0,0% für RadsportlerWelches alkoholfreie Bier schmeckt am besten? Der Selbsttest

Alkoholfreies Bier ist vor und nach dem Sport gut für Radsportler
Foto: Wolfgang Papp
Alkoholfreies Bier liegt immer noch im Trend. Wir haben acht Biere ohne Alkohol auf Geschmack und Inhalt getestet und miteinander verglichen.

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Der Artikel erschien erstmals 2024 und wurde am 29. April 2026 aktualisiert.

Hier ist der überarbeitete Absatz mit geänderten Satzstrukturen: Wer es will, kann sogar schon vor dem Training ein Bier genießen! Diese Empfehlung kommt nicht vom Verband der Deutschen Brauer, sondern von Uwe Schröder, einem Fachmann für Sporternährung am Deutschen Institut für Sporternährung e. V., den wir ebenfalls interviewt haben. Der ausgebildete Ökotrophologe und passionierte Hobbyradsportler meint das sehr ernst. Alkoholfreies Bier ist nämlich für Rennradfahrer weit mehr als nur ein Durstlöscher. Dank seiner Inhaltsstoffe stellt es eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Saftschorlen oder spezialisierten Sportgetränken dar.

Aktive Regenerationshilfe

Alkoholfreies Bier kann als Regenerationsgetränk nach dem Sport wichtige Funktionen erfüllen: Es reguliert den Wasserhaushalt, stabilisiert dank seiner Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel, hilft bei der schnellen Auffüllung der erschöpften Muskelenergiespeicher und unterstützt durch den Mineralstoff Kalium dabei, diese Energie in den Muskeln zu speichern. Eine verbreitete Empfehlung besagt, dass man direkt nach dem Sport etwa ein Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen sollte, um die Glykogenspeicher effektiv wieder aufzufüllen und die Regeneration zu fördern. Mit kohlenhydrathaltigen Getränken wie alkoholfreiem Bier lässt sich diese Empfehlung leicht umsetzen. Da pro Gramm Kohlenhydrate etwa 19 mg Kalium in die Muskelzellen eingelagert werden, sind kaliumreiche Getränke besonders vorteilhaft für die Erholung nach intensiven Aktivitäten. Ein Beispiel: Ein Liter Bitburger 0,0 enthält 78 Gramm Kohlenhydrate, was ausreichen würde, um einen 80-Kilo-Sprinter gemäß der Empfehlung zu versorgen.

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Einige Biere tragen sogar das Label "isotonisch". Dies bedeutet, dass die Flüssigkeit im Bier und das Blut im Körper die gleiche Konzentration an gelösten Teilchen besitzen. Dadurch können die Inhaltsstoffe des Getränks besonders schnell vom Körper aufgenommen werden. "Die Eigenschaft 'isotonisch' allein ist jedoch kein ausreichender Qualitätsmaßstab für ein Sportgetränk", erklärt Ökotrophologe Uwe Schröder. Bei kühlen Temperaturen, wenn man weniger schwitzt, könnte ein leicht hypertones Getränk, das eine höhere Kohlenhydratkonzentration als das Blut aufweist, möglicherweise die bessere Wahl sein.

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Ist alkoholfrei gleich alkoholfrei?

Obwohl viele alkoholfreie Biere tatsächlich geringe Mengen Alkohol enthalten, dürfen sie laut Gesetz mit einem Restalkoholgehalt von bis zu 0,5 Prozent als alkoholfrei bezeichnet werden. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist dieser geringe Alkoholgehalt meist unproblematisch. Unser Blut ist auch nicht völlig alkoholfrei, da unser Körper selbst Ethanol produziert und sogar Roggenbrot oder Bananen können Alkohol enthalten, was viele nicht wissen. Das Deutsche Institut für Sporternährung e. V. empfiehlt jedoch leistungsorientierten Sportlern, alkoholfreie Biere zu wählen, die tatsächlich keinen Restalkohol aufweisen; diese werden von den Brauereien meist mit dem Zusatz „0,0“ gekennzeichnet.

Diese Varianten haben den Vorteil, keinerlei alkoholbedingte entwässernde Wirkung zu besitzen, was zum Ausgleich der im Ausdauersport typischen großen Schweißverluste wichtig ist. Selbst der geringe Alkoholgehalt in „nur“ alkoholfreiem Bier kann eine entwässernde Wirkung haben und die Rehydrierung nach dem Sport beeinträchtigen. Wenn es um schnelle Regeneration geht, etwa im Trainingslager, bei mehrtägigen Etappenfahrten oder bei zweimaligem Training am Tag, kann der völlige Verzicht auf Alkohol die Muskelregeneration und Erholung fördern. Alkohol hemmt die Proteinsynthese, wodurch sich der Muskelaufbau und die -reparatur nach intensiver Belastung verzögern können.

Da Bier hauptsächlich aus Gerste oder Weizen besteht, eignet es sich nicht für Menschen mit Glutenunverträglichkeit. Allerdings gibt es mittlerweile auch glutenfreie Biere wie das Neumarkter Lammsbräu Alkoholfrei.

Der Geschmackstest

Alkoholfreie Biere haben lange Zeit unter dem Vorurteil gelitten, nicht gut zu schmecken! Dieser negative Ruf war schwer abzuschütteln. Doch im Jahr 2001 trat das alkoholfreie Erdinger Weißbier an, um das Gegenteil zu beweisen. Von Anfang an als isotonisches Erholungsgetränk vermarktet, etablierte es sich als Marktführer. Daraufhin wurden auch alkoholfreie Weißbiere vieler anderer Brauereien zu beliebten Durstlöschern und Sommergetränken.

Die Herausforderung besteht weiterhin darin, alkoholfreiem Bier den typischen Biergeschmack zu verleihen, denn: "Alkohol ist ein Geschmacksträger!", erklärt Bier-Experte und Sommelier Simon Rossmann. Während des Alkoholgärungsprozesses entstehen zahlreiche Aromaverbindungen, deren Interaktionen noch nicht vollständig erforscht sind, schwärmt der Brau-Ingenieur, der am Doemens-Beratungsinstitut für Brau-, Getränke- und Lebensmittelindustrie in München unterrichtet.

Es gibt verschiedene Methoden zur Herstellung alkoholfreier Biere: Eine traditionelle Methode ist die gestoppte Gärung, bei der verhindert wird, dass der Alkoholgehalt 0,5 Prozent übersteigt. Diese Methode wird seit Jahrzehnten angewendet.

Eine relativ neue Technik ist die Verwendung spezieller Hefen. Bestimmte Hefestämme produzieren keinen Alkohol und bringen interessante Aromen ins Bier. Diese Methode ist besonders attraktiv für kleinere Brauereien, die nicht über große finanzielle Mittel verfügen. Neue Hefen und verbesserte Filtersysteme fördern die Kreativität der Brauer, weshalb viele neue alkoholfreie Biere – oft Helle statt Weißbiere – in verschiedenen Geschmacksrichtungen auf den Markt kommen.

Der dritte Ansatz zur Herstellung alkoholfreier Biere sind Entalkoholisierungsanlagen, die dem Vollbier den Alkohol entziehen; diese Anlagen sind jedoch aufwendig und teuer und daher nur für finanzstarke Brauereien geeignet.

Blindverkostung um 11

Für den Geschmackstest unserer 8 Biere hat Sommelier Simon Rossmann die sensorische Bewertung durchgeführt; 7 Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion wählten ihre Favoriten im Rahmen einer Blindverkostung aus. Beide Tests fanden jeweils um 11 Uhr morgens statt, da dieser Zeitpunkt laut Bier-Experte Rossmann ideal ist, weil die Geschmacksknospen zu dieser Uhrzeit besonders empfindlich sind. Ohne Alkohol bestand zudem keine Gefahr, dass der restliche Arbeitstag aus dem Takt geraten könnte.

Alkoholfreies Helles/Pils im Test

Helles/PilsAndechsBitburgerGiesingerSimsseer
MarkeAndechser Hell0,0 PilsFreiheitVolle Pulle
Preis pro Flasche*2,10 Euro (0,5 l)0,78 Euro (0,33 l)1,59 Euro (0,5 l)1,45 Euro (0,5 l)
Energiegehalt**108 kj (25 kcal)138 kj (33 kcal)112 kj (27 kcal)112 kj (26 kcal)
Kohlenhydrate / Zucker5,3 Gramm / 1,5 Gramm7,8 Gramm / 4,4 Gramm5,6 Gramm / 2,8 Gramm5,9 Gramm / 5,9 Gramm
Protein0,75 Gramm0,5 Gramm< 0,5 Gramm0,0 Gramm
Fett< 0,5 Gramm0,0 Gramm< 0,5 Gramm0,0 Gramm
Alkohol< 0,5 % vol.0,0 % vol.< 0,5 % vol.< 0,5 % vol.
SensorikSahniger, feinporiger Schaum, gold-gelbe Farbe; malzige Note, etwas Honig, schlank im Antrunk, die Kohlensäure ist gut eingebunden, leichte Bitter- und Biskuit-Note; insgesamt ein harmonisches GetränkSatter, weicher und dichter Schaum, strohgelbe Farbe, glanzfrei und blank; würzige Aromen, getreidige Noten, deutlich süß im Antrunk, lediglich etwas bitter im Abgang mit prickelnder KohlensäureWeißer und kräftiger Schaum, helles Gelb, leichte und gleichmäßige Trübung (opal); Noten von Koreandersamen, Orangenschale, leichte Süße im Antrunk, leicht bittere Note im Abtrunk; sehr schlankes BierGrobporiger Schaum, steht schlecht, goldgelbe bis orange Farbe; ausgeprägtes Hopfenaroma, Noten von Mango, Ananas und Orange; leicht süß im Antrunk, im Nachtrunk bitter und hopfig, wenig Kohlensäure
Gesamtbewertung3 von 54,5 von 52,5 von 53,5 von 5
Fazit *teils starke Preisunterschiede **pro 100 MilliliterZwei Kollegen und unserem Sommelier mundete das Hell aus der Klosterbrauerei Andechs, den übrigen war´s zu bitter; hat wenig Energie, dafür mehr Eiweiß, relativ teuerDas 0,0-Bitburger in der 0,33-Flasche hat eine hohe Energiedichte und liefert viele Kohlenhydrate. Es schmeckt leicht süßlich und kam beim Geschmackstest am besten anTrinkt sich leicht, erreicht beim Geschmackstest einen mittleren Platz; durchschnittlich bei den InhaltsstoffenGeteiltes Urteil: Für einen Teil der Gruppe der Geschmacks- favorit, den anderen schmeckte es zu sehr hopfenbetont; die Inhaltsstoffe erreichen durchschnittliche Werte

Vier alkoholfreie Weissbiere im Test

WeissbierErdingerFranziskanerLammsbräuPaulaner
MarkeWeißbräuNaturtrübes WeißbierWeiße (Bioland)Weißbier 0,0
Preis pro Flasche*1,00 Euro (0,5 l)1,10 Euro (0,5 l)1,38 Euro (0,5 l)1,25 Euro (0,5 l)
Energiegehalt**107 kj (25 kcal)88 kj (21 kcal)113 kj (27 kcal)145 kj (33 kcal)
Kohlenhydrate / Zucker5,3 Gramm / 3,6 Gramm4,4 Gramm / 1,8 Gramm6,1 Gramm / 2,8 Gramm5,3 Gramm / 3,6 Gramm
Proteinkeine Angabe0,6 Gramm< 0,5 Gramm0,7 Gramm
Fettkeine Angabe0,0 Gramm< 0,5 Gramm0,0 Gramm
Alkohol< 0,5 % vol.< 0,5 % vol.< 0,5 % vol.0,0 % vol.
SensorikFester, stabiler und dichter Schaum, goldgelbe Farbe mit leichter Trübung; Karamell- und Honignoten: im Antrunk leichte Süße, nussige Note, prickelnd; im Nachtrunk leicht bitter, jedoch bleibt die Süße immer im VordergrundCremiger und stabiler Schaum, bernsteinfarbenes Bier; fruchtige, karamellige Note, deutliche Süße im Antrunk, fast toffeeartiger, lediglich im Nachtrunk leichte BitternoteDichter, stabiler, feinporiger Schaum, goldgelbe Farbe mit kräftiger Trübung; getreidige, nussige und buiskuitartige Aromen; malzig-süß im Antrunk, spritzige Kohlensäure, Bitternoten bleiben im Hintergrund; sehr cremiges MundgefühlDichter, feiner und fester Schaum, Orange-Farbton, leichte Trübung; sehr fruchtige und malzige Aromen, nussig-karamellig, deutlich süß im Antrunk, prickelnde Kohlensäure auf der Zunge, cremiges Mundgefühl, schön weich, kaum Bitternoten
Gesamtbewertung3 von 52,5 von 54,5 von 52,5 von 5
Fazit *teils starke Preisunterschiede **pro 100 MilliliterBeim Erdinger dominiert ein süßer Geschmack, was lediglich der Hälfte der Verkoster schmeckte; es liefert relativ wenig Energie; günstigDas Franziskaner liefert die geringste Menge Kohlenhydrate und ist gleichzeitig sehr zuckerarm, dafür hat es mehr Proteine; den Geschmack bewerten die Tester durchschnittlichDer Geschmackssieger unter den Weizenbieren, die cremig-spritzige Note kam sehr gut an; gleichzeitig liefert es viele Kohlenhydrate bei wenig ZuckerDas Paulaner liefert viele Kohlenhydrate bei mittlerem Zuckergehalt; geschmacklich belegt es einen mittleren Rang

Matthias Borchers ist im Test-Ressort von TOUR, Experte für Bekleidung und Zubehör. Als Hobbyradsportler hat er die TOUR-Transalp und die TOUR-Trans Austria absolviert. Prägend sind zudem Reportage-Reisen von San Francisco bis Sakai sowie 17 Trips zur Tour de France mit rund 30.000 Wohnmobilkilometern.

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