Der Artikel erschien erstmals 2024 und wurde am 29. April 2026 aktualisiert.
Hier ist der überarbeitete Absatz mit geänderten Satzstrukturen: Wer es will, kann sogar schon vor dem Training ein Bier genießen! Diese Empfehlung kommt nicht vom Verband der Deutschen Brauer, sondern von Uwe Schröder, einem Fachmann für Sporternährung am Deutschen Institut für Sporternährung e. V., den wir ebenfalls interviewt haben. Der ausgebildete Ökotrophologe und passionierte Hobbyradsportler meint das sehr ernst. Alkoholfreies Bier ist nämlich für Rennradfahrer weit mehr als nur ein Durstlöscher. Dank seiner Inhaltsstoffe stellt es eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Saftschorlen oder spezialisierten Sportgetränken dar.
Alkoholfreies Bier kann als Regenerationsgetränk nach dem Sport wichtige Funktionen erfüllen: Es reguliert den Wasserhaushalt, stabilisiert dank seiner Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel, hilft bei der schnellen Auffüllung der erschöpften Muskelenergiespeicher und unterstützt durch den Mineralstoff Kalium dabei, diese Energie in den Muskeln zu speichern. Eine verbreitete Empfehlung besagt, dass man direkt nach dem Sport etwa ein Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen sollte, um die Glykogenspeicher effektiv wieder aufzufüllen und die Regeneration zu fördern. Mit kohlenhydrathaltigen Getränken wie alkoholfreiem Bier lässt sich diese Empfehlung leicht umsetzen. Da pro Gramm Kohlenhydrate etwa 19 mg Kalium in die Muskelzellen eingelagert werden, sind kaliumreiche Getränke besonders vorteilhaft für die Erholung nach intensiven Aktivitäten. Ein Beispiel: Ein Liter Bitburger 0,0 enthält 78 Gramm Kohlenhydrate, was ausreichen würde, um einen 80-Kilo-Sprinter gemäß der Empfehlung zu versorgen.
Einige Biere tragen sogar das Label "isotonisch". Dies bedeutet, dass die Flüssigkeit im Bier und das Blut im Körper die gleiche Konzentration an gelösten Teilchen besitzen. Dadurch können die Inhaltsstoffe des Getränks besonders schnell vom Körper aufgenommen werden. "Die Eigenschaft 'isotonisch' allein ist jedoch kein ausreichender Qualitätsmaßstab für ein Sportgetränk", erklärt Ökotrophologe Uwe Schröder. Bei kühlen Temperaturen, wenn man weniger schwitzt, könnte ein leicht hypertones Getränk, das eine höhere Kohlenhydratkonzentration als das Blut aufweist, möglicherweise die bessere Wahl sein.
Obwohl viele alkoholfreie Biere tatsächlich geringe Mengen Alkohol enthalten, dürfen sie laut Gesetz mit einem Restalkoholgehalt von bis zu 0,5 Prozent als alkoholfrei bezeichnet werden. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist dieser geringe Alkoholgehalt meist unproblematisch. Unser Blut ist auch nicht völlig alkoholfrei, da unser Körper selbst Ethanol produziert und sogar Roggenbrot oder Bananen können Alkohol enthalten, was viele nicht wissen. Das Deutsche Institut für Sporternährung e. V. empfiehlt jedoch leistungsorientierten Sportlern, alkoholfreie Biere zu wählen, die tatsächlich keinen Restalkohol aufweisen; diese werden von den Brauereien meist mit dem Zusatz „0,0“ gekennzeichnet.
Diese Varianten haben den Vorteil, keinerlei alkoholbedingte entwässernde Wirkung zu besitzen, was zum Ausgleich der im Ausdauersport typischen großen Schweißverluste wichtig ist. Selbst der geringe Alkoholgehalt in „nur“ alkoholfreiem Bier kann eine entwässernde Wirkung haben und die Rehydrierung nach dem Sport beeinträchtigen. Wenn es um schnelle Regeneration geht, etwa im Trainingslager, bei mehrtägigen Etappenfahrten oder bei zweimaligem Training am Tag, kann der völlige Verzicht auf Alkohol die Muskelregeneration und Erholung fördern. Alkohol hemmt die Proteinsynthese, wodurch sich der Muskelaufbau und die -reparatur nach intensiver Belastung verzögern können.
Da Bier hauptsächlich aus Gerste oder Weizen besteht, eignet es sich nicht für Menschen mit Glutenunverträglichkeit. Allerdings gibt es mittlerweile auch glutenfreie Biere wie das Neumarkter Lammsbräu Alkoholfrei.
Alkoholfreie Biere haben lange Zeit unter dem Vorurteil gelitten, nicht gut zu schmecken! Dieser negative Ruf war schwer abzuschütteln. Doch im Jahr 2001 trat das alkoholfreie Erdinger Weißbier an, um das Gegenteil zu beweisen. Von Anfang an als isotonisches Erholungsgetränk vermarktet, etablierte es sich als Marktführer. Daraufhin wurden auch alkoholfreie Weißbiere vieler anderer Brauereien zu beliebten Durstlöschern und Sommergetränken.
Die Herausforderung besteht weiterhin darin, alkoholfreiem Bier den typischen Biergeschmack zu verleihen, denn: "Alkohol ist ein Geschmacksträger!", erklärt Bier-Experte und Sommelier Simon Rossmann. Während des Alkoholgärungsprozesses entstehen zahlreiche Aromaverbindungen, deren Interaktionen noch nicht vollständig erforscht sind, schwärmt der Brau-Ingenieur, der am Doemens-Beratungsinstitut für Brau-, Getränke- und Lebensmittelindustrie in München unterrichtet.
Es gibt verschiedene Methoden zur Herstellung alkoholfreier Biere: Eine traditionelle Methode ist die gestoppte Gärung, bei der verhindert wird, dass der Alkoholgehalt 0,5 Prozent übersteigt. Diese Methode wird seit Jahrzehnten angewendet.
Eine relativ neue Technik ist die Verwendung spezieller Hefen. Bestimmte Hefestämme produzieren keinen Alkohol und bringen interessante Aromen ins Bier. Diese Methode ist besonders attraktiv für kleinere Brauereien, die nicht über große finanzielle Mittel verfügen. Neue Hefen und verbesserte Filtersysteme fördern die Kreativität der Brauer, weshalb viele neue alkoholfreie Biere – oft Helle statt Weißbiere – in verschiedenen Geschmacksrichtungen auf den Markt kommen.
Der dritte Ansatz zur Herstellung alkoholfreier Biere sind Entalkoholisierungsanlagen, die dem Vollbier den Alkohol entziehen; diese Anlagen sind jedoch aufwendig und teuer und daher nur für finanzstarke Brauereien geeignet.
Für den Geschmackstest unserer 8 Biere hat Sommelier Simon Rossmann die sensorische Bewertung durchgeführt; 7 Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion wählten ihre Favoriten im Rahmen einer Blindverkostung aus. Beide Tests fanden jeweils um 11 Uhr morgens statt, da dieser Zeitpunkt laut Bier-Experte Rossmann ideal ist, weil die Geschmacksknospen zu dieser Uhrzeit besonders empfindlich sind. Ohne Alkohol bestand zudem keine Gefahr, dass der restliche Arbeitstag aus dem Takt geraten könnte.
| Helles/Pils | Andechs | Bitburger | Giesinger | Simsseer |
| Marke | Andechser Hell | 0,0 Pils | Freiheit | Volle Pulle |
| Preis pro Flasche* | 2,10 Euro (0,5 l) | 0,78 Euro (0,33 l) | 1,59 Euro (0,5 l) | 1,45 Euro (0,5 l) |
| Energiegehalt** | 108 kj (25 kcal) | 138 kj (33 kcal) | 112 kj (27 kcal) | 112 kj (26 kcal) |
| Kohlenhydrate / Zucker | 5,3 Gramm / 1,5 Gramm | 7,8 Gramm / 4,4 Gramm | 5,6 Gramm / 2,8 Gramm | 5,9 Gramm / 5,9 Gramm |
| Protein | 0,75 Gramm | 0,5 Gramm | < 0,5 Gramm | 0,0 Gramm |
| Fett | < 0,5 Gramm | 0,0 Gramm | < 0,5 Gramm | 0,0 Gramm |
| Alkohol | < 0,5 % vol. | 0,0 % vol. | < 0,5 % vol. | < 0,5 % vol. |
| Sensorik | Sahniger, feinporiger Schaum, gold-gelbe Farbe; malzige Note, etwas Honig, schlank im Antrunk, die Kohlensäure ist gut eingebunden, leichte Bitter- und Biskuit-Note; insgesamt ein harmonisches Getränk | Satter, weicher und dichter Schaum, strohgelbe Farbe, glanzfrei und blank; würzige Aromen, getreidige Noten, deutlich süß im Antrunk, lediglich etwas bitter im Abgang mit prickelnder Kohlensäure | Weißer und kräftiger Schaum, helles Gelb, leichte und gleichmäßige Trübung (opal); Noten von Koreandersamen, Orangenschale, leichte Süße im Antrunk, leicht bittere Note im Abtrunk; sehr schlankes Bier | Grobporiger Schaum, steht schlecht, goldgelbe bis orange Farbe; ausgeprägtes Hopfenaroma, Noten von Mango, Ananas und Orange; leicht süß im Antrunk, im Nachtrunk bitter und hopfig, wenig Kohlensäure |
| Gesamtbewertung | 3 von 5 | 4,5 von 5 | 2,5 von 5 | 3,5 von 5 |
| Fazit *teils starke Preisunterschiede **pro 100 Milliliter | Zwei Kollegen und unserem Sommelier mundete das Hell aus der Klosterbrauerei Andechs, den übrigen war´s zu bitter; hat wenig Energie, dafür mehr Eiweiß, relativ teuer | Das 0,0-Bitburger in der 0,33-Flasche hat eine hohe Energiedichte und liefert viele Kohlenhydrate. Es schmeckt leicht süßlich und kam beim Geschmackstest am besten an | Trinkt sich leicht, erreicht beim Geschmackstest einen mittleren Platz; durchschnittlich bei den Inhaltsstoffen | Geteiltes Urteil: Für einen Teil der Gruppe der Geschmacks- favorit, den anderen schmeckte es zu sehr hopfenbetont; die Inhaltsstoffe erreichen durchschnittliche Werte |
| Weissbier | Erdinger | Franziskaner | Lammsbräu | Paulaner |
| Marke | Weißbräu | Naturtrübes Weißbier | Weiße (Bioland) | Weißbier 0,0 |
| Preis pro Flasche* | 1,00 Euro (0,5 l) | 1,10 Euro (0,5 l) | 1,38 Euro (0,5 l) | 1,25 Euro (0,5 l) |
| Energiegehalt** | 107 kj (25 kcal) | 88 kj (21 kcal) | 113 kj (27 kcal) | 145 kj (33 kcal) |
| Kohlenhydrate / Zucker | 5,3 Gramm / 3,6 Gramm | 4,4 Gramm / 1,8 Gramm | 6,1 Gramm / 2,8 Gramm | 5,3 Gramm / 3,6 Gramm |
| Protein | keine Angabe | 0,6 Gramm | < 0,5 Gramm | 0,7 Gramm |
| Fett | keine Angabe | 0,0 Gramm | < 0,5 Gramm | 0,0 Gramm |
| Alkohol | < 0,5 % vol. | < 0,5 % vol. | < 0,5 % vol. | 0,0 % vol. |
| Sensorik | Fester, stabiler und dichter Schaum, goldgelbe Farbe mit leichter Trübung; Karamell- und Honignoten: im Antrunk leichte Süße, nussige Note, prickelnd; im Nachtrunk leicht bitter, jedoch bleibt die Süße immer im Vordergrund | Cremiger und stabiler Schaum, bernsteinfarbenes Bier; fruchtige, karamellige Note, deutliche Süße im Antrunk, fast toffeeartiger, lediglich im Nachtrunk leichte Bitternote | Dichter, stabiler, feinporiger Schaum, goldgelbe Farbe mit kräftiger Trübung; getreidige, nussige und buiskuitartige Aromen; malzig-süß im Antrunk, spritzige Kohlensäure, Bitternoten bleiben im Hintergrund; sehr cremiges Mundgefühl | Dichter, feiner und fester Schaum, Orange-Farbton, leichte Trübung; sehr fruchtige und malzige Aromen, nussig-karamellig, deutlich süß im Antrunk, prickelnde Kohlensäure auf der Zunge, cremiges Mundgefühl, schön weich, kaum Bitternoten |
| Gesamtbewertung | 3 von 5 | 2,5 von 5 | 4,5 von 5 | 2,5 von 5 |
| Fazit *teils starke Preisunterschiede **pro 100 Milliliter | Beim Erdinger dominiert ein süßer Geschmack, was lediglich der Hälfte der Verkoster schmeckte; es liefert relativ wenig Energie; günstig | Das Franziskaner liefert die geringste Menge Kohlenhydrate und ist gleichzeitig sehr zuckerarm, dafür hat es mehr Proteine; den Geschmack bewerten die Tester durchschnittlich | Der Geschmackssieger unter den Weizenbieren, die cremig-spritzige Note kam sehr gut an; gleichzeitig liefert es viele Kohlenhydrate bei wenig Zucker | Das Paulaner liefert viele Kohlenhydrate bei mittlerem Zuckergehalt; geschmacklich belegt es einen mittleren Rang |

Redakteur