Wieviel Auslauf braucht ein ambitionierter Gravelbiker? Darf es auch landschaftlich ein bisschen mehr sein? Das SalzburgerLand hat in sechs Regionen jede Menge neuer Touren für Gravel-Fans ausgetüftelt. Davon haben wir die spannendsten herausgefiltert: Von der einfachen, sehr idyllischen Spazierfahrt in Flachau, über die Superrunde im Salzkammergut, die gleich fünf traumhaft schöne Badeseen aufsammelt, bis hin zur historischen Postalmstraße im Tennengau – alles grandiose, panorama-intensive Tagestouren mit mindestens einer urigen Hütteneinkehr.
Etwas mehr Auslauf hat man dagegen im Pinzgau angelegt. Um alle Highlights dieser Region erfahren zu können, wurde hier gleich eine Zweitagesrunde mit Hüttenübernachtung ausgearbeitet. Aber es gibt natürlich auch Gravelbiker, die erst in Schwung kommen, wenn sie sich gleich mehrere Tage in ein Gebiet hineinkurbeln können. Auch das macht das SalzburgerLand möglich, und zwar auf „Die Zarte“ und „Die Harte“ Tour. Die beiden Riesenrunden führen durch das komplette Land südlich der Mozart-Stadt und sogar über die Grenzen hinaus. Die eine etwas zarter und flowiger auf berühmten Talrad- und Almwegen, die andere als echte Herausforderung mit bergigen 656 Kilometern, für die man sich mehr als eine Woche Zeit nehmen sollte. Viel Spaß!
Drei Orte, die sich mit ihren Bikepark-Lines und Seilbahnen nicht nur zu „ÖGBR“ – Österreichs größter Bike-Region verbrüdert haben, sondern auch über ein riesiges Netzwerk an Schotter- und Almwegen miteinander vernetzt sind. Perfekt für eine zweitägige Graveltour durch das gesamte Revier! Die Tour startet in Saalfelden am Steinernen Meer und folgt bald der Leoganger Ache flussaufwärts. Nach 30 Tal-Kilometern beginnt in Fieberbrunn die Welt der Schotterkurven, der Gipfel und Almen – und natürlich der Höhenmeter. 1800 sammeln sich bis zum Spielberghaus an. Und die Aussichten? Gigantisch: Erstens, weil auf der Hütte der Vater von Downhill-Königin Vali Höll hervorragend kocht und zweitens, weil das Panorama bis Saalfelden nicht mehr nachlässt.
Gesamtlänge: 92 Kilometer / 2790 Höhenmeter
Rennradfahrer lieben das SalzburgerLand-Salzkammergut, denn hier haben sich die Regionen Eugendorf, Fuschlsee, Attersee-Attergau, Mondsee, Salzburger Seenland und Wolfgangsee zu einer großen Tourenkulisse zusammen getan. Eine Berg-und-Seen-Landschaft, in die man nun auch Touren für Gravelbiker hineinkomponiert hat. Die schönste davon ist auch eine sportlicher Herausforderung: Von Fuschl am See geht's über Hintersee, Wolfgangsee und Schwarzensee zum Mondsee. Das Ganze auf teils anspruchsvollem Untergrund und einem Höhepunkt auf 1250 Metern.
Die Flachau und die Radstädter Tauern sind die Heimat der österreichischen Skilegende Hermann Maier. Hier warten Stichtouren durch Talkerben, die auf Bilderbuch-Almen oder im Ski-Weltcup-Ort Zauchensee gipfeln. Landschaftlich besonders schön und auch für Gravel-Einsteiger leicht und konstant zu pedalieren ist die Tour vom Ort Flachau auf dem Ennsradweg, am Flachauwinkler Badesee vorbei, bis sich nach 10 Kilometern die idyllische Marbachalm öffnet und zwei Hütten zur Einkehr einladen.
Malerisch eingebettet zwischen der imposanten Bischofsmütze und dem mächtigen Dachstein, inmitten majestätischer Berge, leuchtenden Almwiesen, dunklen Bergwäldern, rauschenden Wildbächen und stillen Bergseen, liegt Filzmoos, das Bikedorf der Alpen. Der Berg- und Bike-Sommer lockt mit einem variantenreichen Mountainbike- und Gravelbike-Tourennetz, sportlichen Herausforderungen, außergewöhnlichen Grenzerfahrungen und überwältigenden Naturschauspielen. Die mittelschwere, aber etwas längere Dachstein-Panorama-Tour führt dich auf Radwegen, Feldwegen und Forststraßen durch die Bergregion, immer Auge in Auge mit dem Dachstein, dem König der Berge.
Im Süden von Salzburg, zwischen Salzach und Lammer, erhebt sich das Tennengebirgsmassiv. Drum herum: 14 Ortschaften, die ein liebevoll ausgeschildertes Gravel-Wegenetz pflegen. Eine dieser Highlight-Runden ist die Tour auf der alten Postalmstraße. Sie startet in Voglau bei Abtenau und schraubt sich erst gemütlich, am Ende aber recht sportlich zur Genneralm und im zweiten Anstieg des Tages weiter zur Postalm hinauf. Das Besondere an der historischen Straße: Sie folgt sehr idyllisch einem Gumpen-Bach und wenn der Wald aufreißt, strahlt die Felswand des Dachsteins herüber.
Der südlichste Gau des SalzburgerLandes hütet den 2740 Meter hohen Preber. Eine Naturschönheit von einem Berg: freistehend und mit markanter Spitze versehen. Mit dem Gravelbike kommt man zwar nicht bis zu seinem Gipfelkreuz, aber diese Runde klettert immerhin zu seinem Pass samt idyllischem See (1525 m) hinauf. Wer möchte, kann von dort noch zu Fuß weiter ins Naturschutzgebiet bis zur Preberhalterhütte aufsteigen. Doch auch die übrige Tour geizt nicht mit Highlights: Von Tamsweg geht's im Tal nach Penk und dann in Serpentinen auf den aussichtsreichen Ötzboden. Die Abfahrt vom Preberpass führt über Lessach, die Ruine Turnschall und Haslach zurück nach Tamsweg.
Die Highlights des SalzburgerLandes durch seine Flusstäler erkurbeln: kristallklares Bergwasser, urige Almen, Schluchten, viel Panorama – 5 bis 7 Tage mit möglichst wenig Höhenmetern.
Insgesamt hat die Runde: 462 km / 6920 hm
Kaum hat man die Barock-Gebäude der Salzburger Altstadtgassen hinter sich gelassen, öffnen sich gen Süden die Bergwelten des Landes: Dachstein, Tennengebirge, die Berchtesgadener Alpen, die Leoganger Steinberge und am Horizont sogar die 3000er-Gipfel der Hohen Tauern. „Die Zarte“, also die einfachere Variante der großen Graveltour durchs SalzburgerLand, führt in einer weiten Schleife mitten hinein in diese beeindruckende Gebirgskulisse.
Doch sie folgt dabei den Rad- und Schotterwegen durch die Flusstäler. So halten sich die Höhenmeter der fast 500 Kilometer langen Runde in Grenzen und es bleibt mehr Zeit für die Naturspektakel wie Felsschluchten, Wasserfälle und die vielen klaren Badeseen entlang der Tour. Natürlich geht es auch hier immer mal bergauf, aber dann aus guten Gründen: Entweder wartet oben auf der Alm ein besonders uriges Gasthaus mit Sonnenterrasse oder die historische Postalmstraße im Tennengau führt auf einen Aussichtsbalkon, den man nicht verpassen darf.
Es lauern unterwegs also auch mal hochprozentigere Rampen, doch mehrheitlich rollt es sich entlang der Enns und Salzach, aber auch auf Abschnitten berühmter Radrouten wie Tauernradweg, Stoneman Taurista und Mozartradweg recht entspannt dahin. Gut Trainierte können die Tour auch in fünf Etappen schaffen, Unterkünfte warten entlang der Route genug.
Doppelt so viele Höhenmeter, doch jeder einzelne wird mit Aussicht vergoldet. Die harte Tour durchs SalzburgerLand klettert in den 10 Tagen sogar die Großglockner-Hochalpenstraße hinauf.
Gesamt: 656 km / 12.360 hm
Selbst „Die Harte“ beginnt sanft und verläuft in großen Teilen wie die „sanfte“ Tour. Am vierten Tag aber zweigt sie weiter gen Süden ab und nimmt entschlossen den Salzburger Lungau und die Kärntner Seen ins Visier. So kämpft man sich hier den kernigen Anstieg zur Gnadenalm hinauf und blickt von dort direkt in die Radstädter Tauern, bevor man unter dem 60 Meter hohen Johanneswasserfall eine Sprühdusche nehmen kann.
Aus dem Murtal kurbelt man sich den Schönfeldsattel in die Beine, um bald auf dem Drauradweg den Millstätter See und die Lienzer Dolomiten in Osttirol anzusteuern. Der siebte Tag markiert mit der 2571 Meter hohen Edelweißspitze schließlich den Höhepunkt der gesamten Tour. Zusammengefaltet in ihre berühmten 36 Kehren wickelt sich über Heiligenblut die Großglockner-Hochalpenstraße bergauf und anschließend 30 Kilometer lang nur bergab. Österreichs höchster Gipfel (3798 m) und viele andere 3000er stehen dabei Spalier.
In Zell am See fädelt die Tour wieder in die „zarte“ Route ein und folgt dem Tauernradweg bis nach Mittersill. Eine Extra-Bergwertung wartet auf der kurzen, aber dafür recht knackigen Etappe von Saalbach aussichtsreich nach Saalfelden Leogang hinüber, bevor die Tour am letzten Tag mit dem Berchtesgadener Nationalpark noch mal ein Panorama-Feuerwerk zündet.

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