Das mit dem Skifahren hat sich in Graz schon vor einigen Jahren erledigt. Die zweitgrößte Stadt Österreichs liegt zwar in den Ausläufern des südöstlichen Alpenbogens und hat mit dem Schöckl einen 1500 Meter hohen Berg samt Liftanlagen vor der Tür, doch der Schnee reicht schon lang nicht mehr für den Wintersport. In den Grazer Bergen wehen die mediterranen Südwinde mittlerweile Samen von Pflanzen heran, die eigentlich nur in Südeuropa gedeihen.
2010 klopften die ersten Mountainbiker beim Seilbahnbesitzer an, dann dauerte es nochmal zwei Jahre bis die ersten Trails gebaut und eher inoffiziell gefahren werden durften. Doch 2014 gab’s dann endlich Grund zu feiern: Die Schöckl Trail Area ist offiziell eröffnet! Ihre Spezialität: Als einziger Bikepark der Alpen hat sie das ganze Jahr über geöffnet.
In den ersten Jahren waren die Lines allerdings vor allem Fahrtechnik-Profis vorbehalten. Und selbst die fürchten sich ein bisschen vor der selektiven Parade-Abfahrt “Gedscho” (EM 2003). Doch inzwischen durften die Locals weiterschaufeln. Die ursprünglichen drei Lines werden regelmäßig überarbeitet, es gibt inzwischen sogar eine Minibike und Coaching-Zone an der Talstation und an besonders heftigen Passagen Chickenway-Umfahrungen, die ein mittleres Fahrkönnen voraussetzen.
Frisch verbunden und gerade erste eingefahren ist der “1000er”: eine 10 Kilometer lange Enduro-Line mit etwas mehr als 1000 Tiefenmetern. Sie startet auf dem Schöckl-Plateau, fädelt “300er”, “Waller Jumpline” und “Süßkartoffel-Trail” auf und geht dazwischen immer wieder eigene Wege bis nach Graz/ Stattegg hinunter. Mit Gegenanstiegen! Wobei die im Winter vielleicht ganz gut tun, weil sie schnell wieder warm machen. Ganz fertig ist dieser Enduro-Kurs noch nicht. Im Moment stört noch ein kurzer Asphaltabschnitt, der aber demnächst noch behoben werden soll.
Was man in der Schöckl Trail Area auf jeden Fall gut gebrauchen kann, sind: viel Federweg und Fahrtechnik. Das Bike muss man mitbringen, zweiteres kann man am Schöckl auch in einem Kurs für Fortgeschrittene buchen: Michi Gölles, Sportwissenschaftler und einstiger Downhill-Meister von Österreich leitet hier eine Fahrtechnikschule.
Wer Glück hat, trifft hier Ende Oktober auch Andi Kolb (Worldcup-Profi) und Stevie Schneider, alias Steviefuckin’schneider, an (Video-Kulttyp, schaut mal rein: stevie-schneider.com). Die beiden haben sich für Ende Oktober mit ihren neun Schützlingen zu einem ihrer Gravity Movement Camps in der Schöckl Area angemeldet. Eine Nachwuchs-Offensive mit 360-Grad-Ansatz: Ziel ist es, junge Downhill-Talente über mehrere Monate strukturiert zu begleiten und ihnen professionelle Impulse für eine mögliche Profi-Karriere zu geben. Technisch, mental, medial und persönlich. Vielleicht stellt ihr euch dann einfach mal bei den beiden vor und bewerbt euch fürs nächste Movement Camp 2027?
Betriebszeiten im Sommer (1.Mai – 31.Oktober)
Betriebszeiten im Winter (1.November – 30. April)
Tagesticket: 42,40 Euro
Infos: schoeckl-trail-area.at

Redakteurin
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