Schweiz

Gipfelstürmer in der Schweiz: 4000er mit dem Bike

Henri Lesewitz

 · 03.02.2008

Gipfelstürmer in der Schweiz: 4000er mit dem BikeFoto: Alex Buschor

Er plante die schwerste Alpen-Tour aller Zeiten. Eineinhalb Jahre dauerte die Vorbereitung. Doch Lukas Stöckli musste schnell merken: Gegen die Launen der Natur hilft am Ende doch nur eines – Beten.

Die Gefahr lauert unsichtbar, versteckt sich noch im nächtlichen Schwarz. Doch Lukas Stöckli (34) kann sie spüren. Kalt und feucht umhaucht sie seinen Körper, der mit nichts umspannt ist außer einer bunten Nylon-Haut. Stöckli zögert. Seit Minuten schon steht er vor den prunkvollen Mauern von Schloss Chillon am Genfer See, blickt stirnrunzelnd in die Restnacht und knetet seinen metallenen Kettenanhänger. „Grabstein“ heißt das Teil im Militärjargon, das für den Fall von Identifizierungsschwierigkeiten mit den nötigen Grobdaten versehen ist. Ein Sponsor hat ihn angefertigt, weil er das symbolisch fand für den Irrsinn, zu dem Stöckli gleich aufbrechen will. Es scheint noch schlimmer zu werden als befürchtet. Fast stündlich wechseln die Voraussagen der berühmten Schweizer Meteorologischen Anstalt, die zuverlässige Prognosen normalerweise drei Wochen im Voraus liefern kann. 23 Alpenpässe, der mächtigste über 4000 Meter hoch, isolieren Stöckli im Moment noch vom 680 Kilometer entfernten Zielort Lugano. Eine unüberwindbare Hürde, sollte das Wetter nicht deutlich aufbessern. Und eine lebensgefährliche noch dazu, würde ihn die Wucht eines Gewitters oben auf dem Gipfel erwischen. „Da kann ich nur beten. Das wird volles Risiko“, sagt Stöckli in die TV-Kamera, steckt den Grabstein unters Trikot und klickt ein. Es ist fünf Uhr morgens.


Die ganze Reportage über den Gipfelsturm lesen Sie im gratis PDF-Download.

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