Immer schön, wenn gelebte Erfahrungen schnell in die Zukunftsplanung mit einfließen. Normalerweise legen Bikeparks ihre Saisonzeiten Anfang des Jahres fest. Speziell in den Alpen ist das der Fall, damit die Seilbahnen mit ihren Revisionszeiten besser planen und, wenn nötig, ihre Gondeln auf den Skitransport umrüsten können. Nachdem in den letzten Jahren aber der Schnee selbst in den Schweizer Bergen auf sich warten ließ, hat man in der Schweizer Region Lenzerheide und Arosa entsprechend reagiert.
Auch hier gibt es eine Sommer- und eine Wintersaison, doch zwischen 24. Oktober und 22. November gilt inzwischen das “Novemberhoch”. Sprich: In dieser Zeit bleibt der Liftbetrieb an den Wochenenden aufrechterhalten. Ob man dann mit Bike oder Ski einsteigt, entscheiden Wetter und Schneelage.
Nicht selten kommt es in dieser Übergangszeit zu Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Szenarien: Oben liegt schon eine ganze Weile Schnee und an der Mittelstation sind kurze Hosen angesagt. Dann ist der Bikepark bereits geschlossen, aber für den reinen Skibetrieb reicht der Schnee einfach noch nicht aus. Deshalb haben die Seilbahn-Betreiber in Arosa und Lenzerheide nun reagiert und bieten diese Zwischenlösung für alle an. Infos dazu: bikekingdom.ch
Tatsächlich gibt es im Alpenraum bereits einen Bikepark, der das ganze Jahr über geöffnet hat, weil dort ein Skibetrieb schon lange nicht mehr lohnt: die Schöckl Bike Arena im österreichischen Graz. Hier verweigert die Seilbahn den Transport nur bei Sturmböen von mehr als 60 km/h, also Windstärke 7. Ansonsten darf man als Biker das ganze Jahr einsteigen und die überwiegend naturbelassenen Strecken fahren.
Streckenwart ist seit einiger Zeit Michi Gölles, mehrfacher Österreichischer Meister im Downhill. Er bietet auch Fahrtechnik-Kurse an, die sich eventuell lohnen könnten, denn die Schöckl-Strecken gelten als besonders kernig. Wurzel, Steine, steiles Gefälle - nicht umsonst trifft man hier im Winter auch Profis auf den Strecken an.
Allerdings soll es unter den mittlerweile 11 Strecken nun auch Angebote für Einsteiger und Kinder ab acht Jahren geben: eine Coaching-Zone inkl. Pumptrack direkt an der Bergstation und die flowige Vurnowi-Strecke. Das Grazer Aushängeschild aber bleibt natürlich der EM-Downhill-Kurs “Gedscho”, vor dem sich auch die Profis ein bisschen fürchten.

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