Schweiz

Scuol: 3 Tage Bike-Vergnügen im Engadin

Andreas Kern

 · 30.05.2022

Scuol: 3 Tage Bike-Vergnügen im EngadinFoto: Andreas Kern

Abenteuerfaktor: Trailsharing und Liftnutzung ja, angelegte Flow-Kurven nein – die Engadiner Gipfel rund um Scuol gehörten zu den ersten Bikespots überhaupt.

Das Revier

Das Unterengadin bildet mit dem benachbarten Samnaun und Val Müstair den östlichsten Teil Graubündens. Anders als das weite und flache obere Inntal – das Oberengadin zwischen St. Moritz und Brail – ist das Unterengadin sehr viel steiler und wilder. Der Piz Linard (3410 m) überragt den Inn um über 2000 Meter. Die Sesvennagruppe im Südosten des Inntals wird auch als „Engadiner Dolomiten“ bezeichnet. Viele ursprüngliche Bergdörfer wie Guarda, Ftan oder Sent sonnen sich auf Südterrassen hoch über dem Inntal. Mountainbiker finden im Unterengadin vor allem eines: pure, alpine Trails. Gebaute Flowtrails oder Bikeparks? Fehlanzeige! Wer auf hohe Übergänge, schmale Traversen und so manche Schiebe- oder Tragepassage steht, findet rund um Scuol sein Traumrevier. Die Bergbahnen Scuol (www.bergbahnen-scuol.ch) erschließen ab der Gipfelstation Motta Naluns jede Menge fantastischer Trails.

Den kompletten "Revier-Guide Scuol" aus BIKE 5/2022 können Sie bequem unten im Download-Bereich als PDF herunterladen.

Der Revier-Report kostet 1,99 Euro. Darin finden Sie den BIKE-Webcode, der Sie zum Download der kostenlosen GPS-Daten für diese Touren führt.

Diese Touren finden Sie im Download:

  • 1. Fuorcla Sesvenna (29,1 km – 1229 hm – 5:30 h), Kondition 5 von 6 Punkten, Fahrtechnik 4 von 6 Punkten, Landschaft 6 von 6 Punkten, Schwierigkeitsgrad: schwer
  • 2. Dörferrunde (16,6 km – 478 hm – 1:30 h), Kondition 1 von 6 Punkten, Fahrtechnik 2 von 6 Punkten, Landschaft 3 von 6 Punkten, Schwierigkeitsgrad: leicht
  • 3. Fuorcla Champatsch (29,7 km – 787 hm – 3:30 h), Kondition 3 von 6 Punkten, Fahrtechnik 3 von 6 Punkten, Landschaft 4 von 6 Punkten, Schwierigkeitsgrad: mittel
Weil man nur vom Mineralwasser auch nicht leben kann ...Foto: Andreas Kern
Weil man nur vom Mineralwasser auch nicht leben kann ...
Engadin oder der rote Planet? Beim Überqueren der 2730 Meter hohen Fuorcla Champatsch fühlt man sich wie auf dem Mars.Foto: Andreas Kern
Engadin oder der rote Planet? Beim Überqueren der 2730 Meter hohen Fuorcla Champatsch fühlt man sich wie auf dem Mars.
Nur die Zicklein schauen zu: Auf der Abfahrt von der Fuorcla Sesvenna zur Sesvennahütte steuert man an eiskalten Bergseen vorbei.Foto: Andreas Kern
Nur die Zicklein schauen zu: Auf der Abfahrt von der Fuorcla Sesvenna zur Sesvennahütte steuert man an eiskalten Bergseen vorbei.
Die Felsgalerie im Val d’Uina gehört zu den Top-10-Spots der Alpen. Biken ist verboten, der Blutdruck steigt aber auch beim Schieben.Foto: Andreas Kern
Die Felsgalerie im Val d’Uina gehört zu den Top-10-Spots der Alpen. Biken ist verboten, der Blutdruck steigt aber auch beim Schieben.
Verschnörkelt sind im Unterengadin nur die Hausfassaden mit ihren Sgraffito. Die Passanstiege entpuppen sich als kernig-unverziert.Foto: Andreas Kern
Verschnörkelt sind im Unterengadin nur die Hausfassaden mit ihren Sgraffito. Die Passanstiege entpuppen sich als kernig-unverziert.
200 Höhenmeter muss man das Bike zur Fuorcla Sesvenna definitiv tragen. Für die 400 Höhenmeter davor braucht man allerdings auch Biss. Herrlich!Foto: Andreas Kern
200 Höhenmeter muss man das Bike zur Fuorcla Sesvenna definitiv tragen. Für die 400 Höhenmeter davor braucht man allerdings auch Biss. Herrlich!
Früh morgens beim Start im Val S-charl. Bis hierher hat das Postauto geholfen.Foto: Andreas Kern
Früh morgens beim Start im Val S-charl. Bis hierher hat das Postauto geholfen.
Die Hängebrücken über den wilden La Brancla im Val Sinestra versprühen Nepal-Flair.Foto: Andreas Kern
Die Hängebrücken über den wilden La Brancla im Val Sinestra versprühen Nepal-Flair.
Einkehren wie vor 300 Jahren: Im Hof Zuort speisten schon die Dichter und Denker aus der Belle Époque. Nach der anstrengenden „Mars-Überschreitung“ am Pass die perfekte Einkehr.Foto: Andreas Kern
Einkehren wie vor 300 Jahren: Im Hof Zuort speisten schon die Dichter und Denker aus der Belle Époque. Nach der anstrengenden „Mars-Überschreitung“ am Pass die perfekte Einkehr.
Weil man nur vom Mineralwasser auch nicht leben kann ...Foto: Andreas Kern
Weil man nur vom Mineralwasser auch nicht leben kann ...
Engadin oder der rote Planet? Beim Überqueren der 2730 Meter hohen Fuorcla Champatsch fühlt man sich wie auf dem Mars.Foto: Andreas Kern
Engadin oder der rote Planet? Beim Überqueren der 2730 Meter hohen Fuorcla Champatsch fühlt man sich wie auf dem Mars.
Engadin oder der rote Planet? Beim Überqueren der 2730 Meter hohen Fuorcla Champatsch fühlt man sich wie auf dem Mars.
Nur die Zicklein schauen zu: Auf der Abfahrt von der Fuorcla Sesvenna zur Sesvennahütte steuert man an eiskalten Bergseen vorbei.
Die Felsgalerie im Val d’Uina gehört zu den Top-10-Spots der Alpen. Biken ist verboten, der Blutdruck steigt aber auch beim Schieben.
Verschnörkelt sind im Unterengadin nur die Hausfassaden mit ihren Sgraffito. Die Passanstiege entpuppen sich als kernig-unverziert.
200 Höhenmeter muss man das Bike zur Fuorcla Sesvenna definitiv tragen. Für die 400 Höhenmeter davor braucht man allerdings auch Biss. Herrlich!
Früh morgens beim Start im Val S-charl. Bis hierher hat das Postauto geholfen.
Die Hängebrücken über den wilden La Brancla im Val Sinestra versprühen Nepal-Flair.
Einkehren wie vor 300 Jahren: Im Hof Zuort speisten schon die Dichter und Denker aus der Belle Époque. Nach der anstrengenden „Mars-Überschreitung“ am Pass die perfekte Einkehr.
Weil man nur vom Mineralwasser auch nicht leben kann ...

Anreise

Mit dem Auto aus Richtung München: via A8 nach Rosenheim und über die Inntalautobahn A12 an Innsbruck vorbei nach Imst. Durch den Landecker Tunnel und via Pfunds und Martina nach Scuol (290 km/3 h). Aus Richtung Ulm: auf der A7 bis zum Grenztunnel Füssen und über Reutte und Fernpass nach Imst im Inntal und weiter wie oben (260 km/3 h). Mit dem Zug: z. B. von München mit zweimal Umsteigen (St. Margrethen und Landquart), Fahrzeit: 5:20 Std., Ticketpreis ab 29,90 Euro (einfach). Infos: www.thetrainline.com

Übernachten

Wer einmal in einem echten Engadinerhaus übernachten möchte, der checkt am besten gleich in der Bike-Villa von Werner Dirren ein. Werni – einer der Macher der bekannten Supertrail-Maps – vermietet in dem 400 Jahre alten Haus mitten in Scuol drei Apartments für bis zu 17 Gäste. Zur Hauptstraße Stradun sind es nur 100 Meter. Übrigens: Die Bike-Villa ist auch das Basecamp für die geführten Touren von Supertrail-Rides.

Bikeshops

Nur einen Steinwurf von der Bike-Villa entfernt: die Bikeria von Gian Duri Crastan, www.bikeria.ch

Alptrails in der Via dal’Ospidal 199a hat eine große Auswahl an Miet-Bikes und eine gute Werkstatt, Infos: www.alptrails.ch

Bikeshop Scuol mit Vermietung an der Talstation der Bergbahnen, Infos: www.engadin-adventure.ch

Geführte Touren/Camps

Xaver Frieser und Werni Dirren von Supertrail-Rides sind die Hausmeister rund um Scuol. Die Autoren der Singletrail-Maps zeigen ihren Kunden die besten Singletrails im Unterengadin, Samnaun und Val Müstair, www.supertrail-rides.com.

  Man lebt nicht nur vom Mineralwasser allein ...Foto: Andreas Kern
Man lebt nicht nur vom Mineralwasser allein ...

Gut essen

Xavers Top 3 in Scuol: Ein gediegenes Feierabendbierchen nach der Bike-Tour gönnt man sich am besten auf der Sonnenterrasse des altehrwürdigen Hotels Belvedere in der Stradun 330 (www.belvedere-hotelfamilie.ch).

Bock auf Fleisch? Dann ab ins Steakhouse namens Trais Portas in der Vi 356 (www.traisportas-scuol.ch).

Alles im Flow? Direkt am Inn gibt es einige historische Trinkhallen für erschöpfte Naturgenießer. Best Stop: Die Büvetta Sfondraz (siehe auch Tour 3) umgibt eine ganz eigene, leicht esoterische Aura.

Revier-Highlights

Schloss Tarasp: Not Vidal ist ein Künstler von Weltruf und seit 2016 Schlossherr von Tarasp, einer der imposantesten Burgen Graubündens. Das 1000 Jahre alte Schloss thront auf einem prominenten Felskegel im Westen von Scuol und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. www.schloss-tarasp.ch

Museum d’Engiadina bassa: Das Unterengadiner Heimatmuseum befindet sich in einem über 300 Jahre alten Engadinerhaus, das im Volksmund „chà gronda“, das große Haus, heißt. Das Museum zeigt die einzigartige Lebens- und Baukultur der Region. www.museumscuol.ch

Alberto-Giacometti-Museum: Die Pensiun Aldier Sent beherbergt nicht nur ein kleines Hotel, sondern auch eine permanente Ausstellung mit 200 Exponaten des Bergeller Künstlers Alberto Giacometti – für Kunstfreunde eine Pilgerstätte! www.alberto-giacometti-museum.ch

Bogn Engiadina Mineralbad Scuol: Für die Tiefenentspannung nach der Bike-Tour: die traumhafte Bäderlandschaft namens Bogn Engiadina in Scuol. Hier badet man in reinem Mineralwasser und schaut sich dabei die umliegenden Dreitausender an – wer mag, bis kurz vor zehn Uhr abends. www.bognengiadina.ch

Infos allgemein

Die Gästeinformation Scuol befindet sich am östlichen Ende der Hauptstraße Stradun, Nr. 403a, Tel. 0041/81/8618800, www.engadin.com

  Die drei Touren rund um Scuol in der ÜbersichtskarteFoto: Thomas Gall
Die drei Touren rund um Scuol in der Übersichtskarte

Downloads:

Meistgelesene Artikel