5 Fehler beim Biken und wie Sie sie vermeiden können

BIKE Magazin

 · 18.08.2015

5 Fehler beim Biken und wie Sie sie vermeiden könnenFoto: Robert Niedring
5 Fehler beim Biken und wie Sie sie vermeiden können

Fahrfehler schleichen sich gerne ein, weiß Fahr­technikexperte Stefan Herrmann. Doch sie lassen sich vermeiden. Kurvenfahrt, Wheelie, Bunny Hop oder steile Abfahrt: Wir zeigen, wie es richtig geht.

Kurvenfahrt

  So nicht! 70 Prozent aller Biker tun sich mit der Schräglage bei der Kurvenfahrt schwer. Viele haben Angst vor Traktionsverlust – die Folge sieht so aus. Der Sattel ist ganz ausgefahren, die Körperposition ist aufrecht und nach hinten verlagert. Die Arme sind gestreckt, und der Pilot hat keine Möglichkeit, seinem Bike die nötige Schräglage zu verpassen. Folge: kaum Druck aufs Vorderrad – Kontrollverlust.Foto: Robert Niedring
So nicht! 70 Prozent aller Biker tun sich mit der Schräglage bei der Kurvenfahrt schwer. Viele haben Angst vor Traktionsverlust – die Folge sieht so aus. Der Sattel ist ganz ausgefahren, die Körperposition ist aufrecht und nach hinten verlagert. Die Arme sind gestreckt, und der Pilot hat keine Möglichkeit, seinem Bike die nötige Schräglage zu verpassen. Folge: kaum Druck aufs Vorderrad – Kontrollverlust.

Erst die Kurven eines Trails machen den Ausritt zum Surf-Erlebnis. Und nur, wer sich in die Schräglage traut, kommt mit Speed durch den Turn.

  So geht’s richtig: Die Körperposition zentral über dem Tretlager. Durch den nahezu gestreckten kurveninneren Arm und den gebeugten kurvenäußeren Arm bekommst Du das Rad in Schräglage und kannst selbst enge Kurven mit hoher Geschwindigkeit durchfahren.   Der Sattel ist abgesenkt und liegt an der Oberschenkelinnenseite an. Das gibt Bewegungsfreiheit, einen tieferen Schwerpunkt und Führung. Der Kopf schaut in den Kurvenausgang und führt die komplette Fahrt.   TIPP!    Taste Dich langsam ran. Das geht am besten auf einer Teerstraße mit etwas Neigung. Simuliere die Kurvenfahrt und präge Dir zuvor die wichtigen Knackpunkte ein.Foto: Robert Niedring
So geht’s richtig: Die Körperposition zentral über dem Tretlager. Durch den nahezu gestreckten kurveninneren Arm und den gebeugten kurvenäußeren Arm bekommst Du das Rad in Schräglage und kannst selbst enge Kurven mit hoher Geschwindigkeit durchfahren. Der Sattel ist abgesenkt und liegt an der Oberschenkelinnenseite an. Das gibt Bewegungsfreiheit, einen tieferen Schwerpunkt und Führung. Der Kopf schaut in den Kurvenausgang und führt die komplette Fahrt.  TIPP!  Taste Dich langsam ran. Das geht am besten auf einer Teerstraße mit etwas Neigung. Simuliere die Kurvenfahrt und präge Dir zuvor die wichtigen Knackpunkte ein.

Basics – die Grundtechniken

  So bitte nicht: Die Beine sind gebeugt, die Arme gestreckt. So übersäuert der Oberschenkel selbst bei Bahn-Sprintern in kürzester Zeit. Die gestreckten Arme können auf Stöße und Unebenheiten nicht reagieren. Folge: Kontrollverlust.Foto: Robert Niedring
So bitte nicht: Die Beine sind gebeugt, die Arme gestreckt. So übersäuert der Oberschenkel selbst bei Bahn-Sprintern in kürzester Zeit. Die gestreckten Arme können auf Stöße und Unebenheiten nicht reagieren. Folge: Kontrollverlust.

Grundposition, Sattelstellung, Bremsen: Die Basics müssen sitzen, weiß Experte Stefan Herrmann. Leider ist das bei vielen Bikern nicht der Fall. Darauf musst Du achten.

Verlagssonderveröffentlichung
Die richtige Grundposition: Die Beine sind fast gestreckt, die Arme leicht gebeugt und weitgehend entlastet. Die Schultern schweben über dem Lenker. In dieser Position kannst Du auf dem Trail alles einsehen, sparst Kraft durch die gestreckten Beine, hast genug Druck auf dem Vorderrad und kannst mit den gebeugten Armen auf Unebenheiten reagieren.
Foto: Robert Niedring

Abfahrt

  Falsch: Stefan Herrmann weiß, viele Biker sind zu defensiv und nehmen deshalb automatisch eine falsche Körperposition ein. Dann heißt es: Passagier statt Pilot. Der Köperschwerpunkt ist maximal nach hinten verlagert, die Arme dadurch gestreckt. Folge: Kaum Druck aufs Vorderrad, keine Möglichkeit, auf Unebenheiten zu reagieren – keine Kontrolle. Dazu liegt die Hauptlast auf dem hinteren Oberschenkel, der in der Stellung im Nu ermüdet.Foto: Robert Niedring
Falsch: Stefan Herrmann weiß, viele Biker sind zu defensiv und nehmen deshalb automatisch eine falsche Körperposition ein. Dann heißt es: Passagier statt Pilot. Der Köperschwerpunkt ist maximal nach hinten verlagert, die Arme dadurch gestreckt. Folge: Kaum Druck aufs Vorderrad, keine Möglichkeit, auf Unebenheiten zu reagieren – keine Kontrolle. Dazu liegt die Hauptlast auf dem hinteren Oberschenkel, der in der Stellung im Nu ermüdet.

Bei der Abfahrt nimmt die Geschwindigkeit zu. Um so wichtiger ist deshalb die richtige Körperposition. Stefan erklärt, warum.

  Richtig: Nur mit einer zentralen Körperposition behält man Kontrolle bei der Abfahrt. Der Körperschwerpunkt liegt über dem Tretlager, Beine und Arme sind leicht gebeugt, Dein Blick schaut voraus und sucht nach Unebenheiten, auf die Du so besser reagieren kannst. In dieser Position kannst Du mehr Geschwindigkeit zulassen und behältst trotzdem die Kontrolle über Dein Rad.Foto: Robert Niedring
Richtig: Nur mit einer zentralen Körperposition behält man Kontrolle bei der Abfahrt. Der Körperschwerpunkt liegt über dem Tretlager, Beine und Arme sind leicht gebeugt, Dein Blick schaut voraus und sucht nach Unebenheiten, auf die Du so besser reagieren kannst. In dieser Position kannst Du mehr Geschwindigkeit zulassen und behältst trotzdem die Kontrolle über Dein Rad.

Der Wheelie

  Falsch: So klappt das nie. Jeden Moment schnappt das Vorderrad nach vorne. Denn die Arme werden beim Wheelie nie gebeugt, zudem ist der Sattel abgesenkt und erschwert so die Beinarbeit. Die häufigsten Fehler: undosierter Bremseinsatz, Schwerpunkt zu weit vorne, austarieren durch Beugen der Arme.Foto: Robert Niedring
Falsch: So klappt das nie. Jeden Moment schnappt das Vorderrad nach vorne. Denn die Arme werden beim Wheelie nie gebeugt, zudem ist der Sattel abgesenkt und erschwert so die Beinarbeit. Die häufigsten Fehler: undosierter Bremseinsatz, Schwerpunkt zu weit vorne, austarieren durch Beugen der Arme.

Der Wheelie ist bei Bikern beliebt, doch beherrschen ihn nur die Wenigsten. Der Experte weiß: Es liegt an der falschen Herangehensweise und an zu wenig Übung.

So geht der Wheelie richtig – 1: Wähle einen geeigneten Gang. Ein Finger liegt während der gesamten Fahrt auf der Bremse und greift, wenn nötig, dosiert zu. Der Sattel steht auf einer ¾-Position. Jetzt beugst Du Dich dynamisch in Liegestützmanier nach unten.
Foto: Robert Niedring


TIPP!
Den Wheelie erlernt man nur durch: üben, üben, üben. Verinnerliche die richtige Herangehensweise und übe mit Bärentatzenpedalen auf einem glatten Untergrund, leicht bergauf.

Bunny-Hop

  So nicht: Beim "Schweine-Hop" hebt man mit Vorder- und Hinterrad gleichzeitig ab. Dafür geht man von der Beugung in die Streckung. Für den Trail-Einsatz und höhere Hindernisse ist diese Technik unzweckmäßig. Einzig und alleine bei hoher Geschwindigkeit und sehr kleinen Hindernissen ist der Schweine-Hop nützlich. Zum Beispiel bei Abfahrten, bei denen man Wasserrinnen oder Mulden überwinden will.Foto: Robert Niedring
So nicht: Beim "Schweine-Hop" hebt man mit Vorder- und Hinterrad gleichzeitig ab. Dafür geht man von der Beugung in die Streckung. Für den Trail-Einsatz und höhere Hindernisse ist diese Technik unzweckmäßig. Einzig und alleine bei hoher Geschwindigkeit und sehr kleinen Hindernissen ist der Schweine-Hop nützlich. Zum Beispiel bei Abfahrten, bei denen man Wasserrinnen oder Mulden überwinden will.

Gute Mountainbiker beherrschen den Bunny-Hop. Denn nur so kann man Hindernisse auf dem Trail spielend überwinden.

Gute Mountainbiker beherrschen den Bunny-Hop. Denn nur so kann man Hindernisse auf dem Trail spielend überwinden.
Foto: Robert Niedring


TIPP!
Der Bunny-Hop setzt sich aus drei Hauptaktionen zusammen. Die Kunst ist es, diese fließend und mit dem richtigen Timing auszuführen.


Die häufigsten Fehler
Die Grundvoraussetzung für den Bunny-Hop ist, dass Du das Vorderrad angehoben bekommst. Das klappt mit dem
Manual-Impuls. Die meisten tun sich allerdings beim Timing schwer. Du musst die Aktionen flüssig und zur richtigen Zeit zusammenführen. Das klappt nur durch Übung. Tipp: Sage Dir die Bewegungsaktionen bei der Anfahrt laut auf.


Diese Fahrtechnik aus BIKE 9/2015 können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:

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