierter und meist auch mit mehr Spaß. Und genau darum geht es am Ende doch auf dem Mountainbike.

Redakteur
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