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Matthias Rotter

 · 14.09.2010

Schweiz: TessinFoto: Matthias Rotter
Schweiz: Tessin
Die Durchquerung des südlichsten Kantons der Schweiz birgt unvermutet hohe Pässe, Gletscheraussichten, italienisches Flair und berauschend schöne Wege. BIKE ist Profi-Guides auf dem Weg zur Sonne gefolgt.

Es gebe da eine neue Route durchs Tessin, die in fünf Etappen die Mountainbike-Highlights der Region verbinde. So begann die Nachricht, die mir Michelle, Chefin eines Schweizer Touren-Veranstalters ins Haus schickte. Des Weiteren war die Rede von unbeschreiblichen Aussichten und wunderschönen Singletrails. Och ja, warum nicht?

Es ist ein klarer, kühler Herbstmorgen, als sich eine kleine Gruppe in Biasca zum Start versammelt. Dem Klischee entsprechend, überspannt ein makellos blauer Himmel die Szenerie. Die Stimmung ist entspannt. Wenngleich der eine oder andere prüfende Blick über Material und Muskulatur der Mitfahrer huscht. Auch die verdammt hoch aufragenden Bergflanken tragen dazu bei, dass ich ein bisschen Nervosität nicht verbergen kann. Biasca liegt südlich des Sankt Gotthards auf gerade einmal 300 Metern. Da erscheinen die Höhen der Pässe besonders respekteinflößend: 2558 Meter am Passo del Corno und 2376 Meter am Passo del Sole, um nur zwei geplante Hürden zu nennen. Auf dem Weg nach Airolo, unserem ersten Etappenziel, lernen wir zunächst das Gegenteil von einsamer Bergwelt kennen. Denn das Tal des Ticino wurde gnadenlos dem Verkehr geopfert. Neben dem Fluss, der dem Kanton den Namen gab, quetschen sich auf engstem Raum eine Bundesstraße, eine Autobahn und eine mehrgleisige Bahnlinie. Die Gotthard-Strecke gehört nun einmal zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in den Alpen.

  Die letzten Aufstiegsmeter sind die schönsten: Am Ende wartet die Cadagno-Hütte.Foto: Matthias Rotter Die letzten Aufstiegsmeter sind die schönsten: Am Ende wartet die Cadagno-Hütte.

Zum Glück schrauben wir uns bald an der Talflanke weit in die Höhe. Auf den Almterrassen vermitteln schmucke Dörfer einen Eindruck, wie es auch dort unten vor langer Zeit einmal ausgesehen hat. Trutzige Steinhäuser scharen sich um einen kleinen Platz mit dem obligatorischen Waschbrunnen. Der italienische Einfluss wird am Baustil der Kirchen besonders deutlich. Einziger Unterschied: die in jedem Garten flatternde Schweizer Flagge. Gute eintausend Höhenmeter sind heute nur zu erklettern. Gerade recht, um sich aneinander zu gewöhnen und Kraft für den nächsten Tag zu sparen. Denn da verspricht uns Chris einen ellenlangen Singletrail der Extraklasse, oben am Nufenenpass.

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• Etappe 1: Etappenlänge: 49 km/1536 hm
Biasca (303 m) – Chironico (787 m) – Gribbio (1290 m) – Prato (1038 m) – Ambri (975 m) – Airolo (1175 m)

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• Etappe 2: Etappenlänge: 54 km/1940 hm
Airolo (1175 m) – Bedretto (1402 m) – Nufenenpass (2480 m) – Passo del Corno (2558 m) – San Giacomo (2254 m) – Airolo (1175 m)


• Etappe 3: Etappenlänge: 38 km/1760 hm
Airolo (1175 m) – Gotthard-Pass (2091 m) – Passo Scimfuss (2242 m) – Piora (1851 m) – Capanna Cadagno (1987 m)


• Etappe 4: Etappenlänge: 28 km/680 hm
Capanna Cadagno (1987 m) – Passo del Sole (2376 m) – Acquacalda (1756 m) – Anvéuda (1674 m) – Olivone (902 m)


• Etappe 5: Etappenlänge: 40 km/950 hm
Olivone (902 m) – Campo (1205 m) – Olivone – Ludiano (486 m) – Biasca (303 m)

  Der Supertrail ins Val BedrettoFoto: Matthias Rotter Der Supertrail ins Val Bedretto  Forstweg, flüssiger Trail, verblockte Rinne: Am Lago Ritom wechselt der Weg öfter mal seine Laune.Foto: Matthias Rotter Forstweg, flüssiger Trail, verblockte Rinne: Am Lago Ritom wechselt der Weg öfter mal seine Laune.

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