Fahrtechnik

Mit der richtigen Technik locker bergauf mit dem E-MTB

Markus Greber

 · 26.07.2016

Mit der richtigen Technik locker bergauf mit dem E-MTBFoto: Markus Greber
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Trial-Profi Stefan Schlie war der erste, der sich mit dem Thema E-Bike-Fahrtechnik auseinandergesetzt hat. Für EMTB zeigt er seine besten Tricks.

Er fliegt scheinbar schwerelos über Felsstufen, zirkelt sein Bike wie ein Präzisionsmesser um Haarnadelkurven und meistert steilste Rampen mit einem entspannten Lächeln im Gesicht. Und das alles bergauf. Stefan Schlie, Ex-Trial-Profi und E-MTB-Pionier zeigt in seinen Videos eindrucksvoll, was er unter "Uphillflow" versteht.
Techniken, die er mit seinem Hintergrund aus dem Trial-Sport teils selbst kreiert hat.

E-MTB-Fahren bedeutet Spaßmaximierung, vor allem auch bergauf. Möglich machen das zum einen leistungsfähige und fein dosierbare Motoren in Kombination mit ausgefeilten, sportlichen Geometrien und leichten Materialien. Der unrunde Tritt wird präzise in gleichmäßigen Vortrieb umgewandelt und sorgt für unglaubliche Traktion. Viele gestandene Mountainbike-Hersteller kombinieren ihre gesammelten Erfahrungen in Sachen Federung, Geometrie und Kinematik mit der neuen Motoren-Generation von Bosch, Brose & Co. Das beste aus zwei Welten – eine Mischung, die es so erst seit kurzer Zeit gibt. In der ersten Folge der EMTB-Fahrtechnikserie geht es zunächst um Basiseinstellungen. Denn zu den üblichen Bedienmöglichkeiten wie Schaltung, Bremsen und Sattelstütze gesellt sich jetzt noch der Schalter für die Unterstützungsstufen. Zudem sollten Sie sich ein paar Besonderheiten zu Gemüte führen, die sich zum Teil komplett von der Standard-Mountainbike-Fahrtechnik unterscheiden. Hätten Sie gewusst, dass es sich bergauf leichter fährt, wenn man bremst? Oder, dass es wie beim Skateboard- oder Snowboard-Fahren eine Schokoladenseite gibt, die es herauszufinden gilt? All diese Dinge erfahren Sie auf den nächsten Seiten. Dazu gleich einige spezielle Anwendungsbeispiele: Hindernisse überwinden, Serpentinen fahren, über Wurzelteppiche fliegen. Lesen Sie Stefans Tipps. Und dann nix wie raus zum Üben. Viel Spaß!

BILD 3: Jetzt wird es ernst: Der Schwung muss reichen, um die holprige Stelle zu überrollen. Gleichzeitig strecken Sie sich und entlasten damit das Bike (3). Der "gute" Fuß ist jetzt wieder vorne. Wenn man aufhört zu treten, schiebt der Motor noch leicht nach (abhängig vom Hersteller). Dieser Nachlauf erhält den Schwung und unterstützt damit das Manöver.Foto: Markus Greber
BILD 3: Jetzt wird es ernst: Der Schwung muss reichen, um die holprige Stelle zu überrollen. Gleichzeitig strecken Sie sich und entlasten damit das Bike (3). Der "gute" Fuß ist jetzt wieder vorne. Wenn man aufhört zu treten, schiebt der Motor noch leicht nach (abhängig vom Hersteller). Dieser Nachlauf erhält den Schwung und unterstützt damit das Manöver.
BILD 1: Pedal-Management ist das A und O beim Uphill. Denn, wenn man aufhört zu treten, ist die Unterstützung weg. Um sicher technische Passagen zu meistern, ist es wichtig herauszufinden, welcher Fuß vorne und welcher hinten steht. Adäquat zum Rechts/Linkshänder oder zu Sportarten wie Skate- oder Snowboard-Fahren (Regular/Goofy) hat jeder seine Schokoladenseite. Trialer sprechen auch vom "guten" oder "schlechten" Fuß. Der "gute" Fuß steht vorne. Sie können Ihre Schokoladenseite beim Bergabfahren oder auch schon beim Rollen in der Ebene feststellen (Bild 1).Foto: Markus Greber
BILD 1: Pedal-Management ist das A und O beim Uphill. Denn, wenn man aufhört zu treten, ist die Unterstützung weg. Um sicher technische Passagen zu meistern, ist es wichtig herauszufinden, welcher Fuß vorne und welcher hinten steht. Adäquat zum Rechts/Linkshänder oder zu Sportarten wie Skate- oder Snowboard-Fahren (Regular/Goofy) hat jeder seine Schokoladenseite. Trialer sprechen auch vom "guten" oder "schlechten" Fuß. Der "gute" Fuß steht vorne. Sie können Ihre Schokoladenseite beim Bergabfahren oder auch schon beim Rollen in der Ebene feststellen (Bild 1).
BILD 2: Ebenfalls wichtig für das Pedal-Management ist die richtige Gangwahl. Dieser Kompromiss liegt irgendwo im mittleren Übersetzungsbereich. Auch folgende Faustregel kommt aus dem Trial-Bereich: Ein guter Gang zum Üben ist eine Übersetzung, bei der man mit einer halben Pedalumdrehung etwa eine Radlänge zurücklegt. Ein Fixpunkt am Boden (Rucksack) hilft beim Austesten (Bild 2 und 3).Foto: Markus Greber
BILD 2: Ebenfalls wichtig für das Pedal-Management ist die richtige Gangwahl. Dieser Kompromiss liegt irgendwo im mittleren Übersetzungsbereich. Auch folgende Faustregel kommt aus dem Trial-Bereich: Ein guter Gang zum Üben ist eine Übersetzung, bei der man mit einer halben Pedalumdrehung etwa eine Radlänge zurücklegt. Ein Fixpunkt am Boden (Rucksack) hilft beim Austesten (Bild 2 und 3).
BILD 3: ... die richtige Gangwahl ...Foto: Markus Greber
BILD 3: ... die richtige Gangwahl ...
Tunen Sie Ihre Sitzposition auf Uphill-Modus: Fahren Sie die Sattelstütze runter, etwa zwei bis drei Zentimeter unter die gewohnte Position. Das gibt Kontrolle in technischem Geläuf. So können Sie das Bike besser unter sich bewegen. Auch wichtig: Neigen Sie die Sattelnase leicht nach unten. Das gibt festen Sitz, verhindert das Abrutschen in steilen Passagen und entlastet die Arme beim Halten des Lenkers.Foto: EMTB Magazin
Tunen Sie Ihre Sitzposition auf Uphill-Modus: Fahren Sie die Sattelstütze runter, etwa zwei bis drei Zentimeter unter die gewohnte Position. Das gibt Kontrolle in technischem Geläuf. So können Sie das Bike besser unter sich bewegen. Auch wichtig: Neigen Sie die Sattelnase leicht nach unten. Das gibt festen Sitz, verhindert das Abrutschen in steilen Passagen und entlastet die Arme beim Halten des Lenkers.
Die richtige Cockpit-Einstellung ist beim E-MTB besonders wichtig, denn neben Bremse, Schaltung und Vario-Stütze kommt ein wichtiges Element hinzu: der Unterstützungsstufenschalter. Stellen Sie ihn so ein, dass er mit dem Daumen erreichbar ist, ohne die Hand vom Griff zu nehmen. Trotzdem ist natürlich die Position des Bremshebels noch wichtiger als der Unterstützungsschalter. Dieser sollte natürlich in der gewohnten Position bleiben.Foto: Markus Greber
Die richtige Cockpit-Einstellung ist beim E-MTB besonders wichtig, denn neben Bremse, Schaltung und Vario-Stütze kommt ein wichtiges Element hinzu: der Unterstützungsstufenschalter. Stellen Sie ihn so ein, dass er mit dem Daumen erreichbar ist, ohne die Hand vom Griff zu nehmen. Trotzdem ist natürlich die Position des Bremshebels noch wichtiger als der Unterstützungsschalter. Dieser sollte natürlich in der gewohnten Position bleiben.
Finger an die Bremse, immer, auch bergauf. "Brake Move Control", ein Begriff aus dem Kartsport. Man bleibt auf dem Gas und dosiert die Geschwindigkeit nur mit der Bremse. Je rumpeliger das Gelände, desto wichtiger ist diese Technik. So bleibt der Vortrieb des Motors bestehen, der Reifen behält Traktion. Treten Sie vor allem in kleinen Gängen und in langsamen, trialigen Passagen regelrecht in die gezogene Bremse. So halten Sie den Schub des Motors am längsten aufrecht.Foto: Markus Greber
Finger an die Bremse, immer, auch bergauf. "Brake Move Control", ein Begriff aus dem Kartsport. Man bleibt auf dem Gas und dosiert die Geschwindigkeit nur mit der Bremse. Je rumpeliger das Gelände, desto wichtiger ist diese Technik. So bleibt der Vortrieb des Motors bestehen, der Reifen behält Traktion. Treten Sie vor allem in kleinen Gängen und in langsamen, trialigen Passagen regelrecht in die gezogene Bremse. So halten Sie den Schub des Motors am längsten aufrecht.
Sitzen bleiben Gegenüber der klassischen Fahrtechnik kommt auf dem E-MTB ein entscheidender Aspekt hinzu: Der Motor erlaubt bergauf ganz andere Steigungen. Die Traktion am Hinterrad wird jetzt zum limitierenden Faktor. Wie setze ich die zusätzliche Power des Motors optimal in Traktion und Steigfähigkeit um? Ganz klar: Es gibt eine neue Grundposition für Uphill-Passagen: sitzen. Und zwar verhältnismäßig aufrecht. Oft mit gestreckten Armen. Das gibt maximalen Druck aufs Hinterrad.Foto: Markus Greber
Sitzen bleiben Gegenüber der klassischen Fahrtechnik kommt auf dem E-MTB ein entscheidender Aspekt hinzu: Der Motor erlaubt bergauf ganz andere Steigungen. Die Traktion am Hinterrad wird jetzt zum limitierenden Faktor. Wie setze ich die zusätzliche Power des Motors optimal in Traktion und Steigfähigkeit um? Ganz klar: Es gibt eine neue Grundposition für Uphill-Passagen: sitzen. Und zwar verhältnismäßig aufrecht. Oft mit gestreckten Armen. Das gibt maximalen Druck aufs Hinterrad.
Anfahren am Berg Analog zur klassischen Mountainbike-Technik: Bike leicht schräg, oberer Fuß am Boden, das zum Tal gewandte Pedal in 2 Uhr-Stellung. Zum Anfahren schaltet man aber zwei Gänge höher als mit dem klassischen Bike. Zudem wählt man eine Unterstützungsstufe im unteren bis mittleren Bereich, sonst dreht der Reifen zu schnell durch. Finger weg vom Turbo, sonst bringt man die Kraft nicht auf den Boden. Dann beherzt Fuß aufs Pedal und ab in die Direttissima.Foto: Markus Greber
Anfahren am Berg Analog zur klassischen Mountainbike-Technik: Bike leicht schräg, oberer Fuß am Boden, das zum Tal gewandte Pedal in 2 Uhr-Stellung. Zum Anfahren schaltet man aber zwei Gänge höher als mit dem klassischen Bike. Zudem wählt man eine Unterstützungsstufe im unteren bis mittleren Bereich, sonst dreht der Reifen zu schnell durch. Finger weg vom Turbo, sonst bringt man die Kraft nicht auf den Boden. Dann beherzt Fuß aufs Pedal und ab in die Direttissima.
BILD 1: Spielend bergauf mit Gewichtsverlagerung Das Pedal-Management entscheidet hier über Fahrspaß und Absteigen. Auch hier empfiehlt sich der Trainingsgang, bei dem man mit einer halben Kurbelumdrehung eine Radlänge zurücklegt. Aus der Grundposition im Sitzen geht man mit dem Oberkörper leicht nach vorne. Jetzt entscheidet richtiges Timing und Augenmaß: Etwa eine Radlänge vor dem Hindernis sollten Sie das "falsche" Pedal vorne haben, um mit diesem den Bewegungsablauf zu beginnen. Jetzt treten Sie beherzt ins Pedal und lupfen gleichzeitig das Vorderrad (1).Foto: Markus Greber
BILD 1: Spielend bergauf mit Gewichtsverlagerung Das Pedal-Management entscheidet hier über Fahrspaß und Absteigen. Auch hier empfiehlt sich der Trainingsgang, bei dem man mit einer halben Kurbelumdrehung eine Radlänge zurücklegt. Aus der Grundposition im Sitzen geht man mit dem Oberkörper leicht nach vorne. Jetzt entscheidet richtiges Timing und Augenmaß: Etwa eine Radlänge vor dem Hindernis sollten Sie das "falsche" Pedal vorne haben, um mit diesem den Bewegungsablauf zu beginnen. Jetzt treten Sie beherzt ins Pedal und lupfen gleichzeitig das Vorderrad (1).
BILD 2: Wenn das Timing gepasst hat, setzt das Vorderrad punktgenau knapp hinter dem Hindernis auf. Der "gute" Fuß ist jetzt vorne (2). Wichtig: All das geschieht noch im Sitzen. Je nach Höhe des Hindernisses fährt man jetzt im Sitzen oder im Stehen weiter.Foto: Markus Greber
BILD 2: Wenn das Timing gepasst hat, setzt das Vorderrad punktgenau knapp hinter dem Hindernis auf. Der "gute" Fuß ist jetzt vorne (2). Wichtig: All das geschieht noch im Sitzen. Je nach Höhe des Hindernisses fährt man jetzt im Sitzen oder im Stehen weiter.
BILD 3: Nehmen Sie den Schwung mit. In diesem Fall ist das Hindernis so hoch, dass man aus der Rollbewegung mit dem "guten" Fuß vorne das Hindernis durch Entlasten des Hinterrades überrollt, ohne die Pedalstellung zu ändern. Dies geschieht in diesem Fall durch kurzes Aufstehen (3).Foto: Markus Greber
BILD 3: Nehmen Sie den Schwung mit. In diesem Fall ist das Hindernis so hoch, dass man aus der Rollbewegung mit dem "guten" Fuß vorne das Hindernis durch Entlasten des Hinterrades überrollt, ohne die Pedalstellung zu ändern. Dies geschieht in diesem Fall durch kurzes Aufstehen (3).
BILD 4:  Sobald das Hinterrad auf das Hindernis gerollt ist, kann man dann das Pedalieren fortsetzen und ohne Schwungverlust den Uphillflow weiter genießen (4).Foto: Markus Greber
BILD 4: Sobald das Hinterrad auf das Hindernis gerollt ist, kann man dann das Pedalieren fortsetzen und ohne Schwungverlust den Uphillflow weiter genießen (4).
Mit dem E-MTB lassen sich steilste Trails bergauf mühelos bewältigen. Es ist wie eine neue Welt, in die man erst mal reinwachsen muss. Unser Appell: Seien Sie sich Ihrer Überlegenheit dank des Motors bewusst. Nehmen Sie Rücksicht auf Wanderer und Biker ohne Motor. Diese sind Gegenverkehr gewohnt. Fahren Sie vorausschauend, rücksichtsvoll und schalten hier und da mal ein paar Gänge zurück.Foto: EMTB Magazin
Mit dem E-MTB lassen sich steilste Trails bergauf mühelos bewältigen. Es ist wie eine neue Welt, in die man erst mal reinwachsen muss. Unser Appell: Seien Sie sich Ihrer Überlegenheit dank des Motors bewusst. Nehmen Sie Rücksicht auf Wanderer und Biker ohne Motor. Diese sind Gegenverkehr gewohnt. Fahren Sie vorausschauend, rücksichtsvoll und schalten hier und da mal ein paar Gänge zurück.
BILD 1: Mit Motorunterstützung klar im Vorteil Hier eröffnet das E-MTB völlig neue Dimensionen. Mit dem normalen Mountainbike sind viele Serpentinen aus Kraft- und Traktionsgründen überhaupt nicht fahrbar. Beim E-MTB setzt der Motor die Tretbewegung in konstanten Vortrieb um und sorgt so für viel mehr Traktion. Der Bewegungsablauf sieht dann wie folgt aus: Man nähert sich der Serpentine und sortiert seine Trittreihenfolge so, dass man im Kurvenscheitelpunkt mit dem "schlechten" Pedal vorne ist (1).Foto: Markus Greber
BILD 1: Mit Motorunterstützung klar im Vorteil Hier eröffnet das E-MTB völlig neue Dimensionen. Mit dem normalen Mountainbike sind viele Serpentinen aus Kraft- und Traktionsgründen überhaupt nicht fahrbar. Beim E-MTB setzt der Motor die Tretbewegung in konstanten Vortrieb um und sorgt so für viel mehr Traktion. Der Bewegungsablauf sieht dann wie folgt aus: Man nähert sich der Serpentine und sortiert seine Trittreihenfolge so, dass man im Kurvenscheitelpunkt mit dem "schlechten" Pedal vorne ist (1).
BILD 2: Mit der nächsten halben Kurbelumdrehung fährt man dann eingelenkt durch die Kurve. Drücken Sie das Bike dabei aktiv ins Kurveninnere (2).Foto: Markus Greber
BILD 2: Mit der nächsten halben Kurbelumdrehung fährt man dann eingelenkt durch die Kurve. Drücken Sie das Bike dabei aktiv ins Kurveninnere (2).
BILD 3: Im Kurvenausgang ist dann das "gute" Pedal vorne, sodass Sie kontrolliert aus der Kurve weiter pedalieren und sich auf die nächste Schikane vorbereiten können (3). Besonders wichtig: je enger die Kurve, desto wichtiger ist der Einsatz der Bremse. Treten Sie aktiv in die Bremse hinein. So können Sie die Motorleistung und damit die Traktion im unteren Drehzahlbereich viel besser kontrollieren.Foto: Markus Greber
BILD 3: Im Kurvenausgang ist dann das "gute" Pedal vorne, sodass Sie kontrolliert aus der Kurve weiter pedalieren und sich auf die nächste Schikane vorbereiten können (3). Besonders wichtig: je enger die Kurve, desto wichtiger ist der Einsatz der Bremse. Treten Sie aktiv in die Bremse hinein. So können Sie die Motorleistung und damit die Traktion im unteren Drehzahlbereich viel besser kontrollieren.
BILD 1: Mit Schwung über fiese Stellen Plötzliche, ruppige Schotterpassagen, Wurzelteppiche, aber auch schwungmindernde Schlammlöcher hemmen den Fahrfluss und zwingen im Extremfall zum Absteigen. Mit dem klassischen Mountainbike kann man dem nur mit Gewichtsverlagerung (Push-Technik) und Treten begegnen. Mit dem E-MTB erzeugt man durch minimale Pedalumdrehung zusätzlichen Schub, der einen locker über die kritischen Stellen fliegen lässt. Der Bewegungsablauf: Achten Sie darauf, dass Sie etwa eine Radlänge vor der kritischen Stelle den "schlechten" Fuß vorne haben (1).Foto: Markus Greber
BILD 1: Mit Schwung über fiese Stellen Plötzliche, ruppige Schotterpassagen, Wurzelteppiche, aber auch schwungmindernde Schlammlöcher hemmen den Fahrfluss und zwingen im Extremfall zum Absteigen. Mit dem klassischen Mountainbike kann man dem nur mit Gewichtsverlagerung (Push-Technik) und Treten begegnen. Mit dem E-MTB erzeugt man durch minimale Pedalumdrehung zusätzlichen Schub, der einen locker über die kritischen Stellen fliegen lässt. Der Bewegungsablauf: Achten Sie darauf, dass Sie etwa eine Radlänge vor der kritischen Stelle den "schlechten" Fuß vorne haben (1).
BILD 2: Treten Sie jetzt an und nehmen Sie Schwung auf. Machen Sie sich gleichzeitig klein auf dem Rad (2).Foto: Markus Greber
BILD 2: Treten Sie jetzt an und nehmen Sie Schwung auf. Machen Sie sich gleichzeitig klein auf dem Rad (2).
BILD 3: Jetzt wird es ernst: Der Schwung muss reichen, um die holprige Stelle zu überrollen. Gleichzeitig strecken Sie sich und entlasten damit das Bike (3). Der "gute" Fuß ist jetzt wieder vorne. Wenn man aufhört zu treten, schiebt der Motor noch leicht nach (abhängig vom Hersteller). Dieser Nachlauf erhält den Schwung und unterstützt damit das Manöver.Foto: Markus Greber
BILD 3: Jetzt wird es ernst: Der Schwung muss reichen, um die holprige Stelle zu überrollen. Gleichzeitig strecken Sie sich und entlasten damit das Bike (3). Der "gute" Fuß ist jetzt wieder vorne. Wenn man aufhört zu treten, schiebt der Motor noch leicht nach (abhängig vom Hersteller). Dieser Nachlauf erhält den Schwung und unterstützt damit das Manöver.
BILD 1: Pedal-Management ist das A und O beim Uphill. Denn, wenn man aufhört zu treten, ist die Unterstützung weg. Um sicher technische Passagen zu meistern, ist es wichtig herauszufinden, welcher Fuß vorne und welcher hinten steht. Adäquat zum Rechts/Linkshänder oder zu Sportarten wie Skate- oder Snowboard-Fahren (Regular/Goofy) hat jeder seine Schokoladenseite. Trialer sprechen auch vom "guten" oder "schlechten" Fuß. Der "gute" Fuß steht vorne. Sie können Ihre Schokoladenseite beim Bergabfahren oder auch schon beim Rollen in der Ebene feststellen (Bild 1).Foto: Markus Greber
BILD 1: Pedal-Management ist das A und O beim Uphill. Denn, wenn man aufhört zu treten, ist die Unterstützung weg. Um sicher technische Passagen zu meistern, ist es wichtig herauszufinden, welcher Fuß vorne und welcher hinten steht. Adäquat zum Rechts/Linkshänder oder zu Sportarten wie Skate- oder Snowboard-Fahren (Regular/Goofy) hat jeder seine Schokoladenseite. Trialer sprechen auch vom "guten" oder "schlechten" Fuß. Der "gute" Fuß steht vorne. Sie können Ihre Schokoladenseite beim Bergabfahren oder auch schon beim Rollen in der Ebene feststellen (Bild 1).
BILD 1: Pedal-Management ist das A und O beim Uphill. Denn, wenn man aufhört zu treten, ist die Unterstützung weg. Um sicher technische Passagen zu meistern, ist es wichtig herauszufinden, welcher Fuß vorne und welcher hinten steht. Adäquat zum Rechts/Linkshänder oder zu Sportarten wie Skate- oder Snowboard-Fahren (Regular/Goofy) hat jeder seine Schokoladenseite. Trialer sprechen auch vom "guten" oder "schlechten" Fuß. Der "gute" Fuß steht vorne. Sie können Ihre Schokoladenseite beim Bergabfahren oder auch schon beim Rollen in der Ebene feststellen (Bild 1).
BILD 2: Ebenfalls wichtig für das Pedal-Management ist die richtige Gangwahl. Dieser Kompromiss liegt irgendwo im mittleren Übersetzungsbereich. Auch folgende Faustregel kommt aus dem Trial-Bereich: Ein guter Gang zum Üben ist eine Übersetzung, bei der man mit einer halben Pedalumdrehung etwa eine Radlänge zurücklegt. Ein Fixpunkt am Boden (Rucksack) hilft beim Austesten (Bild 2 und 3).
BILD 3: ... die richtige Gangwahl ...
Tunen Sie Ihre Sitzposition auf Uphill-Modus: Fahren Sie die Sattelstütze runter, etwa zwei bis drei Zentimeter unter die gewohnte Position. Das gibt Kontrolle in technischem Geläuf. So können Sie das Bike besser unter sich bewegen. Auch wichtig: Neigen Sie die Sattelnase leicht nach unten. Das gibt festen Sitz, verhindert das Abrutschen in steilen Passagen und entlastet die Arme beim Halten des Lenkers.
Die richtige Cockpit-Einstellung ist beim E-MTB besonders wichtig, denn neben Bremse, Schaltung und Vario-Stütze kommt ein wichtiges Element hinzu: der Unterstützungsstufenschalter. Stellen Sie ihn so ein, dass er mit dem Daumen erreichbar ist, ohne die Hand vom Griff zu nehmen. Trotzdem ist natürlich die Position des Bremshebels noch wichtiger als der Unterstützungsschalter. Dieser sollte natürlich in der gewohnten Position bleiben.
Finger an die Bremse, immer, auch bergauf. "Brake Move Control", ein Begriff aus dem Kartsport. Man bleibt auf dem Gas und dosiert die Geschwindigkeit nur mit der Bremse. Je rumpeliger das Gelände, desto wichtiger ist diese Technik. So bleibt der Vortrieb des Motors bestehen, der Reifen behält Traktion. Treten Sie vor allem in kleinen Gängen und in langsamen, trialigen Passagen regelrecht in die gezogene Bremse. So halten Sie den Schub des Motors am längsten aufrecht.
Sitzen bleiben Gegenüber der klassischen Fahrtechnik kommt auf dem E-MTB ein entscheidender Aspekt hinzu: Der Motor erlaubt bergauf ganz andere Steigungen. Die Traktion am Hinterrad wird jetzt zum limitierenden Faktor. Wie setze ich die zusätzliche Power des Motors optimal in Traktion und Steigfähigkeit um? Ganz klar: Es gibt eine neue Grundposition für Uphill-Passagen: sitzen. Und zwar verhältnismäßig aufrecht. Oft mit gestreckten Armen. Das gibt maximalen Druck aufs Hinterrad.
Anfahren am Berg Analog zur klassischen Mountainbike-Technik: Bike leicht schräg, oberer Fuß am Boden, das zum Tal gewandte Pedal in 2 Uhr-Stellung. Zum Anfahren schaltet man aber zwei Gänge höher als mit dem klassischen Bike. Zudem wählt man eine Unterstützungsstufe im unteren bis mittleren Bereich, sonst dreht der Reifen zu schnell durch. Finger weg vom Turbo, sonst bringt man die Kraft nicht auf den Boden. Dann beherzt Fuß aufs Pedal und ab in die Direttissima.
BILD 1: Spielend bergauf mit Gewichtsverlagerung Das Pedal-Management entscheidet hier über Fahrspaß und Absteigen. Auch hier empfiehlt sich der Trainingsgang, bei dem man mit einer halben Kurbelumdrehung eine Radlänge zurücklegt. Aus der Grundposition im Sitzen geht man mit dem Oberkörper leicht nach vorne. Jetzt entscheidet richtiges Timing und Augenmaß: Etwa eine Radlänge vor dem Hindernis sollten Sie das "falsche" Pedal vorne haben, um mit diesem den Bewegungsablauf zu beginnen. Jetzt treten Sie beherzt ins Pedal und lupfen gleichzeitig das Vorderrad (1).
BILD 2: Wenn das Timing gepasst hat, setzt das Vorderrad punktgenau knapp hinter dem Hindernis auf. Der "gute" Fuß ist jetzt vorne (2). Wichtig: All das geschieht noch im Sitzen. Je nach Höhe des Hindernisses fährt man jetzt im Sitzen oder im Stehen weiter.
BILD 3: Nehmen Sie den Schwung mit. In diesem Fall ist das Hindernis so hoch, dass man aus der Rollbewegung mit dem "guten" Fuß vorne das Hindernis durch Entlasten des Hinterrades überrollt, ohne die Pedalstellung zu ändern. Dies geschieht in diesem Fall durch kurzes Aufstehen (3).
BILD 4:  Sobald das Hinterrad auf das Hindernis gerollt ist, kann man dann das Pedalieren fortsetzen und ohne Schwungverlust den Uphillflow weiter genießen (4).
Mit dem E-MTB lassen sich steilste Trails bergauf mühelos bewältigen. Es ist wie eine neue Welt, in die man erst mal reinwachsen muss. Unser Appell: Seien Sie sich Ihrer Überlegenheit dank des Motors bewusst. Nehmen Sie Rücksicht auf Wanderer und Biker ohne Motor. Diese sind Gegenverkehr gewohnt. Fahren Sie vorausschauend, rücksichtsvoll und schalten hier und da mal ein paar Gänge zurück.
BILD 1: Mit Motorunterstützung klar im Vorteil Hier eröffnet das E-MTB völlig neue Dimensionen. Mit dem normalen Mountainbike sind viele Serpentinen aus Kraft- und Traktionsgründen überhaupt nicht fahrbar. Beim E-MTB setzt der Motor die Tretbewegung in konstanten Vortrieb um und sorgt so für viel mehr Traktion. Der Bewegungsablauf sieht dann wie folgt aus: Man nähert sich der Serpentine und sortiert seine Trittreihenfolge so, dass man im Kurvenscheitelpunkt mit dem "schlechten" Pedal vorne ist (1).
BILD 2: Mit der nächsten halben Kurbelumdrehung fährt man dann eingelenkt durch die Kurve. Drücken Sie das Bike dabei aktiv ins Kurveninnere (2).
BILD 3: Im Kurvenausgang ist dann das "gute" Pedal vorne, sodass Sie kontrolliert aus der Kurve weiter pedalieren und sich auf die nächste Schikane vorbereiten können (3). Besonders wichtig: je enger die Kurve, desto wichtiger ist der Einsatz der Bremse. Treten Sie aktiv in die Bremse hinein. So können Sie die Motorleistung und damit die Traktion im unteren Drehzahlbereich viel besser kontrollieren.
BILD 1: Mit Schwung über fiese Stellen Plötzliche, ruppige Schotterpassagen, Wurzelteppiche, aber auch schwungmindernde Schlammlöcher hemmen den Fahrfluss und zwingen im Extremfall zum Absteigen. Mit dem klassischen Mountainbike kann man dem nur mit Gewichtsverlagerung (Push-Technik) und Treten begegnen. Mit dem E-MTB erzeugt man durch minimale Pedalumdrehung zusätzlichen Schub, der einen locker über die kritischen Stellen fliegen lässt. Der Bewegungsablauf: Achten Sie darauf, dass Sie etwa eine Radlänge vor der kritischen Stelle den "schlechten" Fuß vorne haben (1).
BILD 2: Treten Sie jetzt an und nehmen Sie Schwung auf. Machen Sie sich gleichzeitig klein auf dem Rad (2).
BILD 3: Jetzt wird es ernst: Der Schwung muss reichen, um die holprige Stelle zu überrollen. Gleichzeitig strecken Sie sich und entlasten damit das Bike (3). Der "gute" Fuß ist jetzt wieder vorne. Wenn man aufhört zu treten, schiebt der Motor noch leicht nach (abhängig vom Hersteller). Dieser Nachlauf erhält den Schwung und unterstützt damit das Manöver.
  Trial Profi Stefan SchlieFoto: Markus Greber
Trial Profi Stefan Schlie
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