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Das können die Flow-Trails in unserem Test

Dimitri Lehner

 · 07.04.2017

Das können die Flow-Trails in unserem TestFoto: Grant Gunderson
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Diese vier Buchstaben gelten als Synonym für Glück. Nicht nur für uns Freerider – viele scheinen auf der Suche danach. Doch was steckt hinter dem Wort FLOW? Und warum macht er uns so happy?

  Profi-Biker KC Deane im Singletrail-Rausch irgendwo in British Columbia. Jeder wird zustimmen, dass das ein geiles Gefühl ist. Doch warum macht uns Biken eigentlich so glücklich? Foto: Grant Gunderson
Profi-Biker KC Deane im Singletrail-Rausch irgendwo in British Columbia. Jeder wird zustimmen, dass das ein geiles Gefühl ist. Doch warum macht uns Biken eigentlich so glücklich? 


Wow, das hatte ich noch nie erlebt! Dabei fuhr ich seit 15 Jahren Mountainbike und arbeitete schon lange fürs BIKE Magazin. Ich kannte also schon eine Menge Bike-Reviere – doch was mir 2004 bei meinem ersten Whistler-Besuch widerfuhr, veränderte mein Weltbild als Mountainbiker. Auslöser waren die Parktrails A-Line und Dirt Merchant, eine Abfolge von Sprüngen, Anliegern, Step-ups und Step-downs. Diese Trails brachten die Synapsen derart zum Glühen, dass der Jackpot in meinem Glückszentrum ausgeschüttet wurde. Ich hatte Fahrspaß wie nie zuvor. Mehr noch: Mir kam es vor, als würde ich auf einmal viel besser biken. Zauberei? Ich fühlte mich wie ein Rockstar!­

Heute weiß ich, was ich damals so überraschend erlebt habe: Flow. Ein Phänomen, das euro­päische Biker 2004 höchstens in kleinen Häppchen spüren konnten – und das sie auch gar nicht suchten. Damals stand der Gardasee mit seinen Trail-Klassikern 601 und Sentiero della Pace hoch im Kurs, die felsige Kohlern-Abfahrt in Bozen oder andere verwinkelte Stolper-Trails in den Alpen. Mountainbiker definierten sich eher darüber, welche Geländeformen sie technisch bewältigen konnten und wo ihre maximale Drop­höhe lag. Kurzum: Wir Euro-Free­rider ahnten vor etwas mehr als 10 Jahren noch wenig von der Faszination des ungebremstem Fahrflusses. Kein Wunder, denn der professio­nelle Trailbau steckte in den Kinderschuhen und Bikeparks waren gerade erst im Kommen.

Doch was ist Flow überhaupt und warum macht er Mountainbiker so glücklich, ja regelrecht euphorisch? Meine Theorie: Flow entsteht durch Kurvenbeschleunigung in vertikaler und horizontaler Richtung. Konkreter: durch Sprünge, Drops, Bodenwellen (vertikal) und Kurven, Anlieger, Wallrides (horizontal). Dieses Achterbahn-Gefühl ist es, das uns so euphorisiert. Bester Beweis ist die Mutter aller Flow-Sportarten: Wellenreiten. Hier passieren die Bewegungen besonders rhythmisch. Der Surfer gleitet übers Wasser und spielt mit der Welle. Ähnlich wie Tiefschnee-Skifahrer und Snowboarder. Nun haben Wasser und Schnee den Vorteil, ein geschmeidiges Medium zu sein; man zieht die Turns, wo man will. Wege oder Bahnen sind überflüssig. Ein Mountainbiker dagegen braucht einen Trail, und der muss gewisse Voraussetzungen erfüllen, um Flow zu erzeugen. Die IMBA (Internatio­nal Mountain Bicycling Association) hat diese analysiert und definiert flowige Trails so:

"Flowtrails machen ein Achterbahn-Gefühl erlebbar, ohne dass man groß bremsen oder pedalieren müsste. Die Trails besitzen Features wie Anlieger, Wellen, unterschiedliche Arten von Sprüngen und vorhersehbare, durchgängige Untergründe. Unerwünscht: hakelige Kurven und unvorhersehbare Hindernisse. Der Biker kurvt von links nach rechts, oben nach unten, entwickelt einen Rhythmus – und fließt durch den Trail."

Treffender kann die Definition eines Flowtrails nicht sein. Nun existiert aber noch ein weiterer Flow-Begriff – und das stiftet Verwirrung. Es ist der sogenannte psychologische Flow. Im Gegensatz zum Fahrfluss der Mountainbiker beschreibt der psychologische Flow eine Art Trance-Zustand, der bei völliger Konzentration entsteht. Ein Tätigkeitsrausch, in den man geraten kann, wenn man in seinem Tun aufgeht, alle anderen Gedanken ausblendet und sich völlig im "Jetzt" befindet. Das kann zum Beispiel beim Gitarrespielen, Malen, Slacklinen, in der Liebe – oder eben auch beim Mountainbiken passieren. Downhill-Weltmeister Danny Hart geriet mit Sicherheit in einem solchen mentalen Flow-Zustand, als er kürzlich über die Mörder-Abfahrt von Val di Sole bretterte: Er verschmolz förmlich mit seinem Bike, maximal konzentriert und absorbiert von seiner Tätigkeit.

  Nature FlowFoto: Geoff Gulevich
Nature Flow

Dabei war die fiese Abfahrt in Val di Sole alles andere als flowig, wenn nicht sogar das krasse Gegenteil davon: eine einzige Stolperfalle. Dennoch gibt es gewisse Überschneidungen der zwei Flow-Begriffe. So trägt etwa eine flowige Strecke dazu bei, dass der Fahrer auch in den mentalen Flow-Zustand gerät, alle Gedanken ausblendet und den Moment ganz intensiv erlebt. Unsere Euphorie beim Biken wird jedoch maßgeblich vom Bike-Flow bestimmt, dem Fahrfluss des Trails also. Ein flowiger Trail kann "natürlich" sein (Wanderwege wie Saalbachs Hacklberg-Trail oder der bekannte Tschilli-Trail in Latsch) oder von einem Trailbauer speziell für Biker angelegt. "Paradoxerweise sind die Natur-Trails in vielen Bike-Revieren wie Saalbach-Hinterglemm oder Livigno flowiger als die gebauten Trails", sagt Freeride-Profi Bobby Root, der schon Trails auf der ganzen Welt befahren hat. "Auf den Parkstrecken in Europa passt es oft vorne und hinten nicht. Mal fehlt der Speed für einen Sprung, mal musst du voll in die Eisen, um nicht im Keller zu landen."

Wanderwege also flowiger als gebaute Flow-Strecken? Nein, auch Profi-Trailbauern gelingen wahre Flow-Spektakel – Expertise und Erfahrung vorausgesetzt. Der "Flow Country" im Bikepark Geißkopf, gebaut von Diddie Schneider, ist ein Vorzeigebeispiel für einen künstlichen Flow-Trail. Schneiders Trail ist abwechslungsreich (Kurvenwechsel, Sprünge, Bodenwellen), doch sicher und einfach zu fahren. Weder bremsen eckige Kurven den Biker aus, noch überrascht der Trail durch gefährliche oder schlecht gebaute Stunts. Profi-Trailbauer Glen Jacobs aus Australien (verantwortlich für viele UCI-Strecken) weiß: "Wenn du auf einem Trail überhaupt nicht ahnst, was dich erwartet, kannst du keinen Flow erleben." Dieser Meinung bin auch ich: In Bikeparks sollten Idealbedingungen herrschen (von natürlichen Downhill-Strecken mal abgesehen). In einer Hüpfburg will ich schließlich auch nicht mit einem verborgenen Stahlträger rechnen müssen.

Und ich will noch mit einem weiteren Missverständnis aufräumen: Flow-Trails müssen weder einfach sein, noch dürfen sie langweilig sein. Leider ist das eine gängige Praxis: Viele Bikepark-Betreiber nennen ihre lahmen Anfänger-Abfahrten "Flow-Trail". Als wäre die Bedeutung von Flow: Da kann jeder fahren. Das ist Unsinn, denn Flow-Trails kennen kein Skill-Limit. Es gibt flowige Trails in allen Schwierigkeitsgraden. Oftmals besitzen die Wettkampf-Trails der Profis sogar den meisten Flow. Wer sich die Slopestyle-Parcours von Whistler, den Nine Knights oder den District Ride in Nürnberg anschaut, gerät ins Schwärmen. Für den Hobby-Freerider ist das alles natürlich fünf Nummern zu groß. Bestes Beispiel sind die Jumplines der Fest-Series. "Ich bin beeindruckt von diesen Sprungkombina­tionen", bestätigt Bobby Root, "perfekte Absprünge, perfekte Landungen, ideale Anlieger – das ist Flow in Reinform, allerdings auf höchstem Fahrniveau."

Die besten gebauten Flow-Trails für Jedermann befinden sich noch immer im Vorzeige-Bikepark Whistler. Die Namen "Dirt Merchant" und "A-Line" sind nicht ohne Grund jedem Freerider weltweit ein Begriff – die Referenz für höchste Trailbau-Kunst. "Du rauschst durch den Trail mit einer Leichtigkeit, die begeistert. Diese Trails geben Speed und Rhythmus vor, so dass du dich voll der Airtime hingeben kannst", sagt Free­ride-Pionier Richie Schley. Doch warum kriegen so wenige Bikeparks in Europa die magische Flow-Formel hin? Bike-Ikone Hans Rey kennt die Antwort: "Für alles rennen wir zum Spezialisten – zum Zahnarzt, in die Autowerkstatt, zum Elektriker. Nur wenn’s um Moutainbike-Trails geht, glaubt jeder, er könne es selbst." Profi-Trailbauer Glen Jacobs sieht es noch ernster: "Manche Bikepark-Trails sind so fahrlässig gebaut, dass in meinen Augen schon eine Straftat vorliegt!" Seine Forderung: Wenn wir wollen, dass der Sport wächst, müssen wir den Leuten flowige Trails bieten, statt sie ständig mit Murcksstrecken zu frustrieren." Ein Urteil, das ich nach vielen Bikepark-Tests der FREERIDE voll unterschreiben kann.

  Park FlowFoto: Harookz
Park Flow


DAS FLOW PHÄNOMEN


Der Psycho-Flow:

Mihály Csikszentmihályi gilt als Schöpfer der Flow-Theorie. Der Psychologie-Professor aus Kalifornien beschrieb 1975 das Flow-Erleben. Flow bezeichnet hier das beglückende Gefühl eines mentalen Zustands völliger Vertiefung (Konzentration). Psychologischer Flow entsteht, wenn die Ziele klar definiert sind, man selbstbestimmt handelt, die Tätigkeit nahezu mühelos kontrolliert und dabei weder überfordert (Angst) noch unterfordert ist (Langeweile). Die Folge: Handeln und Bewusstsein verschmelzen, das Zeitgefühl verändert sich (Leben im Hier und Jetzt) und die Tätigkeit belohnt sich selbst (Spaß an der Tätigkeit, Glückseuphorie). Flow tritt häufig bei sogenannten Fun-Sportarten auf: Surfen, Skifahren, Klettern, Segeln, Tanzen. Aber auch bei Computerspielen, Sex, Modellbau etc. Für den Psychologen Siegbert Warwitz ist das spielende Kind der Prototyp eines Menschen im Flow: Es befindet sich im glück­seligen Zustand des "Bei-sich-seins".


Der Bike-Flow:

Im Mountainbiken bezeichnet Flow den Fahrfluss. Er entsteht, wenn man durch die Strecke rollt, ohne viel zu bremsen oder zu pedalieren. Dabei muss der Trail auf nicht zu ruppigem Untergrund in horizontaler Achse (Kurven) und vertikaler Achse (Sprünge, Roller) ausschwingen. Die dabei entstehende Kurvenbeschleunigung erzeugt Euphorie und Fahrspaß. Das kann sowohl auf natürlichen als auch auf gebauten Trails passieren. Flow-Hemmer dagegen sind: zu steiles Gelände (Bremsrillen), hakelige Kurven, Eintönigkeit, Gefahren auf dem Trail, unrhythmische Verläufe, Rollsplit, verblocktes Gelände oder falsch dimensionierte Sprünge.

In unserem Strecken-Check wollten wir wissen: Wie viel Flow steckt drin, wo Flow draufsteht? Dazu haben wir zwölf Strecken getestet und mit unserem virtuellen Flow-o-meter gemessen. Noch ist das unser subjektives Flow-Empfinden. Doch theoretisch müsste man Kurvenbeschleunigung, Bremseinsatz und geschmeidiges Rollen auch mit Sensoren messen und präzise auswerten können – wer weiß, vielleicht kommt so ein geeichter Real-Flow-Messer bei unseren nächsten Tests schon zum Einsatz.


Chur: Brambi Flow

Gebauter Trail im Bikepark Chur / Schweiz
Info: www.alpenbikepark.ch


Schwierigkeit: 2 von 6 Punkten

Der Bikepark Chur liegt direkt über der Stadt und wurde von einem MTB-Verein iniziiert. Die Hauptstrecken besitzen eine hohe Stunt-Dichte und sind anspruchsvoll zu fahren, will man nicht auf die Chickenlines ausweichen. Damit gefällt er vor allem Park-Experten. Brambi Flow will nun auch Biker mit weniger Skills ansprechen. Der Trail ist gespickt mit vielen Anliegerkurven. Sprünge sind eher selten. Uns fehlte etwas die Abwechslung, damit ein Achterbahngefühl entsteht. Der am Brambi Flow anschließende Chur Flow war uns zu ruppig und ähnelte eher einem Wanderweg.


Fazit: Brambi-Flow ist eher eine blaue Einsteiger-Strecke mit vielen Anliegerkurven. Für ein wirkliches Flow-Achterbahngefühl fehlt die Abwechslung.


FREERIDE-URTEIL: 4 von 10 Flow-Punkten

  Chur: Brambi FlowFoto: Veranstalter
Chur: Brambi Flow


Finale Ligure: H-Trail

Präparierter Naturtrail in Finale Ligure / Italien
Info: www.finaleligure-bikeresort.com


Schwierigkeit: 4 von 6 Punkten

Die ganze Region in der Nähe von Genua am Mittelmeer ist eine Flow-Goldmine. Schon früh hat man dort das Potenzial erkannt und Naturtrails präpariert. Immer wieder kommen neue dazu. Der H-Trail gehört zu den Klassikern. Für die Finale-Trails wie H-Trail oder Rollercoaster setzen wir uns gerne 7 Stunden ins Auto. Wer Brechsand-Autobahnen zu künstlich findet, kommt hier voll auf die Kosten. Dafür kann es aber auch passagenweise etwas ruppiger werden, es schleudert einen aber von einen Turn so in den nächsten, dass das Flow-o-meter ordentlich ausschlägt.


Fazit: Die ganze Region hat sich dem Natur-Flow verschrieben und pimpt Trails für Biker auf. Unbedingt ausprobieren, wenn man naturbelassene Trails mag!


FREERIDE-URTEIL: 6 von 10 Flow-Punkten

  Finale Ligure: H-TrailFoto: Veranstalter
Finale Ligure: H-Trail


Freiburg: The Canadian

Gebauter Trail vom Kybfelsen in Freiburg
Info: www.mountainbike-freiburg.com


Schwierigkeit: 3 von 6 Punkten

Der Freiburger Bike-Konstrukteur Peter Denk lud kanadische Trailbauer ein, um eine Single­trail-Abfahrt durch den Wald zu shapen. Das Ergebnis: verblüffend! Die Jungs erzeugten ein Vielfaches des Flow, den andere selbst mit EU-Förderung und Riesenaufwand nicht hinkriegen. The Canadian ist eine 3,6 Kilometer und 450 Höhenmeter lange Achterbahn mit Jumps, Rollern und vielen spannenden Turns. Die etwa 6 Kilometer lange Auffahrt muss man sich selbst erstrampeln. The Canadian
ist so beliebt, dass er unter der häufigen
Frequentierung leidet – dennoch: viel Flow!


Fazit: The Canadian ist ein Musterbeispiel dafür, was mit einfachen Mitteln und guter Streckenführung alles möglich ist. So einen Trail wünscht man sich in jeder Stadt.


FREERIDE-URTEIL: 5,5 von 10 Flow-Punkten

  Freiburg: The CanadianFoto: Kirsten J. Sörries
Freiburg: The Canadian


Geißkopf: Flow Country

Gebauter Einsteiger-Trail im Bikepark Geißkopf
Info: www.bikepark.net


Schwierigkeit: 1 von 6 Punkten

"Flow Country" nennt Trailbauer Diddie Schneider seine Idee von einfach zu fahrenden Kurven-Trails. Damit will er alle fürs Bikepark-Freeriden begeistern, selbst Kinder, Familien, Oldies. Und das ist ihm am Geißkopf hervorragend gelungen. Viele Besucher kommen, um genau diesen Trail zu fahren. Es ist eine abwechslungsreiche Abfahrt über einen schmalen, geschwungenen Trail mit Bodenwellen, Anliegern und kleinen Sprüngen. Das macht selbst Könnern Spaß, da sie die Wellen überspringen können. Der Flow Country ein idealer Einsteiger-Trail, wie er in jeden Bikepark gehört.


Fazit: Der Flow Country am Geißkopf erzeugt Achterbahn-Gefühle, lässt Anfänger Flow erleben und macht Laune auf Bikepark-Biken. Oft kopiert, nie erreicht.


FREERIDE-URTEIL: 9 von 10 Flow-Punkten

  Geißkopf: Flow CountryFoto: Veranstalter
Geißkopf: Flow Country


Hafjell: Rollercoaster

Jump-Trail im Bikepark Hafjell / Norwegen
Info: www.bikepark-leogang.com


Schwierigkeit: 5 von 6 Punkten

Für den Rollercoaster reisen viele extra nach Norwegen. Dieser Trail ist die prominenteste Abfahrt im Park: ein 2,5 Meter breiter Jumptrail, bestückt mit 39 Sprüngen. Super – vorausgesetzt man besitzt Mut und Können. Die Distanzen erfordern Entschlossenheit. Wer es richtig laufen lässt, schafft es über alle Sprünge und holt sich die volle Packung Flow. Wer dagegen bremst, kriegt den nötigen Speed nicht mehr zusammen. Statt Tables gibt’s hier einen Mix aus Table und Double. Das heißt: Wer zu kurz springt, staucht in den Gegenhang, kann aber den Sturz abwenden.


Fazit: Einmalig in Europa! So eine Jumpline wollen wir hier auch. Der Rollercoaster kann ein echter Flow-Garant sein, vorausgesetzt man hat das Können dafür.


FREERIDE-URTEIL: 9 von 10 Flow-Punkten

  Hafjell: RollercoasterFoto: Veranstalter
Hafjell: Rollercoaster


Lac Blanc: La Fat

Jump-Trail im Bikepark Lac Blanc / Frankreich
Info: www.lacblanc-bikepark.com


Schwierigkeit: 4 von 6 Punkten

Der vielseitige Park in den elsässischen Vogesen räumte in unserem Parktest eine der höchsten Punktzahlen ab. Warum: Hier wurde viel richtig gemacht! Herzstück ist der Jumptrail La Fat. Er schlängelt sich auf Lehmboden über 300 Höhenmeter ins Tal, angereichert durch viele Sprünge (Tables und Doubles), Drops, Step-ups, Kurven-Kombinationen, Holzanlieger. Man kann ein Grinsen kaum unterdrücken und will gleich nochmal! Das ist der beste Beweis, dass es den Trailbauern gelungen ist, viel Flow in den Trail zu packen! Mehr solche Trails braucht das Land!


Fazit: Der Jumptrail La Fat erzeugt Flow und Fahrspaß, erfordert aber einige Skills, will man alle Features mitnehmen. La Fat zählt zu unseren Favoriten. Mehr davon!


FREERIDE-URTEIL: 7 von 10 Flow-Punkten

  Lac Blanc: La FatFoto: Veranstalter
Lac Blanc: La Fat


Leogang: Hot Shots

Gebauter Trail im Bikepark Leogang / Österreich
Info: www.bikepark-leogang.com


Schwierigkeit: 2 von 6 Punkten

Hot Shots nennt sich der neue Flow-Trail von der Berg- zur Mittelstation. Er wurde angeblich durch die kanadischen Jumptrails inspiriert. Schön breit, 3,5 Kilometer lang, in idealem Gefälle – beste Voraussetzungen, sollte man meinen. Aber leider: Der Trail ist weder Fisch, noch Fleisch. Für einen Jumptrail gibt’s zu wenig Bespaßung und viele der Sprünge sind schlichtweg schlecht gebaut. Sie generieren wenig Sprung-Sensation. Für ein kurviges Achterbahn-Gefühl fehlt eine kreative Streckenführung. Die langen Geraden über groben Boden sind dröge und killen den Flow.


Fazit: Gut gedacht, schlecht gemacht. Schade, denn das Gelände des Hot Shot wäre ideal gewesen für einen richtig geilen Jumptrail. Leogang, bitte nachbessern!


FREERIDE-URTEIL: 3 von 10 Flow-Punkten

  Leogang: Hot ShotsFoto: Veranstalter
Leogang: Hot Shots


Petzen: Flow Country

Kurventrail auf der Petzen, Kärnten / Österreich
Info: www.klopeinersee.at


Schwierigkeit: 1 von 6 Punkten

Nach dem Erstlingswerk am Geißkopf baute Diddie Schneider hier die XXL-Variante seines "Flow Country". Sein Motto: nie steil, extrem oder gefährlich, damit sich Biker auf das Achterbahn-Gefühl konzentrieren können. Das ist gelungen und lässt selbst Einsteiger G-Kräfte risikoberuhigt erleben. Über 10 Kilometer und 1000 Höhenmeter kurvt diese riesige Murmelbahn ins Tal und schaukelt den Biker von einer Schräglage in die nächste. Der Untergrund ist feiner Brechsand – also maximal befreit von Geholper. Hier kann man auch gut mit Hardtails oder sogar BMX-Bikes fahren.


Fazit: Super flowig und super einfach. Dieser Trail ist der perfekte Einstieg ins Park-Biken. Experten wird die Kurvengleitfahrt auf Dauer nicht spannend genug sein.


FREERIDE-URTEIL: 9 von 10 Flow-Punkten

  Petzen: Flow CountryFoto: Veranstalter
Petzen: Flow Country


Saalbach: Hacklberg-Trail

Natur-Trail in Saalbach-Hinterglemm / Österreich
Info: freeride.bike-circus.at


Schwierigkeit: 3 von 6 Punkten

Dieser natürliche Alpin-Trail in Traumpanorama zählt zu den Superabfahrten der Alpen. Über 10 Kilometer und 1000 Höhenmeter cruist der schmale Pfad die Bergflanken entlang und erfreut durch seine geschwungene Linie, einige Geländesprünge und Highspeed-Passagen. Der natürliche Streckenverlauf erzeugt den meisten Flow; es gibt nur wenige gebaute Features. Einige Höhenmeter verpuffen auch auf der Forststraße. Ob Big Bike oder Enduro, Einsteiger oder Experte – der Hacklberg-Trail macht Spaß. Experten fahren einfach schneller und schon wird’s spannend!


Fazit: Bingo! Ein Wanderweg, der mehr Flow hat und Spaß macht als manche künstliche Park-Abfahrt. Der Hacklberg gehört ins Abfahrtbuch jedes Freeriders.


FREERIDE-URTEIL: 5 von 10 Flow-Punkten

  Saalbach: Hacklberg-TrailFoto: Daniel Roos
Saalbach: Hacklberg-Trail


Sölden: Teäre-Line

Gebauter Kurven-Trail in Sölden /Österreich
Info: bikerepublic.soelden.com

Schwierigkeit: 1 von 6 Punkten

Das Ziel der Teäre-Line war klar definiert: Sölden wollte eine Strecke mit viel Fahrfluss, die selbst komplette Mountainbike-Neulinge gefahrlos befahren können. Wir sagen: Auftrag erfüllt! Josha Forstreuter verpasste der Teäre-Line 130 Anlieger. Die maschinengebaute Abfahrt dauert schier ewig und windet sich auf zahmem Erdboden über 800 Höhenmeter ins Tal. Trotzdem besitzt die Strecke ein Manko: Die Kurvenfolgen sind auf Dauer zu monoton, da die Radien sehr ähnlich sind. Folge: Es kommt Langweile auf – zumindest bei Fortgeschrittenen und Könnern.


Fazit: Super für Einsteiger! Für Fortgeschrittene und Könner ist die Streckenführung allerdings zu monoton und wird rasch etwas langweilig.


FREERIDE-URTEIL: 8 von 10 Flow-Punkten

  Sölden: Teäre-LineFoto: Veranstalter
Sölden: Teäre-Line


Spicak: Black Friday

Jump-Trail im Bikepark Spicak / Tschechien
Info: www.spicak.cz

Schwierigkeit: 3 von 6 Punkten

Tom Pro, Whistlers Trailbau-Chef, hat die Tschechen beraten, als sie in Spicak ihren Bikepark planten – und diese Whistler-Handschrift ist deutlich zu erkennen. Auch bei Black Friday lautet das Prinzip: keine Stolperfallen, Sprünge mit passenden Landungen, gewiefte Streckenführung, angenehmer Untergrung, viel Flow. Natürlich hakt es an manchen Stellen noch, einige Jumps passen nicht ganz, dennoch macht dieser Black Friday mit seinen vielen Stunts so viel Spaß, dass er zu unseren Favoriten zählt – und der Bikepark Spicak dadurch in der FREERIDE-Gunst weit oben rangiert.


Fazit: Black Friday lässt sich mit Speed und Airtime fahren – da kommt Flow auf! Einige Passagen rumpeln, ab und an muss man in die Pedale treten – dennoch sehr spaßig!


FREERIDE-URTEIL: 6,5 von 10 Flow-Punkte

  Spicak: Black FridayFoto: Veranstalter
Spicak: Black Friday


Whistler: Dirt Merchant

Jump-Trail im Bikepark Whistler, B.C. / Kanada
Info: bike.whistlerblackcomb.com

Viel Geld, viel Land, ideales Gelände – das wird Whistler vorgehalten. Das stimmt natürlich, entschuldigt aber nicht alles, was anderswo falsch läuft. In Whistler hat man vor allem erkannt, dass Trails ständig verbessert werden müssen. So auch der Erfolgstrail Dirt Merchant. Diese Strecke gibt den Speed vor und hebelt den Biker wie von selbst über die Sprünge. Dirt Merchant ist gespickt mit Table-Sprüngen, Step-ups und Step-downs – also höchste Bespaßungsdichte. Alle Features besitzen breite Absprünge und Landungen. Das generiert maximalen Flow.


Fazit: Dirt Merchant ist der Idealtyp eines flowigen Jump-Trails. Mehr Flow und Fahrspaß geht kaum! Der Lohn: eine große weltweite Fan-Gemeinde.


FREERIDE-URTEIL: 10+ von 10 Flow-Punkte

  Whistler: Dirt MerchantFoto: Veranstalter
Whistler: Dirt Merchant
  Diesen Artikel finden Sie in FREERIDE 4/2016 - das Heft können Sie hier bestellen > FREERIDE IOS App (iPad) FREERIDE Android App Foto: Ale Di Lullo
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