Transalp

Schafft man die Transalp mit dem E-MTB in 5 Tagen?

Dirk Wagener

 · 17.07.2019

Schafft man die Transalp mit dem E-MTB in 5 Tagen?Foto: Toni Reiter
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Mit dem normalen Bike würde man für diese Transalp-Route neun Tage einkalkulieren. Schafft man die Strecke mit dem E-MTB in fünf Tagen? Drei Bayern und ein Ruhrpottler starten zu einem Selbst­versuch.

DIE ETAPPEN – So schafft man 17.000 Höhenmeter in fünf Tagen:


TAG 1: Prien am Chiemsee – Grassau – Entenlochklamm – Going – Steinberghaus – Filzenscharte – Neukirchen am Grossvenediger
Nach gemütlichem Beginn durch Wiesen, Wälder und Hochmoore passiert man an der Entenlochklamm die österreichische Grenze. Zum Abschluss der Tagesetappe geht’s auf die 1686 Meter hohe Filzenscharte. Oben unbedingt den richtigen Abzweig auf den Wanderweg und Forstweg Richtung Neukirchen erwischen.


TAG 2: Neukirchen am Großvenediger – Oberkrimmel – Krimmler Tauernhaus – Krimmler Tauernscharte – Kasern (Ahrntal)
Schwere Etappe auf den 2633 Meter hohen Krimmler Tauernpass. Am besten vorher im Krimmler Tauernhaus einkehren und stärken. Auch E-Bike-Ladestationen gibt es hier. Dann schafft man die zweistündige Schiebestrecke auf den Pass und den langen Downhill ins Ahrntal besser.


TAG 3: Kasern – Kematen – Bruneck – St. Lorenzen – Rastner Hütte – Würzjoch – Kreuzkofeljoch – St. Ulrich – Seiser Alm – Tiers
Traumhafte Südtiroler Trails ab dem Würzjoch (1987 Meter). Dort findet sich auch eine schöne Pausenhütte, bevor es über Malga Göma und die Peitlerwiesen bis zum 2340 Meter hohen Kreuzkofeljoch geht. Auf der 2297 Meter hoch gelegenen Schlüterhütte lässt es sich gut übernachten.


TAG 4: Tiers – Predazzo – Passo Sadole – Valcia – Rifigio Carlettini – Strigno – Selva – Rifugio Barricata
Hoch zur Seiseralm, oder später von Predazzo kann man die Lift-Alternative wählen, wenn man zeitlich in Bedrängnis gerät. So bewältigt man die schweren Downhills auf dem Knüppelsteig hinunter nach Tiers und später vom Passo Sadole ins Val Cia entspannter.


TAG 5: Rifugio Barricata – Bivio Italia – Malga Larici – Passo di Vezzana – Carbonare – Vielgereuth – Besenello – Rovereto – Torbole
Kilometermäßig die längste Etappe und vom 1853 Meter hohen Monte Maggio noch ein schwerer Downhill. Am Rifugio Stella D’Italia hat man die Wahl, ob man die letzte Passage über den Pasubio noch schafft, oder direkt über Vielgereuth und Rovereto nach Torbole rollt.

Trotz moderner GPS-Navigation muss die gute alte Wanderkarte auf einer Alpenüberquerung auf jeden Fall in den Rucksack. Nur sie gibt einen anschaulichen Überblick über die Gesamtstrecke, zeigt Schlüsselstellen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.Foto: Toni Reiter
Trotz moderner GPS-Navigation muss die gute alte Wanderkarte auf einer Alpenüberquerung auf jeden Fall in den Rucksack. Nur sie gibt einen anschaulichen Überblick über die Gesamtstrecke, zeigt Schlüsselstellen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.
Mega-Transalp mit dem E-MountainbikeFoto: Toni Reiter
Mega-Transalp mit dem E-Mountainbike
Sanfte Wiesen, schroffe Gipfel - auf der Route östlich des Brenners wechselt das Panorama ständig.Foto: Toni Reiter
Sanfte Wiesen, schroffe Gipfel - auf der Route östlich des Brenners wechselt das Panorama ständig.
Die Auffahrt zum 2633 Meter hohen Krimmler Tauernpass war grenzwertig - nicht nur, weil auf der anderen Seite Italien liegt - auf 2200 Metern ging der Dauerregen in Schneefall über.
Foto: Toni Reiter
Die Auffahrt zum 2633 Meter hohen Krimmler Tauernpass war grenzwertig - nicht nur, weil auf der anderen Seite Italien liegt - auf 2200 Metern ging der Dauerregen in Schneefall über.
Biker-Hochburg Neukirchen am Großvenediger - zum Frühstück einen Döner.Foto: Toni Reiter
Biker-Hochburg Neukirchen am Großvenediger - zum Frühstück einen Döner.
Trotz Schiebehilfe und vollem Akku strapaziös - Schiebepassagen gab es etliche auf dieser Transalp.Foto: Toni Reiter
Trotz Schiebehilfe und vollem Akku strapaziös - Schiebepassagen gab es etliche auf dieser Transalp.
Orientierungslosigkeit gleich am ersten Tag. Viel zu spät dran, und die Karte durchfeuchtet und unlesbar.
Foto: Toni Reiter
Orientierungslosigkeit gleich am ersten Tag. Viel zu spät dran, und die Karte durchfeuchtet und unlesbar.
Schneefall mitten im Juli auf dem Krimmler Tauernpass.Foto: Toni Reiter
Schneefall mitten im Juli auf dem Krimmler Tauernpass.
Eines der Highlights: der ewig lange und technisch anspruchsvolle Downhill vom Krimmler Tauernpass ins Ahrntal.Foto: Toni Reiter
Eines der Highlights: der ewig lange und technisch anspruchsvolle Downhill vom Krimmler Tauernpass ins Ahrntal.
Durch Hochmoore und blühende Wiesen in den Voralpen am Chiemsee.Foto: Toni Reiter
Durch Hochmoore und blühende Wiesen in den Voralpen am Chiemsee.
Kleinere Defekte, platte Reifen und Blessuren lassen sich bei 625 Kilometern Gesamtstrecke kaum vermeiden.Foto: Toni Reiter
Kleinere Defekte, platte Reifen und Blessuren lassen sich bei 625 Kilometern Gesamtstrecke kaum vermeiden.
Gut, wenn man für kleinere Blessuren ein Erste-Hilfe-Set im Rucksack hat.Foto: Toni Reiter
Gut, wenn man für kleinere Blessuren ein Erste-Hilfe-Set im Rucksack hat.
Kühles Nass vom DorfbrunnenFoto: Toni Reiter
Kühles Nass vom Dorfbrunnen
Trotz moderner GPS-Navigation muss die gute alte Wanderkarte auf einer Alpenüberquerung auf jeden Fall in den Rucksack. Nur sie gibt einen anschaulichen Überblick über die Gesamtstrecke, zeigt Schlüsselstellen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.Foto: Toni Reiter
Trotz moderner GPS-Navigation muss die gute alte Wanderkarte auf einer Alpenüberquerung auf jeden Fall in den Rucksack. Nur sie gibt einen anschaulichen Überblick über die Gesamtstrecke, zeigt Schlüsselstellen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.
Mega-Transalp mit dem E-MountainbikeFoto: Toni Reiter
Mega-Transalp mit dem E-Mountainbike
Mega-Transalp mit dem E-Mountainbike
Sanfte Wiesen, schroffe Gipfel - auf der Route östlich des Brenners wechselt das Panorama ständig.
Die Auffahrt zum 2633 Meter hohen Krimmler Tauernpass war grenzwertig - nicht nur, weil auf der anderen Seite Italien liegt - auf 2200 Metern ging der Dauerregen in Schneefall über.
Biker-Hochburg Neukirchen am Großvenediger - zum Frühstück einen Döner.
Trotz Schiebehilfe und vollem Akku strapaziös - Schiebepassagen gab es etliche auf dieser Transalp.
Orientierungslosigkeit gleich am ersten Tag. Viel zu spät dran, und die Karte durchfeuchtet und unlesbar.
Schneefall mitten im Juli auf dem Krimmler Tauernpass.
Eines der Highlights: der ewig lange und technisch anspruchsvolle Downhill vom Krimmler Tauernpass ins Ahrntal.
Durch Hochmoore und blühende Wiesen in den Voralpen am Chiemsee.
Kleinere Defekte, platte Reifen und Blessuren lassen sich bei 625 Kilometern Gesamtstrecke kaum vermeiden.
Gut, wenn man für kleinere Blessuren ein Erste-Hilfe-Set im Rucksack hat.
Kühles Nass vom Dorfbrunnen
Trotz moderner GPS-Navigation muss die gute alte Wanderkarte auf einer Alpenüberquerung auf jeden Fall in den Rucksack. Nur sie gibt einen anschaulichen Überblick über die Gesamtstrecke, zeigt Schlüsselstellen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.

INFOS


Die Strecke
Eine Alpenüberquerung mit Westalpen-Format durch die Kitzbüheler Alpen, Hohen Tauern und Dolomiten. Besondere Highlights: Krimmler Tauernpass, Peitler und Geislerspitzen, Seiser Alm, Schlern, Lagorai sowie Gardasee. Insgesamt über 17000 Höhenmeter bergauf und 17000 Tiefenmeter bergab. 625 Kilometer Streckenlänge. 9 Pässe über 2000 Meter. Höchster Punkt: Krimmler Tauernscharte mit 2633 Metern.


Die Anforderungen
Eine besondere Transalp in den Ostalpen mit vielen Singletrails, aber auch einigen Schiebestrecken. Die Route erfordert gute Kondition und viel fahrtechnisches Können. Da die Strecke mit "normalem" Bike mit neun Tagen kalkuliert wird, kann man seine persönliche tägliche Fahrleistung mit dem E-MTB individuell anpassen bzw. erhöhen und die benötigten Touren-Tage so reduzieren.


Der Zeitplan
Die Gesamtstrecke in fünf Tagen zu absolvieren, ist sehr ambitioniert. Zudem können schlechtes Wetter, Pannen, Ermüdung und Orientierungsprobleme den gesteckten Zeitplan durcheinanderwirbeln. Sicherer ist es, einen Zusatztag miteinzuplanen.


Akkus und Energie
Es sind lange Tage auf dem E-MTB, da man die Ladezeiten der Akkus und entsprechende Aufenthaltszeiten an Hütten miteinkalkulieren muss. Zweit-Akku und Ladegerät unbedingt mitnehmen. Im Herbst bei kürzer werdendem Tageslicht auch an Beleuchtung denken.


Karten und Navigation
Trotz Navi waren Karten im Maßstab 1:50000 für uns unverzichtbar: Kompass-Wanderkarten Nr. 9, 10, 29, 38, 54, 56, 75, 76, 78, 82 und 101. Die GPS-Daten für die Tour in neun Etappen gibt es hier: https://www.gps-tour.info/de/touren/detail.126606.html

  Die 5 Tagesetappen in der ÜbersichtFoto: Infochart
Die 5 Tagesetappen in der Übersicht
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