Neuer Bikepark nahe GarmischLohnt sich der Besuch im Zugspitz-Bikepark? Wir waren dort

Laurin Lehner

 · 19.05.2026

Rein in die Murmelbahn: Der Einstieg in die Bluebird.
Foto: Max Fuchs
BIKE: Seit wann läuft das Projekt Bikepark Zugspitze?

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Bikeparks sind Spaß-Arenen für Gravity-Jünger und die, die es noch werden wollen. Neu: Der Bikepark in Ehrwald bei Garmisch. Wir waren dort und sagen, für wen sich der Besuch lohnt.

​Die Region rund um Garmisch-Partenkirchen hat seit 17. Mai einen weiteren Bikepark zu bieten. Neben Oberammergau (45 Minuten entfernt) und Lermoos (10 Minuten entfernt) gibt es nun den Zugspitz-Bikepark nahe der Grenze in Ehrwald. Der hat gerade erst geöffnet, wir waren aber schon dort und sagen euch, ob und wenn ja, für wen sich der Besuch lohnt.

Die Bluebird (blau)

Hoch geht's per Sessellift. Die längste Line ist die blaue „Bluebird“ (4,1 km, 420 Tm). Sie führt von der Bergstation bis ins Tal und bietet eine gebaute Brechsand-Flowline mit etlichen Kurven, Wellen, Anliegern und kleineren Sprüngen. Auffällig ist die vergleichsweise schmale Streckenführung – dadurch fährt sich die Bluebird anspruchsvoller als viele andere blaue Flowtrails. Besonderes Highlight für Fortgeschrittene: die vorletzte Sektion mit kleinen Tables und Sharkfins.

Die Fifty Fifty (rot)

Die rote Strecke „Fifty Fifty“ (1,2 km; 160 Tm) zweigt nach wenigen Metern von der blauen Strecke ab. Der Name ist Programm: Immer wieder wechseln sich gebaute Brechsand-Abschnitte und naturbelassener Waldboden ab – Witziges Konzept mit viel Abwechslung, teils steil.

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Die Bare Knuckle (schwarz)

Die schwarze „Bare Knuckle“ startet etwa auf halber Hanghöhe (630 m, 130 Tm). Die Strecke ist größtenteils naturbelassen, ergänzt durch einzelne Holzelemente und Sprünge mit anspruchsvollen Natur-Landungen. Hier warten einige Mutproben auf Stunt-Freerider. Fazit: Der kleine Park überzeugt mit abwechslungsreichen und spaßigen Strecken. Für absolute Anfänger ist die blaue Flowline allerdings etwas anspruchsvoll geraten.

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Die rote und schwarze Strecke sind zwar relativ kurz, liefern in Kombination aber auch für erfahrene Parkfahrer viel Sensation. Weitere Trails sollen folgen. Mit 36 Euro für die Tageskarte ist der Park vergleichsweise günstig.

Unser Fazit:

Das ist kein Park wie Schladming, Serfaus-Fiss-Ladis oder Leogang – nein, der Zugspitz-Bikepark ist vergleichsweise klein.

Noch führt nur die Bluebird (blau) von Top to Bottom und nutzt die 400 Höhenmeter komplett aus. Die blaue Strecke ist anders als viele Flowtrails nicht ganz so breit, was sie etwas anspruchsvoller macht. Ansonsten steckt aber viel Flow-Potenzial drin. Fortgeschrittene haben vor allem beim Warmfahren Spaß – und auf der vorletzten Sektion mit der Mini-Jumpline, die auch Anfängern easy Airtime ermöglicht. Top! Gerne mehr davon.

Die rote Strecke (1,2 km, 160 Hm) ist besonders in Verbindung mit der schwarzen (Bare Knuckle, 600 Meter) richtig witzig. Hier kommen auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten. Bei unserem Besuch gab's noch echte Loam-Passagen – wie das aussieht, wenn die Strecke vielbefahren und ausgewaschen ist, lässt sich noch nicht sagen.

Kurzum: Hier können Anfänger und Fortgeschrittene einen Tag lang Spaß haben. Das Beste: Die Strecken in Lermoos oder der Blindseetrail sind nicht weit entfernt. Auch der Park in Oberammergau lässt sich für einen Bikepark-Wochenend-Trip gut kombinieren.

Interview mit Park-Manager Christian Heitmann

Wir haben mit dem Headshaper und Park-Manager Christian Heitmann gesprochen.

Christian Heitmann: Das Projekt läuft insgesamt seit etwa zweieinhalb Jahren. Mit Planung, allen Bescheiden, Bewilligungen und so weiter sind wir seit circa zwei Jahren dran. Die reine Bauzeit war dann relativ schnell: rund fünf Monate.

Was war die Idee?

Die Idee dahinter war erstens, das Trailangebot zu erweitern. Zweitens wollten wir das Gebiet auch für den Sommerbetrieb erschließen. Und drittens ging es darum, ein Komplettangebot zu schaffen, das jeden Fahrer zufriedenstellt – vom Anfänger bis zum fortgeschrittenen oder richtig guten Fahrer. Daher haben wir das klassische Angebot: blau, rot, schwarz. Der Fokus lag natürlich auf der Masse, deshalb haben wir die blaue Strecke am längsten gemacht. Rot und Schwarz kommen dazu.

Unser Fokus liegt ein bisschen anders als bei anderen: Wir wollen nicht das Gebiet nehmen und daraus den Dream-Bikepark machen, so wie in anderen namenhaften Bikeparks, wo alles von einem Hang runterkommt. Unser Ziel ist es, auch den Enduro-Fahrer anzusprechen, der sagt: Ich fahre morgens an dem einen Berg, mittags an einem anderen und nachmittags noch woanders – und kann so alles abfahren.

Ist eine Verbund-Liftkarte mit Lermoos geplant?

Das ist in Arbeit! Lermoos und Biberwier hängen sowieso schon zusammen, weil sie eine Gesellschaft sind. Dann käme noch Berwang-Bichlbach dazu, weil da auch Trails sind und noch einige in Planung sind. Und dann eben der Bikepark Zugspitze hier an der Ehrwalder Wettersteinbahn. Unter Umständen auch Ehrwald mit der Ehrwalder Almbahn, weil die auch Fahrradtransport anbieten. Da ist zwar kein Trailangebot, aber eben das Hochplateau für Sightseeing.

Wer hat die Trails geplant und gebaut?

Geplant haben die Strecken wir, die Tiroler Zugspitz Arena. Weitere Details oder Änderungen wurden zusammen mit der Trailbaufirma, in diesem Fall Trailtech aus Innsbruck, kurz vor Baubeginn besprochen.

Die schwarze Strecke war von vornherein so geplant, dass wir sie selbst bauen. Das heißt, unser Team von der Tiroler Zugspitz Arena (Tourismusverband) hat das gemacht. Der Gedanke dahinter war: Umwelt, Nachhaltigkeit und durch Handbau einen ganz besonderen Trail-Charakter zu schaffen.

Für wen ist der Bikepark geeignet?

Ich würde sagen: für alle! Natürlich, wenn jemand blutiger Anfänger ist und das erste Mal einen Trail fährt... für den sind 420 Höhenmeter am Stück abwärts eine Herausforderung. Aber am Ende kommt auf der blauen Strecke jeder runter. Ist es zu schwer, habe ich genug Forstwegkreuzungen, wo ich raus kann.

Bei der roten ist es das Gleiche: Die wirkt optisch sehr anspruchsvoll, ist im Fahrerischen aber relativ einfach und auch mit niedrigerem Tempo befahrbar. Und auch da haben wir mehrere Notausstiege, wo ich wieder auf Blau oder einen Forstweg wechseln kann.

Die Strecken sind relativ wetterfest.

Genau, Regen macht uns nicht so viel aus – das hat man jetzt bei der Eröffnung gemerkt. Trockenheit ist deutlich schlimmer bei uns als Regen. Klar, Starkregen ist natürlich auch nicht ideal, wenn es auswäscht. Aber grundsätzlich top!

Strecken-Verantwortlicher Christian Heitmann: “Der Fokus lag natürlich auf der Masse, deshalb haben wir die blaue Strecke am längsten gemacht...”Foto: Laurin LehnerStrecken-Verantwortlicher Christian Heitmann: “Der Fokus lag natürlich auf der Masse, deshalb haben wir die blaue Strecke am längsten gemacht...”

Laurin Lehner

Laurin Lehner

Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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