Ein weitläufiges Streckennetz durch die imposante Bergwelt, vorbei an 76 glasklaren Berg- und Badeseen und gemütlichen Hütten begeistert Erholungssuchende und Radsportler aller Altersgruppen. Historisch und kulturell interessante Orte mit ihren einzigartigen Sehenswürdigkeiten und ausgezeichnete Gastronomiebetriebe mit einer Vielfalt an regionalen Schmankerln machen den Urlaub in dieser von der Natur verwöhnten Region zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Der ursprünglich für E-Bikes konzipierte "BergeSeen eTrail" führt in 10 Etappen auf einer Länge von insgesamt 630 Kilometern durch Oberösterreich, Salzburg und die Steiermark und erschließt alle Regionen des Salzkammergutes. Einzelne Abschnitte können gut als Wochenend-Rundtour absolviert werden und die Strecken sind natürlich auch für Mountainbikes ohne Motor sowie für Gravel Bikes geeignet! Für E-Bikes ist der BergeSeen eTrail vor allem deshalb interessant, weil entlang der Strecke zahlreiche Cafes, Gasthöfe und Hütten mit Ladegeräten von Bosch ausgestattet wurden. 55 % der gesamten Runde verlaufen auf Forststraßen, 44 % auf asphaltierten Radwegen und Nebenstraßen und nur 1 % auf schwierigen Trails, die aber teilweise umfahren werden können. Wir stellen euch in diesem Bericht die fahrtechnisch leichten Etappen 3, 4, 5 und 7 vor.
Die Strecken sind gut markiert und auf Outdooraktiv stehen exakte Karten, Wegbeschreibungen, Höhendiagramme und GPX-Daten zum Download bereit. Wer sich um die Übernachtungen, den Gepäckstransfer oder das Shuttle zurück zum Ausgangspunkt keine Gedanken machen will, kann diesbezügliche Packages bei einem lokalen Reiseveranstalter buchen.
Die Fuschlseeregion vor den Toren der Festspielstadt Salzburg ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel und unser Startort Faistenau hat sogar seinen eigenen Jedermann, an dem heuer vom 4. Juli bis 9. August über 100 Laienschauspieler Leben und Tod des reichen Mannes vorführen werden.
Wir starten unsere Tour bei Faistenaus Wahrzeichen, der 1.000-jährigen Linde und folgen der Beschilderung „BergeSeen 3“. Über Tiefbrunnau geht es Richtung Zwölferhorn. Schon am Beginn des Anstiegs lohnt sich ein kurzer Abstecher zur urigen Lärchenhütte auf 1.050 Meter Seehöhe, wo einem der malerische Wolfgangsee zu Füßen liegt und sich am gegenüberliegenden Seeufer der markante Schafberg erhebt. Almwirt Martin Oberlohr ist ein Genussmensch, der seine Produkte hauptsächlich von regionalen Kleinbetrieben bezieht. Auch wenn der Tacho erst 12 Kilometer anzeigt, lohnt sich eine Einkehr bei ihm, versprochen!
Vier Kilometer und 400 Höhenmeter weiter wartet bei der Bergstation der Zwölferhornbahn auf 1.470 m bereits der nächste Aussichtspunkt. Von hier überblickt man nicht nur den türkisblauen Wolfgangsee in seiner vollen Länge, mit dem Krottensee, Mondsee und Irrsee liegen drei weitere Salzkammergut-Seen im Blickfeld. Nicht nur für Fotografen ist der kurze Fußweg zum Gipfelkreuz des Zwölferhorns (1.521 m) absolut unerlässlich.
Auf der Forststraße geht es nun über die Illingerbergalm etwa 7 Kilometer bergab und anschließend noch einmal 400 Höhenmeter bergauf. Vorbei an vielen, teils aufgelassenen Almen geht es anschließend abwärts zur Ortschaft Abersee am Wolfgangsee. An heißen Tagen empfiehlt sich ein Sprung in den angenehm erfrischenden See, machen Sie daher einen Abstecher zum Badeplatz Franzosenschanze, der seinen Namen von einer mühevoll errichteten Befestigungsanlage aus der Zeit um 1800 hat, als Napoleons Truppen in das Innere Salzkammergut einzufallen drohten.
Im Frühling oder Herbst bleiben wir aber auf der markierten Route und fahren weiter auf Teilen der Trasse der ehemaligen Ischler Bahn, einer Schmalspurbahn, die von 1893 bis 1957 den mondänen Kurort Bad Ischl mit der erzbischöflichen Stadt Salzburg verbunden hat. Wir passieren das einzigartige Naturschutzgebiet Gschwendtner- und Blinklingmoos, ein hochgeschütztes Moor mit seltenen Pflanzenarten und wiesenbrütenden Vögeln, bevor wir direkt nach Strobl kommen. Dort erinnern zahlreiche Prachtvillen an die Zeit, als Kaiser Franz Joseph in seinem geliebten Salzkammergut Urlaub machte und Hochadel sowie Großbürgertum hier ihre luxuriösen Sommersitze errichten ließen.
Hier finden Sie weitere Detailinfos zur Etappe.
Von Strobl zweigt eine schön angelegte Asphaltstraße ab hinauf zur Postalm, die mit 42 Quadratkilometern das größte Almgebiet Österreichs ist. Die 4. Etappe des BergeSeen eTrails folgt etwa 500 Höhenmeter bergauf bis zur letzten Kehre dieser mautpflichtigen Panoramastraße. Am Beginn des Hochplateaus zweigen wir der Beschilderung folgend auf die Schotterstraße zur Wiesleralm ab. Einkehrmöglichkeiten gibt es hier genug: Die schon 300 Jahre alte, urige Erlbachhütte auf 1.361 m, die Schafbergblickhütte und die Wieslerhütte liegen direkt an unserer Route, aber auch ein Abstecher zur 1853 erbauten Postalmhütte und der historischen Postalmkapelle ist lohnenswert.
Weiter geht es Richtung Inner- und Außerlienbachalm und anschließend auf der aufgelassenen, alten Postalmstraße entlang des Aubachs bergab nach Pichl bzw. Voglau. Wir fahren knapp 10 Kilometer entlang der Lammer bevor der zweite Anstieg des Tages folgt. Fast 800 Höhenmeter sind es bis hinauf zum Hornspitz, wo man mit einem beeindruckenden Blick auf den Dachstein und Gosaukamm belohnt wird. Hinunter zu unserem Etappenziel Gosau sind es nur noch gut 15 Kilometer, eine letzte Einkehrmöglichkeit gibt es bei der Zeishofalm gleich am Beginn der Abfahrt.
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Die Etappe „BergeSeen 5“ zählt zu den schönsten MTB-Tagestouren im Salzkammergut und ist reich an verschiedensten Sehenswürdigkeiten. Vom Vorderen Gosausee hat man einen wahrlich einzigartigen Postkartenblick auf den Dachstein samt seinem imposanten Gletscher und auf den wild zerklüfteten Gosaukamm, der, kaum zu glauben, als Korallenriff vor Millionen Jahren in einem tropischen Meer entstand und zusammen mit den Alpen durch die Kontinentaldrift in unsere Breiten geschoben worden ist. Unsere Strecke führt vorbei an den ungebändigten Waldbachstrub-Wasserfällen, die mit lautem Getöse bis zu 90 Meter in die Tiefe stürzen. Vom prähistorischen Hallstatt, wo schon vor 7000 Jahren Salz abgebaut wurde, ist es nicht weit zum malerisch angelegten Ostuferweg am Hallstättersee. Von St. Agatha fährt man weiter durch das wildromantische Leislingtal und dann vorbei an der Burgruine Pflindsberg, die im Spätmittelalter im Auftrag des Erzbischofs von Salzburg zur Sicherung seines gewinnbringenden Salzabbaus errichtet wurde.
Von dort hat man eine zünftige Abfahrt nach Altaussee mit einem grandiosen Blick auf den markanten Loser, die gewaltige Trisselwand und den fast unverbauten Altausseer See. Danach geht es der Altausseer Traun entlang zum Quartier in Bad Aussee.
Auch kulinarisch hat diese Tour viel zu bieten. Schon bald nach dem Start in Gosau kommt man nach etwa 20 Kilometern zum höchsten Punkt auf 1.500 m. Kurz davor ist aber eine Einkehr bei der Roßalm auf 1.387 m schon allein wegen ihrer selbstgemachten Schmankerln einfach ein Muss. Weiter unten, im denkmalgeschützten Hallstatt – UNESCO-Welterbe – lockt das Hotel Grüner Baum mit seiner tollen Seeterrasse zu einer Kaffeepause. Mittags lädt der Uferwirt Seeraunzn bei Kilometer 43 oder der Agathawirt bei Kilometer 47 mit regionalen Gerichten und österreichischen Klassikern zu einer Stärkung. Und am Etappenziel in Bad Aussee sollte man sich mit einem Stück köstlicher Torte oder einem deliziösen Temmel-Eis im noblen Kurcafé Lewandofsky für die Anstrengungen des Tages belohnen.
Hier finden Sie weitere Detailinfos zur Etappe.
Wer Zeit für eine Extrarunde hat, dem empfehlen wir die Etappe BergeSeen 6, die von Bad Aussee durch die wunderbare Natur des steirischen Salzkammerguts bis zum Ödensee in Bad Mitterndorf und zurück entlang des schönen Grundlsee führt.
Am letzten Tag geht es von Bad Aussee zunächst nach Altaussee zum Startpunkt der Etappe 7. Weiter zur beliebten Blaa Alm und durch das urwüchsige Rettenbachtal, von wo eine Abzweigung links hinauf auf 1400 m zum Raschbergsattel führt. Weiter geht es nun bergab der Forststraße entlang zum Goiserer Predigstuhl und kurz danach gelangt man zur spektakulären, aber gut gesicherten Durchfahrt der Ewigen Wand, dem wohl bekanntesten Bikemotiv der Region. Die Aussicht von dort oben ist phänomenal, mit dem Goiserer Trauntal zu Füßen und den Bergen des gewaltigen Dachsteinmassivs im Hintergrund.
Etwa 6 Kilometer nach Altaussee bzw. kurz nach der Blaa Alm ist die Originalstrecke aktuell wegen Felsarbeiten im Rettenbachtal gesperrt. Es gibt aber mehrere Alternativen. Die schönste zweigt in Altaussee hinauf zum Salzbergwerk (Salzwelten Altaussee) und über den Moosberg und Waldgraben zur Halleralm. Nun geht es Richtung Hütteneckalm und nach etwa eineinhalb Kilometern ist man wieder auf der Originalstrecke. Ein Abstecher zu Raschberghütte (+ 2,5 km) oder zur Hütteneckalm (+ 1,5 km) lohnt sich schon alleine wegen der tollen Aussicht auf den Hallstättersee und den Dachstein mit seinem glitzernden Gletscher. Dieses Hütteneck Motiv wählte schon einst der Biedermeier-Maler F. Waldmüller für eines seiner Meisterwerke.
Aber auch die Rathlucken-Hütte kurz vor der Ewigen Wand und die Hoisnrad Alm bieten tolle Aussichten und verführen zur Einkehr.
Vor der Ortschaft Perneck kommt man dann bei den zahlreichen Stollen des Ischler Salzbergwerks vorbei. Der Ludovika-Stollen, benannt nach der Gemahlin des reaktionären Kaisers Franz I., hat das schönste Portal und ist ein beliebtes Fotomotiv.
In die Kaiserstadt Bad Ischl ist es nun nicht mehr weit. Dort ragt neben den vielen Prachtbauten des 19. Jahrhunderts die prunkvolle Kaiservilla hervor, die einst Sommerresidenz von Franz Joseph I. war. Er verbrachte nicht weniger als 82 Sommer im Salzkammergut, wo er mit Herzenslust seinem ausgeprägten Jagdtrieb frönen konnte, während seine Gemahlin Sisi Wanderungen und Reitausflüge mit ihren völlig überforderten Hofdamen auf die umliegenden Berge bevorzugte.
Mit dem Kaiserpaar kamen auch Hochadel und Großbürger nach Ischl, das sich zu einem der mondänsten Kurorte der Österreichisch-Ungarischen Monarchie entwickelte.
Hier in Bad Ischl sollte man sich nach insgesamt 236 Kilometern und rund 6.000 Höhenmetern unserer ganz eigenen BergeSeen Tour mit einem Besuch der Therme und der nicht nur wegen ihres köstlichen Stollens bekannten Konditorei Zauner belohnen. Dabei kann man dann die vielen landschaftlichen und kulturellen Höhepunkte der zwar anspruchsvollen aber Körper und Geist belebenden Radrunde so richtig einwirken lassen. Bleibende Erinnerungen an unzählige Glücksmomente sind garantiert!
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Die Salzkammergut Trophy – Österreichs größter MTB-Marathon – hat die Region bei Bikern weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Die meisten Strecken kann man als individuelle Tour selber nachfahren, aber immer mehr Hobbybiker nützen die Vorteile, die sich aus der Teilnahme an der Rennveranstaltung ergeben. Für gut sichtbare Markierungen und professionelle Verpflegung entlang der Strecken wird am Trophy Wochenende gesorgt und das gemeinsame Raderlebnis mit Gleichgesinnten sowie der tosende Jubel von tausenden begeisterten Zuschauern entlang der Strecken und im Ziel in Bad Goisern machen die Trophy Teilnahme zu einem Erlebnis, an das man sich auch Jahre danach noch gerne erinnert.
Nicht alle können Sieger sein, aber oft ist schon das Mittun allein ein Sieg. Großzügige Zeitlimits auf den Strecken über 22, 37, 55 und 79 Kilometer ermöglichen es auch weniger durchtrainierten Hobbybikern die gewählte Distanz ohne Rennstress zu bewältigen.
Wie gesagt, die Salzkammergut Trophy ist eben für alle da!
Hier finden Sie weitere Infos zu den Touren entlang der Trophy-Strecken
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