Schweiz

Höhenmeter-Rausch: 4-Pässe-Tour in 2 Tagen

Caroline Nantke

 · 06.10.2020

Höhenmeter-Rausch: 4-Pässe-Tour in 2 TagenFoto: Adrian Greiter

Mit Hilfe des Postautos ist dieses straffe Programm durch die Schweizer Zentralalpen tatsächlich machbar. Eine Hop-on-hop-off-Tour mit panoramareichen Abfahrtskilometern.

Ui, gerade noch erwischt! Eigentlich hat der Postautofahrer schon aus seiner Parkbucht abgelegt. Doch als er uns wild gestikulierend heranhetzen sieht, stoppt er seinen Bus noch mal. Obwohl das für ihn selbst bedeutet: anhalten, aussteigen und unsere Bikes auf den Heckträger hieven. Die anderen Fahrgäste blicken weniger freundlich, als wir im Bus nach einer freien Sitzreihe Ausschau halten, aber das kann auch an der frühen Morgenstunde liegen. Wir sinken jedenfalls erleichtert in die Polster, dann geht’s auch schon los. In den letzten Häusern von Meiringen schlafen die Bewohner noch, doch die Natur ist schon hellwach. Bald ziehen nur noch blühende Wiesen am Fenster vorbei, dann kurven wir entlang felsdurchsetzter Steilhänge hinauf.

  Irgendwann brauchen wir die Hilfe des Busfahrers nicht mehr. In dieser Region nutzen viele Enduro-Biker das Postauto als Lift.Foto: Adrian Greiter
Irgendwann brauchen wir die Hilfe des Busfahrers nicht mehr. In dieser Region nutzen viele Enduro-Biker das Postauto als Lift.

Als unser Blick schließlich über Almwiesen mit riesigen Granitblöcken schweift, ist unsere Ausstiegsstelle "Grimselpass" erreicht. Wieder hilft uns der Fahrer beim Entladen der Bikes, grüßt freundlich und fährt davon. Da stehen wir also nun auf 2164 Metern Höhe in dünner Luft. Die Sonne strahlt uns an, wärmt aber noch nicht. Mit klammen Fingern klicke ich mich durchs Menü meines GPS-Geräts, bis unsere geplante Route im Display erscheint: über vier Pässe, durch vier Schweizer Kantone und das Ganze in nur zwei Tagen – so der Plan. Klingt sehr ambitioniert, aber wir haben das Ticket für unsere Aufstiegshilfe ja in der Tasche.

Das Prinzip kennt man aus europäischen Großstädten: eine Hop-on-hop-off-Tour mit dem Sightseeing-Bus. In der Schweiz ist das nicht nur in historischen Häuserschluchten und Geschäftsstraßen möglich, sondern auch mitten in den gletscherbeladenen Gipfelregionen. "Zentralalpenpässe" heißt unsere Buslinie für diese Tour.

Den kompletten Reise-Artikel "Schweizer Zentralalpen: Vier-Pässe-Tour" aus BIKE 9/2020 können Sie bequem unten im Download-Bereich als PDF herunterladen.

Die gepflasterten Saumwege sehen einfacher aus, als sie sich anfühlen. Der Morgentau überzieht die uralten Steine nämlich wie mit Schmierseife. Später wird die Abfahrt vom Grimselpass nach Ulrichen aber zum Fest!Foto: Adrian Greiter
Die gepflasterten Saumwege sehen einfacher aus, als sie sich anfühlen. Der Morgentau überzieht die uralten Steine nämlich wie mit Schmierseife. Später wird die Abfahrt vom Grimselpass nach Ulrichen aber zum Fest!
Schöllenen-Schlucht mit Teufels­brücke und StollenpassageFoto: Adrian Greiter
Schöllenen-Schlucht mit Teufels­brücke und Stollenpassage
Suchbild: Ein neugieriger Beobachter versteckt sich zwischen den Felsen.Foto: Adrian Greiter
Suchbild: Ein neugieriger Beobachter versteckt sich zwischen den Felsen.
Grimsel-, Nufenen-, Gotthard- und Sustenpass erreicht man zwar leicht mit dem Postauto, doch auf den Abfahrten gibt es noch viel Kraftraubendes zu tun. Foto: Adrian Greiter
Grimsel-, Nufenen-, Gotthard- und Sustenpass erreicht man zwar leicht mit dem Postauto, doch auf den Abfahrten gibt es noch viel Kraftraubendes zu tun. 
Um den Totensee am Grimselpass führen die typisch gepflasterten Saumwege des Wallis.Foto: Adrian Greiter
Um den Totensee am Grimselpass führen die typisch gepflasterten Saumwege des Wallis.
Die gigantische Staumauer des GriesseesFoto: Adrian Greiter
Die gigantische Staumauer des Griessees
Irgendwann brauchen wir die Hilfe des Busfahrers nicht mehr. In dieser Region nutzen viele Enduro-Biker das Postauto als Lift.Foto: Adrian Greiter
Irgendwann brauchen wir die Hilfe des Busfahrers nicht mehr. In dieser Region nutzen viele Enduro-Biker das Postauto als Lift.
Der Nufenenpass (2478 m) ist der höchste Punkt der Tour und Übergang vom Wallis ins Tessin. Eine Art Bergfest, das man auf der Capanna Corno Gries mit Cappuccino und Kuchen stilecht feiern kann.Foto: Adrian Greiter
Der Nufenenpass (2478 m) ist der höchste Punkt der Tour und Übergang vom Wallis ins Tessin. Eine Art Bergfest, das man auf der Capanna Corno Gries mit Cappuccino und Kuchen stilecht feiern kann.
Picknick-Einkauf in Andermatt fürs nächste Gipfelfest am Sustenpass.Foto: Adrian Greiter
Picknick-Einkauf in Andermatt fürs nächste Gipfelfest am Sustenpass.
Die gepflasterten Saumwege sehen einfacher aus, als sie sich anfühlen. Der Morgentau überzieht die uralten Steine nämlich wie mit Schmierseife. Später wird die Abfahrt vom Grimselpass nach Ulrichen aber zum Fest!Foto: Adrian Greiter
Die gepflasterten Saumwege sehen einfacher aus, als sie sich anfühlen. Der Morgentau überzieht die uralten Steine nämlich wie mit Schmierseife. Später wird die Abfahrt vom Grimselpass nach Ulrichen aber zum Fest!
Schöllenen-Schlucht mit Teufels­brücke und StollenpassageFoto: Adrian Greiter
Schöllenen-Schlucht mit Teufels­brücke und Stollenpassage
Schöllenen-Schlucht mit Teufels­brücke und Stollenpassage
Suchbild: Ein neugieriger Beobachter versteckt sich zwischen den Felsen.
Grimsel-, Nufenen-, Gotthard- und Sustenpass erreicht man zwar leicht mit dem Postauto, doch auf den Abfahrten gibt es noch viel Kraftraubendes zu tun. 
Um den Totensee am Grimselpass führen die typisch gepflasterten Saumwege des Wallis.
Die gigantische Staumauer des Griessees
Irgendwann brauchen wir die Hilfe des Busfahrers nicht mehr. In dieser Region nutzen viele Enduro-Biker das Postauto als Lift.
Der Nufenenpass (2478 m) ist der höchste Punkt der Tour und Übergang vom Wallis ins Tessin. Eine Art Bergfest, das man auf der Capanna Corno Gries mit Cappuccino und Kuchen stilecht feiern kann.
Picknick-Einkauf in Andermatt fürs nächste Gipfelfest am Sustenpass.
Die gepflasterten Saumwege sehen einfacher aus, als sie sich anfühlen. Der Morgentau überzieht die uralten Steine nämlich wie mit Schmierseife. Später wird die Abfahrt vom Grimselpass nach Ulrichen aber zum Fest!


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