Fahrtechnik5 Fehler, die Biker nie mehr machen sollten

Laurin Lehner

 · 24.05.2016

5 Fehler, die Biker nie mehr machen solltenFoto: Robert Niedring

Fahrfehler schleichen sich gerne ein, weiß Fahr­technikexperte Stefan Herrmann. Wir zeigen die Häufigsten davon und natürlich, wie es richtig geht.

Hier zeigt Stefan Herrmann die fünf Fahrfehler, die sich am häufigsten einschleichen und wie man es besser macht, damit der Fahrspaß beim Fahrer liegt und nicht bei eventuellen Zuschauern die Lachmuskeln reizt.


1. Die Kurve

Erst die Kurven eines Trails machen den Ausritt zum Surf-Erlebnis. Und nur, wer sich in die Schräglage traut, kommt mit Speed durch den Turn.


2. Basics

Die Basics müssen sitzen, weiß Experte Stefan Herrmann. Leider ist das bei vielen Bikern nicht der Fall. Auf einige wichtige Dinge musst Du bei der Grundposition, der Sattelstellung und Deiner Bremshand achten.


3. Abfahrt

Bei der Abfahrt nimmt die Geschwindigkeit zu. Um so wichtiger ist deshalb die richtige Körperposition. Stefan erklärt, warum.


4. Der Wheelie

Der Wheelie ist bei Bikern beliebt, doch beherrschen ihn nur die Wenigsten. Der Experte weiß: Es liegt an der falschen Herangehensweise und an zu wenig Übung.


5. Bunny-Hop

Gute Mountainbiker beherrschen den Bunny-Hop. Denn nur so kann man Hindernisse auf dem Trail spielend überwinden.

Dafür geht man von der Beugung in die Streckung. Für den Trail Einsatz und höhere Hindernisse ist diese Technik unzweckmäßig. Einzig und alleine bei hoher Geschwindigkeit und sehr kleinen Hindernissen ist der Schweine-Hop nützlich. Zum Beispiel bei Abfahrten, bei denen man Wasserrinnen oder Mulden überwinden will.Foto: Robert Niedring
Dafür geht man von der Beugung in die Streckung. Für den Trail Einsatz und höhere Hindernisse ist diese Technik unzweckmäßig. Einzig und alleine bei hoher Geschwindigkeit und sehr kleinen Hindernissen ist der Schweine-Hop nützlich. Zum Beispiel bei Abfahrten, bei denen man Wasserrinnen oder Mulden überwinden will.
So nicht!

 70 Prozent aller Biker tun sich mit der Schräglage bei der Kurvenfahrt schwer, weiß Experte Herrmann. Viele haben Angst vor Traktionsverlust – die Folge sieht so aus. Der Sattel ist ganz ausgefahren, die Körperposition ist aufrecht und nach hinten verlagert. Die Arme sind gestreckt, und der Pilot hat keine Möglichkeit, seinem Bike die nötige Schräglage zu verpassen. Folge: kaum Druck aufs Vorderrad – Kontrollverlust.Foto: Robert Niedring
So nicht! 70 Prozent aller Biker tun sich mit der Schräglage bei der Kurvenfahrt schwer, weiß Experte Herrmann. Viele haben Angst vor Traktionsverlust – die Folge sieht so aus. Der Sattel ist ganz ausgefahren, die Körperposition ist aufrecht und nach hinten verlagert. Die Arme sind gestreckt, und der Pilot hat keine Möglichkeit, seinem Bike die nötige Schräglage zu verpassen. Folge: kaum Druck aufs Vorderrad – Kontrollverlust.
So geht’s richtig

 Die Körperposition zentral über dem Tretlager. Durch den nahezu gestreckten kurveninneren Arm und den gebeugten kurvenäußeren Arm bekommst Du das Rad in Schräglage und kannst selbst enge Kurven mit hoher Geschwindigkeit durchfahren. Der Sattel ist abgesenkt und liegt an der Oberschenkelinnenseite an. Das gibt Bewegungsfreiheit, einen tieferen Schwerpunkt und Führung. Der Kopf schaut in den Kurvenausgang und führt die komplette Fahrt. 

TIPP! Taste Dich langsam ran. Das geht am besten auf einer Teerstraße mit etwas Neigung. Simuliere die Kurvenfahrt und präge Dir zuvor die wichtigen Knackpunkte ein.Foto: Robert Niedring
So geht’s richtig Die Körperposition zentral über dem Tretlager. Durch den nahezu gestreckten kurveninneren Arm und den gebeugten kurvenäußeren Arm bekommst Du das Rad in Schräglage und kannst selbst enge Kurven mit hoher Geschwindigkeit durchfahren. Der Sattel ist abgesenkt und liegt an der Oberschenkelinnenseite an. Das gibt Bewegungsfreiheit, einen tieferen Schwerpunkt und Führung. Der Kopf schaut in den Kurvenausgang und führt die komplette Fahrt.  TIPP! Taste Dich langsam ran. Das geht am besten auf einer Teerstraße mit etwas Neigung. Simuliere die Kurvenfahrt und präge Dir zuvor die wichtigen Knackpunkte ein.
Richtig

 Die Grundposition: Die Beine sind fast gestreckt, die Arme leicht gebeugt. Die Schultern schweben über dem Lenker. In dieser Position kannst Du auf dem Trail alles einsehen, sparst Kraft durch die gestreckten Beine, hast genug Druck auf dem Vorderrad und kannst mit den gebeugten Armen auf Unebenheiten reagieren.Foto: Robert Niedring
Richtig Die Grundposition: Die Beine sind fast gestreckt, die Arme leicht gebeugt. Die Schultern schweben über dem Lenker. In dieser Position kannst Du auf dem Trail alles einsehen, sparst Kraft durch die gestreckten Beine, hast genug Druck auf dem Vorderrad und kannst mit den gebeugten Armen auf Unebenheiten reagieren.
Richtig

 Die Grundposition: SeitenansichtFoto: Robert Niedring
Richtig Die Grundposition: Seitenansicht
Falsch

 So bitte nicht: Die Beine sind gebeugt, die Arme gestreckt. So übersäuert der Oberschenkel selbst bei Bahn-Sprintern in kürzester Zeit. Die gestreckten Arme können auf Stöße und Unebenheiten nicht reagieren. Folge: Kontrollverlust.Foto: Robert Niedring
Falsch So bitte nicht: Die Beine sind gebeugt, die Arme gestreckt. So übersäuert der Oberschenkel selbst bei Bahn-Sprintern in kürzester Zeit. Die gestreckten Arme können auf Stöße und Unebenheiten nicht reagieren. Folge: Kontrollverlust.
Falsch

 Die Grundposition: SeitenansichtFoto: Robert Niedring
Falsch Die Grundposition: Seitenansicht
Falsch: Zeigt die Sattelnase zu weit nach oben, werden die Nervenbahnen im Schritt abgedrückt.Foto: Robert Niedring
Falsch: Zeigt die Sattelnase zu weit nach oben, werden die Nervenbahnen im Schritt abgedrückt.
Richtig: Bei der waagerechten Sattelposition (leicht nach unten)

 können die Sitzknochen bequem auf dem Sattel aufliegen. Foto: Robert Niedring
Richtig: Bei der waagerechten Sattelposition (leicht nach unten) können die Sitzknochen bequem auf dem Sattel aufliegen. 
Richtig: Dosiertes Bremsen ist das A und O. Das klappt am besten mit dem Zeigefinger. 

TIPP! Mit Gefühl bitte! Dosiert bremsen klappt am besten mit der Fingerspitze des Zeigefingers. Genau wie beim Abzug eines Revolvers. Stelle den Hebel so ein, dass der fast gestreckte Zeigefinger satt aufliegt.Foto: Robert Niedring
Richtig: Dosiertes Bremsen ist das A und O. Das klappt am besten mit dem Zeigefinger.  TIPP! Mit Gefühl bitte! Dosiert bremsen klappt am besten mit der Fingerspitze des Zeigefingers. Genau wie beim Abzug eines Revolvers. Stelle den Hebel so ein, dass der fast gestreckte Zeigefinger satt aufliegt.
Falsch: Zwei Finger greifen automatisch undosierter zu, dazu fehlt der Mittelfinger am Griff für genug Haltekraft bei ruppigen Abfahrten.

  Foto: Robert Niedring
Falsch: Zwei Finger greifen automatisch undosierter zu, dazu fehlt der Mittelfinger am Griff für genug Haltekraft bei ruppigen Abfahrten.  
Falsch: Stefan Herrmann weiß, viele Biker sind zu defensiv und nehmen deshalb automatisch eine falsche Körperposition ein. Dann heißt es: Passagier statt Pilot. Der Köperschwerpunkt ist maximal nach hinten verlagert, die Arme dadurch gestreckt. Folge: Kaum Druck aufs Vorderrad, keine Möglichkeit, auf Unebenheiten zu reagieren – keine Kontrolle. Dazu liegt die Hauptlast auf dem hinteren Oberschenkel, der in der Stellung im Nu ermüdet. Foto: Robert Niedring
Falsch: Stefan Herrmann weiß, viele Biker sind zu defensiv und nehmen deshalb automatisch eine falsche Körperposition ein. Dann heißt es: Passagier statt Pilot. Der Köperschwerpunkt ist maximal nach hinten verlagert, die Arme dadurch gestreckt. Folge: Kaum Druck aufs Vorderrad, keine Möglichkeit, auf Unebenheiten zu reagieren – keine Kontrolle. Dazu liegt die Hauptlast auf dem hinteren Oberschenkel, der in der Stellung im Nu ermüdet. 
Richtig: Nur mit einer zentralen Körperposition behält man Kontrolle bei der Abfahrt. Der Körperschwerpunkt liegt über dem Tretlager, Beine und Arme sind leicht gebeugt, Dein Blick schaut voraus und sucht nach Unebenheiten, auf die Du so besser reagieren kannst. In dieser Position kannst Du mehr Geschwindigkeit zulassen und behältst trotzdem die Kontrolle über Dein Rad. Foto: Robert Niedring
Richtig: Nur mit einer zentralen Körperposition behält man Kontrolle bei der Abfahrt. Der Körperschwerpunkt liegt über dem Tretlager, Beine und Arme sind leicht gebeugt, Dein Blick schaut voraus und sucht nach Unebenheiten, auf die Du so besser reagieren kannst. In dieser Position kannst Du mehr Geschwindigkeit zulassen und behältst trotzdem die Kontrolle über Dein Rad. 
Falsch: So klappt das nie. Jeden Moment schnappt das Vorderrad nach vorne. Denn die Arme werden beim Wheelie nie gebeugt, zudem ist der Sattel abgesenkt und erschwert so die Beinarbeit. Die häufigsten Fehler: undosierter Bremseinsatz, Schwerpunkt zu weit vorne, austarieren durch Beugen der Arme.Foto: Robert Niedring
Falsch: So klappt das nie. Jeden Moment schnappt das Vorderrad nach vorne. Denn die Arme werden beim Wheelie nie gebeugt, zudem ist der Sattel abgesenkt und erschwert so die Beinarbeit. Die häufigsten Fehler: undosierter Bremseinsatz, Schwerpunkt zu weit vorne, austarieren durch Beugen der Arme.
So klappt es: 

1. Wähle einen geeigneten Gang. Ein Finger liegt während der gesamten Fahrt auf der Bremse und greift, wenn nötig, dosiert zu. Der Sattel steht auf einer ¾-Position. Jetzt beugst Du Dich dynamisch in Liegestützmanier nach unten, um Dich...Foto: Robert Niedring
So klappt es: 1. Wähle einen geeigneten Gang. Ein Finger liegt während der gesamten Fahrt auf der Bremse und greift, wenn nötig, dosiert zu. Der Sattel steht auf einer ¾-Position. Jetzt beugst Du Dich dynamisch in Liegestützmanier nach unten, um Dich...
2. ...gleich danach schwungvoll durch Strecken der Arme nach hinten zu lehnen. Im gleichen Moment trittst Du kraftvoll in die Pedale. Folge: Das Vorderrad hebt ab, und Dein Schwerpunkt wandert in den sogenannten "Sweetspot". Achtung: Der liegt weiter hinten, als die meisten denken. Nun musst Du weiterhin gleichbleibend in die Pedale treten. Merke: Die Arme bleiben immer (!) gestreckt. Foto: Robert Niedring
2. ...gleich danach schwungvoll durch Strecken der Arme nach hinten zu lehnen. Im gleichen Moment trittst Du kraftvoll in die Pedale. Folge: Das Vorderrad hebt ab, und Dein Schwerpunkt wandert in den sogenannten "Sweetspot". Achtung: Der liegt weiter hinten, als die meisten denken. Nun musst Du weiterhin gleichbleibend in die Pedale treten. Merke: Die Arme bleiben immer (!) gestreckt. 
Seitlich austariert wird nur durch die Knie. Die Balance nach vorne und hinten behältst Du durch dosierten Bremseinsatz und situativen Pedaltritt. 

TIPP! Den Wheelie erlernt man nur durch: üben, üben, üben. Verinnerliche die richtige Herangehensweise und übe mit Bärentatzenpedalen auf einem glatten Untergrund, leicht bergauf.Foto: Robert Niedring
Seitlich austariert wird nur durch die Knie. Die Balance nach vorne und hinten behältst Du durch dosierten Bremseinsatz und situativen Pedaltritt.  TIPP! Den Wheelie erlernt man nur durch: üben, üben, üben. Verinnerliche die richtige Herangehensweise und übe mit Bärentatzenpedalen auf einem glatten Untergrund, leicht bergauf.
TIPP! Der Bunny-Hop setzt sich aus drei Hauptaktionen zusammen. Die Kunst ist es, diese fließend und mit dem richtigen Timing auszuführen.Foto: Robert Niedring
TIPP! Der Bunny-Hop setzt sich aus drei Hauptaktionen zusammen. Die Kunst ist es, diese fließend und mit dem richtigen Timing auszuführen.
So geht es:

 1. Fahre mit etwas Schwung an. Der Sattel ist ganz abgesenkt. Die Beine und Arme gehen in die Beugung. Die Brust neigt sich tief über den Lenker.Foto: Robert Niedring
So geht es: 1. Fahre mit etwas Schwung an. Der Sattel ist ganz abgesenkt. Die Beine und Arme gehen in die Beugung. Die Brust neigt sich tief über den Lenker.
2. Nun musst Du den Manual-Impuls ein­leiten: Arme und Beine strecken. Folge: Der Schwerpunkt wandert nach hinten oben, das Vorderrad hebt ab. Foto: Robert Niedring
2. Nun musst Du den Manual-Impuls ein­leiten: Arme und Beine strecken. Folge: Der Schwerpunkt wandert nach hinten oben, das Vorderrad hebt ab. 
3. Nun muss das Hinterrad in die Luft. Deine Hüfte wandert dafür schwungvoll Richtung Vorbau. Die Beine werden dabei gestreckt. Foto: Robert Niedring
3. Nun muss das Hinterrad in die Luft. Deine Hüfte wandert dafür schwungvoll Richtung Vorbau. Die Beine werden dabei gestreckt. 
4. Im Idealfall hast Du es über das Hindernis geschafft. Bleibst Du mit dem Hinterrad hängen, liegt es am zu schwachen Hüftschwung zum Vorbau oder dem falschen Timing. Gelandet wird im Idealfall mit beiden Reifen gleichzeitig,

 Die häufigsten Fehler

 Die Grundvoraussetzung für den Bunny-Hop ist, dass Du das Vorderrad angehoben bekommst. Das klappt mit dem Manual-Impuls (siehe Bild 1 oben). Die meisten tun sich allerdings beim Timing schwer. Du musst die Aktionen flüssig und zur richtigen Zeit zusammenführen. Das klappt nur durch Übung. Tipp: Sage Dir die Bewegungsaktionen bei der Anfahrt laut auf.Foto: Robert Niedring
4. Im Idealfall hast Du es über das Hindernis geschafft. Bleibst Du mit dem Hinterrad hängen, liegt es am zu schwachen Hüftschwung zum Vorbau oder dem falschen Timing. Gelandet wird im Idealfall mit beiden Reifen gleichzeitig, Die häufigsten Fehler Die Grundvoraussetzung für den Bunny-Hop ist, dass Du das Vorderrad angehoben bekommst. Das klappt mit dem Manual-Impuls (siehe Bild 1 oben). Die meisten tun sich allerdings beim Timing schwer. Du musst die Aktionen flüssig und zur richtigen Zeit zusammenführen. Das klappt nur durch Übung. Tipp: Sage Dir die Bewegungsaktionen bei der Anfahrt laut auf.
Beim "Schweine-Hop" hebt man mit Vorder- und Hinterrad gleichzeitig ab. Foto: Robert Niedring
Beim "Schweine-Hop" hebt man mit Vorder- und Hinterrad gleichzeitig ab. 
Dafür geht man von der Beugung in die Streckung. Für den Trail Einsatz und höhere Hindernisse ist diese Technik unzweckmäßig. Einzig und alleine bei hoher Geschwindigkeit und sehr kleinen Hindernissen ist der Schweine-Hop nützlich. Zum Beispiel bei Abfahrten, bei denen man Wasserrinnen oder Mulden überwinden will.Foto: Robert Niedring
Dafür geht man von der Beugung in die Streckung. Für den Trail Einsatz und höhere Hindernisse ist diese Technik unzweckmäßig. Einzig und alleine bei hoher Geschwindigkeit und sehr kleinen Hindernissen ist der Schweine-Hop nützlich. Zum Beispiel bei Abfahrten, bei denen man Wasserrinnen oder Mulden überwinden will.
So nicht!

 70 Prozent aller Biker tun sich mit der Schräglage bei der Kurvenfahrt schwer, weiß Experte Herrmann. Viele haben Angst vor Traktionsverlust – die Folge sieht so aus. Der Sattel ist ganz ausgefahren, die Körperposition ist aufrecht und nach hinten verlagert. Die Arme sind gestreckt, und der Pilot hat keine Möglichkeit, seinem Bike die nötige Schräglage zu verpassen. Folge: kaum Druck aufs Vorderrad – Kontrollverlust.Foto: Robert Niedring
So nicht! 70 Prozent aller Biker tun sich mit der Schräglage bei der Kurvenfahrt schwer, weiß Experte Herrmann. Viele haben Angst vor Traktionsverlust – die Folge sieht so aus. Der Sattel ist ganz ausgefahren, die Körperposition ist aufrecht und nach hinten verlagert. Die Arme sind gestreckt, und der Pilot hat keine Möglichkeit, seinem Bike die nötige Schräglage zu verpassen. Folge: kaum Druck aufs Vorderrad – Kontrollverlust.
So nicht!

 70 Prozent aller Biker tun sich mit der Schräglage bei der Kurvenfahrt schwer, weiß Experte Herrmann. Viele haben Angst vor Traktionsverlust – die Folge sieht so aus. Der Sattel ist ganz ausgefahren, die Körperposition ist aufrecht und nach hinten verlagert. Die Arme sind gestreckt, und der Pilot hat keine Möglichkeit, seinem Bike die nötige Schräglage zu verpassen. Folge: kaum Druck aufs Vorderrad – Kontrollverlust.
So geht’s richtig

 Die Körperposition zentral über dem Tretlager. Durch den nahezu gestreckten kurveninneren Arm und den gebeugten kurvenäußeren Arm bekommst Du das Rad in Schräglage und kannst selbst enge Kurven mit hoher Geschwindigkeit durchfahren. Der Sattel ist abgesenkt und liegt an der Oberschenkelinnenseite an. Das gibt Bewegungsfreiheit, einen tieferen Schwerpunkt und Führung. Der Kopf schaut in den Kurvenausgang und führt die komplette Fahrt. 

TIPP! Taste Dich langsam ran. Das geht am besten auf einer Teerstraße mit etwas Neigung. Simuliere die Kurvenfahrt und präge Dir zuvor die wichtigen Knackpunkte ein.
Richtig

 Die Grundposition: Die Beine sind fast gestreckt, die Arme leicht gebeugt. Die Schultern schweben über dem Lenker. In dieser Position kannst Du auf dem Trail alles einsehen, sparst Kraft durch die gestreckten Beine, hast genug Druck auf dem Vorderrad und kannst mit den gebeugten Armen auf Unebenheiten reagieren.
Richtig

 Die Grundposition: Seitenansicht
Falsch

 So bitte nicht: Die Beine sind gebeugt, die Arme gestreckt. So übersäuert der Oberschenkel selbst bei Bahn-Sprintern in kürzester Zeit. Die gestreckten Arme können auf Stöße und Unebenheiten nicht reagieren. Folge: Kontrollverlust.
Falsch

 Die Grundposition: Seitenansicht
Falsch: Zeigt die Sattelnase zu weit nach oben, werden die Nervenbahnen im Schritt abgedrückt.
Richtig: Bei der waagerechten Sattelposition (leicht nach unten)

 können die Sitzknochen bequem auf dem Sattel aufliegen. 
Richtig: Dosiertes Bremsen ist das A und O. Das klappt am besten mit dem Zeigefinger. 

TIPP! Mit Gefühl bitte! Dosiert bremsen klappt am besten mit der Fingerspitze des Zeigefingers. Genau wie beim Abzug eines Revolvers. Stelle den Hebel so ein, dass der fast gestreckte Zeigefinger satt aufliegt.
Falsch: Zwei Finger greifen automatisch undosierter zu, dazu fehlt der Mittelfinger am Griff für genug Haltekraft bei ruppigen Abfahrten.

  
Falsch: Stefan Herrmann weiß, viele Biker sind zu defensiv und nehmen deshalb automatisch eine falsche Körperposition ein. Dann heißt es: Passagier statt Pilot. Der Köperschwerpunkt ist maximal nach hinten verlagert, die Arme dadurch gestreckt. Folge: Kaum Druck aufs Vorderrad, keine Möglichkeit, auf Unebenheiten zu reagieren – keine Kontrolle. Dazu liegt die Hauptlast auf dem hinteren Oberschenkel, der in der Stellung im Nu ermüdet. 
Richtig: Nur mit einer zentralen Körperposition behält man Kontrolle bei der Abfahrt. Der Körperschwerpunkt liegt über dem Tretlager, Beine und Arme sind leicht gebeugt, Dein Blick schaut voraus und sucht nach Unebenheiten, auf die Du so besser reagieren kannst. In dieser Position kannst Du mehr Geschwindigkeit zulassen und behältst trotzdem die Kontrolle über Dein Rad. 
Falsch: So klappt das nie. Jeden Moment schnappt das Vorderrad nach vorne. Denn die Arme werden beim Wheelie nie gebeugt, zudem ist der Sattel abgesenkt und erschwert so die Beinarbeit. Die häufigsten Fehler: undosierter Bremseinsatz, Schwerpunkt zu weit vorne, austarieren durch Beugen der Arme.
So klappt es: 

1. Wähle einen geeigneten Gang. Ein Finger liegt während der gesamten Fahrt auf der Bremse und greift, wenn nötig, dosiert zu. Der Sattel steht auf einer ¾-Position. Jetzt beugst Du Dich dynamisch in Liegestützmanier nach unten, um Dich...
2. ...gleich danach schwungvoll durch Strecken der Arme nach hinten zu lehnen. Im gleichen Moment trittst Du kraftvoll in die Pedale. Folge: Das Vorderrad hebt ab, und Dein Schwerpunkt wandert in den sogenannten "Sweetspot". Achtung: Der liegt weiter hinten, als die meisten denken. Nun musst Du weiterhin gleichbleibend in die Pedale treten. Merke: Die Arme bleiben immer (!) gestreckt. 
Seitlich austariert wird nur durch die Knie. Die Balance nach vorne und hinten behältst Du durch dosierten Bremseinsatz und situativen Pedaltritt. 

TIPP! Den Wheelie erlernt man nur durch: üben, üben, üben. Verinnerliche die richtige Herangehensweise und übe mit Bärentatzenpedalen auf einem glatten Untergrund, leicht bergauf.
TIPP! Der Bunny-Hop setzt sich aus drei Hauptaktionen zusammen. Die Kunst ist es, diese fließend und mit dem richtigen Timing auszuführen.
So geht es:

 1. Fahre mit etwas Schwung an. Der Sattel ist ganz abgesenkt. Die Beine und Arme gehen in die Beugung. Die Brust neigt sich tief über den Lenker.
2. Nun musst Du den Manual-Impuls ein­leiten: Arme und Beine strecken. Folge: Der Schwerpunkt wandert nach hinten oben, das Vorderrad hebt ab. 
3. Nun muss das Hinterrad in die Luft. Deine Hüfte wandert dafür schwungvoll Richtung Vorbau. Die Beine werden dabei gestreckt. 
4. Im Idealfall hast Du es über das Hindernis geschafft. Bleibst Du mit dem Hinterrad hängen, liegt es am zu schwachen Hüftschwung zum Vorbau oder dem falschen Timing. Gelandet wird im Idealfall mit beiden Reifen gleichzeitig,

 Die häufigsten Fehler

 Die Grundvoraussetzung für den Bunny-Hop ist, dass Du das Vorderrad angehoben bekommst. Das klappt mit dem Manual-Impuls (siehe Bild 1 oben). Die meisten tun sich allerdings beim Timing schwer. Du musst die Aktionen flüssig und zur richtigen Zeit zusammenführen. Das klappt nur durch Übung. Tipp: Sage Dir die Bewegungsaktionen bei der Anfahrt laut auf.
Beim "Schweine-Hop" hebt man mit Vorder- und Hinterrad gleichzeitig ab. 
Dafür geht man von der Beugung in die Streckung. Für den Trail Einsatz und höhere Hindernisse ist diese Technik unzweckmäßig. Einzig und alleine bei hoher Geschwindigkeit und sehr kleinen Hindernissen ist der Schweine-Hop nützlich. Zum Beispiel bei Abfahrten, bei denen man Wasserrinnen oder Mulden überwinden will.


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